Der Weiße Hai vs. Shakespeare
06.02.2004
Pro:
abwechslungsreich und interessant, Verbesserung der Sprachkenntnisse . . .
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Arbeitsaufwand:
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:
Prüfungsanforderungen:
mehr
 BlondAngel18
Über sich:
Im Amazonas schwimmen Caipirinhas herum...wusstet Ihr das schon?*g*
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Ja, ja...nur noch wenige Wochen und meine Schulzeit wird der Vergangenheit angehören...bald habe ich fertig!:-) Da ich ja schon ein alter Hase in schulischen Angelegenheiten bin, möchte ich euch heute mal ein bisschen über den Englisch-Leistungskurs informieren, dem ich nun seit beinahe 2 Jahren angehöre...here we go! **Warum habe ich mich für den Englisch-LK entschieden?**
Seit jeher war ich sprachbegeistert. Meine beste Freundin ist Halbamerikanerin und wir sind Nachbarn seit Kindertagen. Ich verbrachte und verbringe auch heute noch beinahe meine gesamte Freizeit bei ihr und bin daher genau wie sie quasi zweisprachig aufgewachsen. Hinzu kam, dass ich in der 3. und 4. Klasse eine aus England stammende Lehrerin hatte, die sich dazu bereit erklärte, uns 2mal wöchentlich nachmittags ein bisschen Englisch beizubringen. Wer Lust hatte, fand sich nachmittags in dem großen Klassenraum wieder – es ist unnötig zu erwähnen, dass ich dieses Angebot begeistert annahm!:-) Klar, dass ich mich beim Wechsel aufs Gymnasium dafür entschied, Englisch als erste Fremdsprache zu lernen. Was soll ich sagen – die Jahre vergingen, ich war begeistert von der Sprache, die Lehrer sehr zufrieden mit mir, die 1 in Englisch war mir (fast) immer sicher. Da für mich spätestens seit meinem Betriebspraktikum feststand, dass ich später, wenn ich groß bin, etwas mit Reisen und Sprachen machen wollte, entschied ich mich am Ende der 11. Klasse dafür, mein Kreuzchen auf dem Wahlbogen hinter den Englisch-LK zu machen – immerhin ist Englisch ja eine Weltsprache und meine heimliche Leidenschaft!:-)
**Was macht man denn alles im Englisch-LK?**
Englisch reden! ;-) Nein, natürlich gebe ich euch eine ausführliche Auflistung der Themen, die wir bearbeitet haben. Das soll dazu dienen, euch eine etwas genauere Vorstellung zu geben. Die Themen sind nicht maßgeblich – immerhin sind sie ja von Schule zu Schule und von Bundesland zu Bundesland verschieden. JAHRGANGSSTUFE 12
_____Immigration to the USA – the American Dream____ Hier behandelten wir alle Aspekte der Ein- und Auswanderung in die USA. Unser „Hauptmedium“ waren hierbei Sach – und fiktionale Texte. Es wurden die Gefühle der Ein-/Auswanderer besprochen sowie die Einstellungen der Amerikaner. Das Thema fand ich persönlich sehr interessant, da es aktuell ist und auch teilweise auf Deutschland bezogen werden kann. Toll fand ich, dass die ganze Arbeitsweise durch das Anschauen von Filmen ein bisschen aufgelockert wurde. So guckten wir uns eine Dokumentation über eine deutsche Familie an, die für immer in das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ausgewandert ist. Teilweise war es auch langweilig, da auch das Bearbeiten von Statistiken und Sachtexten auf dem Programm standen - einfach nur facts and figures!
________Arthur Miller: Death of a Salesman_________ So, nun kommen wir einem der Klassiker der englischen Literatur: Die Geschichte des Handlungsreisenden Willy Loman, der an der Verwirklichung seines “American Dream“ zerbricht. Hier bildeten Analysen der einzelnen Szenen, der Charaktere sowie der Aufbau des Dramas den Schwerpunkt. „Wieso, warum, weshalb?“ lautete unser Arbeitsmotto. Jeder einzelne Satz wurde auseinandergenommen. Es konnte manchmal wirklich nervig sein. „Death of a Salesman“ ist von der Sprache her recht verständlich, irritierend waren allerdings die vielen „Zeitsprünge“ (time shifts) zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Zum Abschluss schauten wir uns noch die Verfilmung mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle an.
