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ENGEL UND JOE - DER FILM
Die Platte, der Platz vor dem Kölner Dom, unweit des Hauptbahnhofs - das ist Engels Welt. Engel ist ein Punk, eigentlich ist Engel sein Nachname, seinen Vornamen hat er "vergessen". Er träumt vom besseren Leben, in einer Anarchokommune in den Bergen, während ... Bericht lesen
Engel & Joe (DVD)
Joe (Jana Pollaske) ist 15 und von zu Hause abgehauen. Engel (Robert Stadlober) ist 17, ... mehr
Punk und gerade mal Ex-Junkie. Als sich die zwei zum ersten Mal auf der Kölner Domplatte begegnen, funkt es gewaltig - und schon beginnt für sie das Abenteuer Leben. Sie stürzen sich in eine innige und turbulente Beziehung, aus der sie am liebsten gar nicht mehr auftauchen würden. Ihre Gefühle versprechen ihnen eine Zukunft, wenn sie ihre Ängste überwinden und an ihre Träume glauben. Und so setzen sie ihre Liebe und all ihre Sehnsüchte gegen den Rest der Welt. Die Gesellschaft mit ihren Regeln ist ihnen zuwider. Ihr grosser Traum ist es, in einer Kommune in den Bergen zu leben und sich für immer und ewig zu lieben. Doch zunächst haben sie noch etliche Probleme zu bewältigen. Und als Joe schwanger wird, wird ihre Liebe auf die erste grosse Probe gestellt... - -Frei nach der preisgekrönten Stern -Reportage von Kai Herrmann (Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ) und mit den grossartigen Darstellern Robert Stadlober ( Crazy ) und Jana Pallaske ( alaska.de ) inszenierte Vanessa Jopp ( Vergiss Amerika ) eine rasante, mitreissende Story über die erste grosse Liebe unter Strassenkids des 21. Jahrhunderts. Untermalt mit donnernder Rockmusik und rebellischen Texten und ohne Schönmalerei, gelang ihr ein mutiger Balanceakt zwischen der surrealen Übermacht der Gefühle und dem Realismus eines harten sozialen Milieus.
Engel & Joe (DVD)
In der Popmusik gilt die zweite Platte einer Band meist als entscheidender Gratmesser. Sie ... mehr
muss den Beweis erbringen, ob der erste Erfolg nur Glück war oder ob mehr dahinter steckte, vielleicht sogar eine eigenständige Vision, die die Band auf lange Sicht etablieren könnte. Ein ähnlicher Druck lastet auch auf dem zweiten Film einer Regisseurin wie Vanessa Jopp, die mit ihrem Debüt Vergiss Amerika große Erwartungen und Hoffnungen geweckt hat. Es war dieser Erwartungsdruck, mit dem Engel + Joe am stärksten zu kämpfen hatte, als er im Herbst 2001 ins Kino kam. Und er war es auch, der Vanessa Jopp so viele verhaltene oder sogar negative Kritiken eingebracht hat. Vanessa Jopp greift zwar mit Engel + Joe gewisse Themen und Motive ihres Debüts auf. Die jugendliche Sehnsucht nach einem bedingungslosen und intensiven Leben steht auch hier im Zentrum der Erzählung. Doch letztlich wirkt dieses Straßenkinderdrama eher wie ein Gegenentwurf zu Vergiss Amerika und nicht wie seine Fortführung in einem anderen Milieu. Während ihr Erstling noch von einer gewissen Melancholie erfüllt war, von einem Gefühl des Abschieds und des Verlusts, zeugt jede Szene in Engel + Joe von einem unbändigen Glauben an den Moment, an seine alles andere auslöschende Intensität. Die Gefühle von Engel (Robert Stadlober), dem auf der Straße lebenden Punker, und Joe (Jana Pallaske), die sich nicht in die von Neurosen beherrschte bürgerliche Welt ihrer Mutter einfügen will, scheinen den Film beinahe zu sprengen. Robert Stadlober verliert sich dabei zwar immer wieder in Manierismen, aber Jana Pallaske beweist nach ihrem sensationellen Auftritt in