Erziehung von Hunden - Tipps & Tricks

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Tipps & Tricks zur Hundeerziehung

5  23.09.2005 (28.09.2005)

Pro:
Gehorsam des Hundes, Spaß am Lernen

Kontra:
Über  -  Unterforderung

Empfehlenswert: Ja 

hotandsweet

Über sich:

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Erfahrungsberichte:72

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Jeder von euch der einen Hund besitzt, hat sich bestimmt schon mal gefragt wie viel Erziehung wirklich nötig ist. Dann steht man gleich vor der nächsten Entscheidung: Wie bringe ich das meinem Hund bei? Hundeschule? Oder versuche ich es selber? Hier möchte ich euch einige Tipps und Tricks zur Hundeerziehung geben.

Allgemein
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Logisch ist eins: ein Familienhund muss nicht sonderlich gut erzogen sein. Ein Gebrauchshund (Schutzhund etc) dagegen schon viel mehr. Mein Hund ist eigentlich auch nur ein Familienhund, allerdings hat er einen sehr starken Charakter und daher muss ich mich tagtäglich durchsetzen und ihm klar machen, dass ich der Boss bin und nicht er.

Weiterhin ist klar, dass jede Rasse ihre Sonderheiten hat. Zudem müssen größere Hunde meist besser hören, dass ist in der heutigen Gesellschaft (leider) so. Wenn ein großer Hund an der Leine zieht gibt's gleich Geschrei und wenn ein kleiner sich fast die Seele aus dem Leib bellt, dann heißt es nur "ist doch gut Kleiner". Aber na ja. Ich finde dass jeder (!) Hund so erzogen sein sollte, dass er sozial ist und keinen andern beißt (Ausnahmefälle natürlich nicht berücksichtigt). Zudem sollte jeder Hund sich "benehmen" können und mindestens kommen wenn man ruft.

Erziehung meines Hundes
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Bei meinem Hund ist mir wichtig, dass er möglichst viele Kommandos kann. Gerade weil ich Agility mit ihm mache und er sehr willensstark ist. Zudem wird ihm schnell langweilig und er lernt sehr schnell. Und Kommandos können meiner Meinung nach (fast) nie schaden. Außerdem merke ich wie sehr es ihm Spaß macht ein neues Kommando zu lernen. =)

Balu ist nun knapp über ein Jahr, er ist ein Australian Shepherd (also eher einer der größeren Sorte) und kann folgende Kommandos:

Sitz, Steh, Platz, Hier (vorsitzen), Komm (näher kommen), langsam (stehen bleiben), Hopp, Klettern, Platz bleib, Platz auf Entfernung, Fuß, Nein (Unterlassen der Tätigkeit), Aus (Abgeben eines Gegenstandes), Fall um (auf die Seite legen), Schwimmen, Lauf, Schütteln

Dabei ist natürlich klar, dass darin eine Menge Arbeit steckt, jeden Tag. Fast alle kann er perfekt, die restlichen (etwas sinnloseren) wie etwa "Schwimmen" kann er zu 70%. Zudem kennt er noch einige Situationen, bei denen er weiß, welches Kommando er ohne Kommando ausführen muss. … Hä? Wie jetzt? Also: zB kommen in unserem Lieblingswald Leute die jeden Morgen Joggen. Balu sieht diese und legt sich an den Rand ohne dass jemand etwas zu ihm sagt. Er weiß das einfach, weil er es jeden Tag macht und dies seit er Welpe ist.

Kommandos & wie man sie beibringen kann
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Sitz
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Man stellt sich vor den Hund, Leckerlie in die Hand und Kommando "Sitz". Dabei hält man die Hand mit dem Leckerlie hoch. Meiner hat sich darauf sofort hingesetzt. Machen eigentlich fast alle. Wenns nicht klappt, dann muss ein anderer dafür sorgen, dass er sich setzt (antippen auf Po etc). Danach Leckerlie geben und loben. Die Hunde lernen dieses Kommando eigentlich recht schnell. Man kann damit im Welpenalter beginnen.

