Erfahrungsbericht über

Es - Roman / Stephen King

Gesamtbewertung (204): Gesamtbewertung Es - Roman / Stephen King

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Das ist "Es"

5  25.12.2009

Pro:
superspannend, tief gehende Charaktere, manche Manifestationen vom ES

Kontra:
verschlissene Ausgabe bekommen, Manifestationen vom ES, "kitschiges" Ende

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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ellementz

Über sich: Hallo, mein Name ist David. So lautet mein richtiger Name. Natürlich NICHT "ellementz". I...

Mitglied seit:18.07.2006

Erfahrungsberichte:292

Vertrauende:4

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wer ist Stephen King?


Ja gut. Das habe ich auch schon bei der ersten Buchbeschreibung übe eines seiner Bücher erzählt, nämlich bei „The Stand.“ Also die grundsätzliche Biografie wisst ihr ja alle schon. Also, dass er 1947 in Neuengland geboren wurde und das er 3 Kinder hat, die allesamt schon erwachsen sind. Und von denen traten zwei wiederum in seine Fußstapfen und schreiben fleißig Horror- und Fantasyromane.
Außer an seinem Romanzyklus „Der Dunkle Turm“ weiter. Denn da versteht er, weil er sich die Rechte an den Romanen hat schützen lassen, keinen Spaß. Aber warum das Wort „weiter“? Wir denken doch alles, der Zyklus sei schon vor 3 Jahren fertig gestellt worden? Nein, es wird lt. einer Fansite immer konkreter, dass Mr. King den „Dunklen Turm“ fortsetzt. Angeblich wegen Protesten seiner Fans, die trotz der unzähligen „Modeautoren“ wie Dan Brown, Stephanie Meyer oder Frank Schätzing, noch immer präsent sind. Er ist halt einfach zeitlos. Aber jetzt zum letzten Mal, bevor es „allgemeiner wird, den „Brückenbau“ zu der dunkle Turm: Zwischen Teil 5 und Teil 6 soll so eine große Lücke klaffen, dass stets gemeckert wird, inhaltlich passen diese beiden Bücher so gut wie gar nicht und thematisch entferne er sich im 6. Teil zu arg von dem Zyklus. Also will er einen „Übergang“ schaffen, damit es klarer wird.
Seine Bandbreite

„Bandbreite ist gut“, meint der Kritiker. Und meint damit, dass „Stephen King = Horror“ ist. Aber das stimmt nicht ganz, nur weil 70%, also etwas über 2/3 seiner Bücher Horrorbücher sind. Und selbst im Genre Horror gibt es nicht nur den klassischen Horror, a´la Edgar Alan Poe mit Werwölfen, Vampiren, Geistern, Skeletten und Untoten, sondern auch zig andere Sachen. So wie Folter und Massaker, wie in Saw oder Friday 13th. Psycho-Horror wie in „Misery“ oder „Shining“, womit wir wieder bei Herrn King wären. Aber auch Science-Fiction bzw. Fantasy mit Horror vermischt. Hier hat aber nicht nur Stephen King wichtige Romane geschrieben. Sonst gäbe es ja den Film „Alien“ nicht.
Und dann gibt es noch die Psychodramen, egal ob in einer Kurzgeschichte („Die letzte Sprosse“) oder „Sie.“, die Mystery-Dramen („The Green Mile“) und sogar ganz normale Dramen („Die Verurteilten“) Ach ja, mit „The Stand“ als Spin-Off von „Der dunkle Turm“ hat er sich sogar ins Science-Fiction-Genre gewagt. Allerdings nicht ohne eine ordentliche Würze Horror. Und auch was die Seitenzahl seiner Geschichten angeht. Von 3-seitigen Kurzgeschichten bis hin zu den ca. 5.000 Seiten in „Der dunkle Turm“ (Fans streiten sich darüber, ob man die 7 Romane zusammenfassen soll oder einzeln nennen soll. Siehe Teil 5 und 6, was ich eingangs gesagt habe)

Über meine Version und das Buch an sich

Bevor ich hier eine Abhandlung über SK schreibe, anstatt über diesen Roman, starte ich lieber mit dem Roman. Also meine Version ist im schlichten rot gehalten. Ganz groß steht drauf. „ES“. Auf den neueren Auflagen ist Pennywise abgebildet. Also der Hauptbösewicht aus dem Roman. Deswegen weil meine Auflage zu den ersten 3 gehört und die Verfilmung später raus kam. Natürlich ist die Rechtschreibung in dem Roman die alte Rechtschreibung, der Text ist aber natürlich der gleiche. Und weil das Buch schon von

