Mittelmäßige Vorlage - mittelmäßiges Spiel
21.09.2008
Pro:
Macht (kurzzeitig) Spaß, grafisch und akustisch nett, Koop - Modus
Kontra:
Langweilig, Kameraeinstellung, kaum motivierend
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
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 ChaziChaz
Über sich:
Mitglied seit:19.05.2002
Erfahrungsberichte:367
Produktvideos:1
Vertrauende:209
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 306 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit diesem Erfolg hatte der damals 15-jährige Christopher Paolini wohl nicht gerechnet, als er sich in seinem zarten Alter an den Schreibtisch gesetzt hat und den Fantasy-Roman Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter erschuf. Doch das Buch erntete einige gute Kritiken, mittlerweile ist gar der vierte Teil in Arbeit und angesichts der Kinokassen-Erfolge von Der Herr der Ringe, Die Chroniken von Narnia und Harry Potter konnte sich 20th Century Fox nicht nehmen lassen, die viel versprechende Vorlage auf die Leinwand zu bringen. Dazu veröffentlichte Sierra zudem ein Videospiel, in welchem man selbst in die Rolle des noch jungen Helden schlüpfen kann. Doch ob sich die Reise in die fantastischen Abenteuer von Eragon, Brom, Saphira und co. für den Computer lohnt? Herr der Ringe 4: Eragon Im schönen Land Alagaësia, das mittlerweile vom bösen König Galbatorix beherrscht wird, herrscht Unterdrückung und nur noch wenige können sich an die früheren Zeiten erinnern, als die gutgesinnten Drachenreiter noch für Recht und Ordnung sorgten. Natürlich spielt man auch im Videospiel Eragon die Geschichte des gleichnamigen Bauernjungen nach, der durch Zufall in den Besitz eines Dracheneis kommt und mit dessen Inhalt zukünftig fest verbunden ist. Er steht für die neue Hoffnung in der blühenden Landschaft, doch weiß sich natürlich sein Gegenüber zu wehren, und sendet diverse Schergen aus, um größeres Unheil zu Verhindern. Doch Eragon wäre kein Held, wenn er sich nicht aus dem Staub machen könnte, um fortan seine neuen, magischen Kräfte zu nutzen lernt - stets begleitet vom ehemaligen Drachenreiter Brom, der dem jungen Kerl gehörig unter die Arme greift.An der Geschichte, die sich hier was von Herr der Ringe gemopst, da was von Harry Potter abgeschaut hat, gar hier und dort etwas Eigenes beinhaltet, hat sich auch im dazugehörigen Videospiel nichts geändert. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Bauernjungen und kämpft sich fortan durch die zahlreichen Level. Dabei wird die Story durch animierte Zwischensequenzen erzählt, die dem Auge zwar ordentlich was bieten, inhaltlich aber stark zu wünschen übrig lassen. Spieler, die sich zuvor noch nicht mit dem Thema vertraut gemacht haben, bekommen zwar eine kurze Einleitung geboten, wirklich informativ sind die Szenen nicht gehalten. Für Kenner hingegen ist das Ganze auch nicht viel besser ausgefallen, immerhin werden sie zwar alles wieder erkennen, jedoch auch über viele Ungereimtheiten und Schnitte ärgern. So hat man wohl einen Mittelweg zwischen Erfahrenen und Neulingen gesucht, letztendlich war dies bei der simplen, aber umfangreichen Hintergrundgeschichte
Bilder von Eragon (DVD-ROM) (PC-DVD)
der Falsche.Auch spielerisch wird man durchweg an das namhaftere Vorbild erinnert, das Gameplay ist etwa mit dem von Der Herr der Ringe: Die zwei Türme zu vergleichen. So steuert man Eragon durch die virtuellen Umgebungen und schwingt sein Schwert in Richtung der großen, stetig ankommenden Gegnerschar. Damit bei der einfachen Idee auch noch ein wenig Abwechslung aufkommt, verfügt der Held zudem über einen Bogen, der auf die Unholde gerichtet werden kann, und über magische Fähigkeiten, mit welchem man mit der Umgebung interagieren kann und so beispielsweise Speere wie durch Geisterhand in der Luft umher zu schleudern oder Kräne an sich heran zu ziehen. Leider ist diese Magie stets an den jeweiligen Ort gebunden, Kreativität wird man nicht an den Tag legen können, sondern muss sich immer an die angegeben Gegenstände orientieren, die durch ein spezielles Zeichen markiert worden sind.Das Kampfsystem an sich macht da schon ein wenig mehr Spaß, auch