Let's switch into English now!
12.02.2004
Pro:
die Arbeit mit Sprache, breit gefächertes Themenfeld, weniger Stress als in anderen Fächern
Kontra:
mit dem verkehrten Lehrer kann es unlustig werden
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Arbeitsaufwand:
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:
Prüfungsanforderungen:
mehr
 AufdenganznormalenWahnsinn
Über sich:
Don't criticize what you can't understand!
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Hallo alle miteinander, nachdem ich ja vor einiger Zeit schon meinen Senf zum Französisch-Leistungskurs abgegeben hab, soll es heute mal mein zweiter Leistungskurs (im folgenden Lk) sein. Da mein Talent eindeutig im sprachlichen Bereich liegt, habe ich mich dann für den Englisch-Lk entschieden.
Allgemeines Da ich hier bei Ciao mittlerweile festgestellt habe, wie sehr verschieden die Schulsysteme der einzelnen Länder doch sind, geh ich zuerst mal im Großen und Ganzen auf einen Lk insgesamt ein. Meine Angaben beziehen sich also auf das niedersächsische Schulsystem. Ich gehe in den 13. Jahrgang des Gymnasiums in meiner Stadt, und nach der 11. Klasse muss man sich dann entscheiden: was wählt man als Leistungskurse, was als Prüfungskurse, und wozu wird man sowieso gezwungen? Die Leistungskurse werden dann, im Gegensatz zu allem anderen, fünfstündig unterrichtet und gehen auch verstärkt in den Abiturschnitt mit ein. Also heißt es, anstrengen...
Aufbau des Unterrichts Insgesamt bringt man in der Kursstufe ja vier Semester zu, und für jedes Semester gibt es ein Oberthema, nach dem man sich für dieses halbe Jahr richtet. Ich werde hier mal meine Themen aufführen, um einen Überblick zu verschaffen, was man alles so durchnehmen kann.
Angefangen haben wir in 12/1 mit dem Thema „Youth and Problems“. Wir haben hierzu hauptsächlich Kurzgeschichten gelesen und auseinander genommen, oft waren es die so genannten „stories of initiation“, sprich Situationen im Leben eines Menschen, die seine Zukunft prägen werden. Hier kam zum Beispiel auch Ernest Hemingway zum Einsatz. Zum Semesterende haben wir uns dann auch an eine Lektüre gemacht, das war „Lord of the Flies“ von William Golding. Nun ja, begeistert hat es uns damals alle nicht, aber es gibt halt Dinge, die sich nicht vermeiden lassen. In 12/2 hieß es dann für uns: Facharbeit schreiben! Da meine Lehrerin absolut „Irlandgeil“ ist, hieß unser Semesterthema dann auch „Ireland – Past and Present“, und dementsprechend standen auch solche Themen zur Verfügung, vom heiligen St Patrick bis hin zum Bloody Sunday. Ich habe mich zum Beispiel für „The Great Famine“, die große irische Hungersnot im 19. Jahrhundert, entschieden. Ach so, vielleicht gibt es ja auch solch Glückliche, die nie eine Facharbeit schreiben mussten. Eine Facharbeit wird als Vorbereitung auf das eventuell folgende Studium geschrieben und ist eine kleine wissenschaftliche Abhandlung über das gewählte Thema. Natürlich musste diese komplett in Englisch verfasst werden, dafür brauchten wir auch nur circa 8 Seiten schreiben – die Kurse, die beispielsweise in Deutsch oder Chemie schrieben, mussten um die 15 Seiten füllen. Damit brachten wir schon mal einige Monate zu, in der restlichen Zeit haben wir uns noch um einzelne Aspekte Irlands besonders gekümmert, so natürlich auch um den Nordirlandkonflikt. Hierzu wurde auch eine weitere Lektüre in Angriff genommen, und zwar „Lies of Silence“ von Brian Moore.
In 13/1 haben wir uns dann ausführlich mit dem „American Dream“ beschäftigt, auch hier wurden wieder zahlreiche Kurzgeschichten, normale Geschichten, Artikel etc. gelesen. Dabei haben zum Beispiel die Entwicklung des demokratischen Grundgedankens (Bill of Rights, Declaration of Independence usw), die Einwanderung in die USA und die Politik während des Kalten Krieges eine zentrale Rolle eingenommen. Nun, in 13/2, werden wir das Thema am Dienstag abschließen – ganz pünktlich haben wir es nicht geschafft – und machen dann mit dem Thema „Education and Values“ weiter, was laut meiner Lehrkraft extra so benannt wurde, um einen möglichst großen Spiel- und Handlungsraum zu lassen. Auch hier wird eine Lektüre folgen.