Bilder von Es - Roman / Stephen King
Es - Roman / Stephen King Buchrücken
Der etwas verschlissene Buchrücken, weil es viel gelesen wurde.
einem anderen „verschlungen“ wurde, sind ein paar Eselsohren drin und es ist etwas abgegriffen. Ganz zu schweigen von den vergilbten, aber NICHT verschimmelten Seiten. Und leider kann man die neuen Versionen nicht einfach so im Buchladen kaufen, weil ich kaum einen Buchladen kenne, der dieses Buch noch führt. Aber solange es nicht durch Unachtsamkeit vollständig kaputt geht, kaufe ich mir die allerneueste Version auf Amazon mit dem blutigen „Es“ als Deckblatt nicht. Ich denke mal, es hält noch ein paar Jahre. Der Inhalt zählt und keine besonderen orthografischen Regeln. Schließlich spare ich ja auch nicht auf einen Flachbildfernseher, nur weil 80% aller deutschen Haushalte so einen Fernseher haben, da mein Röhrenfernseher noch funktioniert.
Aber genug davon. Das Buch hat 1214 Seiten und ist neben „The Stand“ und „Die Arena“ der dickste Einzelroman. Wegen der kleinen Schrift aber der Roman mit dem zweitmeisten Text. Das Genre ist ganz klar „Horror“. Für „Horror-Experten“ aber teilweise zu naiv. Mir gefällt es aber. Und noch etwas: Es gibt „Unterbewertungen“, vor allem, zum Thema „Manifestationen von ES“
Und dass es Verknüpfungen zu fast allen Romanen Stephen Kings und natürlich auch zum Hauptwerk „Der dunkle Turm“ (die „hilfreiche Schildkröte“ und die „Riesenspinne“) gibt, will ich nur kurz erwähnen.

Inhalt

Also, alles dreht sich um sechs Männer und eine Frau, die sich „Club der Verlierer“ nennen und im Kampf gegen die „Ausgeburten der Hölle“ und einem „irdischen“ Schwerkriminellen namens Henry Bowers zugegen sind. Die Frau heißt Beverly Marsh, die Jungen Richard Tozier, Bill „Stotter-Bill“ Denbrough, Mike Hanlon, Ben Hanscom, Eddie Kaspbrak und Stan Uris.
So weit die Kürzestfassung. Aber wir wollen ja nicht über ein x-beliebiges Gut-gegen-Böse-Buch reden, sondern über (den lt. vielen Fans) DEN Roman von Stephen King.
Also, alles begann im Jahr 1957, als der kleine Bruder von Bill Denbrough auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Man hat ihn mit einem abgerissenen Arm in der Kanalisation gefunden, aber es war bekannt, dass es zu dieser Zeit Hochwasser gab. Ein durchgedrehter „Penner“ hätte ihn bestimmt nicht so zugerichtet. Sein gesunder Menschenverstand hätte ihn wissen lassen müssen, dass es reiner Selbstmord wäre, bei dieser Sturmflut sich in der Kanalisation aufzuhalten. Dennoch hat etwas den kleinen George brutal ermordet. Bill glaubt, es sei der Terror-Clown „Pennywise“ gewesen, doch bis sie erwachsen sind bzw. die 60er Jahre anfangen, glaubt denen niemand.
Also entwickelt sich Bill Denbrough zum Messias und ruft zum Kampf gegen das Böse auf. Er gründet den Club der Verlierer. Als erstes tritt dem Ben Hanscom bei, ein dicker Junge, der vom Schläger Henry Bowers und seinen Komplizen verprügelt wird. Weiterhin treten Beverly „Bevie“ Marsh bei, ein Mädchen, welches von seinem alkoholkranken Vater verprügelt wird; der in Zeiten des Rassismus geborene Schwarze Mike Hanlon, der Asthmatiker Eddie Kaspbrak und der Pedant Stan Uris. Letzteres verfällt dem Wahn des Bösen und bringt sich 3 Monate vor dem eigentlichen Ende des Buches, also September 1985 um.
Jeder erlebt „ES“, in der Form seiner Ängste. Der Anführer „Stotter Bill“ in Form eines Clowns, weil sowohl er als auch sein Bruder Angst vor Clowns haben. Aber auch in Form seines rachsüchtigen kleinen Bruders. Er soll nämlich auch Angst haben, andere Leute zu vernachlässigen. Mike Hanlon sieht das Wesen in Form einer riesigen, äußerst aggressiven Amsel. Und es gibt noch eine Person, die den kleinen Bruder von Bill Denbrough erkennen soll: Beverly. Eddie sieht übrigens auch den Clown. Allerdings ungeschminkt und aussätzig bzw. mit Syphilis. Denn er hat Angst vor Bakterien und Krankheitserregern. Und was der Kynophobiker (Mensch, der Angst vor Hunden hat) und Monster-Phobiker Richie Tozier sieht, ist ganz klar: „Es“ als Werwolf oder als Sumpfmonster.
Ansonsten gehen alle ihrem Alltag nach. So lebt und leidet Beverly M. bei ihrem Vater, „Stotter-Bill“ versucht mit seinem Bruder in aller Ewigkeit Frieden zu schließen. Eddie Kaspbrak versucht seine Krankheit, also das Asthma in den Griff zu kriegen. Ben Hanscom quält sich, bis er sein Studium als Architekt beendet hat mit seinem Übergewicht herum. Und Richie Tozier imitiert Stimmen.
Und weil das Böse alle 27 Jahre auftaucht, besiegen sie es 1958 und 1985. Und im Jahr 1985 vielleicht für immer, indem sie langsam erkannt haben, was das „Urböse“ ist. Und es mag ein wenig lächerlich klingen, aber ich sage es mal kurz vorneweg, auch wenn es euch enttäuscht: Böse funkelnde, feuerfarben glühende Augen. Da hätte ich mir lieber einen eisigen, das gesamte Bewusstsein veränderten Luftzug gewünscht. Etwas, was nur der spürt, der es spüren bzw. nicht spüren will. Und auch das Ende ist nun ja, im Vergleich zu „The Stand“ ein wenig zu sehr auf „heile Welt“ gemacht. Aber dazu brauchte es viel Vorbereitungszeit im sog. „Ritual von Chüd“, bei dem wie in den „Turm-Romanen“ eine Schildkröte ihnen Unterstützung gegeben hat.

