Ergon PC2

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Ergon Pedale PC2

5  19.05.2011

Pro:
Stabilität, Rutschfestigkeit, Design

Kontra:
Preis

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Bergschrund

Über sich:

Mitglied seit:08.05.2011

Erfahrungsberichte:5

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Allgemeines

Viele Fahrradfahrer kennen das: Die Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrrad ist höchst individuell in der Wahrnehmung, dem Komfort, der Griffigkeit, dem Einsatzzweck und nicht zuletzt der Optik. Manche legen schlicht keinen Wert auf ihr Pedal, es ist halt da. Das handelsübliche Pedal besteht aus einem Achskörper, der vorderen und hinteren Trittfläche, den Reflektoren und dann hat das zu passen.
Mit diesem Wissen greifen die Fahrradhersteller meist nicht allzu tief in die Trickkiste, um die Hürde eines Pedalwechsels möglichst gering zu halten. Das ist gut, denn bei hochwertigen und leider auch hochpreisigen Rädern, steht die Individualisierung hoch im Kurs. Die Fahrradindustrie beliefert die Velogemeinde immer wieder mit neuen Klicksystemen, Plattformpedalen und kombinierten Materialien, um diesen Begehren nachzukommen.
Neuanfang

Mit dem Pedal PC2 aus dem Hause Ergon geht man einen neuen Weg. Der Ausrüster, der sich mit ergonomischen Lenkergriffen bereits einen Namen machte, hatte sich zunächst mit einem gemixten Team aus Ärzten, Sportstudenten und Spezialisten aus anderen renommierten Betrieben die grundlegende Aufgabe gestellt, ein Pedal zu entwickeln, dass die biomechanischen und ergonomischen Bedürfnisse sowie die Kraftübertragung verbessert.
Herausgekommen ist ein völlig neuer Pedaltyp für Tourenräder, der sowohl in der Optik als auch im Aufbau deutlich vom Rest abweicht.
Aufbau

Der Pedalkörper besteht aus Glasfaserverstärktem Kunststoff, welcher sich an den Innenseiten zum Tretlager hochzieht, um die Fußstellung intuitiv zu verbessern.
Im vorderen Bereich ragt das Pedal leicht nach oben. Dahinter verbirgt sich ein sog. Varuskeil, der die Stellung zwischen Fuß, Hüfte und Knie verbessern soll. Dem Einschlafen der Füße und möglicher Kniebeschwerden soll so vorgebeugt werden.
Der Abstand zwischen dem Gewinde zur Anbringung an der Kurbel und dem Beginn der Standfläche ist absichtlich kurz gehalten. Dahinter steckt der Effekt, dass eine engere Fußstellung eine größere Kraftübertragung ermöglicht.
Die Standfläche, welche beim handelsüblichen Pedal aus zwei Stegen am vorderen und hinteren Bereich liegt, fusionierte zu einer Einzigen, die an einen Fußabdruck erinnert. Diese ist mit einer rutschfesten Beschichtung versehen, die schon mehr an groben Asphalt erinnert. Meinem Eindruck nach ist dies allerdings das rutschfesteste Material, welches ich je unter meinen Radschuhen hatte.
Die beiden großdimensionierten Rückstrahler, die auch noch ästhetisch rund über das Pedaleck laufen, sehen nicht nur gut aus, sondern sorgen auch für die nötige Sicherheit. Die Pedale gibt es in zwei Ausführungen: Bis Schuhgröße 42 und ab Schuhgröße 43.
Montage

Wie bei jedem System gibt es auch hier ein Pedal für die rechte und eines für die linke Seite (in Fahrtrichtung gesehen). Dies soll das „Herauskurbeln“ während des Tretens verhindern. Entsprechende Markierungen am Pedal weisen auf den Einsatzort hin (Bild 4).
Die Anbringung geschieht über einen Innensechskantschlüssel, der durch die Gewindeöffnung der Tretkurbel von hinten geführt wird. Somit kann der alte 15mm Schraubenschlüssel zuhause bleiben. Die Montage ist einfach zu bewerkstelligen, sofern man die allgemeine Regel, dass ein Rechtspedal ein Rechtsgewinde (im Uhrzeigersinn wird zugedreht) und ein Linkspedal ein Linksgewinde aufweist, beherzigt. Doch Vorsicht: Dadurch, dass das Gewinde ja „von hinten“ beigedreht wird, ist es genau umgekehrt. Kurzfassung: Rechtes Pedal gegen den Uhrzeigersinn // Linkes Pedal mit dem Uhrzeigersinn zudrehen und wie immer: Vorher fetten!
Praxis

Am Rad wirken die Ergon PC2 zunächst etwas übergroß und auffällig. Nach kurzer Eingewöhnung war ich völlig überzeugt. Kein Nachfassen, kein Abrutschen und eine Standfläche, die diese Bezeichnung auch rechtfertigt. Trotz des Kunststoffes ist das Pedal sehr steif, da verbiegt sich nichts. Selbst bei einem langen und fordernden Anstieg mit viel Kraft auf dem Pedal (16% Steigung-12 km/h-150 Höhenmeter) konnte ich weder ein Verrutschen der Füße oder ein Defizit des Pedals vermerken. Subjektiv war das Pedal auf der Langstrecke von 90 km stimmig und angenehmer zu fahren. Ich hatte nie das Gefühl plötzlich durchdringende Dachlatten unter den Füßen zu haben (Die Streckenfahrer kennen diesen Effekt). Im Gegenteil, die große Standfläche empfinde ich als optimal, ohne dabei als starre Treppenstufe durchzugehen.
Zusammenfassung

Stabil, hochwertig, rutschfest, ergonomisch und in einem neuartigen Design kommt das Ergon PC2 Pedal daher. Viel Licht, aber auch Schatten: Der Preis von rd. € 70 ist nicht gerade massentauglich. Wer sich allerdings in der Preisspanne weit jenseits des vierstelligen Bereiches mit seinem Rad befindet und ein anderes Pedal sucht, könnte sich dieses Produkt näher anschauen. Ob die medizinischen Aspekte greifen zeigt die Zeit. Dann gilt es allerdings zu beweisen, dass die nicht vorhanden Schmerzen auf das Pedal zurückzuführen sind.

P.S. Die Abbildungen wurden absichtlich ohne Fahrrad gemacht, um nicht vom Produkt abzulenken.

Gute Fahrt
Bergschrund


Bilder von Ergon PC2
  • Ergon PC2 Bild 1
  • Ergon PC2 Bild 2
  • Ergon PC2 Bild 3
  • Ergon PC2 Bild 4
Ergon PC2 Bild 1
Ergon PC2 Außenseite
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Oberlisbler

Oberlisbler

26.05.2011 19:54

Bei Deinen Berichten kann sich auch ein alter Knacker wie ich einiges abschneiden!

GRiZZ

GRiZZ

19.05.2011 15:25

Wenn man keine Klickies mag...da ists bestimmt nicht schlecht

blaubaer13

blaubaer13

19.05.2011 14:11

interessanter Bericht über sehr nützliche Teile, wobei ich für mein Radl (so n Freizeitgerät) eher auf etwas preisgünstigere zurückgreife ;-)

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