Erfahrungsbericht über

Es - Roman / Stephen King

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sieben Freunde, drei Chaoten und Pennywise

5  04.06.2004

Pro:
sehr spannend und leicht zu lesen

Kontra:
ziemlich lang, Zeitsprünge im letzten Kapitel

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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chicoline

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:79

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo, liebe Ciao-Gemeinde,

im Moment lese ich wohl zum 500ersten Mal das Buch "Es" von Stephen King. Und es gefällt mir immer noch sehr gut, ich halte es für das eines der besten Bücher von Stephen King, aber es ist auch aus den achtziger Jahren, also eines von Kings früheren Werken und die waren alle ziemlich gut. Im Gegensatz zu heute. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich habe meinen Bericht folgendermaßen aufgeteilt:
1. die wichtigsten Personen
2. die Handlung
3. allgemeines zu dem Buch
4. die eigene Meinung

Fangen wir also an.

1. die wichtigsten Personen:
Bill Denbrough: auch Stotter-Bill genannt, da er keinen Satz, außer "Hi-yoo, Silver" fehlerfrei, d.h. ohne zu stottern, sagen kann. Bill`s Stottern wurde erst seit dem Tod seines Bruders George (eines der Opfer von Es) so schlimm.

Eddie Kaspbrak: ein von seiner Mutter beherrschter und bevormundeter Asthmatiker. Er kann sich nicht wehren und heiratet später auch eine Frau, die seiner Mutter äußerlich wie innerlich gleicht.

Beverly Marsh: wird von ihrem Vater schon wegen Nichtigkeiten verprügelt und heiratet später auch genau so einen Mann. Beverly ist hübsch und die erste Liebe von Ben Hanscom.

Ben Hanscom: ein gutmütiger, aber fetter Junge und der geborene Architekt. Wird aufgrund seines Übergewichts ständig von anderen schickaniert, insbesonders aber von Henry Bowers.

Richie Tozier: vorlaut und frech. Übt ständig seine Stimmen, da er einmal Stimmenimitator werden will. Auch er wird von Henry Bowers, schon wegen seiner Brille, schickaniert.

Stan Uris: er ist Jude und so voller Angst, dass er mit den Geschichten um Es und auch mit dessen Vernichtung nichts zu tun haben will. Er stirbt später nach einem Selbstmordversuch in der Badewanne.

Mike Hanlon: der einzige Schwarze in Derry. Hat ständig Ärger mit Henry Bowers, da Henrys Vater die Familie Hanlon für sein Unglück verantwortlich macht.

Henry Bowers: ein Raufbold, Chaot und Schlägertyp. Verprügelt vor allem Kinder schon bei kleinsten Anlässen und haßt ganz besonders Mike Hanlon, aber auch Mike`s Freunde.

Sonia Kaspbrak: Mutter von Eddie Kaspbrak. Hält ihren Sohn klein, da sie Angst hat, ihn zu verlieren. Durch diese Unterdrückung wird Eddie jedoch Asthmatiker.

Oskar "Butch" Bowers: Vater von Henry. Dem Wahnsinn verfallen. Glaubt, dass die Hanlons an seinem Unglück Schuld sind.

Tom Rogan: Ehemann von Beverly Marsh. Er ist wie ihr Vater, verprügelt und demütigt seine Frau ständig und reist ihr sogar nach Derry hinterher, allerdings will er sie umbringen.

Audra Philipps: Frau von Bill Denbrough. Auch sie reist ihrem Mann hinterher und macht eine unglückliche Bekanntschaft mit Pennywise.

Al Marsh: Beverly`s Vater, der sie ständig schlägt und demütigt.

Belch Huggins, Victor Criss: Freunde von Henry und genau solche Chaoten. Sterben schließlich in der Kanalisation, von Es ermordet.

Das waren die wichtigsten Personen, die eine tragende Rolle in dem Buch spielen. Alle anderen, wie Arlene Hanscom oder die Eltern von Richie sind nicht so erwähnenswert, da sie in dem Buch keine weitere Rolle spielen.

