... Eressea (der Name stammt von Tolkien) ist ein Postspiel (play by mail, in diesem Fall play by e-mail, kurz pbem). Das heißt, die SpielerInnen senden in regelmäßigen Abständen (hier einmal die Woche) Emails mit ihren Zügen an die Spielleitung. Diese füttert sämtliche Züge (hier etwa 1500 Stück) ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von HilkMAN über Eressea (PbEM) 03.06.2001
Produktbewertung des Autors:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
ausgezeichnet
Pro:
Komplexes Fantasy - Strategie - Spiel, viel Interaktion
Kontra:
sehr zeitaufwendig
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Sonntag, 13 Uhr. Mit nervös-glasigem Blick hänge ich in zehn Zentimeter Entfernung vor dem Monitor.Alle dreißig Sekunden klicke ich auf „E-Mails empfangen“ – und das seit zwei Stunden. Nichts. Der Rücken schmerzt, die Augen tun weh. Lustlos stöbere ich in irgendwelchen Internetseiten herum, aber nichts kann mir heute wirklich Freude bereiten. Denn heute ist eressea-Tag.
Wenige Stunden später kommt eine Mail, deren Inhalt mich so gut wie gar nicht interessiert, und die den unscheinbaren Titel „Wochenbericht“ trägt. Ich werfe einen kurzen Blick darauf, lösche sie und erhöhe die Klickfrequenz auf fünfzehn Sekunden. Jetzt sind es im Schnitt nur noch zwei Stunden, dann flattert meine Lieblingsdroge ins Haus: DIE ERESSEA-AUSWERTUNG IST DA!
Meine Pulsfrequenz verdoppelt sich, als ich sie mittels eines speziellen Landkarten-Generators öffne und meine Fehlermeldungen für den aktuellen Zug durchgehe: „Einheit XY ist überladen und kann sich nicht bewegen“ steht da zum Beispiel, oder „Einheit YZ wird durch unzureichende Nahrung geschwächt“, oder gar „Zauberer 007 hat sich versehentlich in eine Kröte verwandelt“. Arrrgggh! Aber es hält sich in Grenzen, bei mehreren Tausend Personen, die in meinem Königreich herumwuseln, fallen kleine Rückschläge nicht so ins Gewicht. Und meinen nächsten Zug werde ich so optimieren, daß nichts schiefgehen KANN....hoffe ich...
Ich sehe das Fragezeichen auf Eurer Stirn immer größer werden. Wovon redet der Typ eigentlich? Na gut, ich will versuchen, Euch das halbwegs verständlich zu machen. Eressea (der Name stammt von Tolkien) ist ein Postspiel (play by mail, in diesem Fall play by e-mail, kurz pbem). Das heißt, die SpielerInnen senden in regelmäßigen Abständen (hier einmal die Woche) Emails mit ihren Zügen an die Spielleitung. Diese füttert sämtliche Züge (hier etwa 1500 Stück) in ein selbstgemachtes Auswertungsprogramm und schickt die Auswertungen per Mail an die SpielerInnen zurück. Und genau darauf warte ich gerade.
Was daran so aufregend sein soll? Ich weiß gar nicht, ob ich das hier so einfangen kann – ich mache solche Spiele mittlerweile seit gut 13 Jahren, und ein Ende ist nicht in Sicht. Erst einmal gibt es einen klaren Nachteil gegenüber Brett- oder herkömmlichen Rollenspielen: Ich kann meinen MitspielerInnen nicht in die Augen sehen und in der Regel nur über email mit ihnen kommunizieren. Dafür der Vorteil: An welchem Wohnzimmertisch könnten sich 1500 Leute gleichzeitig austoben? Das heißt, Eressea ersetzt mir die herkömmlichen Spiele nicht (so wie ciao mir auch nicht ersetzen kann, daß meine besten Kumpels mir gelegentlich erzählen, wie toll sie Produkt XY fanden), sondern es ist einfach eine andere Form des Spielens. Bei diesem Spiel sind also gut 1500 Leute dabei, die wöchentlich ihre Ideen, ihren Charakter und ihre Arbeit einfließen lassen. Und das finde ich einfach toll.
