Epson Pro 3800 - Professioneller Fotodruck
11.11.2008
Pro:
Design, Betriebskosten, Hochwertiger Druck, Pigmenttinte, geringe Gerätegröße
Kontra:
keine Canvasverarbeitung, machmal Einzugsprobleme
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Druckqualität
Geschwindigkeit
Benutzerfreundlichkeit
Betriebskosten
Support/Service
mehr
 Pedro24
Über sich:
Mitglied seit:25.04.2002
Erfahrungsberichte:7
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Persönlicher Erfahrungsbericht und Informationen zum Profidrucker Epson Stylus Pro 3800. Auf technische Angaben wird hier bewusst verzichtet, da diese auf der Herstellerseite abrufbar sind (http://www.epson.de).
Inhalt: 1. Kaufentscheidung 2. Optik / Haptik 3. Druckmedien 4. Druckqualität 5. Tintenverbrauch 6. Fazit 7. Nützliche Internetseiten
1. Kaufentscheidung Warum Epson, warum der Stylus Pro 3800?
Nun, wer sich mit digitaler Fotografie beschäftigt und seine Motive nicht nur auf dem Monitor betrachten möchte, wird hin und wieder das ein oder andere Bild zum Ausbelichter bringen oder über das Internet ausbelichten bzw. printen lassen. Und wer darüber hinaus etwas Unabhängigkeit möchte, wird über kurz oder lang über Prints in eigener Herstellung mit guter Qualität nachdenken. Die ein oder andere Frage stellt sich, zur Größe des Geräts, zur Größe der Papierformate, laufende Kosten, der Qualität der Prints oder auch das Design des Druckers selbst.
Nachdem ich in verschiedenen Foren, Zeitschriften und Testberichten immer wieder gelesen habe, dass Epson mit seinen Druckern Marktführer und im Printbereich die Nr. 1 sein soll, ist die erste Orientierung für mich gegeben gewesen. Es stellte sich weiterhin die Frage, ob es alternative Lösungen für Verbrauchsmaterialien wie der Tinte gibt, um die laufenden Kosten zu senken. Nachdem ich diese Informationen gesammelt habe, entschied ich mich vor einigen Monaten zunächst für den Epson Stylus Photo 2400 und bestellte gleich ein alternatives Tintensystem in Form von Patronen mit Nachfülltinte. Diese Komponenten waren nicht zufriedenstellend.
Der 2400er an sich wird seine Arbeit grundsätzlich sehr gut machen, in Verbindung mit einem alternativen Tintensystem aber hatte ich nur Komplikationen. Luft in den Patronen etc. haben ständig zu Fehldrucken geführt. Auf Grund des Kostenfaktors hinsichtlich der Originalpatronen für den Epson 2400 (ca. 84,- EUR für 100 ml Tinte) kam der Betrieb mit solchen für mich nicht in Frage. Nach weiteren Überlegungen ging die Entscheidung hin zum Pro 3800 und einer Verwendung von Originalpatronen (ca. 51,- EUR für 100 ml Tinte). Schließlich sind die Patronen kostengünstiger und es besteht die Option nun auch bis zum Format DIN A2+ zu drucken.
Den Drucker gab es bei der Fa. Imaging-One für 1.204,- EUR inkl. einem Patronensatz. 2. Optik / Haptik
Das Gerät hinterlässt insgesamt einen optisch guten Eindruck. Farblich schlicht gehalten mit teils hochglänzenden Oberflächen und insgesamt ansprechend. Es ist alles in Kunststoff gehalten, wobei die Papierhalterung beim Einzelblatteinzug komplett ausgefahren einen etwas wackeligen Eindruck macht, es aber dennoch keinen Grund zur Sorge
Bilder von Epson Stylus Pro 3800
gibt. Ebenso verhält es sich mit der Halterung für die ausgeworfenen Drucke.