Die Handlung:
In Derry, US-Bundesstaat Maine, geht im Jahre 1958 das Grauen um. Immer wieder verschwinden Kinder und werden später grausam verstümmelt aufgefunden. Bill Denbrough, Beverly Marsh, Richie Tozier, Stan Uris, Mike Hanlon und Ben Hanscom glauben nicht, dass ein menschliches Wesen für die Taten verantwortlich zu machen ist, sondern dass ein Monster, von ihnen Es oder Pennywise genannt, diese Morde verübt.

Jeder von den sieben Freunden hat seine persönlichen Erfahrungen mit Es gemacht: Bill, dessen Bruder George ebenfalls ein Opfer ist, sieht Es in einem Fotoalbum seines Bruders, Ben erlebt Es in Gestalt eines Clows im Winter auf dem vereisten Stadtpark, Stan hat Erlebnisse im Wasserturm, Beverly hört Stimmen und sieht Blut im Abfluss, Mike erscheint Es in Gestalt eines Vogels, Eddie erlebt Es als Aussätzigen, nur Richie hat keinerlei Erlebnisse mit Es, sieht man einmal von einem Traum ab, wo ihm Es in Gestalt einer Statue erschien.

Die sieben Freunde, sie nennen sich die Verlierer, sind nicht von Anfang an zusammen. Sie alle werden irgendwie von Henry Bowers zusammengebracht und aufgrund des Ärgers, den jeder mit Henry hat, halten sie fest zusammen und das rettet ihnen letztendlich das Leben, als sie beschließen Es in der Kanalisation umzubringen, verfolgt von Henry und seinen Freunden, die dort, außer Henry, ums Leben kommen. Sie stellen Es und töten das Monster schließlich. Doch ganz sicher sind sie nicht, denn sie schwören, dass sie wieder zusammenkommen werden, falls Es nicht tot ist.

27 Jahre später wird Derry erneut von grausamen Morden an Kindern heimgesucht. Mike Hanlon ruft seine Freunde von früher an und erinnert sie an ihren einst geleisteten Schwur. Alle sind einst aus Derry weggezogen, haben Karriere gemacht und ihre Kindheit, die Freunde aus ihrer Kindheit, aber auch Derry und vor allem Es komplett vergessen. Doch Mike ruft im richtigen Moment an, sie erinnern sich bruchstückhaft und auch an dem Schwur, den sie einst geleistet hatten. Trotz ihrer wahnsinnigen Angst kommen sie zurück und bekämpfen Es ein zweites Mal, doch diesmal schaffen sie es tatsächlich und Es ist ein für allemal tot. Allerdings kostet es ihnen Eddies und Stans Leben (Eddie stirbt beim Kampf mit Es; Stan, der immer soviel Angst hatte, hat sich schon vorher umgebracht.). Und auch Henry Bowers muß sein Leben lassen, wurde er doch vorher von Es als Werkzeug mißbraucht.

Allgemeines zu dem Buch:

Stephen King hat Es im Jahre 1981 begonnen und 1985 fertiggestellt. Es handelt sich also um ein früheres Werk des Autors. Es umfaßt 1214 Seiten und ist in fünf Teile unterteilt:
1. Erste Schatten
2. Juni 1958
3. Erwachsene
4. Juli 1958
5. Das Ritual von Chüd
sowie einen Epilog.

Das Buch ist leicht zu lesen, besonders die Erlebnisse in der Kindheit sind sehr gut beschrieben worden. Es ist direkt nostalgisch, da man sich teilweise in den Kindern wiedererkennt, ihre Ängste und Sorgen auch gut nachvollziehen kann. Auch die Konfrontationen mit Es sind sehr gut beschrieben worden. Allerdings hat das Buch auch Längen, denn zwischen den einzelnen Kapiteln erscheint immer wieder ein Zwischenspiel von Derry, indem Mike Hanlon seine Erlebnisse mit der Stadt beschreibt und dass viele wissen, das es ein "Es" gibt. Das ist ziemlich langatmig und auch teilweise uninteressant. Auch das Vergessen, dass alle außer Mike Hanlon betrifft, ist nicht logisch, man kann Erlebnisse aus seiner Kindheit vergessen, aber seine Kindheit als solches nie und auch nicht seine besten Freunde. Auch das am Schluß sich wieder alle Vergessen, ist zu weit hergeholt, denn das gibt es einfach nicht. Und ist somit überflüssig, da unlogisch.

