Blauzahns großer Bruder
30. Jan 2002
Pro:
Bluetooth, Coolness - Faktor, gute Sprachqualität
Kontra:
Preis, Headset - übliche Nachteile
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Ausstattung:
Bedienkomfort:
Montage:
Sprachqualität:
 TaHmel04
Über sich:
Mitglied seit:16.10.2001
Erfahrungsberichte:2
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es ist endlich verfügbar. Der Nachfolger des elitär-legendären Ericsson Bluetooth Headsets HBH-10, das HBH-15 ist endlich verfügbar. Zwar schon seit Monaten auf der Website von SonyEricsson (nach Namenswechsel) angekündigt, ist es nun auch endlich verfügbar. Zumindest war es das für mich. Wer gerade mit dem Kaufgedanken schwanger geht, sollte sich nicht von den abtuenden Gesten der Händler, das Produkt habe noch nicht einmal eine Bestellnummer, abschrecken lassen. Es hat eine Bestellnummer und es ist verfügbar! Wenn auch in nicht sehr großen Stückzahlen, wie mir scheint. Ich selbst konnte nur einen einzigen Händler ausfindig machen, der mir das gute Stück besorgen konnte. Von den 4, die er abbekommen hat, waren alle innerhalb eines Vormittages verkauft. Eines davon an mich.
Nun aber zur Sache: Inhalt der Box ------------------------
Das HBH-15 kommt in einem Schnickschnack-Karton zusammen mit einer Ladestation, in die das Headset eingelegt wird, einem zweiten „Earhook“ (=Ohrbügel) und einem „Carrying Case“. WICHTIG: Es ist KEIN Aufladegerät enthalten. Die Ladestation ist zwar mit den gängigen Ladegeräten (also auch Autoaufladegeräten) von Ericsson kompatibel, wer jedoch kein Ericsson Handy hat, muss noch einmal dafür in die Tasche greifen (ca. 30-40 €). Das „Carrying Case“ ist eine Tragetasche für das Headset. Diese ist auch unbedingt nötig, denn wenn man es nicht am Ohr hat, weiß man nicht so schnell, wo man das edele Teil sonst verstauen könnte und dabei keinen Pulsschlag in der 200er Region hat. Vom Design scheint das „Carrying Case“ jedoch eher etwas zurückgeblieben zu sein – Nylon verwöhnt das geübte Auge nicht gerade. Der Tragekomfort ist jedoch erheblich höher anzusiedeln als die Optik – es gibt eine Schlaufe am oberen Ende um das „Carrying Case“ wie eine VIP-Marke auf der Brust zu tragen (damit es auch stets sichtbar bleibt, selbst wenn der Akku leer ist ;-) [mag für manche ja wichtig sein]). Zudem verfügt es an der verstärkten Rückseite einen Gürtelclip. Wenn man es jedoch am Gürtel trägt, ist die Schlaufe leicht störend – wohin nur mit dem langen Ding? Ich binde es immer kunstvoll um die Gürtelschlaufe – eine bessere Lösung (außer Abschneiden) ist mir noch nicht in den Sinn gekommen. Mein Kurz-Fazit dazu: Solange man es nicht sieht, ist es unentbehrlich! Konstruktion & Design ------------------------
Design: Sicherlich mag dem einen oder anderen bei dem Besuch der SonyEricsson Website das neue Design aufgefallen sein. Die geschwungeneren Formen des Headsets steigern den nicht unerheblichen Coolness-Faktor
um ein weiteres – vorbei sind die Zeiten des Eckigen HBH-10. Man möge es fast mit dem Volvo-Design vergleichen. Das HBH-10 gleicht einem Volvo 960, das HBH-15 einem Volvo V70XC. Man könnte ebenso meinen, die Designer des HBH-10 hätten einen Lehrgang bei Apple gemacht. Konstruktionsprinzip: Das Konstruktionsprinzip ist weitgehend gleich geblieben – der lange Steg mit der Ericsson-typischen grünen Leuchte ist weiterhin das Mikrophon – das dicke Ende das Sende/Empfangsteil mit Lautsprecher. Indem man das vordere Ende des Sende/Empfangsteils an den Steg drückt, hebt sich dieses und man kann es leicht an das Ohr setzen. Das Gerät macht auf mich einen etwas empfindlichen Eindruck, bislang ist es jedoch noch nicht zerbrochen, und ich gehe eigentlich auch davon aus, dass das auch so bleibt. Bei Nachtfahrten muss ich jedoch sagen, dass die grün blinkende Leuchte des Mikrophons nicht ganz angenehm ist, da es den halben Raum beleuchtet. Wer lange Nachtfahrten auf einsamen Straßen macht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass man sich daran erst gewöhnen muss. Anfangs schaut man bei jedem Blinken unwillkürlich in diese Richtung. Tagsüber hingegen ist mir das Blinken nicht negativ aufgefallen.
