Eternity Vision

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Ewig leben - zumindest als Erinnerung.

5  07.08.2009

Pro:
-  einfach zu bedienen, günstig, wirkt sehr seriös und bodenständig

Kontra:
-  Upload dauert lange

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Häufigkeit der Nutzung

Ladezeit der Website:

Bedienung

Design

Nutzwert


natschii

Über sich:

Mitglied seit:05.08.2009

Erfahrungsberichte:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 13 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Für mich fing alles mit dem Tod meiner Oma an, die mir sehr viel bedeutet hat, und deren Tod viel zu früh und überraschend für mich kann. Ich wurde mir bewusst, dass es ganz viele Dinge gab, die ich ihr gerne noch gesagt hätte, so z.B. wie sehr ich sie geliebt habe, und wie dankbar ich ihr für all das bin, was sie für mich getan hat.

Also beschloss ich, ihr einen Brief zu schreiben, in dem ich, obwohl sie schon tot war, ihr noch mal all das sage, was mir wichtig ist. Gesagt, getan. Den Brief ergänzte ich um persönliche Daten von ihr (Geburtsdatum, Lebenslauf, Todestag, etc.). Während ich den Brief schrieb und meine Mutter nach den vielen Details befragte, gab sie mir noch alte Fotos ihrer Mutter, aus deren Jugend und meiner Kinderzeit. Ein Freund, dem ich davon erzählte, empfahl mir dann die Seite eternity-vision.de, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Es handelt sich hier um einen Dienstleister, der neben der Möglichkeit Profile für Verstorbene zu erstellen (was ja das ist, was ich wollte) auch Lebenden die Chance bietet ihren eigenen Nachruf zu hinterlegen, der dann aber erst im Todesfall veröffentlicht wird – ein bisschen gruselig aber sehr interessant.

Es gibt sogar die Möglichkeit die hinterlegten Inhalte erst zu einem viel späteren Zeitpunkt zu veröffentlichen. So könnte man z.B. seinen Kindern in 10 Jahren eine private Botschaft zustellen lassen, obwohl man selbst schon Jahre tot ist.

Zur Seite:
Die Seite selbst, also der Aufbau und das Design gefallen mir sehr gut. Es sind überwiegend freundliche, aber keine knalligen Farben, und vor allem keine(!) Werbung. Vielleicht bin ich da etwas anspruchsvoll, aber es hat mich einfach wahnsinnig gestört, dass viele Trauer-Seiten entweder mit Werbebannern plakatiert sind, was ich ziemlich geschmacklos finde, oder ins Mystische oder Esoterische abgleiten. Hier zum Glück nicht, erster Pluspunkt.

Zur Bedienung:
Die Seite lässt sich von jedem, der nicht gerade das erste Mal im Internet unterwegs ist, intuitiv bedienen – für alle anderen gibt es eine 35-seitige Anleitung zum Download. Ich, und ich bin kein Computerfreak, habe sie jedenfalls nicht gebraucht. Alles ist logisch aufgebaut und durch kurze Texte ausreichend erklärt.

Die Anmeldung:
Nachdem ich mich auf der Seite etwas umgeschaut hatte und lange in den Profilen anderer Verstorbener gelesen hatte, war für mich klar: das will ich auch. Also suchte ich mir einen Tarif aus (es gibt Tarife für bereits Verstorbene und welche für (noch) Lebende) und begann damit meine persönlichen Daten einzutippen. Auch hier: alles aufgeräumt und übersichtlich. Man sollte aber aufpassen und lesen was dort steht. So machte ich zuerst den Fehler, bereits die Daten meiner Oma einzugeben, obwohl ich erst mich selbst (als Einrichtende) hätte eintragen müssen.

Nach der Anmeldung gelangt man auf eine Übersichtsseite, die hier „MyEternity“ heißt. Hier wird angezeigt, welche Bereiche schon bearbeitet sind, und welche noch nicht. Man hat die Möglichkeit zwischen verschiedenen Optionen zu wählen, so kann man z.B. alles für die Öffentlichkeit freigeben, oder auch private Bereiche einrichten, auf die dann nur Leute mit Passwort zugreifen können – egal, wollte ich sowieso nicht. Also fing ich an meine (zuvor gescannten) Bilder hochzuladen, was recht flott ging, obwohl man jede Datei einzeln hochladen muss. Leider gibt es keine Möglichkeit die Bilder mit der Post an die Firma zu schicken und dort scannen zu lassen.
Nach dem Hochladen der Bilder begann ich damit meine Texte zu übertragen. In den Gestaltungsbereich der Seite ist ein Texteditor eingebaut, mit dem man seine Texte recht hübsch gestalten kann. Hier musste ich allerdings etwas rumprobieren, da ich einfach den zuvor in Word gespeicherten Text rüberkopiert habe, was den Editor etwas verwirrt hat, so dass ich den text neu formatieren musste. Wenn man aber seine Texte hier schreibt, sollte das ohne Probleme funktionieren. Zusätzlich zu den hinterlegten Texten kann man auch ein Kondolenzbuch einrichten, in das sich dann Besucher der Seite des Verstorbenen eintragen können.

Dann kam der große Augenblick. Es gibt eine Vorschau-Funktion, mit der man sich ansehen kann, wie das Ganze dann aussehen wird, inklusive einer Betrachtungsfunktion für die hinterlegten Fotos. Obwohl ich meine Text ja nun kannte, und auch die Fotos nicht neu für mich waren, musste ich mich zusammenreißen um nicht loszuheulen. Das hat wohl allerdings weniger mit der Seite als mit meinen Gefühlen zu tun, dennoch war ich tief bewegt beim Betrachten des Profils.

Fazit:
Ich bin sehr zufrieden und froh dass ich das gemacht habe. Es hat ganz viel in mir bewegt, all die Dinge, die ich meiner Oma sagen wollte, auf diese Weise noch mal niederzuschreiben. Ich habe das Gefühl etwas Gutes für sie und auch für mich getan zu haben. Ich habe einen positiven Eindruck von der Seite und das Gefühl in guten Händen zu sein. Sehr interessant war auch, das zu lesen, was andere in ihren Profilen geschrieben haben, zumal es sich hier um Menschen handelt, die wussten, dass sie bald sterben werden.

Ach so, für die Werbung von Neukunden gibt es (zur Zeit) eine Prämie von 10,- EUR, was ich super finde, da ich auf diese Weise schon 50,- EUR verdient habe und die Kosten für das Profil bald wieder drin habe.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
drasaco

drasaco

07.08.2009 19:06

SH von mir. War gerade mal auf der Webseite. Das ist nichts für mein sensibles Gemüt. Gerade ein Profil eines Namensverwandten gesichtet (* 1990 - † 2009) - gestorben an Leukämie.

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