Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien

Erfahrungsbericht über

Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien

 


Belgien = Fritten + Bier + Schokolade ?!

5  04.08.2009

Pro:
wirklich süßes Stätdchen, das von Deutschland aus super erreichbar ist

Kontra:
wenn man länger bleibt, könnte es schon mal langweiliger werden

Empfehlenswert: Ja 

travelgirl

Über sich: Gegenlesungen werden nun nach und nach abgearbeitet, wer welche vermisst, bitte melden! - neue Missi...

Mitglied seit:12.01.2007

Erfahrungsberichte:166

Produktvideos:2

Vertrauende:171

Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 314 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

INTRO


Vor einiger Zeit hatte ich die Möglichkeit, an einem Studentenaustausch in Belgien teilzunehmen. Da es um meine Französischkenntnisse nicht sonderlich gut bestellt ist, habe ich mich umso mehr gefreut, dass die Begegnung im deutschsprachigen Teil des Landes stattfand, nämlich in Eupen. Da vielen Deutschen relativ wenig über unser Nachbarland bekannt ist, werde ich nun kurz erst einmal was über


BELGIEN UND DIE DG


erzählen. Belgien liegt westlich von Deutschland. Im Osten grenzt Belgien an Deutschland und Luxembourg, im Norden an die Niederlande und im Süden an Frankreich – im Westen des Landes gibt es kein Land, an das Belgien grenzt – da liegt nämlich die Nordsee.
Die 10.5 Millionen Belgier lassen sich in 3 ½ Regionen einteilen, nämlich: Flandern – das ist der nördliche Teil Belgiens, der an die Niederlande grenzt; dort spricht man Flämisch, die Wallonie – das ist quasi der Süden, der an Frankreich und Luxemburg grenzt – hier spricht man Französisch, Brüssel als Hauptstadt in der Mitte des Landes, in der sowohl Flämisch als auch Französisch gesprochen wird, und last but not least die Deutschsprachige Gemeinschaft, die zwar flächenmäßig zur Wallonie zählt, trotzdem aber ihre eigene Regierung unterhält. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft leben knapp 72 000 Menschen, vornehmlich deutschsprachige Belgier. Mehr als die Hälfte lebt im Bezirk Eupen, der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft.


ANREISE


Die Anreise nach Eupen scheint auf den ersten Blick etwas komplizierter, bei der Jugendbegegnung hatte man uns gesagt, dass wir entweder bis nach Brüssel fliegen könnten – und uns dann noch einmal knapp 3 Stunden in den Zug setzten müssten (für Menschen unter 27 Jahren dank des GoPass relativ erschwinglich, man würde dann 5 Euro pro Fahrt bezahlen) – oder wir mit Bus oder Bahn kommen könnten. Ich entschied mich ausnahmsweise für letzteres, und hatte so noch die Möglichkeit, vorher ein Wochenende im Dreiländereck in Aachen (das war mein Zielbahnhof) mit Freunden zu verbringen, ehe ich dann – man höre und Staune – für nicht einmal 2 Euro mit dem Bus von Aachen aus nach Eupen gefahren bin. Alternativ hätte ich auch mit dem Zug fahren können, allerdings wäre das wohl etwas teurer gewesen und warum nicht einmal die Möglichkeit nutzen, mit dem Linienbus ins Ausland zu fahren. Vom Aachener Hauptbahnhof habe ich die Linie Nummer 14 genommen und bin dann zu einer Haltestelle direkt am Bahnhof gefahren, wo ich dann auch abgeholt wurde.