Akku: Im Vergleich zum Vorgänger wurde dem neuen HBH-15 ein leistungsstärkerer Akku verpasst. Das HBH-10 sollte eine Standby-Zeit von 48 Stunden haben, das HBH-15 eine Standby-Zeit von 110 Stunden. Meinem subjektiven Empfinden nach kommt das auch ziemlich hin. Zumal ich das Headset nicht ständig aktiviert habe. Aufladedauer sind ca. 1-1,5 Stunden. Nachteilig sind ganz klar die Auswirkungen auf den Handy-Akku. Ich habe ein Ericsson R520m mit Ultra-Slim Akku BUS-11 (Li-Polymer, 600 mAh). Ist der Akku voll, komme ich auf eine Standby-Zeit von ca. 250 Stunden. Mit Bluetooth aktiviert verringert sich die Standby-Zeit auf !nur! noch ca. 60 Stunden. „Earhook“: Der „Earhook“ lässt sich austauschen und somit sowohl auf dem linken als auch auf dem rechten Ohr tragen. Der Austausch ist ziemlich simpel, 2-3-4-5 (je nach Geschicklichkeit) Handgriffe bringen das Headset auf die andere Seite.
Steuerung: Gesteuert wird das Headset durch eine 3-Wege-Taste am hinteren Rad des Sende-/Empfangsteils. Man kann die Taste nach oben oder unten schieben, wodurch die Lautstärke erhöht oder verringert wird oder aber die Taste hineindrücken, um das Headset zu koppeln oder aber einen Anruf anzunehmen bzw. zu beenden. Blauzahn: Negativ dabei ist mir jedoch aufgefallen, dass mir persönlich die Bluetooth Technologie Kopfschmerzen verursacht. Bei längerem Tragen (ca. 3 Stunden und länger) setzen genau an dieser Kopfseite Schmerzen ein. Das ist zwar bislang erst einmal vorgekommen, und vielleicht bin ich einfach empfindlich, aber für Extrem-Telefonierer mag das ein Grund sein die Kaufentscheidung zu überdenken. Ach, und das Beste an der Konstruktion natürlich: Bluetooth = kein Kabel (für alle, die immer noch rätseln, wer oder was „Blauzahn“ ist). Laut Hersteller ist der verwendete Bluetoothstandart 1.0b mit critical Errata. Das Headset ist jedoch mit 1.1 kompatibel. Weiterhin sollte es sich mit jedem Bluetoothfähigen Gerät, dass das Headset-Profil unterstützt, koppeln können (dazu kann ich nur sagen: bei meinem Ericsson R520m klappt es). Die Bluetooth Reichweite sollte ca. 10 Meter sein. Das klappt natürlich nicht – außer vielleicht in einem Vakuum ;-). Die effektive Reichweite liegt meiner Erfahrung nach bei etwa 6-8 Meter, je nach Umgebung. Sollte man während des Telefonierens außerhalb dieses Radius kommen, läuft laut Handbuch ein 30-sekündiges Ultimatum bis zum Trennen der Verbindung. Wer also darüber Millionendeals abwickeln will, sollte ein ziemlich genaues Gefühl für Entfernungen haben.
Installation ------------------------ Die Installation erwies sich auf meinem R520m als ziemlich einfach. Natürlich muss der Akku zuerst voll geladen werden. Anschließend das Headset durch Drücken der 3-Wege-Taste für ein paar Sekunden aktivieren, bis man einen Ton hört. Dann die nötigen Einstellungen am Handy tätigen (je nach Handy-Typ). Dauer für die ganze Aktion (ohne Laden) bei mir: 1-2 Minuten.
Telefonieren ------------------------ Um zu telefonieren, kann man natürlich weiterhin das Handy nehmen. Bei jedem Anruf fragt mich mein R520m (Firmware-Rev. 3A), ob es den Anruf mit dem Telefon führen soll, man drückt nun auf „No“, was etwas irreführend ist, da das ja auch die Taste zum Auflegen ist. Man gewöhnt sich jedoch daran. Durch Drücken der 3-Wege-Taste kann man zudem die Sprachwahl aktivieren. Das klappt jedoch trotz der guten Ericsson Spracherkennung nur in ruhigen Umgebungen (z.B. stehendes Auto, Innenräume [v.a. ohne Wind]). Um einen Anruf anzunehmen, drückt man kurz auf die 3-Wege-Taste und los geht’s. Das Headset klingelt übrigens auch.
