Ein bißchen Frieden in Kiew

4  20.05.2005 (09.05.2006)

Pro:
Ein Heidenspaß, jedes Jahr aufs Neue !

Kontra:
Zuviel "Tradition meets Disco - Pop"

Empfehlenswert: Ja 

diva68

Über sich: Auf der Durchreise.

Mitglied seit:26.06.2000

Erfahrungsberichte:206

Vertrauende:147

Diesen Bericht teilen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 179 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es ist wieder soweit: morgen Abend, am 21.Mai 2005, wird die Gay Community zusammen mit ein paar versprengten Andersfühlenden gebannt vor der Glotze sitzen. Denn zum 50.Mal treten diverse Nationen des vereinten Europa in einem Musikwettbewerb gegeneinander an.

39 Anmeldungen gab es diesmal, von denen 14 Länder automatisch im Finale landeten (die Ukraine als Gewinner des Eurovision Song Contest 2004, die vier größten Beitragszahler Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien, sowie die weiteren neun Bestplatzierten des ESC 2004) und weitere 10 sich gestern Abend im Semifinale das Ticket für die große Gala sichern konnten.

Bisher stand die Stadt Kiew nicht unbedingt für TV-Spektakel - wenn man einmal von der Berichterstattung zur so genannten "Orangen Revolution" im Winter 2004 absieht, als sich jeden Abend Tausende auf dem Unabhängigkeitsplatz versammelten. Nicht, um, wie man annehmen könnte, für den verstärkten Import von Zitrusfrüchten, sondern, um für Neuwahlen zu demonstrieren. Bitte entschuldigen Sie die fürchterliche Schreibweise, aber ich halte mich nur an die (Online-) Geschichtsbücher.

Desweiteren ist uns die Ukraine sicherlich noch als Schauplatz einer verheerenden Katastrophe bewusst, die sich vor 20 Jahren zugetragen und den Begriff "Super-GAU" hervorgebracht hat. Wollen wir hoffen, dass das Strahlen morgen Abend allein von den vielen Künstlern ausgeht, von nichts anderem.

*** Die sind drin! ***

01. Ungarn
NOX - Forogj Vilag

Nach einer kleinen Zwangspause von sieben Jahren (23.Platz beim ESC 1998) meldet Ungarn sich nun mit NOX zurück, einer Band, die seit drei Jahren in Ungarn Superstars sind. "Forogj vilag" ("Dreh dich, Erde") heißt ihr Song und konnte sich über das Semifinale für morgen Abend qualifizieren. Der Mix aus traditionellen Elementen und eingängigem Pop ist gar nicht mal so fürchterlich…

>>> diva68-Voting: Nicht ganz so scharf wie Gulasch, aber dennoch recht lecker.


02. Großbritannien
Javine - Touch My Fire

Katie Price, bekannt für regelmäßige chirurgische Eingriffe im Oberkörperbereich, war schärfste Konkurrentin im Vorentscheid. Das Publikum entschied sich jedoch mehrheitlich für Javine. Ihr arabisch anmutender R'n'B-Song "Touch My Fire" zeigt, dass die Begeisterung für Oriental Sound anhält.

>>> diva68-Voting: Ungewohnt ethnische Klänge aus GB.


03. Malta
Chiara - Angel

Skandal beim Vorentscheid: Chiara siegte knapp vor der Favoritin des Abends, Olivia Lewis. Während der Show gab es einen Stromausfall, zehntausende Zuschauer ohne Bild und Ton. Dann gab es Probleme beim Televoting. Aber nichtsdestotrotz, Chiara wird morgen Abend auftreten, dann allerdings in einem wesentlich schöneren Kleid als dem aus dem Vorentscheid.

Es ist bereits ihre zweite Teilnahme am ESC. 1998 war sie in Birmingham ins Finale gekommen und belegte mit "The One That I Love" den dritten Platz. Den Titel "Angel" hat Chiara selbst komponiert.

>>> diva68-Voting: Eine schöne Frau, die nicht die Stereotypen bedient. Das macht Hoffnung. Ein sehr schöner Song. Klingt ein bisschen nach Sieg…


04. Rumänien
Luminita Anghel & Sistem - Let Me Try

Luminita Anghel & Sistem konnten sich am Donnerstag für das Finale qualifizieren. Zurecht, wie ich finde. "Let Me Try" ist Up-Tempo-Nummer mit leichten folkloristischen Anklängen. Unterstützt wird Luminita von der Percussion-Band Sistem, die auf allem herumtrommelt, dass Töne produziert, z.B. auf Metall- und Plastikfässern, Tonnen, Tassen und mit Hilfe von Werkzeugen.