Nun aber mal zu Eressea selbst: Es handelt sich um ein Fantasy-Szenario, bei dem neue SpielerInnen mit einer Hauptperson und einem Sack Geld in einer ansonsten leeren Region starten und sich dort ein Reich aufbauen können. Dazu müssen sie weitere Leute anwerben, die dann die Umgebung erkunden, Bäume fällen, Steine klopfen, Burgen und sonstige Gebäude bauen, Schiffe zusammenzimmern, zaubern lernen, aus zuvor gesammelten Kräutern magische Tränke zusammenbrauen und so weiter und so weiter – die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Irgendwann treffen sie dann auf ihre Nachbarvölker und beginnen, Nachrichten auszutauschen. Das kann im Wesentlichen zwei Ausprägungen haben. Entweder, sie stellen fest, daß sie ganz andere Fähigkeiten haben als die NachbarInnen, so daß sich eine Zusammenarbeit anbietet, oder aber sie stellen fest, daß sie deren Land auch ganz gerne noch hätten und schicken eine Armee hin. Begleitet wird das Ganze meist von ein wenig Propaganda und Säbelgerassel, das dann oft auch weit entfernte Völker noch mitkriegen. Das bringt viel Würze ins Spiel, denn bei 1500 Leuten kann ich natürlich nicht mit allen gleichzeitig benachbart sein. Eressea ist eine riesige Welt, und sie wächst ständig, indem die Spielleitung an einem Ende neue Inseln anstückelt, wo dann wieder neue Völker „ausgesetzt“ werden.
Grundsätzlich wird die Interaktion durch das Spiel sehr begünstigt. Denn es gibt verschiedene Rassen (hier ist der Begriff ausnahmsweise einmal angebracht) auf Eressea: Menschen, Elfen, Zwerge, Halblinge, Meermenschen, Trolle, Orks, Goblins, Katzenwesen, Insektenwesen und die geheimnisvollen Dämonen. Wer neu einsteigt, muß sich für eine dieser Rassen entscheiden. Jede hat bestimmte Vorzüge und bestimmte Nachteile. Meermenschen beispielsweise können sehr gut Schiffe bauen, Zwerge beherrschen den Bergbau hervorragend und Elfen können am besten mit Bögen umgehen. Kein Volk kann alles – bevor ein Meermensch versucht, eine Straße zu bauen, sollte er doch lieber die Hilfe eines Zwergs in Anspruch nehmen. Zum Ausgleich kann der Meermensch ja ein paar Schiffe für den Zwerg bauen und besatzen (bis der kapiert hat, wie 'rum er ein Ruder halten muß...). So bildet sich automatisch eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Völkern heraus, die dann meist in festen Bündnissen resultiert – wohlgemerkt, diese Bündnisse sind nicht direkt ein Teil der Regeln, sondern gehören zu den Dingen, die die SpielerInnen unter sich aus Eressea machen. Genau das ist es andererseits auch, was Eressea sehr zeitaufwendig werden läßt: Das Erstellen der Züge geht noch einigermaßen schnell, aber ich als Meermensch bin ich beispielsweise schon weit herumgekommen, und in meinem Sichtbereich tummeln sich an die vierzig Völker – wenn ich da mit jedem einzelnen den Kontakt halten will, habe ich viel zu tun. Bei anderen Rassen ist das etwas weniger stark ausgeprägt, und es gibt auch viele Leute, die weniger schreibfreudig sind oder auch mal phasenweise kürzertreten müssen, wegen Job, Prüfung, Kindern oder sonstwas. Das wird von den meisten eher locker gesehen.
Die Auswertung, die ich kriege, ist zum einen ein ellenlanges Textdokument, das nach Provinzen unterteilt ist. Für jede Provinz sind die Wirtschaftsdaten, die Ereignisse dort und alle Personen, die ich dort sehe, verzeichnet. Dieses Dokument lese ich nur noch selektiv, denn auf die Dauer ist das ein wenig abstrakt. Wichtiger ist der sogenannte Computerreport. Diesen kann ich nämlich in diverse Tools einfüttern, die im Laufe der Zeit von den SpielerInnen geschrieben wurden und nun auf der Internetseite zum Herunterladen bereitstehen. Diese können mir beispielsweise die Informationen, die ich sonst nur als Text hätte, in eine schöne Landkarte umwandeln – so daß mein Königreich plötzlich richtig farbig wird. Das macht die Würze des Spiels dann erst so richtig aus.
