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Enigma – griech.: das Rätsel, gefürchtet und geliebt. Nahezu perfekt. Einfach und brachte dennoch etwas so Kompliziertes hervor. Ich hatte natürlich davon gehört und auch mit dem Roman „Enigma“ von Robert Harris hatte ich schon geliebäugelt. Da kam es mir gerade recht, als ich es in der Bild-Bestseller-Bibliothek als gebundenes Buch angeboten wurde. Ich griff sofort zu. Nun habe ich es innerhalb eines Tages gelesen und will euch nun sagen, wie es mir gefallen hat! Aber wie immer erfahrt ihr zunächst etwas mehr zum Inhalt.
Tom Jericho ist Mathematiker in England und glaubt nicht, dass er seinem Land während des zweiten Weltkrieges irgendwie nützlich sein könnte, denn zum Dienst an der Waffe fühlte er sich gänzlich ungeeignet. Doch dann tut sich eine Situation auf, in der er entscheidend zum Ausgang des Krieges beitragen kann. Die Deutschen benutzen nämlich zur Verschlüsselung ihrer Funkbotschaften die Chiffriermaschine „Enigma“, durch welche die Decodierung der Botschaften nahezu unmöglich scheint. Zwar erbeuteten die Engländer sogar mehrere dieser Maschinen, aber das hilft ihnen nicht weiter. Enigma besteht nämlich aus einer Tastatur ähnlich einer Schreibmaschine und mehreren Walzen. Und nur, wenn man die Anfangseinstellung dieser Walzen kennt, ist es möglich, eine Nachricht zu entschlüsseln. Durch pures Probieren wäre es zwar theoretisch erreichbar, diese Grundeinstellung herauszufinden, jedoch würde es viel zu lange dauern, bis man den eigentlichen Text, den Klartext erhielte. Die Schwierigkeit dieser Lösung hängt immer davon ab, wie viele Walzen Enigmas verwendet werden. Bei der Kommunikation der U-Boote, dem Stolz der deutschen Flotte, benutzt man vier Walzen, was den Code unmöglich durch Probieren zu Knacken macht. Tom Jericho ist der begabteste unter den Kryptoanalytikern in Blechtley Park, die diesen Code zu knacken versuchen, doch dabei scheint er auch der labilste. Seine Konzentration wird nicht voll ausgeschöpft, weil er sich verliebt hat. In Claire. Claire verließ ihn jedoch und als Tom vermuten muss, dass sie eine Spionin ist, macht er sich auf die Suche nach Beweisen (oder nach seinem Geschmack eher Gegenbeweisen) für diesen Verdacht. Während dessen treiben die U-Boote weiter unbehelligt ihr Unwesen, denn den Alliierten scheint es unmöglich ihren Code zu knacken. Doch dann hat Tom eine Idee. Könnte man nicht mit Hilfe der Botschaften, welche die U-Boote austauschen, bevor sie im Verband angreifen, den Code entschlüsseln?
Diese Story ist eine perfekte Symbiose aus geschichtlichen Fakten und Fiktion. Robert Harris lässt seine Handlung vor einem realen historischen Hintergrund ablaufen, sie fügt sich perfekt ein, so dass „Enigma“ wie aus einem Guss scheint. Dabei verliert sich der Autor nicht in dem einen oder dem anderen Teil, sondern hält ein wunderbares Gleichgewicht, das den Roman zu einem tollen Weltkriegsroman macht. Und vom zweiten Weltkrieg handelt dann auch einiges, wobei nie Kampfhandlungen im Detail beschrieben werden. Vielmehr beobachtet man den Krieg von weitem, erfährt aber einiges über die Probleme in England: die Verdunkelung, die Rationierungen. Zum Glück legt Robert Harris darauf jedoch nicht so viel Wert, denn ich interessierte mich viel mehr für Enigma selbst.