alaska.de erneut, dass sie von allen jungen deutschen Schauspielerinnen zurzeit wohl die talentierteste ist. Der schon selbstzerstörerische Drang der 15-jährigen Joe nach einem anderen Leben gewinnt durch ihre ungeheuer natürliche, niemals forciert oder eben aufgesetzt wirkende Darstellung eine verstörende Unmittelbarkeit. Der ruhige Ton des Debüts ist einem emotionalen Exzess gewichen, den Vanessa Jopp mit Handkamera und Cinemascope-Format meist kongenial in äußerst eindringlichen Bildern einfängt. In seiner Aneinanderreihung von dramatischen Szenen, die einen Höhepunkt auf den nächsten folgen lässt und einem kaum Gelegenheit gibt, Abstand zu seinen wie wahnsinnig liebenden Helden zu gewinnen, hat Engel + Joe manchmal etwas von einer Kolportage. Ein bisschen weniger wäre hier sicher mehr gewesen. Doch auf der anderen Seite ist es gerade dieses Zuviel, dieser unbedingte Wille zu großen und auch zu überlebensgroßen Gefühlen und Situationen, der diesen Film so faszinierend macht. Vanessa Jopp hat nach ihrem ersten Erfolg eben nicht auf Sicherheit gesetzt, sondern von neuem alles riskiert und so bewiesen, dass man wirklich auf sie hoffen darf. --Sascha Westphal
Engel & Joe (DVD)
In der Popmusik gilt die zweite Platte einer Band meist als entscheidender Gratmesser. Sie ... mehr
muss den Beweis erbringen, ob der erste Erfolg nur Glück war oder ob mehr dahinter steckte, vielleicht sogar eine eigenständige Vision, die die Band auf lange Sicht etablieren könnte. Ein ähnlicher Druck lastet auch auf dem zweiten Film einer Regisseurin wie Vanessa Jopp, die mit ihrem Debüt Vergiss Amerika große Erwartungen und Hoffnungen geweckt hat. Es war dieser Erwartungsdruck, mit dem Engel + Joe am stärksten zu kämpfen hatte, als er im Herbst 2001 ins Kino kam. Und er war es auch, der Vanessa Jopp so viele verhaltene oder sogar negative Kritiken eingebracht hat. Vanessa Jopp greift zwar mit Engel + Joe gewisse Themen und Motive ihres Debüts auf. Die jugendliche Sehnsucht nach einem bedingungslosen und intensiven Leben steht auch hier im Zentrum der Erzählung. Doch letztlich wirkt dieses Straßenkinderdrama eher wie ein Gegenentwurf zu Vergiss Amerika und nicht wie seine Fortführung in einem anderen Milieu. Während ihr Erstling noch von einer gewissen Melancholie erfüllt war, von einem Gefühl des Abschieds und des Verlusts, zeugt jede Szene in Engel + Joe von einem unbändigen Glauben an den Moment, an seine alles andere auslöschende Intensität. Die Gefühle von Engel (Robert Stadlober), dem auf der Straße lebenden Punker, und Joe (Jana Pallaske), die sich nicht in die von Neurosen beherrschte bürgerliche Welt ihrer Mutter einfügen will, scheinen den Film beinahe zu sprengen. Robert Stadlober verliert sich dabei zwar immer wieder in Manierismen, aber Jana Pallaske beweist nach ihrem sensationellen Auftritt in alaska.de erneut, dass sie von allen jungen deutschen Schauspielerinnen zurzeit wohl die talentierteste ist. Der schon selbstzerstörerische Drang der 15-jährigen Joe nach einem anderen Leben gewinnt durch ihre ungeheuer natürliche, niemals forciert oder eben aufgesetzt wirkende Darstellung eine verstörende Unmittelbarkeit. Der ruhige Ton des Debüts ist einem emotionalen Exzess gewichen, den Vanessa Jopp mit Handkamera und Cinemascope-Format meist kongenial in äußerst eindringlichen Bildern einfängt. In seiner Aneinanderreihung von dramatischen Szenen, die einen Höhepunkt auf den nächsten folgen lässt und einem kaum Gelegenheit