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Gerhard Schröder - Entscheidungen
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Daten
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Titel: Gerhard Schröder - Entscheidungen - Mein Leben in der Politik
Autor: Gerhard Schröder
Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN: 3-455-50014-1
Preis: 25€
Der Autor
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Gerhard ... Bericht lesen
cm, Taschenbuch, Deutsch''Ich habe alles selber gemacht, mir hat keiner was geschenkt'', sagt Gerhard Schröder. Seine politische Autobiographie ist ein kämpferisc...
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Hallo Leute!
Auch ich, als Politisch interessierte, konnte um dieses Buch nicht herum.... Es ist ja heiß in der Diskussion, und ich, als bekennende Anhängerin einer der SPD nicht gerade befreundete Partei (ratet mal...), muss schließlich wissen, was de ...
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05.11.2006
Der Kanzler der Bosse? Bewertung für Entscheidungen / Gerhard Schrödervon
devmanfrommars
Gerhard Schröder hat ein Buch geschrieben. Unglaublich aber wahr. Gerahrd Schröder der 1944 in Mosenberg geboren wurde war bis zu seinem Abtritt als Bundeskanzler in der SPD aktiv und wurde durch seine "Am Kanzleramtszaune gerüttelt" Anekdote bekannt. 19 ...
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bewegtes Leben zurück - das ihn aus der niedersächsischen Provinz bis an die Spitze der Bundesregierung und der SPD führte. Er erzählt von seiner Kindheit und seinem Aufstieg innerhalb der Sozialdemokratie. Von der Regierungsübernahme, der Agenda 2010 und dem Bemühen, den Irakkrieg zu verhindern. Das politische Vermächtnis eines Kämpfers, gelesen vom Autor.
sich auf Leistung gründe, wie er, nun ja, eben selbstbewusst, in Entscheidungen schreibt. Memoiren, die in der rekordverdächtigen Zeit von einem Jahr entstanden sind. Zieht man den Vergleich zu seinem Vorgänger, hat er fünf Jahre weniger gebraucht. Helmut Kohl legte den ersten Band seiner Memoiren sechs Jahre nach der Wahlniederlage der CDU vor und hat es schon mit dem zweiten von drei Bänden auf mehr als 1.800 Seiten gebracht. Und was steht nun auf 500 Seiten Entscheidungen? Wer Biografisches erwartet, Anekdoten aus den Kindertagen etwa, wird enttäuscht werden. Es ist nichts Glückliches, was Gerhard Schröder über die Zeit im "Behelfsheim" in Bexten zu sagen hat, wo er mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem Stiefvater lebte. Die Distanz, die sich hier aufbaute, wurde mit der Zeit nicht kleiner -- so wählten eine Schwester und die Mutter später sogar die Grünen! Eine Tatsache, die Schröder offensichtlich sehr getroffen hat. Im Folgenden geht es nur noch um Politik, beziehungsweise um Schröder in der Politik. Denkt man an die Ausfälle des Noch-Kanzlers in der "Elefantenrunde" nach den vorgezogenen Wahlen 2005, geht es in Entscheidungen vergleichsweise harmlos zu. Positiv äußert sich Schröder zu einigen politischen Weggefährten oder Wegbereitern. Willy Brandt wird hervorgehoben, aber auch Hans-Jochen Vogel. Zeitweilig in einem schwierigen Verhältnis zu ihm stehend -- etwa als Schröder Lafontaine zum Parteivorsitzenden machen will --, äußert sich Schröder doch sehr respektvoll über Vogel. Das gilt in besonderem Maße auch für Erhard Eppler: Überaus integer und visionär sei dieser Vordenker der SPD. An Wladimir Putin beeindrucken Schröder am meisten seine Bescheidenheit und seine Fitness. Gut sei das für einen Politiker, der eines der schwersten Ämter habe, die auf der Welt zu vergeben seien. Und die Gegner? Ja, es