Ernährung von Nage- und Kleintieren - Tipps & Tricks

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Die richtige Fütterung bringt Erfolge

5  04.12.2000 (25.12.2000)

Pro:
s . o .

Kontra:
-  -  -  -

Empfehlenswert: Ja 

MarkusFauser

Über sich:

Mitglied seit:17.11.2000

Erfahrungsberichte:17

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Kurz zu mir:
Ich züchte seit 4 Jahren Kaninchen und ziehe ca 35 Jungtiere pro Jahr auf.
Ich bin zweifacher Vereins- und Kreismeister und versuche mein Glück jetzt auf den Landes- und Bundesschauen.
Daher kann ich ganz genau sagen auf was es bei der Kaninchenhaltung ankommt.
Der fast wichtigste Faktor ist dabei die Fütterung.

Nun die Meinung:

Es muss erkannt werden, das man in der Kaninchenhaltung viel durch eine sach- und fachgerechte Fütterung erreichen kann. Dazu gehört natürlich auch das ausreichende Tränken wie das Wissen um die einzelnen Futtermittel und ihre Zusammensetzung.
Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate sind die Stoffe, derer das Kaninchen bedarf. Weitere Stoffe sind Mineralien, Spurenelemente und Vitamine.
Wenn man Grünfutter dazu füttert, so muss man immer bedenken, dass die Pflanzen abhängig von ihrem Standort sind: Sie können nur das an Stoffen einbauen, was der Boden hergibt. Insofern bekommen die Kaninchen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten immer auch ein Futter, das trotz des selben Standortes und der selben Pflanze von dort durchaus unterschiedlich sein kann. Die einzelnen Umstände hierzu sind ungeheuer kompliziert und hängen von einer Unzahl einzelner Faktoren ab.

Wichtig: Heu ist das tägliche Brot der Kaninchen und muss immer zugefüttert werden.

Der Trinkwasserbedarf der Kaninchen hängt von etlichen Außenumständen wie von den Tieren selbst ab. Man tut gut daran, den Tieren zumindest Trinkwasser anzubieten. Bei säugenden Häsinnen oder bei der Fütterung von Alleinfutter ( Pellets) muss selbstverständlich viel Wasser verabreicht werden. Das Wasser im Körper ist ein Lösungsmittel, Baustoff und Transportmittel. Wasser geht durch Ausscheidung und Atmung verloren, weswegen es ständig ersetzt werden muss (Der Mensch soll ja auch 3 Liter Wasser am Tag trinken).
Bei Fütterung von Grün- und Saftfutter trinken die Kaninchen laut Fachliteratur meist weniger Wasser. In meinem Bestand trinken die Kaninchen bei normaler Fütterung von Wiesengras ungefähr einen Liter pro Tag. Auch hängt der Trinkwasserbedarf von der Witterung ab. Schlägt das Wetter um, so trinken sie wie verrückt.
Kurzgesagt: Man tut sehr wohl daran den Kaninchen ständig Wasser (am besten in Trinkflaschen) zu bieten, da sie dann viel besser gedeien.

Neben dem wirtschaftseigenen Futter (Heu, Wiesengras das selbst produziert wird) kann man natürlich auch Fertigfutter, das viele Vorteile hat, reichen. Allerdings darf es nicht zu lange gelagert worden sein, da sich sonst die ganzen Inhaltsstoffe verflüchtigt haben.

Die kombinierte Fütterung von Alleinfutter mit Grünzeug sowie Hackfrüchten wird häufig angewandt. Dazu ist zu sagen, dass man besonders die größeren Rassen (bis 10 Kilo) nur mit Grünfutter nie auf das Ausstellungsgewicht bringen kann. Außerdem müssen künftige Schaukaninchen ( nur die Allerschönsten), säugende und laktierende Häsinnen sowie heranwachsende Jungkaninchen (besonders gefräßig) neben dem Saftfutter noch Kraftfutter dazugefüttert bekommen.
Will man bei den zukünftigen Ausstellungstieren keinen Fehler machen, muss man ihr Gewicht wöchentlich mit einer Wage kontrollieren und dementsprechend die Fütterung anpassen.

