Mehr als Englisch lernen...absolutely correct ;)
23.04.2012
Pro:
großer Lerneffekt, vielfältige Erfahrungen, viel Spaß
Kontra:
anstrengend und volles Programm - aber nur so funktioniert es
Empfehlenswert:
Ja
 Vana82
Über sich:
Mitglied seit:06.04.2012
Erfahrungsberichte:2
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Ich kann mich meinen Vorredner nur anschließen und auch ich möchte hier meine persönliche Erfahrung mit dem Englischhausen-Kurs teilen. In der heutigen Zeit wird es immer wichtiger die englische Sprache zu beherrschen. Vor allem wenn man wie ich Betriebswirtschaftslehre studiert und vor hat, in einem internationalen Unternehmen Fuß zu fassen. Einige Englisch Vorlesungen und Prüfungen hatte ich besucht und bestanden – aber alles schriftlich...nur wie sieht es mit dem Sprechen aus? Leider nicht so gut...ich kannte zwar die Vokabeln und auch die Grammatik, nur sobald ich mich unterhalten wollte, fiel mir nichts mehr ein und ich stotterte nur ein paar Wörter vor mich hin. Deshalb war mir Bewusst, dass ich hier Nachholbedarf hatte. Ich versuchte es mit verschiedenen Lernkursen anderer Anbieter in meiner Stadt. Der Erfolg war auch nicht schlecht aber schnell war alles wieder vergessen. Ich denke, weil man es nicht verinnerlicht hatte. Ich wusste, dass ich eigentlich ein paar Monate im englischsprachigen Ausland verbringen müsste...doch das konnte ich mir einfach nicht leisten momentan. Aber die Lösung war nah...Eines Abends stoß ich auf eine Seite bei Facebook namens „Englischhausen – more than English“ . Der Titel machte mich neugierig und ich informierte mich auf der Website http://www.englischhausen.de
Das Konzept des Kurses ist, dass eine Gruppe bestehend aus 15 sogenannten „Anglos“, also englischsprachige Teilnehmer, und die gleiche Anzahl an Deutschen zusammen 6 Tage lang in einem abgelegenen Hotel im Schwarzwald verbringen und nur Englisch sprechen. Auf der ansprechenden Website wird ausführlich beschrieben was auf einen zukommt und wie organisatorisch alles abläuft. Alles ist sehr übersichtlich und professionell gestaltet. Schnell war ich begeistert, nur der Preis ließ mich zögern. Der Kurs inklusive Vollpension und allem drum und dran kostet 1695 Euro. Das schreckt eine Studentin natürlich erst mal ab. Ich war aber so überzeugt von dem Konzept, dass ich mich für den nächsten Kurs vom 04. bis 09. März anmeldete...es war schließlich meine letzte Hoffnung! Der erste Tag meines Englisch-Abenteuers startete früh morgens zentral in München, wo ein moderner Reisebus bereit stand die Gruppe sicher in den Schwarzwald zu bringen. Ich wurde sehr herzlich von dem Koordinator Jez empfangen und mir wurde erklärt, ich sollte mir nun einen mir sympathischen Anglo suchen mit dem ich die nächsten 5 Std. im Bus sitzen möchte, was natürlich 5 Std. kennenlernen und unterhalten bedeutete – und das natürlich in Englisch ;) . Es war nicht schwer jemanden zu finden, denn alle Anglos waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Meine Wahl fiel auf einen jungen Mann aus London. Dies stellte für mich gleich die erste Herausforderung dar, denn ich hatte Probleme damit den britischen Akzent gut zu verstehen. Aber darum ging es mir ja – Schwierigkeiten anzupacken ;) . Kurz nach der Abfahrt und den ersten paar englischen Sätzen kam auch schnell die Nervosität und Angst. Ich wollte keine Fehler machen und es war mir peinlich wie ich sprach. So fielen mir immer weniger Wörter ein. Aber Dion (der nette Londoner) war sehr nett und lustig und nahm mir schnell die Angst. Und so erzählte erst mal er ein wenig, damit ich vertrauter wurde mit der Sprache. Und es half. Ich war sehr interessiert an seinen Geschichten über sein Leben und hatte auch viel zu sagen. Tja wäre da nicht die Angst gewesen...also entschied ich mich über meinen Schatten zu springen und plapperte einfach drauf los. Bestimmt mit vielen Fehlern aber alle Anglos gaben einem immer das ermutigende Gefühl, dass es durchaus verständlich ist was man sagt. Man konnte selbst entscheiden, ob sie einen immer sofort korrigieren sollten oder erst allmählich. Die meisten von uns wollten immer sofort korrigiert werden, damit man sich nicht an etwas falsches gewöhnt. Jedoch kann es auch sinnvoll sein, erst einmal die Barriere viel Englisch zu sprechen zu überwinden und sich dann an die Verbesserung der Fehler zu machen. Hier ist jeder individuell verschieden worauf immer super eingegangen wurde. Ich merkte schnell das wenn man einmal angefangen hat, nicht auf seine Fehler zu achten, man auch automatisch weniger macht.