gibt Spitzen gegen die Presse, mit der sich Schröder ja eigentlich nicht so schlecht verstand während seiner Amtszeiten. Ja, Schröder schreibt auch gegen die Gewerkschaften. So habe der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel indirekt zum Sturz von Schröder aufgerufen. Ja, der Rekurs auf die Fehler der Vorgängerregierung fehlt nicht -- aber auch nicht die Selbstkritik! So schreibt Schröder, dass der demografische Wandel nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, man den Slogan von Sozialminister Norbert Blüm "Die Rente ist sicher" noch übertrumpfen wollte. Und so geht es -- ein Wunder? -- in Entscheidungen auch um Fehlentscheidungen. Viel Platz nehmen die Darstellungen zum Kosovokrieg und der deutschen Beteiligung sowie zum Irakkrieg und der deutschen Nichtbeteiligung ein. Auch die Premieren eines deutschen Kanzlers bei den Feierlichkeiten zu den 60. Jahrestagen der Alliiertenlandung in der Normandie und zum 8./9. Mai in Moskau finden gebührende Erwähnung. Entscheidungen ist sicher kein sensationelles Buch. Es wird vermutlich auch nicht die Anwälte beschäftigen. Vielmehr ist es eine bewusst, vielleicht auch bemüht moderate Darstellung eines politischen Lebens. Das ist aber angesichts vergleichbarer (Selbst-)Deutungen einiger Kollegen sicher nicht das Schlechteste, sondern wirkt im Gegenteil fast wohltuend. Und so sind diese Memoiren zumindest in Bezug auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Selbstdarsteller Schröder dann doch eine kleine Sensation. --Mathias Voigt, Literaturtest
Schwerpunkt: die Regierungsjahre - offenbart Gerhard Schröder seine Sicht, seine Wahrheit, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.»Ich habe alles selber gemacht, mir hat keiner was geschenkt«, sagt Gerhard Schröder. Er hat seine Chancen genutzt: Aus bescheidenen Verhältnissen arbeitete er sich über Lehre und zweiten Bildungsweg bis ins höchste Regierungsamt vor. Als Kanzler riskierte er die Vertrauensfrage, um deutsche Soldaten zu einer Friedensmission ins Ausland zu schicken - und erntete damit höchste Anerkennung für sein Land. Überzeugt trotzte er später George W. Bush in der Irak-Frage. Um Deutschland fit zu machen für die globalisierte Welt, vollzog er die Abkehr von der bequemen Ideologie, der Staat sei für alles und jeden verantwortlich. »Entscheidungen« ist ein kämpferisches Resümee, das mit Kritik - auch Selbstkritik - nicht sparsam umgeht, und zugleich ist es das politische Vermächtnis eines entschlossenen Kämpfers für soziale Gerechtigkeit und ein geeintes, selbstbewusstes, friedliches Europa.
Schwerpunkt: die Regierungsjahre - offenbart Gerhard Schröder seine Sicht, seine Wahrheit, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.»Ich habe alles selber gemacht, mir hat keiner was geschenkt«, sagt Gerhard Schröder. Er hat seine Chancen genutzt: Aus bescheidenen Verhältnissen arbeitete er sich über Lehre und zweiten Bildungsweg bis ins höchste Regierungsamt vor. Als Kanzler riskierte er die Vertrauensfrage, um deutsche Soldaten zu einer Friedensmission ins Ausland zu schicken - und erntete damit höchste Anerkennung für sein Land. Überzeugt trotzte er später George W. Bush in der Irak-Frage. Um Deutschland fit zu machen für die globalisierte Welt, vollzog er die Abkehr von der bequemen Ideologie, der Staat sei für alles und jeden verantwortlich. »Entscheidungen« ist ein kämpferisches Resümee, das mit Kritik - auch Selbstkritik - nicht sparsam umgeht, und zugleich ist es das politische Vermächtnis eines entschlossenen Kämpfers für soziale Gerechtigkeit und ein geeintes, selbstbewusstes, friedliches Europa.