Ganz allgemein kann man sagen, dass der Unterricht im Englisch-Lk ähnlich aufgebaut ist wie der eines Deutsch-Lks. Er stützt sich auf Lektüren, Geschichten, Zeitungs- und sonstige Artikel, auf die man sich bezieht, die man analysiert und interpretiert usw. Es läuft halt nur alles auf Englisch ab ;)! Zu diesen Texten haben wir dann ausgiebig den historischen Hintergrund erforscht, die beteiligten Personen charakterisiert, Stilmittelanalysen durchgeführt und so weiter. Um mit den Themen umgehen zu können, ist natürlich ein gewisses Fachvokabular nicht ganz unwichtig, wobei man allerdings sagen muss, dass wir recht wenig Tests geschrieben haben. Die Klausuren
Hier ist es bei mir sicher auch wieder anders als bei Schülern in anderen Bundesländern, wir haben nämlich noch nie eine Übersetzung geschrieben, wie ich bei Ciao schon gelesen habe. Wir kriegen einen Text – beispielsweise eine Short Story, einen Buchauszug, eine Präsidentenrede – und bekommen, je nach Dauer der Klausur, drei bis vier Aufgaben gestellt. So muss man dann in einer Aufgabe sich nur auf den Text beziehen, beispielsweise die Argumentation des Autors erläutern, was sehr textnahes Arbeiten ist. Dann gibt es noch ein bis zwei Analyseaufgaben, beispielsweise Stilmittel oder das Verhalten einer Person, und als letzten Teil einen Kommentar, in dem wir uns darüber auslassen können, wie unsere Meinung zu dem Thema aussieht (natürlich immer gut begründet). Bewertet wird dann nach drei Kriterien: Ausdrucksvermögen, Sprachrichtigkeit und Inhalt. Hat man also in einem Teil total versagt, kann man durch die anderen beiden noch locker wieder etwas rausholen. Allerdings gibt es ja noch die Sperrklausel, die besagt dass die gesamte Klausur nicht besser als drei Punkte sein darf, wenn man ein Kriterium mit null Punkten bewertet kriegt. Also könnt ihr inhaltlich noch so oft eine 1 kriegen, solange ihr sprachlich absolut 6 seid, kriegt ihr eure Klausur nicht über eine 5 hinaus. In den Klausuren dürfen wir dann ein einsprachiges Wörterbuch verwenden. Allerdings soll sich hier ja nächstes Jahr auch einiges ändern, so wird beispielsweise die strenge Benotung der Sprachrichtigkeit gelockert, es werden zweisprachige Wörterbücher zugelassen und, soweit ich weiß, soll es dann auch die Sperrklausel nicht mehr geben.
Meine Erfahrung und Meinung Wie der Unterricht selbst abläuft, hängt natürlich immer vom jeweiligen Lehrer ab. Wir erarbeiten sehr viel mündlich, wobei sich dieses oft auf die vorangegangene Hausaufgabe stützt. Hatte man diese also gründlich erledigt, hat man im Unterricht die besten Chancen, gut mitzuarbeiten und so fleißig Punkte zu sammeln. Im Unterricht dann nehmen wir uns neue Texte vor oder bauen die zu Hause durchgearbeiteten Aufgaben aus.
