Eqip Sermia Gletscher, Ilulissat

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Eqip Sermia Gletscher, Ilulissat

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Erfahrungsbericht über "Eqip Sermia Gletscher, Ilulissat"

veröffentlicht 17.11.2017 | dik1609
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Ich bin 59 und bedanke mich für Lesungen, Bewertungen und Kommentare - Gegenlesungen sind selbstverständlich.
Ausgezeichnet
Pro Beeindruckende Natur
Kontra Angst vor dem Klimawandel
sehr hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

"Es geht durchs Treibeis"

Von Bord aus gesehen: Der Eqip Sermia Gletscher bei Ilulissat.

Von Bord aus gesehen: Der Eqip Sermia Gletscher bei Ilulissat.

Es war inzwischen der siebte Tag einer Kreufahrt an der Westküste Grönlands im August diesen Jahres. Und uns wurde erneut einer besonderer Höhepunkt dieser besonderen Reise in Aussicht gestellt, wobei dieses Mal von "unserem" Schiff, der MS Hamburg, kein Ort auf der größten Insel der Welt angelaufen wurde, sondern auf Reede geankert wurde - in unmittelbarer Nähe des Eqip Sermia Gletschers. Und tatsächlich war nicht zu viel versprochen wurden - diesen Tag vergessen wir ganz sicher nicht so schnell. Interessierte können lesenderweise im Folgenden ein wenig daran teilhaben.

Allgemeine Informationen

Der Eqip Sermia Gletscher liegt 80 Kilometer nördlich von Ilullissat, er kann nur auf dem Wasserwege erreicht werden. Dabei geht es vorbei an den Siedlungen Oqaatsut/Rodebay. Der Gletscher ist einer der aktivsten in Grönland und bietet somit eine große Vielfalt an Erlebnissen. Mit dem Boot kann man zum Gletscher fahren und auf das Abbrechen und Herunterstürzen des Eises warten - ein wirklich herausragendes Ereignis! Sobald es passiert, wird man von dem lauten Krach überrascht, wenn das Eis auf das Wasser trifft. Das grönländische Inlandeis ist mit Schnee bedeckt. Sobald dieser Schnee von weiterem Schnee bedeckt wird, entsteht Eis. Die Luft, die dabei zusammengepresst wird, entwickelt sich mit der Zeit zu unter Druck stehenden Luftbläschen. Sobald der Gletscher kalbt, wird diese Luft wieder freigesetzt.

Der Gletscher entspringt im Inlandeis und ergießt sich auf einer Breite von 4,3 Kilometern direkt ins Meer, wo er in unzählige Eisberge zerbricht. Die Gletscherkante ist bis zu 100 Meter hoch.

Unser Ausflug

Das kannten wir mittlerweile schon: Nachdem die Hamburg in respektvollem Abstand zum Gletscher geankert hatte, durften wir als Passagiere Zodiacs besteigen - jeweils zwölf Menschen finden Platz in einem der Schlauchboote. Und mit denen ging es immer näher an die Eiskante heran, wobei wir schon bald erstaunt feststellten, dass überall im Wasser kleine Eisbrocken trieben. Von Bord des großen Schiffes aus war das gar nicht zu erkennen werden, aber in den Zodiacs waren diese Mini-Eisberge allgegenwärtig. Und es wurden immer mehr, bald schon schien die gesamte Wasseroberfläche von Eis bedeckt zu sein. Das Zodiac aber bahnte sich seinen Weg immer näher zum Gletscher hin, eine Lektorin an Bord gab Erläuterungen dazu und beantwortete Fragen fachkundig. Natürlich hatten wir uns alle warm angezogen, ich beispielsweise hatte Mütze und Handschuhe aus dem Gepäck herausgeholt. Und das war sinnvoll, denn das Eis strahlte enorme Kälte ab, wobei wir uns glücklich schätzen durften, dass es nahezu windstill war.