Gerhard Schröder. Und: "Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, Grenzen immer wieder an den Horizont zu verschieben."Er wächst in dem Dorf Talle in sehr einfachen, "beengenden und manchmal beklemmenden" Verhältnissen auf. "Das Gefüge von oben und unten war klar geregelt und Teil meiner Wirklichkeit. Ich war unten, und das wurde mir selbst in kleinen Details unter die Nase gerieben." Aber er duckt sich nicht. In ihm reift die Erkenntnis: Dieser kleinen Welt muss ich entkommen, und "nur Bildung und Ausbildung öffnet den Weg, der aus Talle hinausführt und Anerkennung bringen kann". Er paukt in der Abendschule für die Mittlere Reife, in Kollegs fürs Abitur, studiert Jura in Göttingen und wird schließlich Rechtsanwalt, sein Traumberuf.Zur gleichen Zeit entwickelt sich sein politischer Geist. Er tritt der SPD bei, weil dort, wie er schreibt, "am meisten von dem zu spüren war, was ich damals suchte: eine Partei, die sich mit der Klassenlage in der Gesellschaft nicht abfinden wollte". Er macht eine rasante Karriere als Politiker, wird zum Bundesvorsitzenden der Jungsozialisten gewählt, tritt im niedersächsischen Wahlkampf 1986 als Spitzenkandidat der SPD gegen Ernst Albrecht an, wird im zweiten Anlauf 1990 Ministerpräsident in Hannover an der Spitze der ersten stabilen rot-grünen Koalition und erringt in dieser Position 1994 sogar die absolute Mehrheit für seine Partei. Und dann, 1998, die Kulmination: Gerhard Schröder wird Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.
sich auf Leistung gründe, wie er, nun ja, eben selbstbewusst, in Entscheidungen schreibt. Memoiren, die in der rekordverdächtigen Zeit von einem Jahr entstanden sind. Zieht man den Vergleich zu seinem Vorgänger, hat er fünf Jahre weniger gebraucht. Helmut Kohl legte den ersten Band seiner Memoiren sechs Jahre nach der Wahlniederlage der CDU vor und hat es schon mit dem zweiten von drei Bänden auf mehr als 1.800 Seiten gebracht. Und was steht nun auf 500 Seiten Entscheidungen? Wer Biografisches erwartet, Anekdoten aus den Kindertagen etwa, wird enttäuscht werden. Es ist nichts Glückliches, was Gerhard Schröder über die Zeit im "Behelfsheim" in Bexten zu sagen hat, wo er mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem Stiefvater lebte. Die Distanz, die sich hier aufbaute, wurde mit der Zeit nicht kleiner -- so wählten eine Schwester und die Mutter später sogar die Grünen! Eine Tatsache, die Schröder offensichtlich sehr getroffen hat. Im Folgenden geht es nur noch um Politik, beziehungsweise um Schröder in der Politik. Denkt man an die Ausfälle des Noch-Kanzlers in der "Elefantenrunde" nach den vorgezogenen Wahlen 2005, geht es in Entscheidungen vergleichsweise harmlos zu. Positiv äußert sich Schröder zu einigen politischen Weggefährten oder Wegbereitern. Willy Brandt wird hervorgehoben, aber auch Hans-Jochen Vogel. Zeitweilig in einem schwierigen Verhältnis zu ihm stehend -- etwa als Schröder Lafontaine zum Parteivorsitzenden machen will --, äußert sich Schröder doch sehr respektvoll über Vogel. Das gilt in besonderem Maße auch für Erhard Eppler: Überaus integer und visionär sei dieser Vordenker der SPD. An Wladimir Putin beeindrucken Schröder am meisten seine Bescheidenheit und seine Fitness. Gut sei das für einen Politiker, der eines der schwersten Ämter habe, die auf der Welt zu vergeben seien. Und die Gegner? Ja, es gibt Spitzen gegen die Presse, mit der sich Schröder ja eigentlich nicht so schlecht verstand während seiner Amtszeiten. Ja, Schröder schreibt auch gegen die Gewerkschaften. So habe der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel indirekt zum Sturz von Schröder aufgerufen. Ja, der Rekurs auf die Fehler der Vorgängerregierung fehlt nicht -- aber auch nicht die Selbstkritik! So schreibt Schröder, dass der demografische Wandel nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, man den Slogan von Sozialminister