Einstellungen ------------------------ Viel einzustellen gibt es leider nicht. Mit dem Handy lässt sich der Akkustand des Headsets abrufen (leider nur in drei Stufen), dieses zum Handy koppeln, ihm eine neue Bluetooth-Kennung geben (= eine 4-stellige Nummer) die Ruftonlautstärke für Anrufe ändern, die Hörerlautstärke ändern oder aber einstellen, an welchem Ohr es getragen wird. Interessant ist letzteres: wenn man den „Earhook“ wechselt und das Headset auf der anderen Seite trägt, lässt sich die Lautstärkeeinstellungstaste ebenfalls umkehren. Das Headset liegt nun ja „upside down“ und eigentlich müsste nun die Lautstärkeregelung ja auch umgekehrt liegen und damit „Lauter“ durch Schieben der 3-Wege Taste nach unten werden und vice versa. Durch die Umschaltemöglichkeit ist es aber egal ob das Headset links oder rechts getragen wird, lauter wird es immer, wenn man die 3-Wege-Taste nach oben schiebt (vorrausgesetzt, man stellt es so ein – automatisch geht es leider nicht).
Sprachqualität ------------------------ Einfach hervorragend. Zwar hat es die Headset-üblichen Macken: Bei Wind zu telefonieren ist keine gute Idee, dafür kann es jedoch in normalen Umgebungen eine fast astreine Sprachqualität liefern. Selbst in einem Diesel auf der Autobahn lässt es sich noch gut telefonieren (bei guter Netzabdeckung versteht sich). Solange kein Wind geht, ist auch ein Telefonieren in der Fußgängerzone möglich. Meiner Einschätzung (und auch derer meiner Gesprächspartner) nach ist die Sprachqualität besser als in manchen kabelgebundenen Headsets. Es ist jedoch wie bei den meisten Headsets so, dass man sehr gut hören kann, jedoch nur vergleichsweise gut/befriedigend gehört wird. Wer noch nie ein Headset angefasst hat, sollte sich vielleicht vor dem Kauf bei jemanden, der ein kabelgebundenes hat, über dessen Eigenheiten informieren lassen.
Tragekomfort ------------------------ Der Tragekomfort. Nun ja, um ehrlich zu sein: Joggen würde ich damit nicht. Es sitzt zwar relativ fest und man kann den Kopf durchaus beim Tragen schütteln – ein plötzlicher Schulterblick ist auch durchaus drin, ebenso spazieren gehen. Mehr als das halte ich jedoch für wagemutig – angesichts des hohen Preises sollte man sich solche Aktivitäten sehr genau überlegen. Das Headset ist überraschend leicht und kann durchaus 2-3 Stunden getragen werden (anfangs ist es jedoch etwas gewöhnungsbedürftig). Noch längere Blauzahn-Ausflüge würde ich jedoch für abwegig halten, einfach um dauerhafte Verformungen am Ohr zu vermeiden.
Maße ------------------------ Gewicht: ca. 30g Länge: 13,6 cm Breite mit Earhook: 5,9 cm Breite ohne Earhook: 3,1 cm Tiefe: 2,4 cm
FAZIT ------------------------ Für einen Preis von 204 € (habe es jedoch auch schon als Listenpreis zu 250 € gesehen) bekommt man ein nicht unbedingt billiges Headset. Im Preis/Leistungsverhältnis würde ich es noch als gut-befriedigend einstufen. Das größe Pro ist jedoch eindeutig die erhöhte Handlungsfreiheit – kein verstrickendes Kabelnetz mehr auf langen Autofahrten, die zudem noch den Weg zum Knie der Beifahrerin behindern. ;-) Die Steigerung des eignen Coolness-Faktors um den Faktor 2 ist übrigens im Preis mit drin ;-)
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Ericsson Bluetooth Headset HBH-15
|
|
20.02.2002 21:05
Echt Klasse Bericht! Ich bin gerade am überlgen ob ich mir das 15er, 20er oder sogar den MP3Playerzulegen soll. Allerdings finde ich dass man mit dem 15er etwas komisch aussieht, das 20er eiegntlich nix bringt, da es ja doch ncoh ein Kabel hat, und der Mp3 Player gut ist weil man eben noch seine Musik dabei hat, allerdings eben erst recht ein Kabel mit sich rumschleppen muss. Hinzukommt noch das Die BT'd 100Euro teurer sind wobei das nicht ausschlaggebend ist. Ich würde mich freuen, wenn du dich noah mal bei mir melden würdet und ir vielleicht einen kleinen Objektiven Tipp geben würdest. Schonmal Danke. Bis dann Nils
31.01.2002 20:19
Toller Bericht. Hätte ich nicht besser machen können. Man liest sich BierAUSderDOSE :-)
30.01.2002 21:04
Eine wahrhaft ultimativ gute Produktbeschreibung über ein interessantes Produkt einer neuen Gerätegeneration (..da ja leider die Anzahl der BT-Gerätschaften sich trotz Forcierung durch die BT-Partner noch [!] in Grenzen hält). *lobverteil* Und das, wo Du doch "nur" ein grünes Pünktchen bist ;-)). Doch zum Glück heisst das ja nichts! Dein Bericht hätte vom Inhalt und Umfang her aus meiner Feder geflossen sein können *g*. Gruss, Thokla.