EpiPoint Stabilbandage

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Hilfsmuskel aus Stahl

4  18.09.2002

Pro:
Schmerzen lassen nach

Kontra:
Bei zu starkem Anziehen gibt es Druckstellen

Empfehlenswert: Ja 

Klaus Alfred

Über sich: Nach einer längeren Pause bin ich wieder dabei. Zum Wiedereinstieg stelle ich noch einmal meine Typo...

Mitglied seit:18.11.1999

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 110 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wie viele Berufskollegen habe ich nie richtig gelernt, meine zehn Finger auf der Schreibmaschine sinnvoll und nach den Regeln der Kunst einzusetzen. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre mein Adlersuchsystem vervollkommnet, so dass ich inzwischen auch damit leidlich schnell Artikel für Kunden oder Berichte bei Ciao schreibe. Dabei hilft natürlich die Word-Rechtschreibprüfung.

Ich benutze vor allem meine beiden Zeigefinger und lege entgegen dem Rat von Orthopäden die Handballen nicht auf. Da ich aber täglich mindestens vier Stunden dienstlich in die Tastatur hacke und oft noch zwei Stündchen für Ciao und Dooyoo drauf gehen, ist es kein Wunder, dass ich Schmerzen in den Unterarmen bekomme, vor allem im zusätzlich durch die Maus stark beanspruchten rechten Handgelenk.

Vor einigen Monaten waren die so schlimm geworden, dass ich meinen Orthopäden aufsuchte und schon befürchtete, er werde meinen rechten Arm völlig still legen. Dr. W. ließ sich von mir meine Beschwerden erklären, schüttelte bedenklich mit dem Kopf und wollte von mir wissen, ob ich denn mal einige Zeit aufs Schreiben verzichten könne. Nein, kann ich nicht. Wie sollen mein Arbeitgeber und meine Leser bei Ciao und Dooyoo denn ohne mich auskommen?

Also verschrieb Dr. W. mir eine EpiPoint-Unterarmbandage von der Firma Bauerfeind und gab mir das hellgrau-blaue Stück gleich mit. (Wollen wir großzügig darüber hinweg schauen, dass er mir fälschlich empfahl, die Bandage so fest zu ziehen, bis die rote Markierung deutlich zu sehen ist.) Später kam dann die Rechnung. 45,32 Euro einschließlich Mehrwertsteuer stellt mir ein Dienstleistungszentrum für das Gesundheitswesen in Rechnung, das sich offenbar einen interessanten Vertriebsweg über die Ärzte eröffnet hat. (Ich schlug mir die Frage aus dem Kopf, was Dr. W. wohl daran verdient hatte.)

Aber jetzt muss ich wohl mal erläutern, wie die EpiPoint-Bandage konstruiert ist und wie sie wirkt. Laut Hersteller ist sie gar keine Bandage, sondern eine "Epicondylitisspange zur lokalen Druckausübung auf Muskelbauch-Sehnen im Unterarmbereich". Die Spange besteht aus einer Kunststoffeinlage und einem darin integrierten Stahlbügel. Überzogen ist das ganze mit schadstoffgeprüften Textilien. Außerdem hat die Spange eine so genannte Pelotte, die fürs Tragen am rechten oder am linken Arm eingestellt werden kann.

Dr. W. hatte mir bereits gezeigt, wie das geht: Ich drehe also die Pelotte, den beweglichen Teil, bis in einem kleinen Sichtfenster entweder der Buchstabe R oder das L zu sehen ist. Fixiert wird die richtige Position durch einen Klettpunkt. Dann streife ich mir die noch lockere Spange über den Unterarm, platziere sie rund fünf Zentimeter unterhalb des Ellbogens und ziehe den Klettverschluss fest. Dabei sollte ich den Arm auf einen Tisch legen, denn dann habe ich besseren Widerstand beim Festziehen. Entgegen den Ratschlägen von Dr. W. sollte man die Spange nur so weit festziehen, dass die rote Markierung noch nicht zu sehen ist. Das wusste ich anfang noch nicht, und so bekam aich am Arm hässliche Druckstellen.