Für den Preis könnte man sich bei den genannten Komponenten vielleicht etwas mehr Qualität wünschen, aber wie gesagt, kein Grund zur Sorge. 3. Druckmedien
Verarbeitet werden können sämtliche Papiere vom Format DIN A6 bis DIN A2+ in Form von Einzelblättern. Eine Rollenhalterung ist bei diesem Drucker nicht vorgesehen. Somit ist man auf Einzelblätter angewiesen, was für mich kein Problem darstellt. In einer Testpackung von Epson-Papieren, welche mit dem Drucker geliefert wurde, befand sich unter anderem ein Blatt "Epson Water Resistant Matte Canvas" (Leinwand) in einer Größe von DIN A3+ . Gleich hier sei gesagt, dass der Drucker erfahrungsgemäß nicht für den Druck auf Leinwand ausgelegt ist. Da eine Leinwand in sich nicht stabil ist, können hiermit gravierende Probleme auftreten. So konnte die mitgelieferte Leinwand aus dem Testpack über den vorderen manuellen Einzug - und nur über diesen - gedruckt werden, eine selbst zugeschnittene von der Rolle jedoch nicht. Hier kam es zu Einzugs- bzw. Ausgabefehlern und ging sogar so weit, dass sich das Papier unglücklich verhakte. Von einer Verwendung kann ich daher nur abraten. Sollten Sie wider Erwarten ohne Probleme auf (bestimmter) Leinwand drucken können, bin ich über jeden Hinweis dankbar.
Der hintere manuelle Einzug ist speziell für diverse Fineartmedien konzipiert (z.B. Epson Velvet Fine Art Paper) und zieht hin und wieder nicht korrekt ein. Es scheint, als würden die Einzugsrollen das eingelegte Papier manchmal nicht richtig greifen. Da ist dann Nachhilfe bzw. Nachdruck angesagt. Alternativ kann über den vorderen manuellen Einzug gedruckt werden, der abgesehen vom automatischen Einzug (für Medien bis ca. 300 g) gut funktioniert. Es ist darauf zu achten, dass das Medium für diesen Einzug recht starr, eben und nicht gebogen ist, da es sonst zu Ausgabeproblemen kommen kann.
Bis auf den Leinwanddruck habe ich sonst keine negativen Erfahrungen machen können, wenn die bereits genannten Regeln eingehalten werden. 4. Druckqualität
Gute Daten vorausgesetzt, macht der Drucker seine Arbeit hervorragend. Ob z.B. die Daten in Photoshop hochgerechnet oder vom Drucker aus gedehnt werden, die Ergebnisse sind gut. Der Treiber ist im großen und ganzen übersichtlich und lässt eine Vielzahl an Einstellungen zu. Empfehlenswert für Schwarz-Weiß Prints ist der Druck über den Druckertreiber mit der Option "Optimierter SW-Druck". Hier treten wirklich sehr gute Ergebnisse zum Vorschein.
Für den Druck von Farbfotos nutze ich Druckerprofile, welche entweder von Seiten der Papierhersteller zur Verfügung gestellt werden oder auch individuell angefertigt wurden. Exkurs Farbmanagement (Monitor und Drucker):
Es wird zur Zeit viel über Farbmanagement geredet, gar ein Hype ist entstanden was dieses Gebiet angeht. So war ich vor ca. einem Jahr auch ganz angetan und musste alles dafür haben und wollte meinen Perfektionismus auch auf dieses Thema übertragen. So kaufte ich mir einen "Spyder2Express" um meinen Monitor zu kalibrieren. Dies war noch nicht so ganz mein Geschmack, weil alles automatisch abläuft und der nächste Schritt war ein "Eye One Display 2". So, zufrieden. Jetzt wird einem überall angeraten, natürlich auch individuelle Druckerprofile erstellen zu lassen. So gut so schön, klar habe ich da auch zugeschlagen und für meinen Canon IP 4300, nachher dann für den 3800er etwas anfertigen lassen. Kosten über Kosten, muss das alles sein? Monitorkalibrierung und -profilierung: Ja! Dies macht definitiv Sinn und ist für einen kontrollierten Workflow sinnvoll und notwendig. Diese Ausgaben müssen sein. Gleichwohl muss man sich darüber im klaren sein, dass der Monitor dann zwar im Grunde korrekte, aber noch lange nicht alle Farben anzeigt. So haben viele Monitore in bestimmten Farbbereichen Probleme und zeigen, z.B. wie bei mir, nicht alle Rottöne an, was sich im Druck bemerkbar macht. Notwendig ist daher ein geeigneter Bildschirm für eine korrekte Druckausgabe.