Was ist sonst noch dazu zu sagen

Die Manifestationen des ES

Ja, hier wird etwas beschrieben, was ich bewerten möchte, denn ansonsten gäbe es keine Gesamtkritik von dem Buch. Es geht um die verschiedenen Formen von ES. Denn nicht jede gefällt mir.

1. Der Werwolf: Also natürlich mag es nicht sonderlich originell sein, dass das Böse als „American Werewolf“ auftritt. Aber dieser Werwolf ist dermaßen irre und blutrünstig, dass … er na ja, doch wieder recht lächerlich ist. Daher nur die Note 4-

2. Das Sumpfmonster: Auch hier gilt: Gruselig ist gut, aber „trashy“ muss nicht sein und für einen, der aufgrund von so Seiten wie schnittberichte.com DEUTLICH härteres und „krankeres“ gewöhnt ist, fast schon zu niedlich: 4-

3. Pennywise: Eine 2+, warum? Ja, weil Pennywise durch den Film „Kultstatus“ bekommen hat und die Angst vor Clowns eines der bizarrsten und seltsamen Ängste ist, die man so kennt. Und natürlich taucht Pennywise als das „Böse“ am meisten auf, weil er auch als Clown positiv auf andere Kinder wirkt.

4. Die riesige Amsel: Ja, wer denkt denn bei einer Amsel an ein furchterregendes Monster? Außer Mike Hanlon niemand, der ja ALLGEMEIN Angst vor Vögel hat. Dennoch wirkt sie alleine durch ihr harmloses, gefühlloses Aussehen zigmal furchterregender als das Sumpfmonster und der Werwolf und daher gibt es von mir eine 2.

5. Henry Bowers: Ja, weil alle Angst vor ihm haben, erscheint „Es“ eine Zeit lang als Henry Bowers. Nun gut, wer hätte den erwartet, dass Henry Bowers in Gestalt des Bösen erscheint? Irgendwann wohl jeder: 3.

6. Die Riesenspinne: Jeder von dem Club der Verlierer hat eine Gemeinsamkeit: Die Angst vor Spinnen. Deswegen erscheint das Böse am Ende in seiner zweiten Gestalt, die es angenommen hat, in der einer Riesenspinne. Allerdings auch das wirkt ein wenig kindisch: Ein Grund, warum ich dafür nur die Note 3- geben kann.

7. Die Totenlichter: Schade, eigentlich hätte ich da was anderes erwartet, als böse funkelnde Augen: Aber so ist das nun mal: Irgendwie musste doch Stephen King das Böse beschreiben können. Aber hätte es nicht ein eisiger Luftzug getan, also ein Böses, was sogar der Leser „spürt“: Note 3.

Ansonsten muss ich sagen, es gibt gute Manifestationen, wie ich finde und manchmal auch lächerliche Manifestationen. Ansonsten aber schreibt Mr. King durchaus drum herum einen richtig guten und spannenden Inhalt.