gibt, Abstand zu seinen wie wahnsinnig liebenden Helden zu gewinnen, hat Engel + Joe manchmal etwas von einer Kolportage. Ein bisschen weniger wäre hier sicher mehr gewesen. Doch auf der anderen Seite ist es gerade dieses Zuviel, dieser unbedingte Wille zu großen und auch zu überlebensgroßen Gefühlen und Situationen, der diesen Film so faszinierend macht. Vanessa Jopp hat nach ihrem ersten Erfolg eben nicht auf Sicherheit gesetzt, sondern von neuem alles riskiert und so bewiesen, dass man wirklich auf sie hoffen darf. --Sascha Westphal
Engel & Joe (DVD)
Joe (Jana Pollaske) ist 15 und von zu Hause abgehauen. Engel (Robert Stadlober) ist 17, ... mehr
Punk und gerade mal Ex-Junkie. Als sich die zwei zum ersten Mal auf der Kölner Domplatte begegnen, funkt es gewaltig - und schon beginnt für sie das Abenteuer Leben. Sie stürzen sich in eine innige und turbulente Beziehung, aus der sie am liebsten gar nicht mehr auftauchen würden. Ihre Gefühle versprechen ihnen eine Zukunft, wenn sie ihre Ängste überwinden und an ihre Träume glauben. Und so setzen sie ihre Liebe und all ihre Sehnsüchte gegen den Rest der Welt. Die Gesellschaft mit ihren Regeln ist ihnen zuwider. Ihr grosser Traum ist es, in einer Kommune in den Bergen zu leben und sich für immer und ewig zu lieben. Doch zunächst haben sie noch etliche Probleme zu bewältigen. Und als Joe schwanger wird, wird ihre Liebe auf die erste grosse Probe gestellt... - -Frei nach der preisgekrönten Stern -Reportage von Kai Herrmann (Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ) und mit den grossartigen Darstellern Robert Stadlober ( Crazy ) und Jana Pallaske ( alaska.de ) inszenierte Vanessa Jopp ( Vergiss Amerika ) eine rasante, mitreissende Story über die erste grosse Liebe unter Strassenkids des 21. Jahrhunderts. Untermalt mit donnernder Rockmusik und rebellischen Texten und ohne Schönmalerei, gelang ihr ein mutiger Balanceakt zwischen der surrealen Übermacht der Gefühle und dem Realismus eines harten sozialen Milieus.
muss den Beweis erbringen, ob der erste Erfolg nur Glück war oder ob mehr dahinter steckte, vielleicht sogar eine eigenständige Vision, die die Band auf lange Sicht etablieren könnte. Ein ähnlicher Druck lastet auch auf dem zweiten Film einer Regisseurin wie Vanessa Jopp, die mit ihrem Debüt Vergiss Amerika große Erwartungen und Hoffnungen geweckt hat. Es war dieser Erwartungsdruck, mit dem Engel + Joe am stärksten zu kämpfen hatte, als er im Herbst 2001 ins Kino kam. Und er war es auch, der Vanessa Jopp so viele verhaltene oder sogar negative Kritiken eingebracht hat. Vanessa Jopp greift zwar mit Engel + Joe gewisse Themen und Motive ihres Debüts auf. Die jugendliche Sehnsucht nach einem bedingungslosen und intensiven Leben steht auch hier im Zentrum der Erzählung. Doch letztlich wirkt dieses Straßenkinderdrama eher wie ein Gegenentwurf zu Vergiss Amerika und nicht wie seine Fortführung in einem anderen Milieu. Während ihr Erstling noch von einer gewissen Melancholie erfüllt war, von einem Gefühl des Abschieds und des Verlusts, zeugt jede Szene in Engel + Joe von einem unbändigen Glauben an den Moment, an seine alles andere auslöschende Intensität. Die Gefühle von Engel (Robert Stadlober), dem auf der Straße lebenden Punker, und Joe (Jana Pallaske), die sich nicht in die von Neurosen beherrschte bürgerliche Welt ihrer Mutter einfügen will, scheinen den Film beinahe zu sprengen. Robert Stadlober verliert sich dabei zwar immer wieder in Manierismen, aber