Platz
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Leckerlie in die Hand, geschlossene Hand auf den Boden vor den Hund und "Platz". Daraufhin legt sich der Hund runter. Futter auf den Boden (!!!) legen und loben. Wenns nicht klappt, Hund selber "umwerfen", einfach nach unten drücken. Warum Futter auf den Boden? - Damit der Hund nicht von der Hand mit Leckerlie abhängig wird. Sonst macht er später nichts ohne Leckerlie. Und zudem "zieht" man den Hund hoch, wenn man das Leckerlie von oben gibt.

Steh
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"Steh" zum Hund und Leckerlie geben. Wenn er nicht stehen bleibt, sondern sich setzen will, dann zwischen Beine und Bauch greifen (hinten), dann bleibt er stehen.

Hier
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Lange Leine an den Hund, ans Ende der Leine stellen und Kommando "Hier". Wenn er kommt sofort loben und wenn er nicht kommt, dann kurz an der Leine helfen ihn in die richtige Richtung zu führen. Später dann ohne Leine. Immer darauf achten, dass der Hund genau vorsitzt und nicht schräg neben einem oder einen halben Meter vor einem. Dies ist Getrickse und somit verliert man bei schlauen Hunden nach und nach Autorität. Wenn man dies duldet sitzt der Hund eines Tages 20m vor einem wenn man "hier" ruft oder dreht sich lediglich kurz um.

Komm
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Bei meinem Hund war anfangs Komm und Hier dasselbe. Nun ist Komm näher kommen bis er gelobt wird. Man ruft komm, er kommt näher und man ruft "fein, lauf". Klappte bei meinem nach ein paar Wochen.

Langsam
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Dieses Kommando hat er auf der Wippe gelernt bekommen. Er geht auf die Wippe bis sie kurz vorm Kippen ist, dann Hand vor den Hund (wie eine Schranke) und "Langsam". Dann bleibt er stehen. Ab da war langsam stehen bleiben. Egal wo. =)

Hopp
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Dieses Kommando hat er an einer Hürde gelernt. Man stellt sich auf die Hürde, dass heißt ein Bein rechts von der Stange, ein links und dann der Hund rechts und nun die Hand mit Leckerlie nach Links und Hopp. Daraufhin springt er darüber. Nach einiger Zeit kann man dann die Hürde höher machen.

Achtung! Junge Hunde dürfen nicht springen! (Wegen den Gelenken.)

Platz bleib
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Man legt den Hund ab. Er muss das natürlich können. Ist ja klar. Dann entfernt man sich ein Stück und vorher das Wort "Bleib". Dann geht man sofort zurück und lobt den Hund. Mit der Zeit entfernt man sich dann immer weiter. Steht der Hund auf, dann sofort an die alte Stelle zurücklegen und nicht loben. Erst wieder wenn er liegen bleibt.


Fuß
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Man nehme eine Leine und einen Hund und ein Leckerlie in die linke Hand. Leckerlie vor die Schnauze und Fuß. Wenn er wegwill, dann wieder mit der Leine ranziehen und loben. Mit etwas Übung geht das schnell auch ohne Leine und Leckerlie.

Aus
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Etwas leckeres dem Hund geben. Etwa einen Knochen. Dann die Hand an den Knochen und Aus. Meiner gab den Knochen sofort her und drehte sogar seinen Kopf weg. Danach sofort wieder geben und "Pack an" sagen. Dann nimmt er es wieder. Er wird einem daraufhin alles geben, weil er denkt er bekommt es wieder. =)

Fall um
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Dieses Kommando fiel mir beim Kämmen ein. Man kommt immer so schlecht an alle Stelle. Also habe ich gesagt "Fall um" und ihn leicht auf die Seite gedreht. Seitdem legt er sich dann immer um, wenn ich das sage und ihn antippe.

Schwimmen
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Wenn er im Wasser ist dann habe ich immer Schwimmen gesagt, wenn er schwamm. Seitdem ist schwimmen für ihn diese Bewegung und wenn er am Wasser steht und man sagt Schwimmen, dann geht er rein und schwimmt. Eigentlich etwas sinnlos dieses Kommando.