Weitere Charaktere

Henry Bowers: Wie gesagt: Der brutale Henry Bowers taucht sogar als das Böse auf. Er ist ein Schlägertyp, wie er im Buche steht und entwickelt sich nach und nach zu einem soziopathischen Schwerverbrecher, getrieben von einer seltsamen inneren Unruhe.

Mr. Marsh. Der brutale, trunksüchtige Vater von Beverly Marsh. Auch in ihn fährt das Böse. Dennoch kann er, wenn er will, sehr fürsorglich sein.

George Denbrough: Er ist nicht nur das erste, sondern auch das wichtigste Opfer vom Es. Ein großer Teil seiner Geschichte dreht sich um ihn.

Betty Ripsom: Auch wenn sie nur 25 Wörter lang als Leiche auftaucht, ist sie neben „Georgie“ als „Musteropfer“ vom „Clown des Schreckens“ zu nennen.

Mrs. Kersh. Wieder eine Person, in der das Böse gefahren ist. Sie war einst eine nett alte Dame, der noch in den 60ern von Beverly Marsh geholfen wurde. Vor allem auch, weil sie so nett gewesen ist.

Stil

Der Stil mag manchen Leuten gewöhnungsbedürftig vorkommen. Stephen King schreibt einmal in der sehr rauen Sprache des US-amerikanischen Pöbels, sprich mit vielen Kraftausdrücken. Und dann schreibt er die Gedanken der einzelnen Personen und den wiederholten Spruch von Pennywise „Schau, die Ballons, sie fliegen!“ in Kursivschrift. Aber damit will er dem Leser nur weismachen, welche Tiefe so gut wie jeder Charakter hat. Es sei denn, es sind irrelevante Nebencharaktere. Und auch für manche dürften die Zeitenwechsel unangenehm aufstoßen. Aber dazu müsste man die „Zwischenspiele“ genau gelesen haben, in denen drin steht, wie es sich lebt, wenn das Böse nicht von außen kommt, sondern in allen Menschen in unterschiedlich starker Ausprägung drin ist. Also Verbrechen in dem fiktiven Städtchen Derry passieren.

Mein Fazit

Also das Buch ist wirklich superspannend und manchmal fällt es mir schwer, es aus der Hand zu legen. Allerdings finde ich das Ende von dem Buch im Vergleich zu „The Stand“ viel zu „nett.“ Hauptsache, das Böse ist endgültig weg, anstatt irgendwo hin verbannt (Randall Flagg aus „The Stand“), aber doch präsent bzw. noch mit allerletzter Energie angefüllt (Scharlachroter König). Und auch die Manifestationen von ihm wie ein Werwolf oder ein Sumpfmonster wirken doch eher harmlos als tatsächlich unheimlich. Und auch das Mitspüren des Bösen merke ich nur an ganz wenigen Stellen, vor allem in Gestalt des „kaputten“ Henry Bowers. Aber „Stefan König“ wollte vielleicht verhindern, dass seine Leserschaft SELBST zum Bösen wird, wenn sie das Böse so wahrnimmt, dass es präsent ist, ohne präsent zu sein.
Und dass das Buch eher zum „Oldschool-Horror“ gehört, mag für mich als „King-Neuling“ durchaus in Ordnung sein. Aber für „Horror-Puristen“ gar nicht, obwohl es da auch „Newstyle-Horror“ gibt in manchen seiner Werke. Sprich, dicker Zombie in einer Waldhütte massakriert unbedarfte Großstädter. Hier muss es nicht. Hier ist es vor allem die Spannung zwischen der Action bzw. die trügerische, brutal überzogene Idylle.
Die Figuren selbst empfinde ich als sehr stark. Sogar die Hauptperson, auch wenn die meistens eher als „schwach“ und „oberflächlich“ empfunden werden. Die Freundschaft zwischen den sechs Helden ist sehr tief, ohne daraus ein Beziehungsdrama geflochten zu haben, was ich gut finde.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Leuchttuermin

Leuchttuermin

27.02.2010 17:46

das Buch hab ich gelesen, als ich so 15 war - und ich konnte nachts echt nicht schlafen...

Fliegmaus32

Fliegmaus32

27.12.2009 14:48

Das Buch hab ich schon mehrmals gelesen. Sehr guter Bericht!

Cosmay

Cosmay

26.12.2009 21:18

Eines der ersten Bücher, die ich seinerzeit von King gelesen habe... und auch eines, das mich am meisten in seinen Bann zog. Hervorragend vorgestellt, kann ich da nur sagen... und die Bestnote hinterlassen :)

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