Eines ist auffällig: Genau wie George Orwell in 1984 dreht Stephen King in seinem Buch die Jahreszahlen um, aus 1958 wird 1985, ich fand, das mußte ich mal erwähnen.

Im letzten Kapitel wird es kompliziert: es finden Zeitsprünge statt und zwar von 1985 in 1958, das passiert, als die Kinder und die Erwachsenen Es besiegen. Wenn man nicht aufpaßt, kommt man schnell nicht mehr mit, denn eimal ist es mittags und dann wieder nachts, und das so rasant, das man aufpassen muß, das man den Faden nicht verliert, denn auch die Texte sind immer in Bezug auf mittags und nachts gesetzt. Ich persönlich fand das nicht gut, denn so hört plötzlich etwas, das mittags stattfand abrupt auf und es geht weiter in der Nacht und das störte doch ziemlich. Das hätte Stephen King besser machen müssen.

Manchmal hatte ich den Verdacht, das Stephen King seine Buch etwas verschlüsselt geschrieben hat. Kinder haben ja eine lebhafte Phantasie, und "Es" haben ja nur die Kinder gesehen, auch Beverly`s Vater hat das Blut, das aus dem Waschbecken spritzte und das gesamte Badezimmer verschmutzte nicht gesehen auch die Schnittwunden an Bill`s Hand können nur von den Kindern gesehen werden. Also, vielleicht existierte ja kein Monster in de Realität, sondern nur in der Phantasie der Kinder und gekämpft haben sie ja auch nur in ihrer Phantasie. Vielleicht ist es so.

Eigene Meinung:
Trotz der ziemlich vielen Seiten ist Es ein sehr spannendes Buch, das man nicht nur einmal liest. Ich halte es für eines der besten Werke Stephen King`s und trotz der Zeitsprünge im letzten Kapitel, wo man ja ziemlich aufpassen muß um den Faden nicht zu verlieren, finde ich das Buch nur gut. Aber die ständigen Zwischenspiele hätte man sich sparen können.
Es gibt von Es übrigens zwei Übersetzungen, dier erste ,die ein knallrotes Einband hat, ist aber nur etwas über achthundert Seiten lang und ich hatte es zuerst. Dann entdeckte ich jedoch eine Übersetzung mit 1214 Seiten und die habe ich dann gekauft und ich muß sagen, dass sich die Übersetzungen total unterscheiden, in dem roten Buch fehlt ja doch eine Menge oder wurde im Gegensatz zum zweiten Buch mit den vielen Seiten teilweise falsch übersetzt. Warum das so ist, weiß ich aber nicht.

Liebe Grüße
Chicoline

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Mausekeks

Mausekeks

13.08.2004 22:37

Stephen King is so "nice" :)

SuperMario80

SuperMario80

06.06.2004 17:34

Guter Bericht. Das steht alles drin, was zu diesem Buch wichtig ist und interessierte Leser überzeugen könnte. Bei mir ist das nicht nötig, denn es ist bei mir schon irgendwo in den Top 3. GLG Mario

winterspiegel

winterspiegel

06.06.2004 11:53

Also, von der angeblich längeren Version ist mir allerdings nichts bekannt. Meine (rote) Heyne-Ausgabe hat genau 860 Seiten! Außerdem finde ich gerade, dass King mit seiner sicher nicht ganz einfachen Erzählstrucktur zur Atmosphäre und der Spannung im Buch beigetragen hat... lg Thomas

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RomanErscheinungsjahr: 2011Übersetzung: Reinhardt, Alexandra von; Körber, ...

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