>>> diva68-Voting: Ein Ohrwurm, der enorm durch die tolle Performance aufgewertet wird. Sollte auf einem vorderen Platz landen.


05. Norwegen
Wig Wam - In My Dreams

Wenn man Bon Jovi, Europe, Slade, Marilyn Manson und Guildo Horn in ein Studio sperrt, könnte am Ende Wig Wam dabei herauskommen. Ihr Titel "In My Dreams" erinnert zumindest an feinsten Happy-Stadion-Rock. Das muss für den Grand Prix kein schlechtes Konzept sein. Schön, dass es die Rocker noch übers Semifinale geschafft haben, sich zu qualifizieren.

>>> diva68-Voting: Bon Jovi meets Guildo Horn. Macht Laune!


06. Türkei
Gülseren - Rimi Rimi Ley

In den beiden vergangenen Jahren überraschte die Türkei beim ESC mit dem Sieg von Sertab Erener in Riga 2003 und einem vierten Platz der Band Athena in Istanbul 2004. Das Land lässt sich vom Erfolg nicht unter Druck setzen und schlägt in diesem Jahr wieder traditionellere Töne an.

Sertab Erener zweifelt an den Erfolgschancen des Siegertitels. "Dieser Song wird uns nicht die Punkte bringen, die wir in den letzten zwei Jahren geholt haben (…) Ich erwarte von Gülseren keine besonders professionelle Performance auf der Bühne." Als Reaktion auf diese Kritik wurde "Rimi Rimi Ley" neu abgemischt und vier verschiedene Remix-Versionen des Songs in Auftrag gegeben

>>> diva68-Voting: Türkei meets Disco. Alt, aber bewährt?


07. Moldawien
Zdob si Zdub - Boonika Bate Toba

Zum ersten Mal in der Geschichte des ESC tritt in diesem Jahr das Land
Bilder von Eurovision Song Contest Kiew 2005
  • Eurovision Song Contest Kiew 2005 Bild 2523866 tb
  • Eurovision Song Contest Kiew 2005 Bild 2547835 tb
  • Eurovision Song Contest Kiew 2005 Bild 2523873 tb
  • Eurovision Song Contest Kiew 2005 Bild 2523868 tb
Eurovision Song Contest Kiew 2005 Bild 2523866 tb
Das offizielle Logo zum ESC 2005
Moldau im Wettbewerb an. Über das Semifinale gelang ihnen doch noch die Qualifikation. Und zum ersten Mal in der Geschichte es ESC befindet sich sicherlich auch eine alte Dame als Künstlerin auf der Bühne. Als Titelgeberin (der Song heißt auf deutsch "Großmutter schlägt die Trommel") fühlt sie sich sichtlich wohl unter den jungen, langhaarigen Bombenlegern. Bleibt zu hoffen, dass es um ihr Gehör nicht mehr allzu gut bestellt ist, denn die Jungs machen mächtig Krach.

>>> diva68-Voting: Macht Spaß!

08. Albanien
Ledina Celo - Tomorrow I Go

Die Produzenten des albanischen Titels hatten sich eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Adrian Hila und Pandi Laco wollten einen traditionellen Song schreiben, der einen Eindruck von der albanischen Kultur vermittele. Herausgekommen ist ein Dance-Song mit landestypischen folkloristischen Einflüssen.

>>> diva68-Voting: Hatten wir das nicht schon?


09. Zypern
Constantinos Christoforou - Ela Ela

Constantinos ist ein alter ESC-Hase: 1996 wählten die Zuschauer den Griechen mit seinem Titel "Mono yia mas" auf den neunten Platz, 2002 schaffte es Christoforou mit seiner Boygroup One auf Rang vier. Über seine dritte Teilnahme sagt er gegenüber esctoday.com: "Ich denke, es ist sehr wichtig, dass der teilnehmende Künstler den Eurovision Song Contest wirklich liebt und nicht bloß mitmacht, um seine Karriere voranzutreiben." Wollen wir ihm diese Leidenschaft wirklich glauben? Überzeugen wir uns morgen Abend von seinem hehren Ansinnen…

>>> diva68-Voting: Ach ja, die Musik: Tradition meets Pop.