Meine Lehrerin in diesem Lk ist – im Vergleich zu Französisch – eine wirklich nette Person, die offen ist für Anregungen und Kritik und die sich bemüht, den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten. Wir haben zwischendurch immer mal wieder einen Film angesehen, jedoch nicht so, dass wir ihn stumpf vorgesetzt bekamen und ihn anschließend gleich wieder vergessen konnten. Im American Dream-Semester beispielsweise haben wir „American Beauty“ gesehen – natürlich auf Englisch ;) – und haben ausgiebig über die Personen und ihre Lebensumstände gesprochen, haben die Darstellung auseinander genommen, kritisiert und gelobt. Außerdem legt meine Lehrerin sehr viel Wert auf Gruppenarbeit, die wir dementsprechend auch oft gemacht haben. Ich persönlich mag zwar Gruppenarbeit nicht so gerne, aber oft waren da auch sehr kreative Aufgaben bei, die nicht bloß stupides Texte zusammenfassen verlangten. So haben wir, auch zum Thema American Dream, zwei Songs von Billy Joel und Sting zum Kalten Krieg gehört und mussten anschließend in Gruppenarbeit ein Interview mit diesen Personen erarbeiten, in dem wir uns über den Sinn der Lieder und den Kalten Krieg im Allgemeinen ausließen. Oder gerade heute zum Beispiel wurde gefordert, ein wenig den amerikanischen Late Night-Talker Jay Leno zu spielen, der einen hochkarätigen Wirtschaftsboss oder Manager geladen hatte. Die heute geschriebene Konversation wird dann morgen als Rollenspiel dargeboten.
Solche Sachen lockern den Unterricht angenehm auf, lassen die Zeit schneller vergehen und fordern auch eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema. So setzt sich etwas oft viel besser fest, als wenn man stumpf immer wieder die selben Fragen zu verschiedenen Themen abarbeitet (auch da habe ich ja meine einschlägige Erfahrung aus Französisch...)! Natürlich geht es auch hier manches Mal langweilig zu, so interessieren mich Stilmittelanalysen nicht wirklich und des öfteren wird auch knochentrockene, haargenaue Textarbeit gemacht. Mit den Worten meiner Lehrerin: „Leute tut mir Leid aber das geht heute einfach nicht anders, das Thema ist zu wichtig!“ Aber der Unterricht gestaltet sich angenehm locker, es braucht keiner Angst haben etwas Falsches zu sagen, und Platz für Diskussionen haben wir auch immer. Meine Lehrerin legt sehr viel Wert darauf, uns zum Denken anzuregen, was ja eigentlich auch der Sinn des Lehrberufes sein sollte – aber viele haben das wohl im Laufe der Jahre vergessen. Hier werden uns oft auch andere Blickwinkel aufgezeigt und ich habe auch manchmal zu Hause noch über die Themen und den Unterricht nachgedacht. Allerdings langweile ich mich selten in Englisch. Das könnte schon etwas anders aussehen, wenn ihr nicht gerade gut seid in Englisch. Wir haben auch ein paar Leute im Kurs, die nur Englisch gewählt haben, weil sie nicht wussten was sie sonst nehmen sollten – dafür ist Englisch ja eh bekannt. Ich will nicht behaupten, dass ich perfekt Englisch spreche, auch mir fehlen manchmal die Worte, aber wenn ihr nicht einigermaßen sprachsicher seid, könnte es schon passieren, dass ihr euch oft verhaspelt. Kein Hindernis ist hier natürlich die Grammatik. Denn die ist im Englischen ja wirklich nicht schwer, wenn man sich zum Vergleich mal das Deutsche oder das Französische anschaut. Auch der Arbeitsaufwand ist nicht zu groß, da muss man für Bio zum Beispiel viel mehr machen. Ich persönlich finde Englisch nicht schwer, aber das hängt ja immer von der Person ab.
Natürlich gilt hier, wie eigentlich immer in der Schule: es ist alles lehrerabhängig. Ich habe extrem Glück gehabt mit meiner Lehrkraft – wenigstens in einem Lk muss es ja mal klappen. Aber da ich keine schlechten Erfahrungen gemacht habe und meine Meinung nur auf Erlebtem und nicht auf Mutmaßungen aufbauen kann, kann ich euch den Englisch Lk nur uneingeschränkt weiterempfehlen. In diesem Sinne, macht es gut und danke für eure Aufmerksamkeit Eure Sarah
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22.02.2007 23:52
hey, ich hatte englisch und franz. lk im abi, dazu als 3.prüfungsfach mathe, und mündlich GK
21.03.2004 15:22
Ich fand meinen Englisch LK auch super. So gut, dass ich nachher zum Arbeiten in die USA und nun zum Studieren nach England bin! :) Gruß, Rick (UND viel Erfolg beim ABI!!!)
17.02.2004 23:24
Oje, das klingt ja fast anspruchsvoller als mein Anglistikstudium...