Nehm se nen Alten
12.11.2010
Pro:
Die Zuverlässigkeit in Person .
Kontra:
Unter Windows 7 nur trickreich zur Mitarbeit zu bewegen .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Scan-Qualität:
Geschwindigkeit
Benutzerfreundlichkeit
Installation
Verarbeitung
Bedienungsanleitung
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 Mr_Andrew
Über sich:
Studierter Meteorologe (= Wetterfrosch) und damit natürlich prädestiniert für fachmännische Bericht...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 74 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit manchen Dingen ist es wie verhext: Sie gehen einfach nicht kaputt, obwohl man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass man sie endlich durch etwas Moderneres ersetzen kann. Bestes Beispiel dafür sind alte Röhrenfernseher und Radiowecker. Andere Sachen wiederum sind unverwüstlich und zuverlässig und tun ihr Ding seit Jahr und Tag und man mag sie einfach nicht mehr missen. Ein leuchtendes Beispiel für letzteres ist mein altgedienter und getreuer Scanner Epson Stylus Perfection 1200U. Erstaunlich, dass schon in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, ein gewisser Otto Reutter ein Couplet zum Besten gab, welches nur leicht umgestellt und gekürzt wie ein Erfahrungsbericht klingt und daher heute auch die Ehre hat, titelgebend meinem Aufsatz voranzustehen:
Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten, Der ist froh wenn sie'n behalten Drum, könn' sie keinen jüngeren haben, Nehm se sich nen alten Knaben Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten, Ist er'n bischen aufgefrischt Ist er besser oft wie'n junger Und stets besser als wie nischt.
Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten, Der ist stets gut auszuhalten Der ist treu in Ewigkeit Wird immer treuer mit der Zeit. ... echt geili, oder? *gg*
Mit meinem heutigen Erfahrungsbericht möchte ich in die Fußstapfen von Otto Reuter treten und meinem Scanner und all seinen anderen technischen Kollegen, die in unserer schnelllebigen Zeit trotz Hype um iPhone, iMac, iTunes, iPad, iEierbecher und wie sie alle heißen mögen ihre Daseinsberechtigung haben, ein kleines Denkmal setzen. Denn als Kaufberatung ist ein Bericht über ein 10 Jahre altes Gerät sicher eher weniger geeignet. Dafür kommt der Aspekt ERFAHRUNG umso stärker zum Tragen. Oh Mann, was war ich stolz damals, als ich kurz vor Weihnachten 2000 meinen neuen Scanner aus dem Mediamarkt abschleppte. Ich hatte nämlich nicht irgendeinen Preishit ergaunert, sondern ein für die damalige Zeit in Testberichten äußerst positiv beleumundetes Gerät. Weniger als 400 DM habe ich dafür hingeblättert und rückblickend betrachtet, muss bzw. kann ich feststellen, dass ich selten zuvor oder danach noch eine ähnlich zukunftssichere Investition in ein technisches Gerät getätigt habe.
Rein optisch ist mein Epson Scanner nicht so der Hingucker: ein rechteckiger Kasten in diesem "lebensfrohen" Computer-Beige-Grau. Muss er aber auch gar nicht, da es mir auf die inneren Werte ankommt und ich zum Angeben ganz andere Kaliber von Rechenknechten im Arbeitszimmer stehen habe (siehe Bericht Rock me like a Hyrican). Die Abmessungen fallen mit 287 x 425 x 89 mm (B x T x H) gar nicht mal so üppig aus (gerät mit zunehmenden Alter - ganz anders als beim Menschen - auch nicht weiter außer Form *fg*), allenfalls um die Taille, also in der Höhe, ist er deutlich fülliger als dieses schnöselige Scanner-Jungvolk. Trotzdem zählt er immer noch zur Klasse der Flachbett Scanner (nicht zu verwechseln mit Dünnbrett Bohrern *g*). Wie so ein Ding funktioniert, muss ich ja hoffentlich keinem genauer erklären. >> Klappe auf >> Geheimdokument auf die Glasscheibe gelegt >> Klappe zu >> Knopf gedrückt >> eine Licht-Leseeinheit summt so hin und her >> mysteriöse fotoelektrische Umwandlung im CCD-Sensor >> Daten werden durch das USB-Kabel gebeamt >> und Zack schon sieht man es auf den Monitor.