Und damit nahm mich Robert Harris dann endgültig für seine Geschichte ein. Da ich Naturwissenschaften studiere, bin ich mathematisch-naturwissenschaftlich und zum Teil auch technisch interessiert. So fand ich es äußerst faszinierend, zu lesen, wie Enigma aufgebaut ist, wie die Maschine funktioniert und vor allem wie viele Chiffriermöglichkeiten sich daraus ergeben. Robert Harris beschreibt Enigma ziemlich detailliert und geht besonders auf ihre Funktionsweise ein. Zwar nimmt dies keinen großen Teil der Geschichte ein, doch ich konnte mir ein Bild machen und wollte immer mehr wissen. Für meinen Geschmack hätte der Autor noch ausführlicher über Enigma berichten können, aber wahrscheinlich setzte er eher auf Massentauglichkeit. Diese ist dann auch gewährleistet und ihr, die ihr einfach ein gutes Buch lesen wollt, braucht euch nicht zu fürchten, dass Robert Harris euch mit Fachchinesisch nervt. Das ist nämlich nicht der Fall, vielmehr streut der Autor diese Informationen eher beiläufig ein, immer mal wieder ein wenig, so dass auch dieser Teil der Geschichte nie überladen wirkt.
Es ist von großem Vorteil, dass trotz der fundierten historischen Informationen die Spannung in „Enigma“ nicht zu kurz kommt. Vielmehr war der Roman äußerst fesselnd und mitreißend. Ich konnte ihn kaum aus der Hand legen, weshalb ich ihn auch an einem Tag gelesen habe. Robert Harris vermag es, die Story immer in Bewegung zu halten, ständig wird die Handlung vorangetrieben, auch wenn scheinbar Nebensächlichkeiten beschrieben werden. Ich glaubte kaum, dass diese Details, die den geschichtlichen Hintergrund beleuchten, so wichtig für das Lesevergnügen wären. Doch das waren sie. Ständig fragte ich mich, wie es wohl ausgehen würde. Wie könnte man Enigma knacken? Und was für eine Rolle spielt Tom Jerichos Geliebte? Denn dass Enigma nicht standhalten kann, ist geschichtlich verbürgt. Der Autor hält diese Spannung ständig aufrecht, ohne dabei auf der Stelle zu treten. Ich erhielt beim Lesen immer wieder neue Informationen, die mein Wissen, meine Vermutungen über das Ende voranbrachten. Und doch brachten sie mich der Lösung kaum einen Schritt näher, so dass es am Ende an mir war, überrascht zu sein. Dies alles macht „Enigma“ zu einer wunderbaren Spannungslektüre, die fesselt und ein vergnügliches Lesen verspricht!
Da „Enigma“ ein stark spannungsbasierter Roman ist, erwartete ich keine präzisen Charakterprofile der Protagonisten. Denn will man die Figuren exakt beschreiben und ihre Eigenheiten hervorstellen, gerät fast zwangsläufig die Story ins Stocken und die Spannung wird weniger. Hier hat Robert Harris jedoch die perfekte Lösung gefunden. Er achtet nahezu peinlich genau darauf, die Spannung zu erhalten, und ist weit davon entfernt, die Figuren zu vernachlässigen. Zwar erfahre ich nicht viel über ihre Vergangenheit, doch kann ich ihre Beweggründe nachvollziehen. Auch findet man recht viele Personen in „Enigma“, die alle in irgendeiner Weise die Handlung vorantreiben. So entsteht eine wunderbar bewegte Atmosphäre, die das Lesen zu einem wahren Vergnügen macht. Die eingreifenden Figuren verfolgen zudem meist auch noch mannigfaltige Ziele, so dass das Ende vollkommen überrascht. Mich überzeugten die Charaktere in „Enigma“. Sie sind vielfältig und abwechslungsreich. Dabei wird die Hauptfigur Tom Jericho natürlich besonders hervorgehoben, was bei seiner faszinierenden, facettenreichen Art auch verständlich ist.
Auch der Stil des Autors tut alles, um die Spannung der Story noch zu verstärken. So schreibt Robert Harris zwar nie hastig, doch tritt auch nie auf Stelle. Die ganze Zeit wurde ich zum Lesen angeregt, konnte das Buch nie aus de Hand legen. Doch ist dem Autor zu Gute zu halten, dass es durchaus Ruhepunkte gibt, an denen man aufhören könnte mit Lesen. Aber trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht. Ich fand dies sehr angenehm, denn so konnte ich mir das Lesen immer so einteilen, wie ich wollte. Robert Harris beschreibt meist nicht allzu detailliert, sondern konzentriert sich auf Dialoge und Ereignisse, ohne die Umgebung besonders zu beachten. Jedoch fällt auf, dass er ganz bestimmte Orte genauer darstellt. Das sind Orte, die etwas über die Menschen, die dort leben oder arbeiten, aussagen oder die eine besondere Stimmung ausdrücken. All dies ist darauf ausgerichtet, die Story voranzutreiben und Robert Harris gelingt das auch fantastisch!