10. Spanien
Son de sol - Brujería

Son de Sol sind Sole, Esperanza und Lola, drei Schwestern aus der Nähe von Sevilla. Ihr Titel "Brujería" heißt übersetzt Hexerei und erinnert verdächtig an einen Sommerhit der Girl-Group "Las Ketchup". Es ist nicht zu überhören, dass beide Songs vom selben Produzenten abgemischt wurden.

>>> diva68-Voting: Wer den "Ketchup Song" nicht mochte, wird "Brujeria" hassen.


11. Israel
Shiri Maymon - Hasheket Shenish'ar

Die Sängerin Shiri Maymon gewann den israelischen Vorentscheid mit 116 von 120 möglichen Punkten und großem Vorsprung vor ihrer Konkurrenz. Selbstbewusst unkt sie: "Ich werde in Kiew einen guten Platz belegen." Ihre Ballade "Hasheket Shenish'ar" ("Die Stille, die zurückblieb") überzeugt mich persönlich nicht so sehr.

>>> diva68-Voting: Mittelmäßige Mid-Tempo-Nummer. Schade. Dann doch lieber "Halleluja".

12. Serbien & Montenegro
No Name - Zauvijek Moja

Wie auf Malta, so war auch der Vorentscheid in Serbien & Montenegro von Skandalen geprägt. Die zweitplatzierte Jelena Tomasevic bekam von den vier serbischen Juroren hohe Punktzahlen, die vier montenegrinischen Jury-Mitglieder gaben ihr hingegen geschlossen null Punkte. Als Gewinner ging schließlich die Band "No Name" aus dem Abend hervor. Für zusätzliches Aufsehen sorgte im Anschluss das Gerücht, es handele sich bei dem Titel um ein Plagiat.

>>> diva68-Voting: Relativ nett. Dramatische Pauken, treibende Drums, ein bißchen Traditionelles... hatten wir das schon?


13. Dänemark
Jakob Sveistrup - Tænder På Dig

Jakob Sveistrup konnte sich im Vorentscheid mit knapper Mehrheit gegen die altbekannten Olsen Brothers (ESC-Sieg 2000) durchsetzen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Oldesloe… äh…Odense. Seit sechs Jahren ist er Frontmann der dänischen Pop-Cover-Band Copycats.dk.diva68`s Voting:

>>> diva68-Voting: Er singt sich den Wolf, der Background-Chor schunkelt und schnippt ambitioniert dazu, aber das wird ihm auch nichts nützen.


14. Schweden
Martin Stenmark - Las Vegas

Mit einer knappen Entscheidung endete der Vorentscheid in Schweden. Nur drei Punkte trennten Gewinner Martin Stenmarck von der zweitplatzierten Nanne Grönvall. Die schwedische Gruppe Alcazar, die mit ihrem Hit "Crying At The Discoteque" auch hierzulande Massen begeisterten, landete auf dem dritten Platz. Martin Stenmarck füllt unter anderem Arenen in Brasilien und China, in Europa ist er nicht ganz so bekannt.

>>> diva68-Voting: Beginnt vielversprechend, endet belanglos. Daran kann auch die Ausstrahlung des dunkelhaarigen Beau nichts ändern.


15. Mazedonien
Martin Vucic - Make My Day

Auch beim Vorentscheid in Mazedonien ging es in diesem Jahr hoch her. Nach Verkündung des Endergebnisses, machten die Anhänger der unterlegenen Aleksandra Pileva ihrem Unmut lautstark Luft. Handgreiflichkeiten unter den Fanlagern konnten gerade noch verhindert werden. Ursache des Streits: das Endergebnis spiegelte nicht das öffentliche Meinungsbild wieder. Über das Semifinale konnte Vucic sich letztendlich dann sogar für morgen Abend qualifizieren.