Druckerprofilierung: JEIN. Auf den 3800er bezogen liefert Epson bereits gute Profile für die eigenen Papiere mit, die ohne Bedenken genutzt werden können. Diese Prints stimmen schon sehr gut mit der kalibrierten Bildschirmansicht überein. Wer darüberhinaus mit anderen Papieren arbeitet, findet auf den Herstellerseiten der namhaften Papieranbieter ebenfalls Profile für diesen Drucker, die problemlos genutzt werden können. Hierbei halte ich es nicht unbedingt für notwendig, sich trotz vorhandenen Profilen dennoch individuelle Profile anfertigen zu lassen. Es wird nun sicher Gegner meiner Aussage geben, meine bisherige Erfahrung lässt diese Angabe aber zu. Probieren Sie selbst. Von der Qualität der Drucke werden Sie insgesamt begeistert sein. Selbst die Auflösung von 2880 x 1440 DPI ist für qualitativ hochwertige Prints nicht notwendig. Sie können getrost mit der Einstellung "Fein" und einer Auflösung von 1440 x 720 DPI zu Werke gehen.
5. Tintenverbrauch Wie Sie den technischen Informationen zum Drucker entnehmen können, arbeitet dieser mit 9 Tintenpatronen mit je einem Füllvolumen von 80 ml. Insgesamt gibt es 9 Patronen in dem Gerät, wovon 8 Patronen gleichzeitig arbeiten. Je nachdem, ob Sie mit matten oder glänzenden bzw. seidenglänzenden Medien arbeiten, wird eine Schwarzpatrone mit der Bezeichnung "MatteBlack (MK)" bzw. "Photoblack (PK)" genutzt.
Bei dem Wechsel von der matten zu der glänzenden Schwarzpatrone wird der Schlauch für die Zuführung der Tinte komplett durchspült, was mit einem Tintenverlust verbunden ist. Insgesamt arbeitet der Drucker mit folgenden neun Patronen:
Mattblack (MK) Photoblack (PK) Light Black (LK) Light Light Black (LLK) Light Magenta (LM) Magenta (M) Light Cyan (LC) Cyan (C) Yellow (Y) Seit dem ersten Druck habe ich mir Notizen gemacht und jeden Druck einzeln aufgeschrieben. Zuerst musste ich die Light Black Patrone wechseln. Bis zu diesem Zeitpunkt können Sie in der folgenden Übersicht nachlesen, was gedruckt wurde und wie der Tintenverbrauch ungefähr aussieht.
Es wurden teils Farbbilder und teils SW-Bilder gedruckt, teils vollflächig und teils mit schmalen weißen Rändern, gerade bei den A2-Prints. Es sei kurz darauf hingewiesen, dass nach dem ersten Einsetzen der Patronen zunächst die Tintenkammern gefüllt werden und der Tintenstand bereits hierdurch auf ca. 80 % gesenkt wird. * DIN A6 (10,5 x 14,8 cm) | 69 DIN A5 (14,8 cm x 21 cm) | 14 DIN A4 (21 cm x 29,7 cm) | 45 + 5 MK = 50 DIN A3 (29,7 cm x 42 cm) | 34 + 1 MK = 35 DIN A2 (42 cm x 59,4 cm) | 42 DIN A4 Text | 17 Patronenwechsel MK - PK = 2 x Patronenwechsel PK - MK = 2 x Manuelle Reinigung = 1 x
*Anzahl der Drucke bis zum Auswechseln der ersten Patrone, hier Light Black (LK) Umgerechnet auf DIN A2 und ohne die Textdrucke ergeben sich insgesamt 78 Ausdrucke, in DIN A4 wären dies ca. 312 Prints, bis zum ersten auswechseln einer Patrone. _______________________________
Aktuell zeigt die Tintenstandanzeige des Druckers folgende Tintenstände: ** Mattblack (MK) | 84 % Photoblack (PK) | 8 % Light Black (LK) | 85 % Light Light Black (LLK) | 13 % Light Magenta (LM) | 19 % Magenta (M) | 60 % Light Cyan (LC) | 40 % Cyan (C) | 61 % Yellow (Y) | 57 % Wartungstank | 48 %
**Füllstände der Patronen inkl. einem Wechsel der LK-Patrone Die nachfolgende korrigierte Tabelle zeigt den Stand der Prints zu den vorgenannten Füllständen.
