Drei Geschwister retten die Erde.
06.02.2005
Pro:
spannend, hervorragend erzählt, keine Längen
Kontra:
keines
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Love-to-sing
Über sich:
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„Ich habe durch seine Augen gesehen, ich habe durch seine Ohren gehört, und ich sage Ihnen, er ist derjenige. Oder wenigstens so dicht daran, wie wir kommen werden.“ „Das haben Sie über den Bruder auch gesagt.“ „Der Bruder erwies sich als ungeeignet. Aus anderen Gründen hatte nichts mit seinen Fähigkeiten zu tun.“ „Bei der Schwester genauso. Und auch bei ihm bestehen Zweifel. Er ist zu formbar. Zu leicht bereit, sich dem Willen eines anderen zu unterwerfen.“ „Nicht, wenn der andere sein Feind ist.“ „Was sollen wir denn tun? Ihn die ganze Zeit mit Feinden umgeben?“ „Wenn wir müssen.“ „Ich dachte, Sie hätten gesagt, Sie mögen dieses Kind.“ „Wenn die Krabbler ihn erwischen, werde ich im Vergleich mit ihnen wie sein Lieblingsonkel wirken.“ „Na gut. Schließlich müssen wir die Welt retten. Nehmen Sie ihn.“ Der Inhalt ***********Die Erde ist bereits zwei Mal von Außerirdischen, den Krabblern, angegriffen worden und jedes Mal nur knapp der Vernichtung entgangen. Um für den nächsten Angriff besser gerüstet zu sein, werden bereits sechsjährige in die Kampfschule geschickt, damit sie später die interstellare Flotte der Erde kommandieren. Aber das alleine reicht nicht. Sie brauchen auch einen so guten Taktiker, dass sie die zahlenmäßige Überlegenheit des Feindes ausgleichen können. Andrew Wiggin, von allen nur Ender genannt, ist das Ergebnis eines genetischen Experiments, das in diese Richtung zielt. Er ist ein „Dritt“, also das dritte Kind der Familie Wiggin und das, obwohl eigentlich pro Familie nur zwei Kinder erlaubt sind. Aber seine Eltern hatten mit Peter und Valentine für dieses Experiment bereits zwei viel versprechende Kinder geliefert. Also durften sie noch ein Kind bekommen, das halb Peter, der brutal in seiner Vorgehensweise ist, und halb Valentine, die zu sanft für so eine Aufgabe ist, sein sollte. Das Experiment gelingt und Ender wird zur Kampfschule auf den Asteroiden Eros gebracht, wo er im Laufe der Jahre eine Ausbildung durchläuft. Aber diese Ausbildung ist für Ender alles andere als einfach. Nicht, dass er die ihm gestellten Aufgaben nicht bewältigt. Aber er wird von vornherein isoliert. Bereits auf dem Flug zur Kampfschule wird er gegenüber den anderen Startis als der einzige mit viel Grips hingestellt, der es wirklich zu etwas bringen wird, mit dem Erfolg, dass er ihn gleich am Anfang keiner mag. In der Kampschule angekommen fällt er dann auch weiter dadurch auf, dass er Dinge schneller als andere versteht und umsetzt, was ihn bei den Anderen auch nicht beliebter macht. Er ist in der Schule besser als die Anderen, am Computer besser als seine Mitschüler und vor allem ihnen im Kampfraum voraus, wo die Schüler in verschiedenen Kampftruppen gegeneinander antreten und so ihr können als zukünftiger Soldat und Kommandant beweisen können. So kommt es auch, dass er bereits nach sechs Monaten befördert wird und in einen wirklichen Kampftrupp versetzt wird. Auch hier stößt er wieder auf Ablehnung. Sein Kommandant verbietet ihm, am Training teilzunehmen und bei Kämpfen die Waffe zu ziehen. Da er so nichts lernt, wendet er sich an seine alte Startgruppe und trainiert mit ihnen Dinge, die am Tag nur gesehen hat. Diese Truppe wird bald sehr gut und hält so super zusammen, dass selbst ein Angriff älterer Schüler aus verschiedenen Kampftruppen abgewehrt werden kann. Eines Tages erhält er dann sein eigenes Kommando. Auch hier wieder ein gewohntes Bild der Isolierung. Statt ihm erfahrene Schüler zu geben, sind selbst