EUPEN PLAZA


Da ich allerdings relativ zeitig gefahren bin, hatte ich noch etwas Zeit. Praktischerweise liegt direkt gegenüber des Bahnhofs – der wiederum recht zentral in der Stadt liegt – ein Shopping Center. Nun gut, also groß ist anders, aber soweit ich mich erinnere, waren es 5 Etagen, auf denen es schon einige Läden gab, so konnte man Klamotten, Kosmetik und Co kaufen, ebenso gab es einen Friseursalon, einen Kleinelektronikladen und natürlich einige Restaurants und Cafes. Ich habe dann einen Großteil meiner Zeit im Cafe am
Bilder von Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien
  • Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien Regierungsgebäude
  • Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien Bahnhof Eupen
  • Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien IKOB
  • Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien Fritten
Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien Regierungsgebäude
Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien
Haupteingang des Plaza verbacht, da ich dort zum einen den Bahnhof im Blick hatte, von dem wir abgeholt werden sollten. Die Preise dort waren durchaus normal, man bekam neben den üblichen Getränken – ich hatte mich für einen schwarzen Tee entschieden – auch verschiedene kleinere Speisen und Sandwiches. Achja: Auch einen Besuch wert ist auf jeden Fall der Supermarkt unten im Plaza, der heißt Colruyt und ist vom Angebot her vergleichbar mit dem Handelshof, allerdings darf dort jeder einkaufen.


STADTRUNDGANG


Nachdem wir unsere Unterkunft, über die ich vielleicht an anderer Stelle später etwas schreibe, bezogen hatten, ging es auch schon zu einem ersten Stadtrundgang, bei dem wir die Möglichkeit hatten, die Hauptsehenswürdigkeiten zu bestaunen. Natürlich haben auch ein paar allgemeine Infos bekommen, so dass knapp 18 000 Menschen in Eupen City leben, etc. Dann ging es auch schon los, wir sind zunächst durch einen Park gegangen, an dessen anderem Ende sich auch das IKOB, ein kleines Kunstmuseum befindet, das allerdings leider schon geschlossen hatte, da wir unsere Stadttour Freitags spätabends unternommen hatten. Irgendwann kamen wir dann auch am Rathaus vorbei. Wir folgten der Straße weiter und waren dann auf einmal an der St. Nikolaus-Kirche, die besonders im Dunklen eine Attraktion war. Die Kirche mit den zwei süßen Türmchen wurde im 18. Jahrhundert von einem Aachener Architekten errichtet, dessen Name mit entfallen ist – der Altar, das weiß ich noch, wurde hingegen vom Architekten Couven entworfen. Wir kamen dann am Werthplatz vorbei, auf dem ein Kriegsdenkmal stand, ehe es dann in die Gospertstraße ging, die quasi – zumindest meiner Meinung nach – die Hauptstraße von Eupen ist. Dort befindet sich auch das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft, das wir ebenso, wie die wenige Meter in einer Seitenstraße entfernte Parlament besucht haben.


TO DO


Um euch die Stadt vorzustellen habe ich ausnahmsweise mal einen unkonventionellen Weg gewählt, und die Klischees aufgegriffen, die man in der Regel mit Belgien verbindet: Fritten (hier geht es ums Essen gehen), Schokolade (Einkaufen und so….) und Bier (ausgehen und trinken):

FRITTEN


Wenn man schon einmal in Belgien ist, dann muss man natürlich auf Fritten essen. Bitte macht dort nicht den Fehler, Pommes zu bestellen, man wird euch irritiert angucken. Einmal ist es mir sogar passiert, dass der Imbißbudenbetreiber meinte, dass er keine Pommes verkaufe. Ich hielt das für einen schlechten Scherz, da ich ihn gerade Pommes frittieren sah und fragte ihn dann, was frittieren würde. Er meinte, dass dies Fritten wären. Und so habe ich dann auch Fritten bestellt. In Belgien werden diese zumeist frisch vor den Käufern geschnitten und übrigens mehrmals frittiert, einmal Vorfrittiert und dann ausgebacken, und zwar in Rinderfett.
Etwas komplizierter als in Deutschland ist auch die Frage, was man denn auf die Fritten drauf haben möchte. Neben den vielleicht auch noch in Deutschland bekannten Varianten Curry(ketchup), Ketchup, Mayonaise oder Spezial (Ketchup, Mayo und Zwiebeln) kann man in Belgien auch Joppiesauce (mit Mayo, Currypulver und Zwiebeln), Piccalilly (Gemüsesoße, so u.a. Gurken), Tartaarsauce (Mayonaise mit Ei, Schnittlauch…), Andalous (Mayonaise mit Tomaten und Paprika) oder Saté (Erdnusssoße) wählen, um nur einige zu nennen. Und während man an der Mosel Weinverkostungen anbietet, haben wir in Eupen an einer Frittenverkostung mit verschiedenen Soßen teilgenommen, wobei ich ehrlich gesagt zugeben muss, dass mein Favorit immer noch die Currysoße ist.
Zu den Fritten isst man dann landestypischerweise Bouletten mit Sauerbratensoße, so erklärte man mir an der Frituure (Woopy Snack), die sich gegenüber des Eupener Carrefour Supermarkts befindet. Auch wenn die Fritten dort ganz OK waren, konnte ich mich mit der Sauerbratensoße der Bouletten nicht anfreunden, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich keine Rosinen mag. Die Eupenerkulfrittenbude liegt allerdings in der Innenstadt, genauer gesagt in der Gospertstrasse, und nennt sich Saigon. Recht unkonventionell seine Fritten beim Chinesen zu kaufen, aber wirklich sehr lecker. Auch die Betreiber waren sehr nett.