________Film Analysis – Filmanalyse_____________ Mein Lieblingsthema!:-) Das war wirklich ganz nach unserem Geschmack. Filme wie „Jaws“ [Der Weiße Hai] und „Lord of the Rings“ wurden angeschaut, die filmerischen Mittel wie z. B. Musik, Kameraeinstellungen usw. bis ins kleinste Detail analysiert. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, zeitaufwändig war es nur, alle Kamerapositionen auswendig zu lernen („Close up, medium shot usw. – die meisten Begriffe kannte ich nicht mal auf Deutsch!:-)) Wir durften sogar einen eigenen Film drehen: Die Thematik für unsere „Werke“ wurde vorgegeben, Kamera in die Hand und los ging’s. Nun konnten wir testen, ob wir auch eigenständig in der Lage waren, die filmerischen Mittel angemessen anzuwenden. Waren die schönsten Englischstunden meines Lebens!:-)
_______ Shakespeares „Macbeth“______________ Tja, nun kam er, der harte Brocken...der allerdings gar nicht so hart war, wie befürchtet. Am Anfang war die „altertümliche Sprache“ eine Herausforderung – obwohl man „Macbeth“ ja schon in den Bereich des „Modern English“ einordnet. Trotzdem war es sehr ungewohnt., doch nach einigen Stunden hatte man sich daran gewöhnt. Auch hier galt: Interpretationen bis zum geht-nicht-mehr. Doch ich muss gestehen, dass „Macbeth“ seinen Reiz hatte. Die einzelnen Passagen ziehen einen wirklich in ihren Bann und ich habe mich des öfteren dabei ertappt, wie ich einzelne Ausdrücke aus dem Drama vor mich hinmurmelte. ;-) Auch hier schauten wir uns die Verfilmung an.
JAHRGANGSSTUFE 13
_________ Harold Pinter: Theatre of the Absurd_____ Ich muss gestehen, dass ich keins der bisherigen Themen so gehasst habe wie dieses! Harold Pinters „short plays“ hatten offenbar nur eine Botschaft: Die menschliche Kommunikationsunfähigkeit zu zeigen. Ich fand es schlichtweg hirnrissig, mich mit einem Stück zu beschäftigen, in dem ein Ehepaar am Frühstückstisch sitzt und sich entweder anschweigt oder aneinander vorbeiredet! Auch hier analysierte man wieder die Charaktere, die Struktur des Stückes usw.
_________Aldous Huxley: Brave New World___________ Auch ein Klassiker der Literatur und eine der besten „dystopias“, die je verfasst wurden. Das Analysieren hat hier richtig Spaß gemacht, andererseits war es auch wirklich gruselig, wenn man bedenkt, dass einige Aspekte aus dem Buch in unserer Zeit schon fast alltäglich sind, z. B. künstliche Befruchtung, Gentechnologie etc. Auf jeden Fall ein sehr interessantes Buch!
So, das waren unsere Themen. Das Abitur rückt ja nun schon in greifbare Nähe und so kurz vor den Prüfungen wiederholen wir sowieso nur alles, was wir im Unterricht besprochen haben. Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick in die (möglichen) Inhalte des Englisch-Lks geben konnte.
**Die Klausuren** Gegenstand der Klausuren ist immer ein Text, der sich –logischerweise – auf das vorher besprochene Thema bezieht. Hat man vorher eine Lektüre behandelt, kann es auch mal ein Auszug aus dem jeweiligen Buch sein. Die Aufgabenstellung gliedert sich immer in folgende Teile:
1)comprehension: Hier wird nur verlangt, dass man den Inhalt mit eigenen Worten wiedergibt. 2)analysis: Analyse der sprachlichen Mittel/Struktur des Textes 3)comment: Oft muss man hier seine eigene Meinung abgeben oder den Text unter besonderen Gesichtspunkten bearbeiten. Die Endnote gliedert sich wiederum in zwei Teilnoten, jeweils für Sprache und Inhalt, die im Verhältnis von 60 zu 40 % die Endnote ergeben.
Es hängt natürlich vom Lehrer und dem Thema ab, aber bisher fand ich immer, dass die Klausuren recht einfach zu bewältigen waren. Man muss natürlich über eine SEHR GENAUE Kenntnis über das im Unterricht besprochene Thema verfügen – „Ach, für die Klausur brauche ich nichts zu tun!“ ist nicht. Aber da wir alles immer genau besprochen und aufgeschrieben haben, war die Vorbereitung ein Kinderspiel. Besonders im Schriftlichen ist die Fähigkeit zu interpretieren besonders wichtig, aber das ist ja logisch.
Zur Abiturklausur in Englisch kann ich jetzt noch nicht so viel sagen, da sie mir noch bevorsteht. Ich weiß nur eines: Dass die Vorbereitung auf den „Mythos Abi“ in Englisch im Vergleich zu anderen Fächern weitaus einfacher wird, da ich das Aufgeschriebene wie bereits gesagt „nur“ wiederholen und vielleicht die 3 Lektüren noch mal lesen muss. Für eine Leseratte wie mich sollte das aber eigentlich kein Problem darstellen, zumal die mir die Bücher sowieso alle gut gefallen haben.