Nach einigen Stunden sind wir dann in dem schönen Wellness-Hotel im Schwarzwald angekommen. Das Hotel ist sehr komfortabel und auch gemütlich eingerichtet. Das Personal war immer zuvorkommend und freundlich. Außerdem bemühten sich die Angestellten stets mit einem nur Englisch zu sprechen was anfangs verwirrend ist ;) . Mein Zimmer war sehr ansprechend und schien neu renoviert zu sein. Alles war sehr komfortabel und auch sauber. Die Aussicht von meinem Zimmer war grandios. Das Hotel hat einen eigenen großen Wellness Bereich, der sehr zum Entspannen einlädt. Es gibt einen Saunabereich, ein Jakuzzy wie auch ein Schwimmbad. Auch sämtliche Kosmetikbehandlungen sind buchbar. Ich gönnte mir eine kurze Massage die sehr zu empfehlen ist. Der Tag begann um 8 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. So wie bei allen Mahlzeiten saßen immer 2 Anglos und 2 Deutsche an einem Tisch. Jedoch wurden bei jeder Mahlzeit die Gruppen neu gemischt. So war gewährleistet, dass man jeden Teilnehmer der Gruppe auch außerhalb des Rahmenprogramms kennenlernen konnte. Denn während des Essens unterhielt man sich meistens über Gott und die Welt oder lauschte den persönlichen Geschichten der anderen. Das Frühstücksbuffet war vielfältig und immer frisch. Nach der ersten Stärkung startete dann das abwechslungsreiche Tagesprogramm mit „One to One`s“. Hier führte man Einzelgespräche mit jeweils untereinander abwechselnden Anglos. Es wurden für den Anfang 2 Wörter/Redewendungen vorgegeben, die einem erklärt wurden. Danach konnte man selbst frei entscheiden über welche Themen man sprechen wollte. Man konnte auch Themenvorschläge machen wie z.B. ein Vorstellungsgespräch nachzustellen oder über Grammatik zu sprechen. Egal welches Problem bestand, die Anglos waren jederzeit für alle Vorschläge offen und sehr bemüht stets den größten Lernerfolg anzustreben. Ich denke hier lernte man am meisten. Denn bei 60 Minuten die man nur mit Sprechen füllt, und das mehrmals am Tag, kommen eine Menge Vokabeln zusammen die man benutzt oder durch das Zuhören neu erlernt.