SCHOKOLADE


Wird in Eupen in der St. Jacques Fabrik hergestellt, die man wohl auch besichtigen kann, sofern man sich zeitig drum kümmert. Ich persönlich mag ja die Cote D’Or Schokolade bzw. die Leonidas Pralinen viel lieber, aber das tut ja nicht viel zur Sache. Um uns die Sitten und Gebräuche etwas näher zubringen, hat man uns Mitzwanzigern ein Spiel vorgestellt, dass man – so unsere Gastgeber – typischerweise an Kindergeburtstagen spielt. Wie das Spiel funktioniert, erzähle ich euch nun: Zunächst braucht man eine Tafel handelsüblicher Schokolade. In Eupen war das natürlich Sant Jacques Schokolade. Diese lässt man dann erst einmal so wie sie ist und packt sie zusätzliche Wahlweise in Geschenkpapier oder Zeitungspapier ein, ruhig ordentlich Tesafilm drumrum, dann wird das Spiel umso lustiger. Dann brauchen wir Besteck. Am besten relativ stumpfes, dann wird es besonders lustig. Von Nöten sind ein Messer und eine Gabel. Als nächstes muss ein Würfel her, und zwar eine mit 6 Seiten und den Nummern 1-6. Und zur Krönung kann sollte man dann noch einmal nach Herzenslust in den Faschingsvorräten stöbern, eine rote Pappnase, ein Schal und eine Kopfbedeckung sind die letzten Utensilien, die uns für das Spiel fehlen. Das Spiel funktioniert so: Alle sitzen am Tisch, einer zieht sich die Utensilien an und beginnt damit, die Schokoladentafel mit Messer und Gabel – und nur damit – zu öffnen. Sein linker Nachbar beginnt nun zu würfeln. Drei Mal darf gewürfelt werden. Sollte einer der Würfe eine 6 sein, so muss der Würfelnde sich nun die Sachen seines Nachbarn anziehen und dann damit fortsetzen, die Schokoladentafel zu öffnen. Ziel des Spiel ist es, die Schokoladentafel mit Messer und Gabel zu öffnen und dann die Schokoladentafel zu verspeisen. Gewonnen hat derjenige, der das letzte Stückchen Schokolade – natürlich mit Messer und Gabel – aufgegessen hat.
Am authentischsten ist es, wenn man das Spiel mit belgischer Schokolade spielt. Die bekommt man logischerweise im Supermarkt. Neben dem eben schon erwähnten Colruydt gibt es in Eupen City noch zwei andere Supermärkte, nämlich den Delhaize und den Carrefour. Beide habe ich während meines Aufenthalts gerne genutzt, war allerdings doch etwas erstaunt über die Preise. Viele Produkte, so u.a. aus der Frischtheke (Salate, Convenient Produkte, Käse, Gemüse…) sind viel teurer als in Deutschland, andere dafür nicht in Deutschland zu bekommen (leckere Puddings, wie Flan oder diverse Kekse und Getränke, wie Orangina, Lipton Ice Tea mit Kohlensäure). Die Auswahl ist gigantisch und die Qualität der Produkte ausgesprochen gut. Besonders toll fand ich die Fleischtheke, in der es verschiedene (halbfertige) Produkte gab, die auch ausgezeichnet schmeckten, so u.a. dünne Steaks für den heißen Stein (was das ist, weiß ich immer noch nicht – lecker war es trotzdem….) Auch eine Erfahrung wert ist die Bäckereiabteilung. Hier gibt es wirklich tolle Sachen, die man sonst nur aus den Patisserien in Frankreich kennt. Besonders lecker war die Schokoladen- bzw. Apfeltorte. Schokolade ist in verschiedenen Preisspannen zu haben, relativ günstig ist die lokale St Jacques Schokolade, während Cote D’Or und deutsche Schokoladen relativ teuer sind.