Norbert Blüm "Die Rente ist sicher" noch übertrumpfen wollte. Und so geht es -- ein Wunder? -- in Entscheidungen auch um Fehlentscheidungen. Viel Platz nehmen die Darstellungen zum Kosovokrieg und der deutschen Beteiligung sowie zum Irakkrieg und der deutschen Nichtbeteiligung ein. Auch die Premieren eines deutschen Kanzlers bei den Feierlichkeiten zu den 60. Jahrestagen der Alliiertenlandung in der Normandie und zum 8./9. Mai in Moskau finden gebührende Erwähnung. Entscheidungen ist sicher kein sensationelles Buch. Es wird vermutlich auch nicht die Anwälte beschäftigen. Vielmehr ist es eine bewusst, vielleicht auch bemüht moderate Darstellung eines politischen Lebens. Das ist aber angesichts vergleichbarer (Selbst-)Deutungen einiger Kollegen sicher nicht das Schlechteste, sondern wirkt im Gegenteil fast wohltuend. Und so sind diese Memoiren zumindest in Bezug auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Selbstdarsteller Schröder dann doch eine kleine Sensation. --Mathias Voigt, Literaturtest
sich auf Leistung gründe, wie er, nun ja, eben selbstbewusst, in Entscheidungen schreibt. Memoiren, die in der rekordverdächtigen Zeit von einem Jahr entstanden sind. Zieht man den Vergleich zu seinem Vorgänger, hat er fünf Jahre weniger gebraucht. Helmut Kohl legte den ersten Band seiner Memoiren sechs Jahre nach der Wahlniederlage der CDU vor und hat es schon mit dem zweiten von drei Bänden auf mehr als 1.800 Seiten gebracht. Und was steht nun auf 500 Seiten Entscheidungen? Wer Biografisches erwartet, Anekdoten aus den Kindertagen etwa, wird enttäuscht werden. Es ist nichts Glückliches, was Gerhard Schröder über die Zeit im "Behelfsheim" in Bexten zu sagen hat, wo er mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem Stiefvater lebte. Die Distanz, die sich hier aufbaute, wurde mit der Zeit nicht kleiner -- so wählten eine Schwester und die Mutter später sogar die Grünen! Eine Tatsache, die Schröder offensichtlich sehr getroffen hat. Im Folgenden geht es nur noch um Politik, beziehungsweise um Schröder in der Politik. Denkt man an die Ausfälle des Noch-Kanzlers in der "Elefantenrunde" nach den vorgezogenen Wahlen 2005, geht es in Entscheidungen vergleichsweise harmlos zu. Positiv äußert sich Schröder zu einigen politischen Weggefährten oder Wegbereitern. Willy Brandt wird hervorgehoben, aber auch Hans-Jochen Vogel. Zeitweilig in einem schwierigen Verhältnis zu ihm stehend -- etwa als Schröder Lafontaine zum Parteivorsitzenden machen will --, äußert sich Schröder doch sehr respektvoll über Vogel. Das gilt in besonderem Maße auch für Erhard Eppler: Überaus integer und visionär sei dieser Vordenker der SPD. An Wladimir Putin beeindrucken Schröder am meisten seine Bescheidenheit und seine Fitness. Gut sei das für einen Politiker, der eines der schwersten Ämter habe, die auf der Welt zu vergeben seien. Und die Gegner? Ja, es gibt Spitzen gegen die Presse, mit der sich Schröder ja eigentlich nicht so schlecht verstand während seiner Amtszeiten. Ja, Schröder schreibt auch gegen die Gewerkschaften. So habe der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel indirekt zum Sturz von Schröder aufgerufen. Ja, der Rekurs auf die Fehler der Vorgängerregierung fehlt nicht -- aber auch nicht die Selbstkritik! So schreibt Schröder, dass der demografische Wandel nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, man den Slogan von Sozialminister Norbert Blüm "Die Rente ist sicher" noch übertrumpfen wollte. Und so geht es -- ein Wunder? -- in Entscheidungen auch um Fehlentscheidungen. Viel Platz nehmen die Darstellungen zum Kosovokrieg und der deutschen Beteiligung sowie zum Irakkrieg und der deutschen Nichtbeteiligung ein. Auch die Premieren eines deutschen Kanzlers bei den Feierlichkeiten zu den 60. Jahrestagen der Alliiertenlandung in der Normandie und zum 8./9. Mai in Moskau finden gebührende Erwähnung. Entscheidungen ist sicher kein sensationelles Buch. Es wird vermutlich auch nicht die Anwälte beschäftigen. Vielmehr ist es eine bewusst, vielleicht auch bemüht moderate Darstellung eines politischen Lebens. Das ist aber angesichts vergleichbarer (Selbst-)Deutungen einiger Kollegen sicher nicht das Schlechteste, sondern wirkt im Gegenteil fast wohltuend. Und so sind diese Memoiren zumindest in Bezug auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Selbstdarsteller Schröder dann doch eine kleine Sensation. --Mathias Voigt, Literaturtest