Jana Pallaske beweist nach ihrem sensationellen Auftritt in alaska.de erneut, dass sie von allen jungen deutschen Schauspielerinnen zurzeit wohl die talentierteste ist. Der schon selbstzerstörerische Drang der 15-jährigen Joe nach einem anderen Leben gewinnt durch ihre ungeheuer natürliche, niemals forciert oder eben aufgesetzt wirkende Darstellung eine verstörende Unmittelbarkeit. Der ruhige Ton des Debüts ist einem emotionalen Exzess gewichen, den Vanessa Jopp mit Handkamera und Cinemascope-Format meist kongenial in äußerst eindringlichen Bildern einfängt. In seiner Aneinanderreihung von dramatischen Szenen, die einen Höhepunkt auf den nächsten folgen lässt und einem kaum Gelegenheit gibt, Abstand zu seinen wie wahnsinnig liebenden Helden zu gewinnen, hat Engel + Joe manchmal etwas von einer Kolportage. Ein bisschen weniger wäre hier sicher mehr gewesen. Doch auf der anderen Seite ist es gerade dieses Zuviel, dieser unbedingte Wille zu großen und auch zu überlebensgroßen Gefühlen und Situationen, der diesen Film so faszinierend macht. Vanessa Jopp hat nach ihrem ersten Erfolg eben nicht auf Sicherheit gesetzt, sondern von neuem alles riskiert und so bewiesen, dass man wirklich auf sie hoffen darf. --Sascha Westphal
Engel & Joe - Kai Hermann
Die 15-jährige Joe hat die Nase voll vom Familienleben – von ihrer Mutter, die keine ... mehr
Ahnung hat, und von Mike, ihrem unsympathischen Möchtegern-Stiefvater. Sie packt ihre Sachen und haut ab. Auf dem Berliner Alex lernt sie den 17-jährigen Punk Zorro, genannt Engel, kennen. Zwischen beiden funkt es sofort. Zwar überredet Engel Joe, zurück nach Hause zu gehen, aber von nun an treffen sie sich regelmässig. Doch ihre Beziehung ist eine emotionale Achterbahnfahrt: Engels Drogenproblem und Joes Schwierigkeiten mit ihrer Mutter, ihre Gefühle füreinander, die von unkontrollierbarer Intensität sind – all das führt immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen, die ihre Liebe in Gefahr bringen "
Engel & Joe - Ost
Engel, ein 17-jähriger Punk. Joe, eine 15-jährige Ausreißerin. Beide treffen sich irgendwo ... mehr
in den tristen Straßen der Großstadt und verlieben sich ineinander. Gemeinsam versuchen sie mithilfe von Drogen, Alkohol und Perspektivlosigkeit ihren Träumen ein Stück näher zu kommen. Der Soundtrack für Vanessa Jopps neuen Film ist eine Mischung aus Gitarren-Rock von den Donots, Slut oder The Hives und aggressiven Rap-Einlagen von DJ Tomekk, Ferris MC und Too Strong. Allerdings kommen auch, wie es sich für eine Liebesgeschichte gehört, ruhigere Passagen nicht zu kurz. So koppelten Placebo für den Film die Single "Black Eyed" aus. Für die Zusammenstellung des Soundtracks zeichnet Michael Beckmann verantwortlich, der neben einem Song seiner Band Wake auch noch zwei ins Ohr gehende, verträumte Instrumentaltracks auf die Scheibe packte. --Winfried Prokert
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Erfahrungsbericht von peregrinus über Engel & Joe 20.07.2002
Produktbewertung des Autors:
Pro:
Schauspieler, Schnitt, wirkt "echt"
Kontra:
Stellenweise mit Bedeutung überfrachtet, Nebendarsteller dürfen sich nicht austoben
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Drogen nehmen nur dumme Leute. Wer weiß, was Rauschgifte anrichten können, wird nie so dumm sein, zu welchen zu greifen - und was das Zeug aus Menschen macht, kann man ja tagtäglich am Hauptbahnhof sehen. Letztlich sind Junkies Junkies, und mehr gibt's dazu nicht zu sagen.