BIER


Wenn nicht die Deutschen die Biernation schlechthin sind, dann sind es in jedem Fall die Belgier. Allein schon in den eben genannten Supermärkten findet man mehrere Regalmeter an belgischen Bieren, auf die man auch entsprechend stolz ist. Wenn man als Deutscher kein Bier trinkt, erntet man dort wirklich böse Blicke, aber praktischerweise gibt es auch jede Menge leckerer Softdrinks oder andere Getränke. An Bier erwähnenswert ist sicherlich auch das Kriek, eine Art dunkles Bier, das mit verschiedenen Früchten versetzt bekommt, am bekanntesten sind meiner Meinung nach das Kirsch- und Himbeerkriek. An ‚normalen‘ Biersorten wird in Belgien häufig das Jupiler getrunken, andere Marken, die beim Stadt-Land-Fluß in der Bierspalte häufig fielen, waren: Hoegaarden, Chimay, etc., jeweils dann mit den verschiedenen Unterkategorien.
Da Biertrinken alleine doof ist, gehen auch die Eupener gerne in Kneipen, von denen es eine Reihe in der Innenstadt gibt, v.a. in der Gospertstraße reihen sich Kneipe an Kneipe. Jüngere Leute feiern entweder sog. Scheunenfeten auf dem Land – was meist praktisch sind, da die Besucher zumeist Sekundarschüler sind, die auf Busverbindungen angewiesen sind, und so meist zu Fuß nach Hause gehen können oder im Pigalle in der Stadt. Dies ist wohl eine Art Kultkneipe, wie man uns erzählte. Hier waren wir dann auch an ein paar Abenden, und es war eigentlich auch ganz lustig dort. Allerdings auch sehr voll. Was man allerdings erst merkt, wenn man wieder nach draußen kommt und einen Kälteschock kriegt, da die Luft doch sehr stickig und verraucht ist. Zu finden ist das Pigalle am Werthplatz quasi direkt dort, wo man auskommt, wenn man den Stadtausgang des Eupen Plaza nimmt, wenn ich es richtig im Kopf habe.


FAZIT


Die Tage in Eupen haben wir wirklich gut gefallen – allerdings ist Eupen keine Stadt, in der man mehrere Wochen Urlaub machen könnte, da sie schlichtweg zu klein ist. Im Rahmen einer Belgienrundreise kann man sicher einen Tag dort verbringen, allerdings nicht mehr, nicht weniger. Zudem muss man, wenn man von Deutschland nach Brüssel reist meist zwangsläufig dort umsteigen, so dass man – bei drei oder vier Stunden Aufenthalt eigentlich alles Wichtige sehen kann. Für Menschen aus dem angrenzenden Ausland, sprich aus den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen lohnt es sich sicherlich mal, einen Tagesausflug dorthin zu machen. 5 Sterne für Eupen.

Diesen Bericht empfehlen auf Google+

Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hochsauerlaender

hochsauerlaender

01.10.2013 10:04

bh

Buure5

Buure5

09.09.2013 23:31

Wußte gar nicht, dass es in Eupen ein Shopping Center gibt. Das Spiel mit der Schokolade hab ich früher oft auf Kindergeburtstagen spielen dürfen. Da war dann aber wohl keine belgische Schokolade im Spiel.

EvyHeart

EvyHeart

08.07.2013 20:12

Es fehlten ein paar Absätze?

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 3392 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (18%):
  1. hochsauerlaender
  2. Mungi60
  3. Kaufi81
und weiteren 55 Mitgliedern

"sehr hilfreich" von (82%):
  1. Buure5
  2. dummie1980
  3. Terasumi
und weiteren 253 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.
Verwandte Tags für Eupen Innenstadt, Eupen / Belgien