So. damit höre ich auf. Wie schon gesagt, jeder muss selbst wissen, was der Hund alles können soll und was nicht. Mir ist wichtig, dass er gut sozialisiert ist. Er beißt keine anderen Hunde, knurrt nicht und lässt auch Spritzen mit Rute wackeln über sich ergehen. Weil er gelernt hat, dass Tierarzt schön ist. Einfach einen Tierarzt aussuchen, der ihn als Welpe freudig begrüsst und ihm Leckerlies gibt. Dann ist Tierarzt immer was schönes. Denkt daran, dass nicht alle Rassen gleich viel lernen können / wollen. Man überfordert einen Hund genauso schnell, wie man ihn unterfordert. Ich hoffe, ich konnte euch helfen und ein wenig Anregungen fürs Training geben. =)

Eure hotandsweet


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Aldebaran2003

Aldebaran2003

28.12.2006 19:13

Darf ich noch ein Kommando anfügen? Hilfe ------- Man benötigt einen zweiten, dem Hund bekannten Menschen (z.B.: meine Frau bei Jimmy) Man geht mit dem Hund spazieren im Kreis und lässt sich dann fallen. Der Hund kommt sofort instinktiv zum Kopf und beginnt etwas zu tun. Meine Frau nimmt ihn genau jetzt und geht mit ihm zu einer ihm fremden person (Man kann im Vorfeld fragen, ob jemand mitmacht) und setzt ihn VOR die Person. Sitzt der Hund vor der fremden Person, belohnen. Die Person soll dann wo anders hingehen, den Hund wieder davor setzen. FOLGT die Person (immer wieder probieren, mal 2 - 3 mal davor setzen lassen, mal öfter),dann gehe man mit dem Hund und der Person zurück und wenn der Hund vor einem steht, mit Hilfe, dann loben. Und nochmal :) Folgendes hat der Hund gelernt: Sollte mein Begleiter umfallen und Hilfe sagen, suche ich einen Menschen, vor dem ich so lange sitzen bleibe, bis er mir folgt. Dann kehre ich zurück und werde dafür belohnt.

Chapikra

Chapikra

06.11.2005 13:34

Klasse Bericht. Habe mit unserem Labbi Hundeschule und Agilitytraining besucht :o) Ist eine echte Freude für Mensch UND Tier. Leider auhc sehr kostspieleig ;o( LG Sandra mit Labbi Mix Charlie

Kameras

Kameras

03.11.2005 22:37

Sehr guter Bericht. der Passt ( fast ) ganz genau. Mit dem ( fast ) meine ich, was macht man wenn der Hund kein "Leckerli" mag? D.h. Ich bzw wir nehmen Hunde zur Plege die aus gequälten Verhälnissen kommen. Es sind Tiere, die vom Vorbesitzer gequält wie Geschlagen, Stranguliert etc. wurden und psychisch und Seelig kurz vor dem Ende sind. Diese Tiere werden Vermittelt an neue Besitzer. Bis das der neue Besitzer sein Liebling abholt, sind wir die Zwischenstation bzw die Pflegestelle. Und jetzt haben wir ein feiner Kerl, schon seit etwa 3 Mon. in Pflege, und haben uns dazu entschieden, er bleibt bei uns. Und dieser lieber Kerl ist halt so, er nimmt von keinem "Leckerli", er will dies auch nicht. Anfür sich eine feine Sache, mal ein Hund, der nicht auf solches steht. Und da wird es schwer sein, ihm z.B. "Sitz" mit Leckerli beizubringen. Aber er lernt es doch obwohl er schon 2 1/2 Jahre ist wir haben ihn einfach mit sein Leiblingsspielzeug dazu gebracht. Und zwar in dem man sich "vor" dem Hund stellt, sein Spielzeug über seinen Kopf nach "Hinten" bewegt. So schaut der Hund auf sein Spielzeug und da er nicht so weit nach Hinten den Kopf Beugen kann, setzt er sich von ganz alleine. Und dann mit dem Wort " Sitz" und viel "Loben" hatte er es dennoch verstanden was damit gemeint ist. Gruß Heinz ( Alias Kameras )

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