die Erfahreneren nur ein paar Monate dabei. Aber selbst aus diesem untrainierten Haufen zaubert Ender eine schlagkräftige Truppe, die selbst dann gewinnt, wenn sie gegen zwei Trupps kämpfen müssen oder entgegen aller bisherigen Ordnung zwei Kämpfe an einem Tag bestreiten müssen. Diese Übermacht ist seinen Widersachern mittlerweile so ein großes Dorn im Auge, dass sie Ender nach dem Leben trachten, allen voran einer seiner ehemaligen Kommandanten. Aber Ender, trotz seiner körperlichen Unterlegenheit, macht mit ihm, was er bisher immer mit seinen Feinden gemacht hat: Er vernichtet ihn. Kurz darauf wird er aus der Kampschule heraus versetzt und erhält einen neuen Lehrer, der ihm am Kampfsimulator alles das beibringt, was man über die verschiedenen Raumschifftypen wissen muss. Als er diese Simulationen gegen den Computer alle perfekt beherrscht, übernimmt er spielerisch die Rolle des Kommandanten und befehligt ganze Flottenverbände. Dabei ist er über Funk mit all seinen Vertrauten aus der Kampfschule verbunden, die für ihn die Bewegungen der Raumschiffe ausführen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Auf der Erde rüstet sich inzwischen alles für einen Weltkrieg. Aber Enders Bruder Peter kommt durch Zufall dahinter und schmiedet mit Hilfe seiner Schwester einen Plan, wie sie das verhindern können und dabei gleichzeitig immer mehr an Einfluss und Macht gewinnen. Da sie noch Kinder sind, würde ihnen natürlich niemand glauben und sie nicht ernst nehmen. Also benutzen sie den Online-Zugang ihres Vaters und treten nur über das Netz mit falschen Identitäten auf. Und der Plan geht auf. Demosthenes und Locke, wie sich Valentine und Peter im Netz nennen, werden auf der Erde nach und nach immer einflussreicher. Durch seine rechtzeitige Entdeckung der Pläne der einen Seite können Peter und Valentine den großen Krieg abwenden und durch einen geschickten Schachzug Peters den Frieden sichern. Er wird später sogar zum Oberhaupt der Erde. Das Buch ************Die Originalausgabe erschien 1985 unter dem Titel „Ender’s Game“. Teile davon hatte Orson Scott Card bereits 1977 als Kurzgeschichte veröffentlicht. Die deutsche Lizenzausgabe erschien 1986 im Bastei-Lübbe-Verlag. Meine Ausgabe habe ich im Zuge der Reihe „Science-Fiction & Fantasy-Club“ des Bertelsmann Clubs erworben. Diese Ausgabe umfasst 350 Seiten. Leider ist keine ISBN angegeben und den damaligen Kaufpreis habe ich nach all der Zeit auch nicht mehr im Kopf. Der Autor ***********„Orson Scott Card wurde 1951 in Richmond, Virginia, geboren. Zeitweilig war er Redakteur einer Studentenzeitung, später Dramaturg und Impressario einer Theatergruppe. Als mormonischer Missionar verbrachte er einige Zeit in Brasilien, danach arbeitete er als Lehrer in Salt Lake City. Seit den späten siebziger Jahren machte er mit seinen ungewöhnlichen Science-Fiction-Geschichten und –Romanen rasch einen Namen.“ (Klappentext des Buches) Dem Mormonenglauben hat er inzwischen abgeschworen und seine eigene Religion mit ihm als einzigen Anhänger gegründet. Er lebt heute in North Carolina mit seiner Frau und seinen fünf Kindern. (Quelle: sebesta.at) Für einige seine Werke erhielt er die höchsten Auszeichnungen im Science-Fiction-Bereich: den Nebula- und den Hugo-Award. Weitere Romane *******************- Sprecher für die Toten (Teil 2 der Ender-Saga) - Xenozid (Teil 3 der Ender-Saga) - Ender’s Kinder (Teil 4 der Ender-Saga) - Meistersänger - Die Stadt am Ende der Welt - Treason – Der Spenderplanet - Der Siebente Sohn - Der Rote Prophet - Der magische Pflug und viele andere Meine Meinung ***************** „Das große Spiel“ ist mein absoluter Lieblingsroman. Als ich ihn das erste Mal gelesen habe, habe ich ihn gleich vierzehn Tage