Um 13 Uhr war es dann Zeit für das gemeinsame Mittagessen. Hier konnte man im Vorfeld aus verschiedenen Menüvorschlägen auswählen. Dies galt auch für das Abendessen. Es war immer für jeden Geschmack etwas dabei. Auch für Vegetarier stand immer ein Gericht zur Auswahl. Außerdem war der Koch jederzeit bereit auf besondere Wünsche einzugehen bei z.B. bestehenden Allergien usw. . Allgemein schmeckte das Essen immer sehr gut und man lernte viele Köstlichkeiten der Schwarzwaldregion kennen. Nach dem Mittagessen hatte man dann 2 Stunden zur freien Verfügung. Dies war sehr wichtig, denn das straffe Programm war sehr anstrengend. In dieser Zeit konnte man im Wellness Bereich entspannen, ein bisschen für sich alleine sein oder in der Umgebung spazieren gehen. Danach war es Zeit für Gruppenaktivitäten. Hierbei ging es um Abwechslung und vordergründig um den Spaß. Auch die Kreativität war gefragt, denn man spielte Pantomime oder dachte sich lustige Produkte oder Werbejingles aus. Ich mochte diese Zeit sehr gern, denn sie stellte einen Ausgleich dar, zu dem vielen Sprechen und dem eher trockenen Programm des Vormittags. Danach hatte man wieder „One to One`s“ oder über die Woche verteilt jeweils eine Telefonsession, einen Conference Call und eine Präsentation über ein selbst gewähltes Thema. Hiervor hatte ich große Angst. Einmal vor dem Sprechen vor Publikum und dann auch noch auf Englisch. Aber im Gegenteil - hier konnte man die ersten Erfolge selbst erkennen und motiviert weiter durchstarten. Außerdem war allgemein die Atmosphäre innerhalb der Gruppe jederzeit sehr herzlich, denn wir alle verstanden uns wirklich wahnsinnig gut. So hatte man keinerlei Angst sich zu blamieren. Alle Teilnehmer gaben sich Kraft und Energie alles zu meistern. Nach dem Abendessen gab es dann zur Belustigung Sketche und Theaterstücke die von den Teilnehmern einstudiert und aufgeführt wurden. Auch hier erlebte man wahrhaftig das Motto „More than English“ ;) Man musste/konnte ( man wurde natürlich zu nichts gezwungen was man nicht wollte) über seine Grenzen gehen und verborgene Talente entdecken. Das sind einmalige Erfahrungen die einem das Leben bietet und die unvergesslich bleiben. Im Anschluss daran konnte man den Abend gemütlich ausklingen lassen wobei der Honigschnäpsle sehr zu empfehlen ist ;). Jedoch war man meistens wirklich sehr müde und froh seinem Gehirn ein bisschen Ruhe zu gönnen und im Schlaf das Gelernte zu festigen. Noch ein paar Worte zu den Koordinatoren und zu der Gruppe allgemein:
Jez hat uns mit seiner einmaligen humorvollen und mitreißenden Art durch die Woche begleitet und geführt. Vor allem am Anfang war er es, der einem die Angst vor all dem Neuen nahm, weil er einen immer motiviert hat über seinen Schatten zu springen. Jederzeit vermittelte er, dass er für jeden ein offenes Ohr hat bei Problemen. Luke hielt sich eher im Hintergrund, denn er war für den organisatorischen Ablauf verantwortlich. Alles war jederzeit perfekt zeitlich aufeinander abgestimmt. Was ich toll fand war seine Offenheit gegenüber individueller Wünsche oder Vorschläge. Zum Beispiel wenn jemand weniger „One to One`s“ aber dafür weitere Telefonsessions oder Präsentationen machen wollte, musste man das nur sagen und Luke stellte die Pläne kurzfristig um. Alle waren immer sehr daran interessiert, dass jeder den größtmöglichen persönlichen Nutzen durch den Kurs erhielt. Kurz gesagt fühlte man sich super gut aufgehoben bei den Beiden und auch nach dem offiziellen Teil verbrachten sie lustige Stunden mit der Gruppe bei Quiz-Spielen oder ähnlichem :). Die Gruppe bestand aus englischsprachigen Teilnehmern aus der USA, England, Schottland, Kanada oder Australien. Dies war von großem Nutzen, weil man dadurch die verschiedensten Dialekte der Regionen kennen und verstehen lernte. Es war einfach toll den Erzählungen verschiedenster Kulturen und Menschen aus so vielen verschiedenen Plätzen der Welt zu lauschen. Von Jung bis Alt war alles vertreten. Dies bot den Vorteil, dass verschiedenste persönliche wie berufliche Lebenserfahrungen vorhanden waren und es dadurch viele Themen für Unterhaltungen gab. Das einzige was ich persönlich nicht gut fand war, dass sich die deutschen Teilnehmer nicht wirklich kennenlernten. Hierfür war keine Zeit vorgesehen. Und auch beim Essen redete man automatisch nicht mit einzelnen Personen sonder eher in der Gruppe über gemeinsame Themen. Wahrscheinlich redete man auch automatisch mehr mit den Anglos wegen dem Lerneffekt. Das war sehr schade, was wir am letzten Tag feststellten. Vielleicht könnte hier noch innerhalb des Tagesprogramms Zeit dafür eingeräumt werden.
