EINE BLUTIGE ERFAHRUNG
08.06.2004
Pro:
Operation relativ problemlos und schmerzfrei
Kontra:
die Tage danach
Empfehlenswert:
Nein
 MOFFt
Über sich:
Versuche alle BH + Kommentare gegen zu lesen. Dank Euch an dieser Stelle für die zahlreichen Höchstb...
Mitglied seit:24.12.2000
Erfahrungsberichte:485
Vertrauende:163
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 132 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
musste ich leider in einer noch nicht lange zurückliegenden Operation machen - der Entfernung von 2 Weisheitszähnen ... Angefangen hatte das ganze schon vor einiger Zeit, ca. 2 Jahren. Immer wieder hatte ich Zahnfleischbluten, beim Zähneputzen, beim Essen oder auch grundlos in der Nacht. Regelmässige Besuche bei meinem Zahnarzt brachten nur geringe Verbesserungen. Es können mehrere Faktoren dazu beitragen. Evtl. falsche Zahnreinigung, falsche Ernährung oder einfach schlechte Voraussetzungen. Ein Grund bei mir war sicher die frühere falsche Zahnreinigung (nicht zu wenig, nur falsch geputzt) und ich wage mal zu behaupten 2 Weisheitszähne im Unterkiefer, die nicht rauskommen mochten und leicht schräg auf die hinteren Backenzähne drückten wie man auf Panorama-Röntgenbildern sehen kann ... ähm konnte! Problem bei Zahnfleischbluten ist, dass sich Zahnbelag bildet, das Zahnfleisch wird mehr und mehr entzündet und kann sich zu einer chronischen Entzündung verschlechtern. Folglich schwindet das Zahnfleisch und es bilden sich tiefere Zahntaschen in die man noch schlechter beim Putzen hineinkommt. So entwickelt sich das Ganze im Laufe der Zeit (Monate und Jahre) zu einem Kreislauf bis schließlich die Paratontose (Zahnfleischschwund) zu Zahnausfall führen kann bzw. wird.Soweit wollte es mein Zahnarzt und auch ich nicht kommen lassen - so schichte er mich zu einem Kieferchirurgen, vorwiegend wegen einem Check des schon länger entzündeten Zahnfleisches ... Der sah mich kurz an und wusst sofort was los war. Leider hatten sich doch bereits etwas tiefere Zahntaschen gebildet, die operativ gerichtet werden sollten (Zahntaschenkorrektur, wobei das schlechte Zahnfleisch etwas zurückgeschnitten und wieder zusammengenäht wird). Der zweite und wohl wichtigere Punkt waren die beiden Weisheitszähne die bei mir unten im Kiefer lagen und nicht heraus wollten. Die haben da drinnen nichts verloren und gehören operativ entfernt, so der Chirurg. Also bekam ich am 22.04.04 einen Termin wo Weisheitszähne sowie Zahnfleisch unten behandelt werden sollten. Ich würde lügen, würde ich behaupten nicht nervös gewesen zu sein. Zu viele Horrorgeschichten hört man von Weisheitszahn-Operationen. Daher kam für mich auch kein Zahnarzt, sondern nur ein Spezialist in Frage (der macht solche OPs einfach ständig) So kam ich also an dem Donnerstag nachmittag dran ... setzte mich auf den Stuhl und bekam gleich mal an die 8 Spritzen gesetzt, die meiner Meinung nach etwas kräftiger sind, als die normalen Betäubungsspritzen die man beim Zahnarzt bekommt. Unter örtlicher Narkose wurden dann die Weisheitszähne zuerst freigelegt, dann irgendwie aufgebohrt und mit kirschenden Geräuschen entfernt. Mit Nähen etwas Liegen zur Erholung dauerte der ganze Eingriff fast zwei Stunden (inkl. Zahnfleischkorrektur). Schmerzen verspürte ich dabei keine, doch wirklich angenehm ist das Ganze nicht, vor allem wegen der unangenehmen Geräusche und des ständigen herumackern. Ich bekam noch ein paar Schmerztabletten und Antibiotika (sehr wichtig wegen der Gefahr von Entzündung) mit und ließ mich nach Hause fahren (man