sich auf Leistung gründe, wie er, nun ja, eben selbstbewusst, in Entscheidungen schreibt. Memoiren, die in der rekordverdächtigen Zeit von einem Jahr entstanden sind. Zieht man den Vergleich zu seinem Vorgänger, hat er fünf Jahre weniger gebraucht. Helmut Kohl legte den ersten Band seiner Memoiren sechs Jahre nach der Wahlniederlage der CDU vor und hat es schon mit dem zweiten von drei Bänden auf mehr als 1.800 Seiten gebracht. Und was steht nun auf 500 Seiten Entscheidungen? Wer Biografisches erwartet, Anekdoten aus den Kindertagen etwa, wird enttäuscht werden. Es ist nichts Glückliches, was Gerhard Schröder über die Zeit im "Behelfsheim" in Bexten zu sagen hat, wo er mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem Stiefvater lebte. Die Distanz, die sich hier aufbaute, wurde mit der Zeit nicht kleiner -- so wählten eine Schwester und die Mutter später sogar die Grünen! Eine Tatsache, die Schröder offensichtlich sehr getroffen hat. Im Folgenden geht es nur noch um Politik, beziehungsweise um Schröder in der Politik. Denkt man an die Ausfälle des Noch-Kanzlers in der "Elefantenrunde" nach den vorgezogenen Wahlen 2005, geht es in Entscheidungen vergleichsweise harmlos zu. Positiv äußert sich Schröder zu einigen politischen Weggefährten oder Wegbereitern. Willy Brandt wird hervorgehoben, aber auch Hans-Jochen Vogel. Zeitweilig in einem schwierigen Verhältnis zu ihm stehend -- etwa als Schröder Lafontaine zum Parteivorsitzenden machen will --, äußert sich Schröder doch sehr respektvoll über Vogel. Das gilt in besonderem Maße auch für Erhard Eppler: Überaus integer und visionär sei dieser Vordenker der SPD. An Wladimir Putin beeindrucken Schröder am meisten seine Bescheidenheit und seine Fitness. Gut sei das für einen Politiker, der eines der schwersten Ämter habe, die auf der Welt zu vergeben seien. Und die Gegner? Ja, es gibt Spitzen gegen die Presse, mit der sich Schröder ja eigentlich nicht so schlecht verstand während seiner Amtszeiten. Ja, Schröder schreibt auch gegen die Gewerkschaften. So habe der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel indirekt zum Sturz von Schröder aufgerufen. Ja, der Rekurs auf die Fehler der Vorgängerregierung fehlt nicht -- aber auch nicht die Selbstkritik! So schreibt Schröder, dass der demografische Wandel nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, man den Slogan von Sozialminister Norbert Blüm "Die Rente ist sicher" noch übertrumpfen wollte. Und so geht es -- ein Wunder? -- in Entscheidungen auch um Fehlentscheidungen. Viel Platz nehmen die Darstellungen zum Kosovokrieg und der deutschen Beteiligung sowie zum Irakkrieg und der deutschen Nichtbeteiligung ein. Auch die Premieren eines deutschen Kanzlers bei den Feierlichkeiten zu den 60. Jahrestagen der Alliiertenlandung in der Normandie und zum 8./9. Mai in Moskau finden gebührende Erwähnung. Entscheidungen ist sicher kein sensationelles Buch. Es wird vermutlich auch nicht die Anwälte beschäftigen. Vielmehr ist es eine bewusst, vielleicht auch bemüht moderate Darstellung eines politischen Lebens. Das ist aber angesichts vergleichbarer (Selbst-)Deutungen einiger Kollegen sicher nicht das Schlechteste, sondern wirkt im Gegenteil fast wohltuend. Und so sind diese Memoiren zumindest in Bezug auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Selbstdarsteller Schröder dann doch eine kleine Sensation. --Mathias Voigt, Literaturtest