Fazit meines Englischhausen-Erlebnisses: Ich bekam durch diesen Kurs die Möglichkeit mich sprachlich sowie persönlich weiterzuentwickeln. Ich durfte eine wirklich spannende,lustige und interessante Woche mit wundervollen Menschen erleben. Ich habe alle Teilnehmer sehr lieb gewonnen und tatsächlich viele neue Freunde gefunden ( was ich nie gedacht hätte). Bei der Verabschiedung waren die Taschentücher Mangelware, denn die Tränen flossen in Strömen. Es ist ein besonderes Gefühl mitzuerleben, wie einzelne sich wildfremde Menschen aus aller Welt innerhalb einer Woche zu EINER GRUPPE zusammenwachsen! Auf Englisch würde ich einfach nur sagen: JUST AMAZING ;)
Und was ist mit meinem Hauptanliegen, dem Englisch lernen? Ich kann sagen, dass ich wirklich unglaubliche Fortschritte in dieser Woche gemacht habe. Ich habe die Angst vor dem Englisch-Sprechen definitiv verloren und gelernt, dass man durch Fehler machen viel lernt. Und dass das besser ist als jede andere Art zu lernen. Denn in dieser Woche passiert es wie von Zauberhand, dass man plötzlich in Englisch denkt und träumt ;) Ich denke dies ist der entscheidende Unterschied zu anderen Lernmethoden. Man verinnerlicht die Sprache und man lernt sie intuitiv anzuwenden. So dass man es gar nicht mehr merkt, dass man gerade eine andere Sprache spricht . Ich benutzte am letzten Tag auf einmal Wörter die ich definitiv davor nicht kannte. Mein Gehirn hatte sie nur durch das Zuhören gespeichert. Super :) ! Ich hatte die Tage zu Hause dann wirklich Schwierigkeiten wieder nur Deutsch zu sprechen. So bestellte ich mein erstes Essen auf der Rückfahrt intuitiv auf Englisch ;) Auch die Tatsache so viele Akzente und Dialekte kennenzulernen war unbezahlbar. Ich denke, dass mir kein Auslandsaufenthalt an einem Ort diesen Nutzen gebracht hätte. Und auch Wochen später merke ich, dass das Gelernte geblieben ist. Ich habe auch heute keine Probleme mehr mich spontan auf Englisch zu unterhalten und keine Angst mehr vor Job-Situationen auf Englisch. Im Nachhinein war mir dieser Kurs jeder Cent wert und finde , dass der Preis aufgrund des sehr guten Preis/Leistungsverhältnisses sehr fair ist. Insofern kann ich den Kurs in jeder Hinsicht wärmstens weiterempfehlen. Also wenn man nicht nur seine englische Sprechfertigkeit in einer lockeren Atmosphäre extrem verbessern möchte, sondern auch noch Interesse an kulturellem Austausch und unbezahlbaren Erfahrungen mit tollen Menschen hat, ist dieser Kurs das Beste was einem passieren kann.
Thanks Englischhausen, for an unforgetable experience ;)
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23.04.2012 18:44
BH