Während der Ruhezeit ( von November bis Januar bei den Jungtieren und bei Zuchttieren das ganze Jahr über) bekommen die Tiere nur ein Erhaltungsfutter. Dieses sollte trotzdem sehr abwechslungsreich und vielseitig sein.
Überhaupt verabscheuen die Kaninchen ein futtermäßiges Einerlei und verlieren ihren Appetit am einseitigen Futter, das tagein tagaus gereicht wird. Dazu führt leider auch das Fertigfutter.

Kaninchen weisen manche Besonderheiten beim Fressen auf. Nicht nur, das sie den seltsamen Vitaminkot (aus Blindarm) fressen. Vielmehr sind Kaninchen zunächst einmal Dauerfresser, die viele kleine Mahlzeiten während eines Tages zu sich nehmen. Dann sind Kaninchen auch Dämmerungstiere. Insofern fressen sie vor allem in der morgen- und Abenddämmerung am meisten. Aber auch in der Nacht wird eifrig gefuttert.
Daher gibt man zum Abend auch stets die größeren Futtermengen, abgesehen davon, dass sich das Grünfutter in der Nachtkühle länger frisch hält und nicht fault. Anderseits beinhaltet dies, dass man die Kaninchen nicht hungern lassen darf.
Würde man die gewohnten Fütterungszeiten überziehen, so käme es unweigerlich zu Futtergier. Dabei überfräßen sich die Kaninchen, wodurch es zu Verdauungsstörungen käme. Diese sind allerdings zu allen Zeiten gefährlich.

So sollte man möglichst häufiger am Tag in kleineren Portionen füttern, dann aber auch immer zur gleichen Zeit, um Heißhunger bei den Tieren zu vermeiden. Häsinnen mit ihren Jungen sollte man nach Möglichkeit morgens, mittags und abends füttern, oder ständig Futter anbieten. Für den Restbestand genügt die zweimalige Fütterung. Hier gibt man meist morgens und abends die Futterrationen. Heutzutage reicht für viele Züchter die Zeit nicht. Dann kann man es auch bei einer einmaligen Fütterung belassen, muss allerdings dann die doppelte Ration füttern. Diese Fütterung sollte dann möglichst am Abend geschehen.

Um den Appetit der Kaninchen zu erhalten kann man einfach gelegentlich Garten- und Küchenkräuter dazureichen. Die Kräuter sind ja zumindest Sommertags in Hülle und Fülle vorhanden.
Besonders bei der Jungtiermast spielt die Zugabe von Kräutern eine große Rolle. Man regt damit einerseits des Geschmackssinn anregt, anderseits gewinnt man somit ein hochwertiges und gesundes Fleisch von bestem Geschmack.

In jedem Fall sollten die Kaninchenhalter (ob 50 Tiere oder nur 2) darum bemühen viel Abwechslung ins Futtergeschehen einzubringen.
Auch wenn man verreisen sollte, muss man schauen, dass der vertretende Futtermeister sich bestens um die Tiere kümmert.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
derkohle

derkohle

30.10.2001 00:44

Grüß Dich - klasse, informativer Bericht. Ist von einem Fachmann aber auch nicht anders zu erwarten. Gruß Micha

Miow

Miow

02.08.2001 14:49

Ich bedanke mich im Namen meines Kaninchens Rocko für diesen Bericht! Ich schau gleich mal, ob Du noch mehr über Nager zu berichten hast! Gruß von Miow und Rocko =:-)

Baumeister

Baumeister

12.04.2001 16:49

Superklasse geschrieben... bei uns im Garten fressen die Karnickel und die Hasen auch nur das Allerbeste, von Mutters Grünkohl über meine Wilderdbeeren......

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