>>> diva68-Voting: Böse Zungen behaupten, seine Mutter (Chefredakteuse beim mazedonischen Fernsehen) habe ihn ins Finale gehievt. Seine Klamotten gehen hoffentlich nicht auf ihre Kappe. Ach ja, die Musik: Traditionelles mit Disco-Pop vermischt. *gähn


16. Ukraine
Greenjolly - Razom Nas Bahato

In einer Farce endete die Feier zum nationalen Vorentscheid in der Ukraine. Völlig überraschend machte das Männer-Duo von Greenjolly das Rennen und stellte so den gesamten ukrainischen Vorentscheid in Frage. Die Jungs von Greenjolly landeten Ende 2004 im Zuge der "Orangen Revolution" in der Ukraine eine Art Protest-Hit mit "Razom Nas Bahato" ("Zusammen sind wir viele").

>>> diva68-Voting: Verdient aus politischen Gründen eigentlich den Sieg. Musikalisch irgendwo zwischen HipHop und Rock.


17. Deutschland
Gracia - Run & Hide

Gerüchten zufolge wird Gracia morgen Abend einen spektakulären Sprung von einem Podest wagen, um ihre Show zu konturieren. Gracia über Gracia: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Performance."

>>> diva68-Voting: Holleri-du-dödel-du. Strophen und Refrain passen dramaturgisch nicht zueinander. Außer dem eingängigen Ruf "You better run and hei-i-eid!" hat die Dame, zumindest musikalisch, nichts zu bieten. Schade, aber Gracia heißt nun einmal nicht Nicole.


18. Kroatien
Boris Novkovic feat. Lado Members - Vukovi Umiro Sami

Für Liebhaber folkloristischer Klänge schickt Kroatien in diesem Jahr seinen musikalischen Nationalhelden Boris Novkovic ins Rennen. Der Titel für das Semifinale in Kiew hieß "Vukovi Umiru Sami" ("Wölfe sterben einsam"), und Boris wird ihn auch morgen Abend vortragen dürfen…

>>> diva68-Voting: Eingängiger Refrain, ansonsten: Tradition meets Pop


19. Griechenland
Helena Paparizou - My Number One

Schon 2001 startete Helena Paparizou für Griechenland, damals mit dem Duo "Antique" und belegte mit dem Song "(I Would) Die For You" einen dato unerreichten dritten Platz. Im Rahmen eines großen Show-Abends wählte das griechische Publikum den Song "My Number One" für Helenas Auftritt im Finale in Kiew.

>>> diva68-Voting: Der Song knüpft an das bewährte Strickmuster dieses ESC an (s.o.). In diesem Fall auch noch massentauglich hübsch verpackt.


20. Russland
Natalia Podolskaya - Nobody Hurt No One

Zum ersten Mal in der Geschichte des ESC durften die russischen TV-Zuschauer selbst den Künstler für das Finale wählen. Dieses Angebot nahmen die Russen gern an, schrieben fleißig SMS und E-Mails und wählten auf diesem Wege Natalia Podolskaya. Aber natürlich gab es auch hier Manipulationsverdächtigungen.

Dennoch wird Natalia, die heute ihren 23.Geburtstag feiert, morgen Abend "Nobody Hurt No One" in Kiew singen.

>>> diva68-Voting: Angenehm rockige Töne nach soviel Mainstream-Disco. Sauber produziert und gar nicht mal so übel. Trotzdem (oder gerade deshalb) chancenlos.


21. Bosnien & Herzegowina
Feminnem - Call Me

Am Abend der Vorentscheidung hatte es in Sarajevo dicke Flocken geschneit, so dass diverse Jury-Mitglieder, Autoren und Gäste stundenlang die Stadt nicht erreichen, die Teilnehmer aber waren rechtzeitig am Start. So auch Feminnem, die als knappe Sieger aus dem Abend hervorgingen.

>>> diva68-Voting: Hoppla! Will da etwa jemand die Heiligen Vier aus Schweden kopieren? Pfui! Bäh! Setzen! Sechs! Wenn die drei Hupfdohlen den Sieg nach BH tragen, dann… dann… gehe ich fortan ohne. So!