Meint mancher. Vor gut zwei Jahrzehnten erschütterte ein Buch die Bundesrepublik, das den Titel "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" trägt und die Karriere einer Drogensüchtigen nachzeichnete. Es war umstritten, diente einigen Pädagogen zur Abschreckung potentieller neuer Junkies und macht beim heutigen Lesen schon fast nostalgisch: Es gab tatsächlich mal Vierzehnjährige, die keine Ahnung hatten, was der Konsum von Drogen denn so alles mit sich bringen kann.
Trotzdem, Buch und Film lohnen sich, schon weil darin nebenbei das Lebensgefühl einer Generation nachgezeichnet wird, die zum allergrößten Teil heute etabliert, erfolgreich und längst jenseits der Träume von einer besseren Welt ist.
ZOTTEL UND HEXE - DIE WAHRE GESCHICHTE
Kai Hermann, Ko-Autor von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", recherchierte 1996 für den Stern auf dem Berliner Alexanderplatz. Unter den dortigen Punks gab es einen Siebzehnjährigen, Zottel genannt. Hexe ist der Spitzname eines Mädchens, das von zu Hause weggelaufen war. Zottel faßte sich ein Herz, schnorrte sie um eine Zigarette an, und die beiden verliebten sich ineinander - das ist in etwa der Kern, aus dem Buch und Drehbuch entstanden.
ENGEL UND JOE - DER FILM
Die Platte, der Platz vor dem Kölner Dom, unweit des Hauptbahnhofs - das ist Engels Welt. Engel ist ein Punk, eigentlich ist Engel sein Nachname, seinen Vornamen hat er "vergessen". Er träumt vom besseren Leben, in einer Anarchokommune in den Bergen, während er mit seinen Kumpels herumhängt. Asi, der Dreizehnjährigen, die sich an ihn ranhängt wie eine Klette. "Maria", den tuntigen Schwulen mit Gothic-Touch. Stinki mit dem leuchtendroten Iro-Schnitt. Ringo, der ständig auf Droge ist. Und Spasti. Sie schnorren sich durch, leben in Abbruchhäusern oder noch zu Hause, haben mit der Schule gebrochen oder hängen nur nachmittags mit der Clique am Neptunbrunnen ab.
Joe ist von zu Hause weg. Ihre Mutter frißt Tabletten und schleppt die übelsten Typen ab - Probleme genug. Für die Skinhead-Clique, der sie sich angeschlossen hat, ist sie Freiwild. Für Engel ist es trotzdem Liebe auf den ersten Blick - als Retter in der Not rettet er das Mädchen vor ihren Bedrängern. Die deutliche Überzahl der anwesenden Punks verhindert eine Schlägerei.
Joe findet bei Engel Unterschlupf, will ihn mittags wiedertreffen - und wird von ihrer Mutter abgefangen. Engel wird halb wahnsinnig, als Joe nicht auftaucht - die Nacht wird zu einer einzigen verhängnisvollen Katastrophe...
ROMEO UND JULIA ANNO 2001?
Die Story von der Liebe, die sich gegen alle äußeren Widrigkeiten durchsetzen muß, ist nicht gerade neu; besorgte Betrachtungen über "die Jugend" von heute gibt's auch schon seit der Antike. "Engel + Joe" ist eine Gratwanderung zwischen zwei Klischee-Abgründungen - dem der verfilmten Ersten Großen Liebe und dem des sozialpädagogenden "Generationsporträts". Leider droht der Film mehrmals die Balance zu verlieren.
STÄRKE 1: DIE SCHAUSPIELER
Daß das Werk dennoch nicht strauchelt, liegt an den hervorragenden Schauspielern. "Engel + Joe" handelt nur oberflächlich von Punks, hinter den Lederjacken und Haarschnitten stecken ganz unterschiedliche Persönlichkeiten.
Hervorragend besetzt sind die beiden Hauptrollen: "Engel" Robert Stadlober (lies: Stadl-Ober) hat unter anderem in "Sonnenallee" mitgespielt ("Wuschel") und in "Crazy" in der Hauptrolle brilliert. Wut, Angst, Trauer, Träumen und Lieben, Unsicherheit und Entzug - alles kommt glaubwürdig und intensiv 'rüber, wirkt nicht nach schlechtem Schülertheater wie so oft im deutschen Film.