sich auf Leistung gründe, wie er, nun ja, eben selbstbewusst, in Entscheidungen schreibt. Memoiren, die in der rekordverdächtigen Zeit von einem Jahr entstanden sind. Zieht man den Vergleich zu seinem Vorgänger, hat er fünf Jahre weniger gebraucht. Helmut Kohl legte den ersten Band seiner Memoiren sechs Jahre nach der Wahlniederlage der CDU vor und hat es schon mit dem zweiten von drei Bänden auf mehr als 1.800 Seiten gebracht. Und was steht nun auf 500 Seiten Entscheidungen? Wer Biografisches erwartet, Anekdoten aus den Kindertagen etwa, wird enttäuscht werden. Es ist nichts Glückliches, was Gerhard Schröder über die Zeit im "Behelfsheim" in Bexten zu sagen hat, wo er mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem Stiefvater lebte. Die Distanz, die sich hier aufbaute, wurde mit der Zeit nicht kleiner -- so wählten eine Schwester und die Mutter später sogar die Grünen! Eine Tatsache, die Schröder offensichtlich sehr getroffen hat. Im Folgenden geht es nur noch um Politik, beziehungsweise um Schröder in der Politik. Denkt man an die Ausfälle des Noch-Kanzlers in der "Elefantenrunde" nach den vorgezogenen Wahlen 2005, geht es in Entscheidungen vergleichsweise harmlos zu. Positiv äußert sich Schröder zu einigen politischen Weggefährten oder Wegbereitern. Willy Brandt wird hervorgehoben, aber auch Hans-Jochen Vogel. Zeitweilig in einem schwierigen Verhältnis zu ihm stehend -- etwa als Schröder Lafontaine zum Parteivorsitzenden machen will --, äußert sich Schröder doch sehr respektvoll über Vogel. Das gilt in besonderem Maße auch für Erhard Eppler: Überaus integer und visionär sei dieser Vordenker der SPD. An Wladimir Putin beeindrucken Schröder am meisten seine Bescheidenheit und seine Fitness. Gut sei das für einen Politiker, der eines der schwersten Ämter habe, die auf der Welt zu vergeben seien. Und die Gegner? Ja, es gibt Spitzen gegen die Presse, mit der sich Schröder ja eigentlich nicht so schlecht verstand während seiner Amtszeiten. Ja, Schröder schreibt auch gegen die Gewerkschaften. So habe der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel indirekt zum Sturz von Schröder aufgerufen. Ja, der Rekurs auf die Fehler der Vorgängerregierung fehlt nicht -- aber auch nicht die Selbstkritik! So schreibt Schröder, dass der demografische Wandel nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, man den Slogan von Sozialminister Norbert Blüm "Die Rente ist sicher" noch übertrumpfen wollte. Und so geht es -- ein Wunder? -- in Entscheidungen auch um Fehlentscheidungen. Viel Platz nehmen die Darstellungen zum Kosovokrieg und der deutschen Beteiligung sowie zum Irakkrieg und der deutschen Nichtbeteiligung ein. Auch die Premieren eines deutschen Kanzlers bei den Feierlichkeiten zu den 60. Jahrestagen der Alliiertenlandung in der Normandie und zum 8./9. Mai in Moskau finden gebührende Erwähnung. Entscheidungen ist sicher kein sensationelles Buch. Es wird vermutlich auch nicht die Anwälte beschäftigen. Vielmehr ist es eine bewusst, vielleicht auch bemüht moderate Darstellung eines politischen Lebens. Das ist aber angesichts vergleichbarer (Selbst-)Deutungen einiger Kollegen sicher nicht das Schlechteste, sondern wirkt im Gegenteil fast wohltuend. Und so sind diese Memoiren zumindest in Bezug auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Selbstdarsteller Schröder dann doch eine kleine Sensation. --Mathias Voigt, Literaturtest
