Der Film basiert auf der Comicfigur Elektra, die auch schon in "Daredevil" zu sehen war.
Spielte sie in "Daredevil" noch die 2. Geige, so ist dieser Film komplett ihrer Story gewidmet.
Die eiskalte, schnelle, elegante Auftragskillerin Elektra (Jennifer Garner) lebt ein Leben ohne Emotionen. Sie hat kein Privatleben, sie lebt für den Job und erledigt diesen ohne Reue oder Zweifel und immer 100% effektiv und mit ihrem ganz eigenen Stil. So bemerken ihre Opfer ihre Präsenz erst, wenn es schon zu spät ist, da Elektra eine Meisterin darin ist unbemerkt zu bleiben, wenn sie es so will. Im letzten Moment "zeigt" sie sich aber ihrem Opfer. Jedem Opfer flüstert sie etwas ins Ohr, bevor sie es tötet. Ihre bevorzugte Art des Tötens, ist die Benutzung zweier Sais-Dolche, die sie natürlich perfekt beherrscht. Ihre Kampftechnik ist elegant und blitzschnell und präzise. Ist Elektra einmal so nahe, dass sie Dir ins Ohr flüstern kann, dann sollte das Testament besser schon fertig in der Schublade liegen;).
Trotz ihrer scheinbaren Emotionslosigkeit, nimmt sich Elektra nach dem ersten im Film zu sehenden Job erstmal ein bisschen frei vom Killergeschäft.
Auf einer abgeschiedenen Insel trifft sie 2 Menschen (Mark und Abby), die (mit viel Mühe anfangs) zu ihr durchzudringen scheinen. Langsam aber sicher bröckelt die Fassade der "Ice Queen" und sie läßt diese Menschen in ihr Leben. Grade als sich eine Romanze mit dem neuen Freund anbahnt und sie eine Freundschaft zu dessen Tochter aufbaut, wird die beinahe-Idylle aber gestört.
Ein neuer Auftrag verlangt von Elektra die Tötung der neu gewonnenen Freunde. Plötzlich entdeckt Elektra aber ihr Gewissen, denn warum sollten diese Menschen sterben müssen, die ihr doch nichts getan haben, sondern im Gegenteil für sie da waren.
Sie entschliesst sich, sich dem Auftrag zu widersetzen und schlägt sich auf die Seite der Opfer und hilft ihnen fortan im Kampf gegen "The Hand", die Organisation, die ihren Tod will.
"The Hand" schickt ihrerseits versierte Killer mit ganz besonderen Tötungstechniken.
Typhoid: Ihre Berührung bringt den Tod. Nicht nur für Menschen auch für Pflanzen. Dies wird eindringlich deutlich gemacht, als sie auf der Suche nach Elektra durch den Wald geht und dabei alles was sie berührt verwelkt.
Tattoo: Seine Tattoos sind etwas Besonderes. Er kann sie, wann immer er möchte, lebendig werden lassen. Sie "brechen" dann aus ihm heraus und kommen nach erledigter Arbeit dann zu ihm zurück um wieder mit ihm zu verschmelzen. Unter seinen Tattoos ist ein Wolf, Schlangen und ein Adler.
Das sind die beiden Hauptbösewichte. Der Anführer der Gruppe von Killern ist Will Yun Lee als Kirigi.
Es stellt sich nun die Frage, warum die beiden überhaupt sterben sollen. Scheinbar sind Vater und Tochter gar nicht so unwissend, wie sie tun aber es dauert eine Weile bis die Wahrheit ans Licht kommt.
Auch die kleine Abby (die Tochter von Elektras love interest) ist kein "normales" kleines Mädchen, sie hat ganz besondere Fähigkeiten und wird als "Schatz" angesehen und aufgrund dieses Status verfolgt.
Als Elektra dies erkennt, identifiziert sie sich mit der kleinen und nimmt sie unter ihre Fittiche. Elektras alter Lehrer trainiert nun auch Abby und Elektra testet die Fortschritte der kleinen. Es wird klar, dass Abby bald Elektras Künste noch übertreffen wird.
Aber "The Hand" ruht währenddessen nicht. Schliesslich kommt es zum dramatischen letzten Kampf, der auch auf der Seite des Guten ein Opfer fordert.
Der Film ist ein richtiger Augenschmaus. Die Effekte sind durchweg mindestens schön anzusehen und in einigen Fällen einfach beeindruckend ob ihrer Schönheit und auch ihrer Originalität (das bezieht sich besonders auf alle Effekte um Tattoo aber auch um Typhoid).
Das kommt auch nicht von ungefähr, dass der Film in diesen fantasylastigen Punkten so glänzt, denn der Regisseur Rob Bowman führte früher bei einigen der besten Akte X Episoden Regie und auch beim Akte X Film. Das heißt das Genre ist ihm alles andere als fremd, wovon der Film enorm profitiert. Auch die Kampfszenen zelebriert er mit wehenden Kostümen in Zeitlupe und einer in jeder Bewegung sicheren und überzeugenden Jennifer Garner.
Im Soundtrack gibt's übrigens wieder (wie schon bei "Daredevil") einen Evanescence Song. Diesmal eine bisher (soweit ich weiß) unveröffentliche Studioversion vnn "Breathe no More".
Der Film ist kurzweilig und visuell wie gesagt einfach opulent ausgestattet. Wunderschöne Bilder, beeindruckende Effekte und eine Hauptdarstellerin, die in Kampfszenen zu hause zu sein scheint. Da kann man seinen Spass dran haben.
Einzig die Story könnte einige enttäuschen, obwohl man von Comicverfilmungen wirklich keine Charakterstudien erwarten darf. Aber wenn man es genau nimmt, dann hat auch "Herr der Ringe" keine besonders tiefschürfende Story: Finde den Ring, der alle knechtet und bringe ihn an eine bestimmte Stelle und werfe ihn dort ins Feuer;). That's it.
Wenn man möchte, kann man aber auch aus Elektra seine moralischen Schlüsse ziehen. Zum Beispiel: wenn Gutes in dir steckt, dann findest Du es früher (oder später) heraus, egal was Du in der Zwischenzeit evtl. so angestellt hast. Letztendlich wirst Du zu Dir selbst finden, wenn Du nur endlich einmal die richtigen Leute in Dein Leben läßt und Dich nicht vor ihnen verschliesst.
Aber zugegebenermassen ist das schon viel reininterpretiert;). Das verlangt der Film eigentlich gar nicht. Vor allem will er gefallen. Und das hat er bei mir erreicht:).
08.10.2009 22:13
Der Film läuft gerade auf Vox. Ich hatte mich schon gewundert wieso der Film im Kino so gefloppt ist, bereits die ersten Minuten reichen um das zu erklären und es bessert sich in keiner Minute. mit deiner meinung stehst du sicherlich alleine da und ich glaube fast, das der riesenmüll catwoman sogar noch einen tick besser ist, wenn man zwischen 6 und 6+ wählen müßte
16.07.2005 12:37
Der Titel sagt mir garnix, da scheine ich aber doch was verpasst zu haben.
16.03.2005 12:50
Gut das ich den Bericht gelesen habe... hätte nämlich gedacht das das wieder so ein billig Schinken wie Catwoman ist. Scheint wohl doch genauso spannend zu sein wie die X-Men reihe. Gruß Madi