"Joe" Jana Pallaske hat zuerst in "alaska.de" mitgespielt und dort anscheinend alle Kritiker beeindruckt - mea culpa, ich kenne den Film noch nicht. Was sie in diesem Film zeigt, macht Lust auf mehr: Von einer Sekunde auf die andere wechselt sie von wütend zu verzweifelt, von verliebt auf rasend vor Eifersucht - intensiv, sprunghaft, in keiner Szene "peinlich" wirkend, immer mit vollem Elan in der Rolle - allein schon deshalb lohnt sich der Film.
Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Individuen werden sichtbar, nicht Stereotypen - und das oft mit wenigen Worten oder Gesten.
Joes "Nebenbuhlerin" Asi (Nadja Bobyleva) ist ein Mädchen ohne Orientierung, die einfach dazugehören will und sich an Engel ranschmeißt, alles andere ist ihr egal. Alles. Das muß nicht gesagt werden, man spürt es förmlich.
Auch Mirko Lang als Skater "Alex" und Oliver Wolter als Jungschwuler "Maria" überzeugen - es ist schade, daß der Film den Nebendarstellern so wenig Raum zur Entfaltung gibt und sich so sehr auf seine Hauptdarsteller konzentriert.
STÄRKE 2: REGIE, SCHNITT UND MUSIK
Der Regie (Vanessa Jopp, "Vergiß Amerika") wären einige Längen anzulasten - das wäre auch alles. Schnitt, Überblendungen und Einstellungen werden fast lehrbuchmäßig gekonnt eingesetzt, um Drogenträume, Kummer, Angst, Gewalt zu unterstreichen - bestens, stellenweise schon fast zu perfekt. Die Musik stellt eine gute Mischung musikalischen Mainstreams und unbekannter "Geheimtips" dar - sie drängelt sich nicht allzusehr in den Vordergrund, unterstreicht gut die Stimmungen. Kaufen muß man den Soundtrack allerdings deshalb nicht unbedingt.
GENERATION Z?
Der Film hat Ansätze zu einer Generationenstudie - nicht in Stereotypen, sondern am Beispiel einzelner Individuen. Aber dafür konzentriert er sich zu sehr auf die Hauptdarsteller. Für einen Liebesfilm bleibt er zu sehr "außen vor", man bleibt Beobachter und bekommt nur Ausschnitte der Geschichte mit, muß sich die Motivationen und Gedanken denken (was ohne die hervorragenden Schauspieler eine Katastrophe ergäben hätte, fürchte ich). Die Regie konnte es sich auch nicht immer verkneifen, Engel und Joe zu "typischen Beispielen" hochzustilisieren: Kleidung und Frisur der Punks, das Verhalten der Skins - all das ist ein bißchen zu sehr nach den Vorstellungen von Stern- und Spiegellesern, zu wenig an den wirklichen Punks von der Straße orientiert. Auch die Erwachsenenrollen sind arg berechenbar und stereotyp gestaltet.
DIESER FILM KÖNNTE DIR GEFALLEN...
... wenn Du "Crazy" mochtest, ... "Die Kinder vom Bahnhof Zoo" irgendwo ziemlich naiv und das Buch einfach veraltet fandest, ... einen Film über Jugendliche sehen willst, der keine dumme Teenie-Komödie über sex-, dating- und apfelkuchenbessene High-School-Hirnis sein will, sondern seine Figuren ernst nimmt, ... meinst, daß das wichtige über Drogen bereits gesagt wurde und deshalb moralinsaure Belehrungen unterbleiben können, ... etwas ungewöhnliche, sperrige Liebesfilme magst, ... viel Wert auf gute Charakterdarsteller legst, ... Robert Stadlober unbedingt mal nackt sehen wolltest, ... oder die gelackten Kunstfiguren aus Hollywood oder Vorabend-Serien und ihre Pseudoprobleme nicht mehr sehen kannst.