Beherrscht heute jedes Kind und selbst mein oller Epson verdient das Prädikat: "Einfachste Bedienung", denn daran hat sich in den vergangenen 10 Jahren nichts geändert. Selbst so einen tollen Push-Button hat mein Scanner schon (mit seinem unschuldigen Blau neben dem Firmenlogo übrigens der einzige sichtbare Farbklecks). 1200 x 2400 dpi optische Auflösung locken heutzutage niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, wobei die dicke ausreichend sind und die heutzutage üblichen 4800 dpi zumeist deutlich über der Qualität des Ausgangsmaterials liegen. Der maximale Scanbereich beträgt 216 x 297 mm, also A4 damit ergeben sich ca. 35,78 effektive Megapixel. Wer sich vor Augen hält, wie riesig beispielsweise Fotos einer 10 Megapixel-Kamera sind, dem sollte schnell klar werden, dass die Jagd nach immer höhren Auflösungen im Scannerbereich für den Privatmenschen der reinste Humbug ist.
Was meinen alten Freund auch heutzutage konkurrenzfähig erscheinen lässt, ist die wirklich angenehm hohe Geschwindigkeit beim Scanvorgang. Nach weniger als 5 Sekunden ist die Scan-Vorschau erledigt. Ein A4-Bild ist in voller Farbtiefe (36 bit) bei 300dpi in ca. 50 Sekunden gescannt, dasselbe in Monochrom dauert wenig mehr als 10 Sekunden. Die Twain-Software bietet eine ganze Palette an Modi, es kann gezoomt und entrastert werden und gleich beim Scanvorgang können diverse Manipulationen beauftragt werden. Das A und O ist aber im Normalfall eine farbgetreue Widergabe des Originalmaterials und das bekommt der Epson Perfection 1200U wie es der Name Perfection schon suggeriert wahrlich perfekt hin. Optional waren seinerzeit noch ein Diaaufsatz und ein separater Einzelblatteinzug erhältlich. Hab ich nicht, brauch ich nicht. Auch die beiliegende Software (Epson Instant Photo Print, Adobe PageMill, Xerox Textbridge Classic, Adobe PhotoDeLuxe) ist inzwischen längst ein Fall für den Sondermüll, denn unterstützt wurden von Hause aus nur folgende Betriebssysteme: Mac OS Classic 7.6.1, Windows NT, Windows 95, Windows 98. Später konnte man per Internet noch die Treiber für Windows 2000 herunterladen, aber das war's denn auch schon.
Windows XP kam zumindest damit noch klar, aber Windows 7 64-Bit hatte eigentlich so überhaupt keine Lust mit so einem Oldie noch zusammen arbeiten zu müssen und verweigerte mürrisch die gewohnte automatische Erkennung des USB-Gerätes. Aber ich würde mich wohl kaum einen Computer-Spezi nennen lassen, wenn mich so ein bockiges Verhalten abschrecken würde. Ein bisschen Überzeugungsarbeit, etwas Fingerspitzengefühl und letztlich die besseren Argumente ließen den widerborstigen Sprössling von Bill Gates letztlich einknicken. Und so hat mein Epson Perfection nun schon drei PCs und ebenso viele Betriebssysteme kommen und gehen gesehen und ist immer noch da. Und das ist auch gut so. Von mir hat er jedenfalls ein unbefristetes Bleiberecht eingeräumt bekommen. Sollte jetzt tatsächlich noch jemand ein Lüstchen auf diesen treuen Scanner-Veteranen verspüren, so kann er z.B. auf Ebay immer noch fündig werden, wo man für ihn so zwischen 25 und 50 Euro hinblättern muss. Dass dies aber kein zum Fenster rausgeschmissenes Geld ist, davon konnte ich Euch hoffentlich mit meinem Erfahrungsbericht überzeugen.
Euer zumindest in Scanner-Fragen sentimental-konservativer Computer-Spezi Andrew
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So, und um meinen Kurzbericht gleich noch einen gewissen Mehrwert zu verleihen, hier eine kurze Beschreibung, wie dieser Veteran auch unter Windows 7 64-Bit zur Mitarbeit zu bewegen ist: Von der Epson-Homepage oder einer anderen Quelle im Internet den aktuellen Twain-Treiber für den Epson Perfection 2400 herunterladen. Den über USB mit dem PC verbundenen Epson Perfection 1200U anschalten und im Gerätemanager, den mit einem gelben Ausrufungszeichen gebrandmarkten Oldie per Hand den eigentlich für einen deutlich jüngeren Kollegen programmierten Treiber unterjubeln. Gerne danach noch umbenennen, damit keine Irritationen bei anderen Benutzern auftreten. That's it! Klingt einfach, ist es auch, aber man muss erst mal den passenden Alternativtreiber ausknobeln.
Fazit: Ist er'n bischen aufgefrischt. - Ist er besser wie'n junger. - Und stets besser als wie nischt.
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09.01.2011 09:05
Sorry, hat länger gedauert als geplant ;o)
16.11.2010 08:17
Was ich von "Alten" halte, hab ich dir ja bereits anderswo mitgeteilt *g* - hier gibt´s noch ein BH. LG Ceridwen
15.11.2010 11:05
nehm se nen Alten soso, Bh Nachreichung