Steiler Zahn - das HSW8000 von Motorola
09.05.2002 (12.11.2003)
Pro:
klein, leicht, praktisch
Kontra:
teuer
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Ausstattung
Bedienkomfort:
Montage:
Sprachqualität:
 Kenam
Über sich:
Meine Homepage: http://www.hautprobleme.at
Mitglied seit:27.08.2001
Erfahrungsberichte:19
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 14 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Das HSW8000 ist ein neues, drahtloses Bluetooth-Headset von Motorola - es geht hier also nicht um das Ericsson-Teil HBH-15! Ciao ignoriert leider meine Vorschläge für neue Kategorien völlig - ich stelle diesen und andere Berichte daher in die am ehesten geeignete Kategorie, um sie endlich "loszuwerden"...:
Als nunmehr stolzer Besitzer eines T68 von Ericsson, war die Anschaffung einer drahtlosen Freisprecheinrichtung auf Bluetooth-Basis fast schon Ehrensache - wenn auch ein wenig schmerzhaft für den Geldbeutel. Zur Auswahl standen das original Headset von Ericsson und das nagelneue HSW8000 von Motorola, das zunächst vor allem durch das praktische, kompakte Design auffällt.
Im direkten Vergleich zog ich das Gerät von Motorola dem Ericsson klar vor: Es ist deutlich kleiner und etwas leichter und durch den kürzeren Mikrofonbügel kommt es bei Kopfdrehungen zu geringeren Fliehkräften - kurz, es ist angenehmer am Ohr zu tragen und das Gefühl, das Teil könnte runterfallen, ist keineswegs so ausgeprägt, wie beim Ericsson. Motorola liefert sein neues Headset inklusive Netzteil zum Aufladen des integrierten Akkus, mit einem netten Gürteltäschchen und einer Kordel, mit der man das Ding dann stolz - wie eine Kette - um den Hals trägt (wer sowas braucht... :-)
Die Technik Das Headset ist nicht über Kabel mit dem Handy verbunden, sondern verwendet die Bluetooth-Sendetechnologie. Bluetooth ist benannt nach einem dänischen König (oder so ähnlich), dem offenbar sein ausgeprägter Karies zu diesem Spitznamen verhalf. Wie auch immer - Bluetooth kann dazu verwendet werden, Geräte im Nahbereich (max. 10 Meter) miteinander über Funk zu vernetzen. Dabei werden sehr schwache Funksignale eingesetzt, die angeblich keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Angesichts der Tatsache, dass wir ständig von wesentlich größeren Feldstärken umgeben sind, halte ich das sogar für möglich... Die Konstruktion Zusammengeklappt ist das Gerät ausgesprochen handlich und kompakt und passt in jede Tasche. Aktiviert wird es durch das Aufklappen des kurzen Mikro-Bügels. Ein weiterer Bügel, aus Gummi und "ohrmässig" gebogen, wird vor dem Aufsetzen seitlich etwas weggeklappt und sorgt dann für sicheren Halt am Ohr. Mit etwas Übung lässt sich das Headset auch "autofahrfreundlich" mit nur einer Hand aufsetzen und ist auch für Brillenträger gut geeignet. Das Gerät selbst ist federleicht und angenehm zu tragen - nach kurzer Zeit vergisst man es fast am Ohr. Durch einfaches Umstecken des Bügels ist das Headset übrigens auch für "Linksträger" anzupassen. Am Gerät selbst ist ein Taster zur Gesprächsannahme und ein kleiner Wipptaster zur Anpassung der Lautstärke.
Ungefähre Abmessungen Durchmesser: 4,5 cm Dicke: 2 cm Länge des Mikrobügels: 4,5 cm Gewicht: 28,3 g Bild: http://commerce.motorola.com/consumer/QWimages/acc_98405.jpg Die Installation Die dicke Anleitung täuscht - pro Sprache reichen gerade mal 4 Seiten, um alles zu beschreiben, was beschreibenswert ist. Zunächst muss das Headset mit dem Handy über Bluetooth verbunden werden. Dieser Vorgang ist nur einmal, bei der Erstinstallation, notwendig - ab dann reicht es, den Mikrobügel aufzuklappen, um die Verbindung herzustellen. Wer also ausnahmsweise mal die Anleitung liest, kann diese Erstanmeldung in 5 kleinen Schritten erledigen (für die anderen dauert es etwas länger, bis sie dahinterkommen...). Das T68 hatte kein Problem mit der Erkennung - ich schalte Bluetooth danach am Handy "ein". Mit der "Automatik" gabs immer wieder Probleme - das Handy weigerte sich bisweilen, auf Bluetooth umzuschalten und dann gabs einfach keine Verbindung.