sich auf Leistung gründe, wie er, nun ja, eben selbstbewusst, in Entscheidungen schreibt. Memoiren, die in der rekordverdächtigen Zeit von einem Jahr entstanden sind. Zieht man den Vergleich zu seinem Vorgänger, hat er fünf Jahre weniger gebraucht. Helmut Kohl legte den ersten Band seiner Memoiren sechs Jahre nach der Wahlniederlage der CDU vor und hat es schon mit dem zweiten von drei Bänden auf mehr als 1.800 Seiten gebracht. Und was steht nun auf 500 Seiten Entscheidungen? Wer Biografisches erwartet, Anekdoten aus den Kindertagen etwa, wird enttäuscht werden. Es ist nichts Glückliches, was Gerhard Schröder über die Zeit im "Behelfsheim" in Bexten zu sagen hat, wo er mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem Stiefvater lebte. Die Distanz, die sich hier aufbaute, wurde mit der Zeit nicht kleiner -- so wählten eine Schwester und die Mutter später sogar die Grünen! Eine Tatsache, die Schröder offensichtlich sehr getroffen hat. Im Folgenden geht es nur noch um Politik, beziehungsweise um Schröder in der Politik. Denkt man an die Ausfälle des Noch-Kanzlers in der "Elefantenrunde" nach den vorgezogenen Wahlen 2005, geht es in Entscheidungen vergleichsweise harmlos zu. Positiv äußert sich Schröder zu einigen politischen Weggefährten oder Wegbereitern. Willy Brandt wird hervorgehoben, aber auch Hans-Jochen Vogel. Zeitweilig in einem schwierigen Verhältnis zu ihm stehend -- etwa als Schröder Lafontaine zum Parteivorsitzenden machen will --, äußert sich Schröder doch sehr respektvoll über Vogel. Das gilt in besonderem Maße auch für Erhard Eppler: Überaus integer und visionär sei dieser Vordenker der SPD. An Wladimir Putin beeindrucken Schröder am meisten seine Bescheidenheit und seine Fitness. Gut sei das für einen Politiker, der eines der schwersten Ämter habe, die auf der Welt zu vergeben seien. Und die Gegner? Ja, es gibt Spitzen gegen die Presse, mit der sich Schröder ja eigentlich nicht so schlecht verstand während seiner Amtszeiten. Ja, Schröder schreibt auch gegen die Gewerkschaften. So habe der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel indirekt zum Sturz von Schröder aufgerufen. Ja, der Rekurs auf die Fehler der Vorgängerregierung fehlt nicht -- aber auch nicht die Selbstkritik! So schreibt Schröder, dass der demografische Wandel nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, man den Slogan von Sozialminister Norbert Blüm "Die Rente ist sicher" noch übertrumpfen wollte. Und so geht es -- ein Wunder? -- in Entscheidungen auch um Fehlentscheidungen. Viel Platz nehmen die Darstellungen zum Kosovokrieg und der deutschen Beteiligung sowie zum Irakkrieg und der deutschen Nichtbeteiligung ein. Auch die Premieren eines deutschen Kanzlers bei den Feierlichkeiten zu den 60. Jahrestagen der Alliiertenlandung in der Normandie und zum 8./9. Mai in Moskau finden gebührende Erwähnung. Entscheidungen ist sicher kein sensationelles Buch. Es wird vermutlich auch nicht die Anwälte beschäftigen. Vielmehr ist es eine bewusst, vielleicht auch bemüht moderate Darstellung eines politischen Lebens. Das ist aber angesichts vergleichbarer (Selbst-)Deutungen einiger Kollegen sicher nicht das Schlechteste, sondern wirkt im Gegenteil fast wohltuend. Und so sind diese Memoiren zumindest in Bezug auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Selbstdarsteller Schröder dann doch eine kleine Sensation. --Mathias Voigt, Literaturtest
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..."das herz schlägt links" von oskar lafontaine ist für mich das beste buch, das politik real darstellt. in sinem buch "das herz schlägt links" beschreibt oskar lafontaine sehr genau, wieviele "umfaller" es in der politik gibt. desweiteren wird dargestellt, wie z.b. gerhard schröder sich das recht herausnimmt, entscheidungen über den kopf oskar lafontaine´s hinweg zu fällen und die absprachen mit ihm nicht zu beachten. ich sage hierzu nur bodo hombach.
in "das herz schlägt links" wird zudem die wirtschafts und finanzpolitik der bundesregierung geschilert. diese politik wurde von der wirtschaft und der industrie jedoch abgeleht, nur weil sie von der spd kam.
hier geht es hauptsächlich um die herren stihl, henkel, hundt und philipp.
dies ist wieder ein eindeutiges beispiel dafür, dass die wirtschaft und insbesondere die industrie verlogen...
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