später noch einmal gelesen und die 350 Seiten innerhalb von zwei Tagen durchgearbeitet. Und so ging es munter weiter. In den ersten Jahren habe ich diesen Roman sicherlich alle 4-6 Wochen einmal gelesen. Mittlerweile beschränke ich mich auf 3-4 Mal pro Jahr, was aber immer noch sehr viel ist. Andere Bücher lese ich zwar auch regelmäßig, aber auf jeden Fall nicht so häufig, wie diesen. Aber was fasziniert mich so an diesem Buch? Da ist sicherlich zum einen die einfache unkomplizierte Sprache Cards. Das Buch hat keinerlei Längen. Es strebt immer vorwärts und bleibt dabei mit jedem Wort spannend und fesselt den Leser an den Text. Zum anderen ist aber in diesem Fall auch die Storyline: Ein kleiner Junge, von allen isoliert und angefeindet, muss sich alleine durchkämpfen und die wenigen Freundschaften die er schließt hart erkämpfen. Diese Freundschaften sind dann aber echt und wohl auch teilweise von Bewunderung geprägt, wie er sein Leben meistert bzw. welche genialen Leistungen er vollbringt. Das alles wird von Card meisterhaft beschrieben und so geschickt miteinander verwoben, dass man mit dem kleinen Ender sehr gut mitfühlt und mitleidet. Auch die Einbindung seiner Geschwister auf der Erde ist sehr gut gelungen und sorgt für so manche Überraschung. Gerade der Plot am Ende ist vielleicht nicht unerwartet, aber dennoch sehr gekonnt herausgearbeitet. Und ganz am Ende wartet noch eine Überraschung, mit der man zunächst nicht rechnen konnte. Aber ist alles so perfekt? Nein. Einen kleinen inhaltlichen Fehler hat das Buch, der mir allerdings auch erst nach mehrmaligem Lesen aufgefallen ist: Ender spielt auf der Kampfstation ein Computerspiel. In einem Kapitel heißt es dann, dass er nach einem Szenario, in dem ihm ein Bild seines ungeliebten Bruders begegnet, nie wieder zu diesem Spiel zurückkehrt. Später schließt er dann das Spiel doch ab und löst das letzte Problem dieses Spiels und geht im Spiel mit seiner geliebten Schwester durch eine große Menschenmasse. So richtig verstehen kann ich das nicht, würde mir das aber damit erklären, dass dieser Roman zunächst als Kurzgeschichte veröffentlicht und erst einige Jahre später zum Roman ausgebaut wurde und Card diesen Teil einfach übersehen hat. Sollte jemand hier eine bessere Erklärung haben, bitte ich um eine kurze Rückmeldung. Dass ein Kind die Menschheit im Kampf gegen Außerirdische vor dem Untergang rettet, mag man ja gerade noch glauben. Aber im letzten Gefecht kämpft Ender mit seinen Anhängern gegen eine derartige Übermacht, dass die Begründung, warum er dann doch gewonnen hat, sehr unglaubwürdig erscheint – zumindest für einen Erwachsenen. Als Jugendlicher habe ich mich damit auch noch nicht so schwer getan. Aber das tut dem Roman im Ganzen keinen Abbruch und Alles in Allem bleibt ein hervorragender Roman, der sehr gut unterhält und die Spannung bis zum Ende hält. Ich kann diesen Science-Fiction-Roman wärmstens weiterempfehlen und vergebe natürlich die volle Punktzahl.
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08.12.2011 10:30
Sci-Fi hatte ich schon lange nicht :)
15.08.2007 01:48
Ich lese das Buch auch gerade :-) BH
31.08.2005 20:03
nachdem ich in deinem gb auf deinen kommentar geantwortet habe, hier mein eigener: dein bericht enthält alles, was man sich dazu wünschen kann. deine frage nach dem bild mit seiner schwester in den menschenmassen kann ich jetzt nicht aus dem stegreif beantworten (ich habe das buch im gegensatz zu dir erst einmal gelesen *g*), mir fällt die entsprechende szene nicht ein (ist das nicht schon während enders letzter einsatz-zeit, bei den sogenannten gefecht-simulationen?) auf jeden fall hast du mir ins gedächtnis gerufen, dass der roman wirklich hervorragend ist! bg