wenn man schnell an dessen Leistungs- und Möglichkeitsgrenze gelangt. So hat man die Wahl zwischen Schnell- und kräftigen Angriffen, die man in Form von Kombis miteinander verbinden kann, um so einen höchstmöglichen Schaden anzurichten. Dafür nötig sind lediglich zwei Tasten auf der Tastatur, kann jedoch auch mit einen herzhaften Sprung oder einer lustigen Rolle verbunden werden. Die erste Spielstunde lang ist das Ganze durchaus spaßig und sorgt für einige Laune, da man jedoch schnell alles gesehen hat, geht der Spielspaß langsam, aber sicher, in den Keller und macht Platz für aufkommende Langeweile. Letztendlich muss man stets auf die Gegner zu steuern, diverse Knöpfe wahllos drücken und fertig. Das Bogenschießen ist ebenso keine gelungene Abwechslung, die Eragon spielerisch auch nur ein wenig interessanter machen könnte. Zwar steuert man meist nur den Titelhelden, oft hat man jedoch auch andere bekannte Persönlichkeiten an seiner Seite, die den Gegnern ebenso ordentlich einheizen können. So ist zu Beginn der ehemalige Drachenreiter Brom als Gefährte mit dabei, später gesellt sich auch Murtagh hinzu. Auch der Drache Saphira darf natürlich nicht fehlen, der an der Seite Eragons oder mit ihm auf dem Rücken die Bösewichter in deren Schranken weist.Die stark vereinfachte Steuerung, die lediglich wenige Knöpfe zum Agieren zur Verfügung stellt, ist zwar an sich ganz nett, da man sich auch schnell zurechtfinden kann, führt aber auch schnell zu einem gewohnten, unmotivierenden Abklicken. So muss man auch zu keiner Zeit wirklich zielen - das übernimmt der Computer von ganz alleine - man muss sich nur in Reichweite der Gegner befinden, um diesen schließlich den Garaus zu machen. Auch ist die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, da die Umgebungen streng limitiert sich und eigentlich nur ein nach-vorne- beziehungsweise wieder-zurück- Gehen erlauben. Erfahrene Videospieler verfallen so schnell in eintöniges Tasten-Massaker, unerfahrene werden ebenso schnell wieder ihre Finger von diesem Spiel lassen. Was in den Konsolenversionen wohl noch recht flott und eingängig von der Hand gehen wird, steuert sich in der Computerfassung nur unnötig kompliziert. Dank einer scheinbar wahllosen Tastaturanordnung über das gesamte Gerät verteilt muss man entweder gut trainiert oder verrückt sein, um gänzlich mit dem System klar zu kommen. Abhilfe hätte eine Maussteuerung geboten, die zwar auf der Packung erwähnt, jedoch nur während der Installation zur Ordner-Auswahl benötigt wird. Wer im Besitz eines Gamepads ist, das auch mit dem Computer funktioniert, hat es hier sicherlich um einiges einfacher. Insgesamt werden dem Spieler 16 Levels angeboten, die nacheinander absolviert werden müssen - einmal freigespielte Abschnitte können jedoch jederzeit wieder aufgerufen werden. Die Spielzeit der Einzelnen unterscheidet sich je nach Level, jedoch werden selbst unerfahrene Spieler schnell (geschätzt knapp sechs Stunden) mit Eragon durch sein - Profis sind deutlich rascher fertig und werden nur von den zahlreichen Videosequenzen aufgehalten. Zudem ist in jedem Level ein so genanntes Drachenei versteckt, das es zu finden gilt, um diverse Belohnungen freischalten zu können. Wirklich Mühe haben sich die Entwickler mit der heimlichen Unterbringung dieser Teile jedoch nicht gemacht, denn meist sind diese recht auffällig in der Umgebung verteilt. Technisches Mittelmaß Grafisch gesehen weiß Eragon schon zu gefallen, zumindest auf den ersten Blick. Schöne Landschaften, hübsche Flussläufe und ein angenehmes Charakter-Design sind auf der positiven Seite zu finden, während hässliche, sich immer wiederholende Texturen und ein starkes Schwanken in der allgemeinen Optik von Level zu Level als Negativpunkte aufzuzählen sind. Auch erfreulich ist, dass die Umgebung zumindest teilweise dem Schwert des Protagonisten zum Opfer fallen kann, also ein wenig zerstörbar ist. Zwar handelt es sich dabei meist um einfache Sträucher oder Zäune, wenn man einen Gegner in den nun freigewordenen Abgrund schleudert, macht das schon ordentlich Laune. Auch in Sachen Effekten ist Eragon insgesamt eher magere Kost, wobei sich das