Die Praxis Im Grunde ist ein Headset ja um so besser, je weniger es im Betrieb auffällt. Und in diesem Punkt kann das kleine "Ei" von Motorola absolut punkten: Die Lautstärke (lässt sich direkt am Headset verstellen) ist in Ordnung, die automatische Verbindungsaufnahme zum Handy klappt relativ schnell (nur zB bei der Sprachbox gehen die ersten beiden Worte der freundlichen Ansagerin verloren - hier geht der Verbindungsaufbau einfach zu schnell) und die Tonqualität ist erfreulich gut. Auch die Verständlichkeit beim Gesprächspartner ist, wie mir alle bisher bestätigt haben, einwandfrei - Nebengeräusche kommen kaum durch. Die angegebenen 10m kann ich in der Wohnung übrigens problemlos erreichen, es funktioniert auch durch eine Zimmerwand - bei Anruf sagt das Handy dann den Namen des Anrufers, sofern der abgespeichert ist. Die blau-blinkende LED am Handy ist übrigens bei Nachtfahrten ausgesprochen störend. Ich habe mir - als besonders "elegante" Lösung - ein kleines Stück Karton zurechtgebogen, dass ich Nachts im Auto oben über das Handy stülpe, um das Geblinke loszuwerden. Hier sollte Ericsson unbedingt Erbarmen haben und die LEDs abschaltbar machen. Am Headset-Mikrobügel blinkt nach dem Aufklappen ebenfalls eine blaue LED, die aber natürlich nicht im Sichtbereich liegt und daher kaum stört. Anfangsschwierigkeiten Anfangs hatte ich die Sprachsteuerung am T68 deaktiviert und große Probleme mit dem Headset - ich musste sogar zweimal den (gut versteckten) Reset-Button am Headset drücken, um überhaupt wieder eine Verbindung zum Handy zu bekommen. Nach dem Einschalten der Sprachsteuerung haben sich jedoch alle Probleme "in Luft aufgelöst". Gespräch annehmen, abweisen und wählen - alles funktioniert jetzt einwandfrei. Wichtig ist natürlich, dass die Sprachbefehle über das Headset afgenommen werden, sonst kommt es zu Verständigungsproblemen mit dem Handy...
Kompatibilität Das kleine Motorola-Ei arbeitet problemlos mit dem T68 zusammen. Als einzige Einschränkung sehe ich derzeit, dass man den Akkustatus nicht über das Handy abfragen kann, wie beim Originalteil möglich. Laut Motorola funktioniert das Gerät mit allen Bluetooth-fähigen Handies, ich konnte diese Aussage aber nur mit dem Ericcson prüfen. Der Akku Laut Motorola reicht der Akku für 3 Tage Standby, bzw. 2.5 Std. Sprechzeit. Das scheint der Wahrheit recht nahe zu kommen - ich lade derzeit (bei mittlerem Sprechbetrieb) alle zwei Tage auf und hatte bisher keine Schwierigkeiten. Der Ladezustand wird akustisch gemeldet, sobald es problematisch wird. Wer Akku-Charakteristika kennt weiß, dass die Spannung sehr rasch abfällt, wenn sie einmal damit begonnen hat. Ich nehme daher an, dass man die Akkuwarnung ernst nehmen sollte, sobald sie erfolgt. Für den Notfall liegt aber weiterhin mein altes Ohrstöpsel-Kabel im Auto.
Der Preis Der Media Markt will derzeit 219,-- Euro dafür haben. Ob es irgendwo günstiger geht, kann ich nicht sagen. Fazit Ich habe schon bisher fast immer mit Kabel telefoniert - auch außerhalb des Autos - und halte das HSW8000 für eine sehr praktische Entwicklung. Vorausgesetzt, das Handy hat mit Bluetooth keine Probleme und braucht dafür keine riesen Zusätze, ist kabelloses Telefonieren eine Supersache.
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