**Die mündliche Mitarbeit** Natürlich muss man auch ganz besonders im LK in der Lage sein, frei Englisch reden zu können. Die SoMi-Note (sonstige Mitarbeit) geht zu 50 % in die Endnote ein. Wer sich also im schriftlichen ein wenig schwer tut, hat immer noch die Möglichkeit, sich über das Mündliche zu profilieren. Da meistens angeregt diskutiert wird, hat eigentlich jeder die Möglichkeit, sich einzubringen. Die Beurteilung ist wiederum lehrerabhängig.:-)
**Welche Voraussetzungen brauche ich für den Englisch-LK?** Zu allererst mal ein Interesse an der englischen Sprache. Außerdem darf man keine Aversion gegenüber Textarbeit haben, denn der Unterricht im LK besteht zu 90 % aus Interpretationen. Wem sich also bereits bei dem Gedanken an „Macbeth“ oder „Death of a Salesman“ der Magen umdreht, der sollte besser einen anderen LK wählen. Und das Wichtigste: Man MUSS Englisch können – logisch!;-) - , zwar nicht unbedingt perfekt, aber man sollte doch schon eine sprachliche Begabung haben. Das hört sich jetzt vielleicht übertrieben an, aber wir haben viele Kandidaten im LK, die sich mit einer schwachen 4 für diesen LK entschieden haben, in der Annahme, nichts dafür tun zu müssen und nun mit Pauken und Trompeten untergehen! Außerdem sollte man „lesefreudig“ sein, denn es ist schon oft passiert, dass man sich montags eine Lektüre mit 200 Seiten bestellt hat und diese bis Mittwoch komplett durchgearbeitet haben muss. Also, wer ein Buch am liebsten nur von weitem betrachtet, ist falsch im Englisch-LK.
**In my opinion...meine Meinung**
Der Englisch-Leistungskurs ist ein gefundenes Fressen für alle Leute, die Englisch und Textarbeit sowie Literatur mögen – wie mich! Die Themen waren – bis auf wenige Ausnahmen – interessant und abwechslungsreich. Da wir eine sehr engagierte Lehrerin haben, war das Lernen keine lästige Pflicht, sondern ein Vergnügen. Soll jetzt nicht heißen, dass ich eine Streberin bin, aber unser „teacher“ konnte uns ihre Begeisterung für die englische Sprache wirklich gut vermitteln! So bestand der Unterricht nicht nur aus sturem Interpretieren – obwohl das natürlich der Hauptgegenstand ist - sondern wurde auch mal aufgelockert, sei es nun durch Filme oder durch praktische Anwendung des Gelernten. Die Klausuren waren immer gut zu bewältigen, vorausgesetzt, dass man sich vorher mit dem Thema beschäftigt hat. Im Vergleich zu anderen LKs ist Englisch also nicht sooo wahnsinnig arbeitsintensiv, wichtig ist nur das Interesse und besonders die spachlichen Fähigkeiten. Ich bin /war jedenfalls wunschlos happy mit meinem LK und empfehle ihn an alle anglophilen Schüler/innen weiter. Als Notlösung ist die Wahl jedoch nicht geeignet - Ihr habt schneller ein Defizit als euch lieb ist! Ich vergebe "five shining stars" an den Englisch-LK!
Natürlich ist diese Meinung persönlich – es kann sein, dass der Schüler in Bayern z.B. den Englisch-LK auf der Schule X bei Lehrer Y als gar nicht angenehm empfindet. Ich hoffe, dass ich euch eine Vorstellungen von den Eigenschaften dieses Leistungskurses vermitteln konnte. Vielleicht hat der eine jetzt einen letzten Impuls zur Wahl des Englisch-Lks erhalten, der zweite denkt wehmütig an seine LK-Zeit zurück während sich der dritte insgeheim beglückwünscht, diesen LK nie gewählt zu haben...;-)
Falls Ihr noch Fragen habt, stellt sie...GB ist offen für jedermann! Wie immer freue ich mich über euer Feedback, ganz besonders über Kommentare!
Seid lieb gergrüßt, Eure Anja
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17.08.2010 21:00
"well-done" kann man da nur sagen.
11.04.2010 15:26
gut
15.06.2004 18:36
Is it then the possibility...hatte ich auch, und den Bericht kann ich zu 101% unterschreiben, ob bzgl der 4er-Kandidaten, die glauben sie kommen so durch, oder die Sache mit dem Sprachgefühl...einfach nur alles richtig gut rübergebracht. Just horsin`around.