im Verlaufe des Spieles zumindest etwas ändert, wenn das Game ein wahres Effekt-Feuerwerk loszulassen versucht. Weiterhin negativ fällt dahingegen die Kamera ein, die leider fest sitzt und sich weder mit der Maus noch mit sonst was schwenken lassen kann. So ist sie stets fix an einem bestimmten Punkt, was dazu führt, dass man schnell mal die Übersicht über das Spielgeschehen verlieren kann. Besonders Klettereinlagen fallen somit ungewollt schwer, so etwas ist heutzutage wirklich nicht mehr nötig.Soundtechnisch ist das Game sicherlich nichts besonders und fällt weder durch besonders gute noch durch wirklich schlechte Elemente auf. Der im Hintergrund spielende Soundtrack untersetzt das Spielgeschehen sehr gut, manchmal sogar so gut, dass man ihn kaum noch mehr wahrnehmen kann. Auch die deutschen Synchronsprecher haben gute Arbeit geleistet, können den Spieler durch die lauwarmen Stimmen jedoch zu keiner Zeit aus dem Sessel reißen. Ärgerlich ist vielleicht, dass die Sprecheinlagen zu oft wiederholt werden, sodass man gelegentlich den Glauben an einen umfangreichen Wortschatz der deutschen Sprache verliert. Zu guter Letzt sind da noch einige technische Probleme, auf die man zu Sprechen kommen sollte. Hat man beispielsweise den Mehrspielermodus wieder deaktiviert, kämpft der Held an Eragons Seite plötzlich nicht mehr mit und auch ein Steuern im Hauptmenü ist plötzlich nicht mehr möglich, was den letzten Nerv rauben kann. An meiner Seite Wer nicht gerne alleine Schwertkämpfe bestreitet, findet in Eragon immerhin einen interessanten Mehrspielermodus vor, mithilfe dessen maximal zwei Spieler gemeinsam die Level im Kooperationsmodus spielen können. So kann man einen Freund jederzeit durch Tastendruck in die Haut eines virtuellen Mitspielers schlüpfen lassen und sich fortan gemeinsam durch die Abschnitte kämpfen. Hat man nur eine Tastatur zur Verfügung, stellt sich das jedoch als unspielbar dar, mit mindestens einem Controller ist das jedoch eine gelungene Abwechslung, da eine gemeinsame Spielerei stets mehr Spaß macht. Den Spielspaß trübt aber auch hier wieder vor allem die denkwürdige, feste Kameraeinstellung, die besonders mit zwei Spielern partout nicht zurecht kommen will. So verheddert sich diese zu oft an unwichtigen Punkten, nur mit einer ausreichenden Absprache mit dem Mitspieler kann man einigermaßen den Überblick erhalten. Zudem stört noch - wie oben bereits angesprochen - die Deaktivierung des Multiplayerparts. Einen Drachen, ein Schwert, Schuhe.. Um Eragon spielen zu können, brauch man glücklicherweise keinen High-End - Rechner. Der benötigte Festplattenspeicherplatz kann in dieser Höhe nur mit den Videosequenzen erklärt werden, die scheinbar gleich auf den Computer mitinstalliert werden. Anbei noch eine kurze Liste der Mindesthardwareanforderung:
- Windows 2000 / XP
- Intel Pentium IV mit 1.4GHz oder gleichwertiger AMD Athlon - Prozessor
- 512 MB RAM oder mehr
- DirectX 9.0c-kompatible Grafikkarte mit 128 MB Speicher
- DirectX 9-kompatible Soundkarte
- DVD-ROM - Laufwerk
- 4GB oder mehr freier Festplattenspeicher
- Windows-kompatible Maus, Tastatur oder Gamepad mit elf Tasten
Fazit Alles in allem ist Eragon gewiss kein schlechtes Spiel, aber auch noch lange kein gutes. Es beherbergt zwar einige, viel versprechende Ansätze, die jedoch in keinster Weise auch nur einmal vollendet werden können. Zu simpel und langweilig ist die Steuerung, zu ärgerlich die Kameraeinstellung, zu unmotivierend das Gameplay und zu seicht das Story-Telling. Zwar ist Eragon grafisch und soundtechnisch nicht schlecht, kann jedoch auch nicht besonders hervorstechen. So ist es allemal eine mittelmäßige Umsetzung einer mittelmäßigen Roman- und Filmvorlage, die sich ebenso viel an der Konkurrenz bedient wie letztere. Für Eragon- oder anspruchslose Kampfspiel-Fans sicherlich zu Empfehlen, andere sollten sich bei der Konkurrenz umschauen.
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29.09.2008 01:44
ich kenne nur den ersten film, und ich denke dabei belasse ich es dann auch ;-) prima bericht! liebe grüße!
25.09.2008 12:24
Nix für mich lg pidi
22.09.2008 23:44
Nö, nix für mich! Gruß vom KN☼PFi