GEGENANZEIGEN
Den Film solltest Du meiden, wenn...
... Du auf rasante Action oder unverdünnte Romantik stehst, ... Du eine realistische Darstellung des Straßenlebens erwartest, ... Dir die Welt der Teens inzwischen fremd ist, und das auch so bleiben soll. ... schauspielerische Leistungen für Dich unwesentlich, ein gutes Drehbuch dagegen alles ist.
KURZUM
"Engel + Joe" zeigt andere Vertreter derselben Generation, die schon "Crazy" bevölkerten. Er ist deutlich herber und weniger, hmmm... "leichtfüßig". Leider wirkt er auch stellenweise gewollt "wichtiger", etwas weniger authentisch. Wer gute Schauspielkunst mag, sollte den Film auf jeden Fall sehen.
IN ANDEREN MEDIEN
Offizielle Website: http://www.engelundjoe-derfilm.de - leider eher Appetitmacher als weitere Hintergrund
Das Buch von Kai Hermann "engel + joe" erschien bei Ullstein, Sept. 2001, € 9,95, ISBN 3-550-07167-1 - ich hab's nur angelesen: Ultrakurze Sätzchen und viel Dialog sollen "Authentizität" 'rüberbringen - funktioniert nur bedingt und ist bestenfalls anstrengend zu lesen.
UPDATE: HAPPY END?
Während "Engel + Joe" verhalten optimistisch endet, hat die "Zeit" am 31.10.2001 berichtet, was aus den Rollenvorbildern geworden ist.
Das Leben von "Zottel" und "Hexe" war von vornerein weniger romantisch als das von Engel und Joe. Beide waren heroinsüchtig, beide haben ihr Leben nicht in den Griff bekommen.
Zottel versuchte einen Entzug, wurde rückfällig und landete nach Raubüberfällen für 2 Jahre hinter Gittern. Jetzt schlägt er sich mit dem Verkauf von Obdachlosenzeitungen durch, mehr schlecht als recht, ist zu vermuten. Nur noch ab und an nimmt er Heroin, zu DM 20 das Kügelchen, ansonsten ist er auf Methadon.
Hexe hatte sich von ihm am Telefon getrennt. Wie viele Drogensüchtige landete sie in der Szene am Bahnhof Zoo, später auf dem Baby-Strich. Zwischenzeitig war sie ein Jahr drogenfrei, hatte einen festen Freund, und jedermensch war optimistisch. Sie sollte sogar eine kleine Rolle in "Engel + Joe" übernehmen. Die Beziehung zerbrach, Hexe landete wieder am Bahnhof Zoo. Im Sommer starb sie an einer Überdosis.
Wie ein Kommentierer (bei dooyoo) schon meinte, eignet sich das ungeschönte Leben weit weniger für romantische Abendunterhaltung. Es wäre vermutlich trotzdem ein interessanterer Film dabei herausgekommen, wenn man sich stärker ans die Wirklichkeit gehalten hätte - den Schauspielern hätte ich's ohne weiteres zugetraut.
Pro: Aussage, der Film packt einen, LIEBE! Kontra: leicht problemüberladen, offener Schluss
So, nachdem ich gestern mal wieder im Kino war, hab ich nun auch was Neues wovon ich hier der Ciao-Gemeinde berichten kann! Der Film
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In dem Drama von Jung-Regisseurin Vannessa Jopp ("Vergiss Amerika") geht es um eine außergewöhnliche Lie ...
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Pro: ergreifende Story Kontra: In manchen szenen etwas schwer nachzuvollziehen
Ich möchte ihnen den Film Engel und Joe vorstellen.
Erst einmal eine kurze info zur dvd:
Diese DVD hat bei Saturn 9,95€ gekostet,
der Film ist freigegeben ab 12Jahren,
hat eine Spielzeit von ca. 95min. und gehört zur Kategorie der Melodramen.
N ...
