Deutsch LK auf Englisch

4  10.12.2001

Pro:
besser als GK, wenn man es kann .  Gut für die Berufswelt

Kontra:
Jede Menge Arbeit, liegt aber am Lehrer .  Sperrklausel

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Arbeitsaufwand:

Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:

Prüfungsanforderungen:

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Sandra_the_Queen

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Seit meinem Jahr in New Jersey, USA, war mir klar, dass ich Englisch als Leistungskurs in der Oberstufe belegen würde. Leistungskurse sind, wie der Name wohl den Klügsten unter uns schon verraten hat, Kurse, in denen überdurchschnittlich viel geleistet werden soll. Wie die Praxis zeigt, trifft das auch auf viele LKs zu. Unter anderen auf meinen Englisch Leistungskurs. Sicherlich hängt die Qualität immer von den Lehrern ab, so dass man sich vor der Kurswahl über die Beamten informieren sollte. An meiner Schule wurde allerdings nur ein Kurs angeboten, so dass die Wahl sehr einfach war. Dieser ist auch gerade so eben zustande gekommen, die Begeisterung über Englisch hält sich an unserer Schule sichtlich in Grenzen. :)
Mittlerweile sind wir FÜNF Leute im Kurs – und man hört immer nur „zu volle Klassen“. Es ist also praktisch wie Privatunterricht. Wow, und das an einer staatlichen Schule!

Am Wirtschaftsgymnasium, sowie anderen Fachgymnasien, ist es nicht erlaubt Shakespeare als Abiturthema zu nehmen. So durften wir uns gleich im ersten Kurshalbjahr mit dem ollen Ritter Mac Beth anfreunden und Begeisterung heucheln. Unser Lehrer war immerhin so nett und hat dem ganzen Kurs die deutsche Version bestellt. Die Lektüre ist sehr zu empfehlen, wenn Sie auf verstaubte alte Sprache in schlechter Übersetzung stehen. Ein Beispiel: „Do you bring the news?“ “Bringst Du die Zeitung?” Ja ja.
Aber das Thema sollte niemanden abschrecken. Wir haben es alle ohne Unterkurs ( ein Unterkurs ist eine 4- bis 6) überlebt.
Im zweiten Halbjahr haben wir dann endlos lange „education“ durchgekaut. Ich denke mittlerweile kenne ich mich in Großbritanniens Schulsystem besser aus, als in unserm. Das Ziel des Jahres war sich eine Materie erarbeiten zu können. Braucht man so was im Leben? Ja. Spätestens, wenn man studiert.
Zwischendurch gab es immer wieder ganz großartige Grammatikübungen, Vokabeltests, extrem lustige Aufwärmübungen (harrrr harrrrr) und geringfügig Hausaufgaben. Diese ganzen Zettel haben sich angehäuft, allein meine Mappe von August 01 bis November 01 ist drei Zentimeter dick. Ich denke allerdings, dass die ganze Arbeit notwendig ist, um wirklich eine Sprache zu lernen und zu festigen. Übung macht den Meister und wer lernt schon freiwillig Vokabeln? Eben solche sollte ich lernen, denn wir schreiben morgen besagten Vokabeltest.

Im ersten Jahr der 13. Klasse haben wir uns mit gar nicht so üblen Gedichten und Kurzgeschichten befasst. Für Leute mit so einer blühenden Fantasie wie ich ist das natürlich ideal. Mein Lehrer hat teilweise über meine Interpretiererei seine Augen verdreht. Ich kann mir eh nicht vorstellen, dass die Schriftsteller sich bei jedem Wort etwas gedacht haben. Aber das erzählen Sie lieber nie einem Lehrer!

Letzte Woche standen wir nun vor der großen Aufgabe unsere Vorabiklausur zuschreiben. 300 Minuten hatten wir das Vergnügen uns mit einer Kurzgeschichte auseinander zusetzen. Inhaltsangabe, Sprachanalyse incl. aller rhetorischen Mittel, Herausfinden der Botschaft, Interpretation und Kommentare sind die meistgestellten Aufgaben. Besonders nervtötend ist das Wörterzählen am Ende der Klausuren. Da kommen immer gut 1500 Wörter raus... Zähl die mal alle!! Auf Grund meines Jahres im Ammiland habe ich aber zum Glück ziemlich wenige Probleme in dem Fach und bisher hatte ich als strebsame Schülerin, haha, immer nur Einsen in Englisch.

Trotz der vielen Arbeit, die ist wirklich in Mengen vorhanden, bereue ich nicht, diesen Leistungskurs gewählt zuhaben. Auch meine Ausdrucksweise in Deutsch hat sich dadurch verbessert. Im Großen und Ganzen ist es wirklich wie Deutschunterricht in Englisch. Literatur ohne Ende und das in allen Formen. Im Vergleich zu den Deutschleistungskursen haben wir sogar mehr auf dem literarischen Gebiet drauf. *prahl* Aber wie gesagt, alles hängt vom Lehrer ab.

Wer wissen will, wie Englischunterricht in den USA ist, ist im Englisch LK gut aufgehoben. Als ich drüben war, war ich in „English 3 college preparatory“. Vom Niveau her war das genauso, wenn nicht lausiger.

Bedenkt bei Eurer Wahl bitte, dass Ihr nicht ELK nehmen solltet, wenn Ihr schlecht in englischer Rechtschreibung seit. Wer mehr als 5,5 Fehler in 100 Wörtern macht, bekommt eine sechs aud Sprachrichtigkeit und damit wird die gesamte Klausur maximal eine 5+. Man nennt das die (gefürchtete) Sperrklausel. Also, wenn Ihr nur literaturgeil seit, dann nehmt lieber Deutsch LK. Da sind 5,5 Fehler auf 100 Wörter nicht soooo schlimm. :)
Ich hoffe, dass ich Euch ein bisschen weitergeholfen habe in bezug auf Eure Kurswahlen. Bei Fragen fragt!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Jurassic

Jurassic

30.01.2002 17:00

Hi. Erstmal muß ich - als Quasi-Englände - ja sagen: God save the Queen! Nun zu Deiner Meinung. Ich denke, man lernt eine Sprache nicht in der Schule, vor allem nicht theoretisch. Seit ich hier in England bin, ist mein English sehr gut und ich habe heute noch keine Ahnung, was eigentlich ein Past Perfect Continius ist oder wie genau die 3 Möglichkeiten der wenn-dann-Kombination aussehen. Aber jeder versteht mich und ich verstehe jeden. Thats it! Noch ein Tipp zum Wörterzählen: Zähle in einer Zeile die Wörte und multipliziere es mit der Anzahl der Zeilen. Das kommt ungefähr hin und Lehrer zählen eh nie genau nach, sondern nutzen auch diese Methode.

twicer

twicer

15.01.2002 20:39

Ach die Sperrklausel. Ja die ist nett, allerdings geht sie in English noch, bei Francais bin ich als verzweifelt. Grüße, Christoph.

Joanna_pi

Joanna_pi

05.01.2002 22:53

arbeitsintensiv? schwer? nicht bei uns, ich verlern grad voll mein englisch, schrecklich! jo

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