Ein paar Worte zur Spielleitung: Diese sitzt zum größten Teil in Bremen (einer aber auch zum Beispiel in Oslo), und ich finde sie total klasse. Die notwendigerweise immer mal auftretenden Bugs werden mit Feuereifer beseitigt, und die SpielleiterInnen sind ständig dabei, neue Funktionen in das Spiel einzufügen. In dem Jahr, das ich nun etwa dabei bin, sind nur zwei oder drei Auswertungen ausgefallen oder mußten wegen schwerer Bugs wiederholt werden. Solche Sonntage sind dann zwar entsetzlich, aber ich finde das eine hervorragende Quote für solch ein komplexes Spiel – ein großes Lob also. Und das ganze ist absolut kostenlos (wobei ich selbst mittlerweile eine kleine monatliche Spende überweise, aber das ist nur mein eigener Spleen)! Wirklich bemerkenswert.
Abgerundet wird das Spiel noch von einem quasi rund um die Uhr frequentierten Chat, in dem fleißig diskutiert und gestritten wird – besonders am Sonntag, beim Warten auf die Auswertung, kann es dort richtig voll werden.
Für NeueinsteigerInnen ist Eressea am Anfang vielleicht ein wenig unübersichtlich – aber wer sich an den Anfangstips im Regelwerk (das auf der Homepage www.eressea-pbem.de eingesehen werden kann) entlanghangelt, macht auch nicht mehr falsch als alle anderen. Außerdem gibt es immer die Möglichkeit, sich von erfahreneren SpielerInnen helfen zu lassen – das tun diese im Allgemeinen gern.
Eressea selbst ist aus einem Spiel namens Atlantis entstanden und ist mittlerweile selbst mehrfach geklont worden. Ich kann es mit diesen anderen Ablegern nicht vergleichen, denn Eressea nimmt mich so in Anspruch, daß ich nichts weiteres mehr verkraften kann. Nach allem was ich gehört habe, sind bei anderen Spielen die Regeln noch etwas komplexer und farbiger. Aber das hindert mich nicht daran, Eressea enthusiastisch die Höchstwertung zu bescheren und es allen ans Herz zu legen, die feurige Fantasy-Spiele mögen und vielleicht noch ca. 168 Stunden Zeit pro Woche übrig haben...
Pro: fesselndes Spiel das Rollen- und Strategiespielelemente vereint Kontra: kann sehr zeitaufwendig werden
Eressea ist ein Spiel, daß ich mittlerweile seit fast 5 Jahren spiele. Ich habe diesen Text vollständig umgeschrieben, da sich Eressea gewandelt hat, seit ich die erste Version geschrieben habe, und da der alte Text nicht mehr meinen Anforderungen genügt ...
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Pro: gratis Spiel per e-mail, eine Herausforderung; Kontra: nur einmal die Woche gibt's die Auswertung (geht das nicht schneller - lol)
...Ja, seit 2 Wochen darf ich mich auch zu der "Rasse" der Eressianer zählen (wenn auch noch mit einigen Schwierigkeiten).
Eressea ist ein Fantasy-Spiel ohne vorgegebene Handlung. Jeder Mitspieler kann frei entscheiden, was seine Ziele sind. Ob ein Hande ...
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Warnung vorweg: Eressea macht süchtig. Wer sich hier anmeldet, sollte wirklich einige Stunden pro Woche einrechnen. Vor allem die Kommunikation mit Mitspielern ist z.T. recht zeitaufwendig.
Eressea ist ein typisches Mailspiel. Und so funktionierts:
Je ...
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Pro: viel Spass, einsicht in diplomatische Vorgänge Kontra: macht süchtig, verbraucht Zeit
Eressea ist ein PBeM-Spiel, dass sehr faszinierend ist. Man spielt in einer altertümlichen Welt mit Menschen, Zwergen, Elfen, Dämonen, Orks... und vielen mehr. Der Sinn des Spieles ist nicht festgelegt, aber eine Inseleroberung steht bei vielen Leuten mal ...
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19.06: Vorgestern war Sonntag (achwas!) und die Auswertung kam. Um 17 Uhr und bis dahin zitterte ich gemeinschaftlich mit einigen anderen Spielern im IRC, wo wir übrigens seit ner Woche viiiiiiiieeel Spass haben *grins*
Ich war superaufgeregt und hatte ...
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