Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
erste Einführung ins Christentum, großes Familienereignis |
| Kontra: |
zu früh, nur Geld zählt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die Erstkommunion festigt das Band zum Christentum und ist ein weiter Initiationsritus, der zweite in Folge der drei: Taufe, Kommunion, Firmung.
Durchgeführt wird sie aber eigentlich nur in der katholischen Kirche, soweit ich weiss, und findet im zweiten Schuljahr, also etwa dem 8ten Lebensjahr statt.
Vorher werden die Kinder jedoch darauf vorbereitet, indem sich über ein Jahr lang speziellen Unterricht bekommen. Dieser findet einmal in der Woche im Gemeindehaus der Gemeinde in der die Kommunion stattfinden soll, statt. Oft sind es bestimmte Lehrer, ob Gemeindehelfer oder schon tiefer in die Kreise der Kirche eingeführt weiss ich nun nicht zu sagen, aber der Pfarrer selbst kümmerte sich gelegentlich auch persönlich um eine Gruppe.
Dort werden halt viele Bibelgeschichten, allgemeinwissen zum christlichen Glauben, aufgearbeitet, aber wie es sich für Kinder in dem Alter gehört eher mit Bilder malen, als hochtrabenden Überlegungen das Jesus vermutlich niemals wirklich über einen See gelaufen ist, sondern es nur eine übertriebene Darstellung war, oder bloss eine Geschichte um etwas zu verdeutlichen.
Wir bekamen noch beigebracht, "das steht da so, also war das so!"
Nebenbei wird dann im Schulunterricht während des Religionsunterricht praktische Übungen unternommen. Das sah dann bei mir so aus das die Gruppe der Katholiken anstatt im Klassenzimmer Bibelgeschichten zu lesen, in die nahegelegene Kirche ging, und dort beteten, sangen, und zum Ende hin sogar übten wie man das Abendmahl feiert.
Man bekam also praktisch die Riten beigebracht, wann man zu stehen, zu sitzen und zu knien hat in der Kirche, und das ist bei der katholischen Kirche sehr streng geregelt, wann man was zu sagen hat, bzw. wie man dem Vorgebet des Pfarrers zu antworten hat.
Nebenbei wird man auch auf den Ritus der Beichte vorbereitet, und schließlich war es auch dann zum ersten mal zur Pflicht geworden zu beichten.
Man wird gezwungen zu bereuen, eine tolle Masche des Christentums, aber als wenn das was nutzen würde wenn man es nicht wirklich von sich aus tut.
Irgendwann findest das ganze aber mal ein Ende und gipfelt schließlich in der großen Feier der Kommunion. In katholischen Familien ist das ein sehr großes Fest.
Die Mädchen ziehen weiße Kleider an die wie Miniausgaben von Brautkleidern wirken, und die Jungen kleine Anzüge, sogenannte Kommunionsanzüge. In Paaren, wie Brautpaare, ziehen die Kommunionskinder dann in die Kirche ein, die rappelvoll mit den wichtigsten und engsten Angehörigen der vielen verschiedenen Familien sind, und während die Mamas sich die Tränen aus den Augen wischen lassen die Papas ein Blitzgewitter aus den Kameras niedergehen und filmen alles mit.
Die Zeremonien die man zuvor immer wieder "geprobt" hat werden nun durchgeführt und das Glaubensbekenntnis wird gefestigt, man wird in die Kirche initiiert und erhält zum ersten mal die geheiligte Hostie, von denen die Katholiken glauben das sie im Verlaufe der Messe zum Leib Christi wird.
Danach verteilen sich die Familien wieder, denn für jede steht nun eine große Feier an. Zu Hause wartete bei mir schon die gesamte Großfamilie, wir hatten vorher Möbel rausgeschaft, und Tische und Stühle geliehen und aufgestellt, damit alle Platz fanden. Die Ganze Familie hatte gebacken und gekocht, da meine Mutter das niemals allein geschafft hätte. Ich saß als Mittelpunkt natürlich in der Mitte der aufgestellten Tafel, flankiert von meinen Großeltern und den Paten, aber meine Eltern waren eh mit der Bewirtung beschäftigt.
Dann bekommt das Kommunionskind natürlich viele Grußkarten der Anwesenden, in denen jeweils natürlich Geld drin liegt. Warum, das ist mir eigentlich rästelhaft, aber soviel Geld wie an diesem Tag wird man wohl nie wieder von der Familie bekommen.
Das Fest genießt aber genau wie die Konfimation, die das evangelische Equivalent zur Kommunion ist, großes Ansehen so das sogar alle Nachbarn der 8 Mietparteien vorstellig wurden, ja sogar Nachbarn im weiteren Sinne kamen vorbei um zu gratulieren, von denen ich die meisten bloß vom Sehen her kannte.
Mein Fazit
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Die Kommunion ist mehr ein großes Familienereignis als ein religiöses. Wie sehr man an Gott glaubt spielt dabei weniger eine Rolle. Man soll zwar regelmäßig in die Kirche gehen, aber das ist mehr Zwang von der Kirche aus, denn wenn man es nicht tut wird es bemerkt und dann führt das gleich zu Konsequenzen.
Zum Beispiel wollte mein Pfarrer gerne, das ich Messdiener werde. Da ich aber keine Lust hatte auch noch jeden Sonntag morgen vorne im Rampenlicht zu stehen und meine Glocken zu schwingen (die haben so kleine Glöckchen mit denen sie das Erscheinen des heiligen Geistes symbolisieren sollen, mein ich), kam der Pfarrer persönlich bei uns zu Hause vorbei und versuchte meine Mutter dazu zu bewegen, das sie Druck auf mich ausübt damit ich Messdiener werde. Ich bekam nicht alles mit von dem Gespräch, da ich nach einiger Zeit zum spielen weggeschickt wurde, aber ich bekam noch mit das meine Mutter den Pfarrer irgendwann bat das Haus zu verlassen, da ihre Meinung "wenn der Jung das nicht will, dann wird er das nicht tun" unumstößlich sei.
Das sagte sie mir dann auch Jahre später selber.
Als Kind selber ödete mich das ganze nur an, es waren lästige und langweilige Verpflichtungen, das einzig positive als Kind sah man in der großen Feier und dem vielen Geld.
Zwar wurde ich in der Zeit auch etwas religiöser, ich betete sogar teilweise wirklich häufiger, aber das ganze regte mich auch mal zum Nachdenken an. Jedoch, und hier kommen wir zu einem weiteren Nachteil, findet das ganze viel zu früh statt, denn um sich wirklich mit Gott und dem Glauben auseinander zusetzen ist man noch viel zu jung mit 8 Jahren.
Genaugenommen hat man garkeine Wahl, man tut in dem Alter doch eh was die Erwachsenen von einem verlangen. Und selbst wenn man anderer Meinung sein sollte, wer hat in dem Alter schon den Mut sich durchzusetzen?
In der darauffolgenden Zeit flaute bei vielen wieder die Religiösität ab, man war wieder frei von Verpflichtungen gegenüber der Kirche, und selbst die, die zu Messdienern geworden waren gaben es meistens nach spätestens einigen Jahren wieder auf.