Bei den Romanen der Bild-Bestseller-Bibliothek musste ich bis jetzt immer die Fehler bei den Anführungszeichen bemängeln. Bei „Enigma“ kann man das jedoch ertragen, die Fehler hielten sich hier stark in Grenzen, so dass der Lesegenuss nicht getrübt wurde. Ich würde mich zwar über sie ärgern, wenn ich für den gebundenen Roman 20 € ausgegeben hätte, doch bei den 4,99 € sehe ich darüber hinweg. Hinzu kommt noch, dass ich das bei anderen Romanen der Reihe schon als sehr viel störender empfunden habe.
Insgesamt möchte ich eine ganz klare Empfehlung für „Enigma“ von Robert Harris aussprechen. Der Roman besticht vor allem durch seine hochspannende Story, die mich die ganze Zeit ungeheuer fesselte und mich das Buch kaum aus der Hand legen ließ. Sehr erfreut war ich über die vielen Informationen über Enigma selbst, die der Autor gekonnt einstreute, obwohl ich immer noch begierig bin, mehr zu erfahren. Die Figuren sind abwechslungsreich und interessant und vor allem die Hauptperson bietet genügend Facetten, so dass ich immer wieder Neues entdecken konnte. Dabei schreibt Robert Harris immer so, dass die Story in Bewegung bleibt, ohne dabei hastig zu wirken. Ich vergebe volle fünf Sterne und bin sicher, dass ich diesen Roman nicht zum letzten Mal gelesen habe!
„Enigma“ von Robert Harris erschien in deutscher Ausgabe erstmals 1995 im Heyne Verlag. Meine gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag aus der Bild Bestseller Bibliothek erschien 2005 bei Weltbild, trägt die ISBN 3-89897-119-8 und kostet 4,99 €. Die Originalausgabe trägt den Titel „Enigma“ (liegt auch nahe) und erschien 1995 bei Random House. Die Übersetzung machte Christel Wiemken.
"Enigma" ist eines der spannendsten Bücher, die ich je gelesen habe und dass es auf einer historischen Tatsache beruht, erhöht für mich die Spannung.
Der Bericht gibt die wichtigsten Merkmale des Buches perfekt und lebendig wider und regt zum Kaufen und Lesen an. So soll es ja sein, oder?
Gruß, Elira
Klinmgt ja spannend - und geheimnsivoll - vieleicht kauf ich's mir auch. Der film soll ja nicht so gut gewesen sein, aber ich hab ihn selbst nicht gesehen - Kriegsfilme sind nicht so mein Fall. LG Tom
der-Chiffrier-Maschine Enigma, die den Funkverkehr der deutschen U-Boote verschlüsselt, zu knacken. Eine nahezu unlösbare Aufgabe für den Secret Intelligence Service, der ...
der-Chiffrier-Maschine, die den Funkverkehr der deutschen U-Boote so genial verschlüsselt, daß er scheinbar nicht zu knacken ist...Eine nahezu unlösbare Aufgabe für den Secret ...
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29.08.2005 15:41
"Enigma" ist eines der spannendsten Bücher, die ich je gelesen habe und dass es auf einer historischen Tatsache beruht, erhöht für mich die Spannung. Der Bericht gibt die wichtigsten Merkmale des Buches perfekt und lebendig wider und regt zum Kaufen und Lesen an. So soll es ja sein, oder? Gruß, Elira
18.06.2005 17:45
Hab ich erst gelesen und war richtig begeistert... Manche Bücher packen einen einfach richtig... Dein Bericht übrigens auch... LG Steffi
08.04.2005 18:24
Klinmgt ja spannend - und geheimnsivoll - vieleicht kauf ich's mir auch. Der film soll ja nicht so gut gewesen sein, aber ich hab ihn selbst nicht gesehen - Kriegsfilme sind nicht so mein Fall. LG Tom