sollte nach so einer OP nicht selbst Autofahren) Daheim gleich in die Horizontale und sehr wichtig viel kühlen mit Eisbeutel! Die Schmerzen waren nicht wirklich schlimm, teils kaum zu spüren doch schon wenige Stunden kam der unangenehme Teil der ganzen OP. Laut Auskunft des Chirurgen sollten die Wunden bis zum nächsten Tag stocken, doch die Blutungen wurden bei mir nicht weniger sondern eher wieder stärker. Zuerst dachte ich mir das sei normal, doch als ich die Zähne durch den Blutschwamm nicht mehr spürte war mir nicht mehr ganz wohl bei der Sache. Dabei hatte ich die Anweisungen des Arztes befolgt - nichts warmes und schon gar nichts heisses essen oder trinken, trinken nur mit Strohhalm, Wunden so ruhig wie möglich halten und kräftig kühlen. Ab 3 Uhr früh konnte ich nicht mehr schlafen, die Zeit bis zum Morgen waren der reinste Horror. Leider hatte der Arzt erst am Nachmittag Zeit und so fuhr ich wieder zu ihm wo er mir einige blutstillende, styropor-ähnliche Stücke auf die Wunden zwischen den Zähnen schob. Leider half auch das nur wenige Stunden, die folgende Nacht verlief ähnlich, wenn nicht sogar noch schlimmer. Am nächsten Morgen rief ich ihn gleich wieder an (glücklicherweise hatte er mir seine Notrufnummer gegeben) und er schickte mich zuerst ins Krankenhaus zu einem Blutgerinnungstest - dieser war normal, also blieb ihm nichts anderes übrig, als die Nähte nochmal zu entfernen und die Wunden nochmals zu öffnen um direkt diese blutstillenden Elemente einsetzen zu können. Wieder zugenäht ging ich auf eigenen Wunsch erst mal ins Krankenhaus zur Beobachtung. Die folgenden drei Tage fing es teilweise auch noch einige Male etwas an zu bluten, was aber mit Tupfern meist schnell zu stillen war. So setzte die Heilung endlich ein und ich wurde nach drei Tagen wieder entlassen. Die normalen Begleiterscheinungen - kräftige Hamsterbacken, Schwellungen, Bluterguß und Verfärbung im Gesicht hatte ich natürlich auch, doch all das war nichts im Vergleich zum Bluten, was mich sichtlich schon nervlich fertig gemacht hat.Ab da ging die Heilung schnell von statten. Die Wunden heilen sauber und schnell, etwa eine Woche später wurden die Nähte entfernt. Nach und nach ging auch das Essen und Trinken wieder, obwohl man anfangs doch sehr aufpasst worauf man beißt. Heute ist alles wieder ok und ich bin froh, dass die Weisheitszähne draussen sind. Das Zahnfleischbluten ist seit der Heilung wie weggeblasen, obwohl der Chirurg meinte das kann nicht mit den Weisheitszähnen zusammenhängen.Meine Tipps zum Thema Weisheitszähne ... wenn sie entfernt werden müssen, sollte man nicht lange darauf warten. Auf jeden Fall sollte man einen Spezialisten aufsuchen. Die Operation selbst war wirklich harmlos und zu ertragen, eine örtliche Betäubung ist meiner Meinung nach ok, eine Vollnarkose nicht nur gefährlicher sondern auch nicht nötig. Meine folgender Leidensweg ist alles andere als ermunternd, doch scheinbar eher ein Ausnahmefall ... ich hoffe ich habe nicht zu viele abgeschreckt, geht mal nicht von meinem Fall aus! Ansonsten - Kühlen, Kühlen, Kühlen, die Antibiotika nehmen, die man Euch verschreibt und sich wirklich ein paar Tage schonen, auch wenns einem nicht schlecht geht! In diesem Sinne ... problemlose Weisheitszähne ... heute schon geMOFFt?
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
16.09.2012 14:16
2 sind raus und 2 hab ich noch vor mir. Lg Irene
30.01.2012 01:57
aua,jetzt habe ich Zahnweh.LG
05.03.2006 10:43
*aaaaaaaaaaaaaargs* Ich erinnere mich mit Schrecken....... oh oh...