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Pro: geht an die Gefühle, ist gut nachzuvollziehen und man fühlt sich sofort in die Personen hineinversetzt Kontra: Buch und Film stimmen nicht ganz überein
Die Handlung
Engel und Joe handelt von einem fünfzehn-jährigem Mädchen, dass wegen dem Lover ihrer Mutter mit ihrem Hund abhaut. Unsicher, wo sie hin soll läuft sie zum Dom. Dort sitzen einige Punks, die Flyer für eine Punk-/ Rockveranstaltung verteile ...
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Engel und Joe
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Schauspieler:
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Jana Pallaske und Robert Stadtlober
spielen ihre Rollen, meiner Meinung nach, bedingungslos und glaubwürdig.
Der Film:
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Eine Geschichte über di ...
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...Hallo,
da Ferien sind bin ich fleißig am Lieblingsfilme schauen, am besten nachts im Bett =) Deshalb möchte ich euch heute einen weiteren Jugendfilm vorstellen. Glaubt bitte nicht, dass meine Lieblingsfilmliste nur aus solchen Filmen besteht, aber über diese kann ich einfach am einfachsten schreiben!
STORY
Die Geschichte von Engel und Joe spielt in Deutschland, genauer gesagt in Köln. Die 15j. Johanna, genannt Joe, hat die Schnauze voll von ihrer Mutter und dem Streit, deswegen haut sie mit Hund Rasta ab. Die Domplatte ist das Zuhause von Engel, dem 17j. Punk und seinen Freunden. Joe lernt Engel kennen als ihr Hund sich in dessen Springer verbeißt. Auf einem Konzert einer Punkband "rettet" Engel Joe vor ihren rechtsradikalen Nachbarn. Da Joe nicht weiß wohin sie gehen soll, schläft sie bei Engel und die Romanze beginnt...
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Pro: interessante Story / toller Soundtrack / talentierte Darsteller / geht ans Herz! Kontra: liefert keine Erklärungen / bleibt etwas zu oberflächlich!
...Willkommen bei Mausimausmaus
Nicht immer bietet www.amazon.de die besten Sonderangebote, was DVD's angeht, denn diesmal wurde ich bei www.buch.de fündig. Für wenig Geld habe ich zahlreiche ältere Filme erstanden, die ich zum Teil schon kannte bzw. in guter Erinnerung habe. Unter anderem habe ich
Engel + Joe (DVD)
bestellt. Diesen möchte ich Euch nun vorstellen.
Randdaten
* Produktionsland: Deutschland
* Erscheinungsjahr: 2001
* Länge: 93 Minuten
* Originalsprache: Deutsch
* Altersfreigabe: FSK 12
* Regie: Vanessa Jopp
* Drehbuch: Kai Hermann, Vanessa Jopp, Oliver Simon, Christoph von Zastrow
* Produktion: Michael Eckelt, Hieronymus Proske, Volker Stolberg
* Kamera: Judith Kaufmann
* Schnitt: Martina Matuschewski
* Darsteller/innen: Jana Pallaske, Robert Stadlober, Mirko Lang, Steffi Mülhan, Nadja Bobyleva, Sabine Berg...
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Pro: realistische, ehrliche Geschichte, die gut rübergebracht wurde, gute schauspielerische Leistungen, niveauvoll, lässt Raum für eigene Gedanken, kein Happy End Kontra: -
...Stell dir mal vor, du reißt von zuhause aus, weil dir deine psychisch labile Mutter und ihr neuer Lover tierisch auf den Keks gehen. Wo würdest du hingehen? Und wen würdest du treffen? Lebst du von nun an auf der Straße? Wirst du dich durchschnorren müssen? Und was wirst du alles tun müssen, um an Geld für die Drogen zu kommen, von denen du vielleicht abhängig sein wirst?
Schau dir den Film „Engel & Joe“ an, dann wirst du Zeit haben, darüber nachzudenken...
Die Story / Thematik
Die Kölner Domplatte: Treffpunkt der verschiedensten Menschen. Taubenfütternde Großmütter, skatende Jugendliche, schnorrende Punks. Zu letzteren gehört auch Engel, ein 17-jähriger, der seinen eigentlichen Vornamen schon lange vergessen hat. Er ist Teil einer Clique von Punks, die von zuhause weg sind, und ihre Zeit zusammen vor...
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