*** DIN A6 (10,5 x 14,8 cm) | 71 13 cm x 18 cm | 1 DIN A5 (14,8 cm x 21 cm) | 14 DIN A4 (21 cm x 29,7 cm) | 65 + 5 MK = 70 DIN A3 (29,7 cm x 42 cm) | 34 + 1 MK = 35 DIN A2 (42 cm x 59,4 cm) | 51 DIN A4 Text | 17 Patronenwechsel MK - PK = 2 x Patronenwechsel PK - MK = 2 x Manuelle Reinigung = 1 x Patronentausch = 1 x LK ***Anzahl der Drucke zum aktuellen Zeitpunkt, Tintenstände wie **
Umgerechnet auf DIN A2 und ohne die Textdrucke ergeben sich insgesamt ca. 92 Ausdrucke, in DIN A4 wären dies ca. 369 Prints. In der Treibersoftware besteht die Möglichkeit, sich unter der Option "Media Adjustment" Informationen zu den letzten Druckaufträgen anzusehen. Dort werden die benötigten Tintenmengen der einzelnen Patronen zu jedem Druckauftrag aufgezeichnet. Anhand von zwei Bildern sollen hier die Preise für einen A4 Print aufgezeigt werden.
Bild 1: DIN A4 vollflächig, 0,83 ml Tintenverbrauch, 0,42 EUR Kosten für Tinte bei 40,70 EUR pro 80 ml Bild 2: DIN A4 vollflächig, 0,44 ml Tintenverbrauch, 0,22 EUR Kosten für Tinte bei 40,70 EUR pro 80 ml
6. Fazit Wer professionelle Drucke in entsprechender Größe und toller Qualität erstellen und dabei in der Einstiegsklasse der Profidrucker auch noch Geld sparen möchte, ist mit dem Stylus Pro 3800 sicher gut bedient.
Man sollte sich überlegen, ob sich die Anschaffung eines Gerätes wie der Epson R2400 oder Epson R2880 bezahlt macht, wenn man regelmäßig druckt. Meiner Meinung nach fährt man mit der Investition in diesen Drucker auf Grund der geringeren Druckkosten und dem erweiterten Format auf Dauer deutlich günstiger. Dass die Nutzung einer Rolle oder Canvas Materialien nicht bzw. nicht einwandfrei funktioniert, spielt für ein gutes Fazit in meinen Augen keine Rolle, sofern man nicht darauf angewiesen ist. Doch dann würde man sich sowieso gleich einen spezielleren Drucker anschaffen.
7. Nützliche Internetseiten
http://www.c-nw.de | Original Epson Patronen für den 3800er für 40,70 EUR inkl. MwSt http://people.csail.mit.edu/ericchan/ | Informationen rund um den 3800er inkl. vieler ICC-Profile, in englischer Sprache http://www.quadtonerip.com | Ein SW-Druckertreiber mit der Möglichkeit, jeden Tintenkanal einzeln anzusteuern und die Druckqualität so zu verbessern, in englischer Sprache http://www.hahnemuehle.com/site/de/1835/icc-profile.html | ICC Profile der Firma Hahnemühle Sofern Sie interessante Seiten speziell zu dem hier relevanten Drucker kennen, freue ich mich über eine Nachricht an mich unter info@mischko.biz. _________________________________
Alle Angaben in diesem Text beruhen auf eigenen Erfahrungen und sind völlig unverbindlich.
Michael Schäfer 50765 Köln http://www.mischko.biz info@mischko.biz
Stand: 10. November 2008
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11.11.2008 19:28
Nimm den Promotionsteil unten raus und alles ist schick, Werbung für sich geht hier gar nicht - siehe AGB!
11.11.2008 14:34
sehr informativ
11.11.2008 12:59
Sorry der Bericht ist gut - aber Eigenwerbung in Berichten ist Untersagt laut AGB