Die Spange übt Druck auf den Muskel aus, was merkwürdigerweise dazu führt, dass der Schmerz im Handgelenk nachlässt. Dr. W. hat mir zwar erklärt, wie das funktioniert. Aber verstanden habe ich das nicht. Hauptsache, es wirkt. Und das tut es wirklich. Solange ich das Stück beim Schreiben regelmäßig benutze, verschwinden die Schmerzen. Auch nachdem ich die Bandage ablege, bleiben das Handgelenk und der Unterarm schmerzfrei.

Da nach meinem Dafürhalten die Bandage (für Insider: anders als Katers Kniebandage) nicht sehr sexy wirkt, habe ich sie im Sommer seltener getragen, weil sie bei einem kurzen Hemd nicht zu verbergen ist. Eigentlich tat ich das nur, wenn die Schmerzen wieder aufkamen, weil ich neben meiner beruflichen Arbeit unbedingt noch einen Bericht für Ciao oder Dooyoo schreiben wollte.

Für mich ist es selbstverständlich, dass die Bandage nicht bei Hauterkrankungen oder -verletzungen getragen werden soll. In der übersichtlichen Gebrauchsanweisung heißt es, auch bei Lymphabfluss- oder Empfindungsstörungen und Krampfadern sei davon abzuraten. Krampfadern? Ich habe noch nie von Krampfadern im Unterarm gehört.

In der mehrsprachigen Gebrauchsanleitung wird ferner beschrieben, wie die Bandage gewaschen (bei 30 Grad mit einem Feinwaschmittel) und entsorgt werden kann (über ein örtliches Wertstoffsammelsystem). Ich befürchte, ehe es so weit ist und ich mich von ihr trenne, wird noch einige Zeit vergehen. Denn schließlich will ich noch viele Berichte schreiben, und die Rente ist auch noch nicht in Sicht.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sindimindi

sindimindi

26.03.2004 18:36

War ein interessanter Beitrag - zumal ich selbst auch mit (vorwiegend) zwei Finger schreibe...bei mir liegt der Handballen übrigens auch nicht auf! Da fällt mir noch ein alberner Spruch ein: Tackern für die Rente...*lach* LG, Roland

Quinten

Quinten

31.10.2002 01:50

Eine Epicondylitis ist dem Volskmund eher unter dem unschönen Namen "Tennisarm" bekannt. Wenn ich mich recht an die Anfänge meines Studiums erinnere, dann muss der Arm beim Tippen besonders viel Haltearbeit leisten, was in jedem Fall unphysiologisch ist. Du schreibst ferner, dass du nur mit zwei Fingern tippst, dann wirst du wohl die anderen Finger gen Handballen ziehen, was die Muskeln ebenfalls stark fordert. Aber warum legst du die Handgelenke nicht auf, oder kaufst dir ein Gel-Pad ? Komprimiert man einen Muskel, z.B. durch Bandagen, ist die Kontraktionskraft sogar etwas erhöht, bei gleichzeitiger Schonung der Muskulatur. Muskelphsyiologie ist ziemlich kompliziert. Gruß Quinten

Emmanuelle_Kant

Emmanuelle_Kant

30.09.2002 17:59

Also, die Bandagen kannte ich noch nicht - wohl aber die schmerzen! Allerdings habe ich mir irgendwann ein Grafik-Tablett angeschafft, und benutze es abwechelnd als Alternative zur Maus. Dadurch belaste ich mein Gelenk nicht so dauerhaft einseitig. Seidem muss ich schon wirklich Extrem-Tipping betreiben, um mir diese Schmerzen einzufangen. Obendrein hält man mein Tablettchen für cool, das ist weniger unsexy als sone Bandage.

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