Ich weiß nicht genau, wie nahe wir mit dem Zodiac an die Gletscherwand heranfuhren - vielleicht waren es gerade einmal 100 Meter. Der Eisturm sah immer gigantischer aus. Und dann hörten wir auch das Knirschen und Knatschen, das dem Kalben des Gletschers vorausgeht. Große Eisberge lösten sich nicht vom Gletscher, aber immer wieder war zu hören, wie kleine Eisbrocken auf der Wasser-Oberfläche aufprallten. Bis die geschmolzen sind, dauert es übrigens selbst im Hochsommer mehrere Wochen, während die Bucht vor dem Gletscher im Winter völlig zugefroren und nicht passierbar ist. Wir alle konnten gar nicht genug vom Gletscher, von seinem Kalben und vom Eis rings um uns herum bekommen - gut, dass unsere Zodiac-Steuerleute es offenbar nicht sonderlich eilig hatten. Nach rund einer Stunde aber ging es - voll mit neuen Eindrücken - zurück an Bord des Kreuzfahrtschiffes, wobei wir übrigens auch noch erfuhren, dass ein etwas kleinerer Gletscher in Sichtweite - links vom Eqip Sarmia - keinen Namen hat. Ich schlug vor, ihn Hamburg-Gletscher zu nennen, bezweifle aber, dass sich das durchsetzen wird...

Meine Meinung

Ja, das war wieder ein ganz besonderer Tag im Rahmen unserer Kreuzfahrt. Wir hatten schon bunte Dörfer, Holzkirchen und auch viele Eisberge gesehen, aber so nahe an einen derart riesigen Gletscher heran zu kommen - das ist schon etwas ganz Besonderes und sorgte irgendwie für ein erhebendes Glücksgefühl. Der Mensch erkennt, wie klein er ist - angesichts der Naturgewalten, die sich da direkt vor unseren Augen abspielten. Dass wir überhaupt zu diesem Gletscher vordringen konnten, ist eigentlich eine Sensation. Und zu sehen und zu hören, wie das Eis von ihm immer wieder abbricht, wie die gesamte Wasser-Oberfläche von Eis bedeckt ist, wie die Zodiacs sich ihren Weg durch dieses Eis bahnen - all das war einfach nur beeindruckend und unvergesslich. Allerdings wurden wir auch daran erinnert, dass dem Klimawandel geschuldet der Gletscher schneller schmilzt als je zuvor. Man bedenke nur einmal, was passiert, wenn das gesamte grönländische Inlandeis eines Tages schmelzen würde - es nimmt schon jetzt immer mehr ab. Der Meeresspiegel würde sich weltweit nach Berechnungen um zwei bis drei Meter anheben, was natürlich für sehr niedrig gelegene Gebiete katastrophal ist. Und das Abschmelzen des Eises in Grönland, das versicherte mir dereinst im Gespräch der Polarforscher Arved Fuchs, ist unumkehrbar. Aber: Die Erde wird all das überstehen. Ob das auch für die Menschen gilt, weiß niemand.

Auf jeden Fall erlebten wir einen beeindruckenden Tag mit fachkundigen Erläuterungen. Und der klang an Bord der MS Hamburg auch noch ganz speziell aus, denn am Abend stand die sehenswerte Crew-Show auf dem Programm. Natürlich wurden dabei einige Getränke verzehrt - und die waren mit Gletscher-Eis gekühlt, bei dem sich genau erkennen ließ, wie sich die eingeschlossene Luft Platz machte und die kleinen Eisstücke zerspringen ließ. Dass die Drinks besonders gut schmeckten, versteht sich wohl von allein.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • calimero1111 veröffentlicht 29.11.2017
    Ich und meine, dank Deiner Bewertungen mit teuren Mehlwürmern, Meisenknödeln und Sonnenblumenkernen versorgten Garten-Piepmätze, danken für Deine Lesungen all die Jahre und Alles Gute - und Schöne Weihnachten! :-)
  • Halinamaryja veröffentlicht 26.11.2017
    Beeindruckend =)
  • back_again veröffentlicht 24.11.2017
    jetzt ist mir kalt :))))
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Produktdaten : Eqip Sermia Gletscher, Ilulissat

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