22. Schweiz
Vanilla Ninja - Cool Vibes

Nach der Schmach des letzten Platzes im Halbfinale 2004 wollte man in der Schweiz in diesem Jahr offenbar auf Nummer Sicher gehen, und so verpflichtete man - gegen den vielfachen Widerstand der Schweizer Bevölkerung - Vanilla Ninja, die bereits europaweit bekannt sind. Die vier Damen stammen aus Estland, leben in Deutschland und singen auf Englisch. Den Bezug zur Schweiz konstruierte man über ihren Produzenten. David Brandes (der unter anderem Chris Norman, Wolfgang Petry und - Gracia produziert) wurde in Basel geboren und ging in der Schweiz zur Schule. Dass er dennoch die deutsche Staatsangehörigkeit hat, erwähnten die Verantwortlichen nicht. Erst mit dem Hinweis auf Céline Dion, die als Kanadierin den Eurovision Song Contest 1988 für die Schweiz gewann, konnte der Streit um Vanilla Ninja beigelegt werden.

>>> diva68-Voting: Irgendwie mag ich den Song. Er ist rockig, kraftvoll, melodisch, sauber gesungen etc. pp. Doch, nett, sehr nett.


23. Lettland
Walters & Kazha - The War Is Not Over

Walters & Kazha, namentlich Karlis Bumeisters und Walters Fridenbergs, spielten schon im Alter von zwei Jahren miteinander, als sie in die Kinder-Pop-Band Dzeguzite ("Kuckuck") einstiegen. Mit der Band machten sie sich auch im Ausland einen Namen. Sie spielten in 22 Ländern und gaben unter anderem ein Konzert im Madison Square Garden in New York. In ihrer Heimat sie unter dem Namen "Putnu Balle" bekannt. Ihren Song "The War Is Not Over" performen die Jungs mit Akustikgitarren. Im Text geht es ihnen um die Kämpfe, die jeder Mensch täglich im Innern mit sich austrägt. Den Kampf ums Einzug ins Finale haben die Jungs am Donnerstag jedenfalls gewonnen.

>>> diva68-Voting: Zwei Jungs von nebenan spielen Gitarre und singen dazu.


24. Frankreich
Ortal - Chacun Pense A Soi

Ortal wurde in Israel geboren, ihre Vorfahren sind Berber und Andalusier. So verwundert es auch nicht, dass ihr Song ein wenig orientalisch klingt. "Chacun Pense A Soi" ("Jeder denkt an sich") ist für die Chanson-geneigten Franzosen der erste schnellere Titel beim Eurovision Song Contest seit Jahren.

>>> diva68-Voting: Ungewohnt poppige Töne aus Frankreich. Sehr chartstauglicher Titel, der überwiegend das jüngere Publikum ansprechen wird.


*** Und die sind raus! ***

Aber wir wollen auch der Nationen gedenken, die es nicht geschafft haben, sich für das Finale zu qualifizieren. Leider reichte es im Semifinale nicht für die Österreicher, die mit der Band Global. Kryner und ihrem Titel "Y Asi" einen wirklich innovativ-kreativen Beitrag leisteten. Mit traditionellen alpenländischen Instrumenten wurde ein Mix aus kubanischen Rhythmen und Polka gespielt. Sehr lustig! Und um die Niederlande und Glennis Grace tut es mir allein deshalb schon leid, weil die Dame eine ausgesprochen fantastische Stimme hat. Gleiches gilt für den Finnen Geir Rönning. Wirklich schade um die drei Songs und ihre Interpreten!

*** Partyalarm ***

Wie in jedem Jahr wird die Hamburger Reeperbahn wieder zur ESC-Partymeile. Moderator ist diesmal Thomas Hermanns, der sich damit einen Lebenstraum erfüllt: "Für mich ist das ein Traum, ein Höhepunkt meiner gesamten Karriere." Und weiter: "Für mich sieht Gracia aus wie Cher, wie die junge Cher wohlgemerkt!"

Der Startschuss für die ESC-Party auf der Reeperbahn fällt bereits um 20.15 Uhr. Das Ende der Abstimmung wird erst für kurz nach Mitternacht erwartet. Um 21.00 Uhr zum Showbeginn in Kiew übernimmt Kommentator Peter Urban live vor Ort das Mikrofon. Ich freue mich schon jetzt auf seine bissigen Kommentare… Im Showprogramm auf der Reeperbahn treten Stefan Gwildis (er verpasste den Sieg im Vorentscheid), Yvonne Catterfield, Melanie C. und Lisa Stansfield. Der Wettstreit der ESC-Finalisten wird auf der Reeperbahn live auf einer Großbildleinwand übertragen.

Wie in den vergangenen Jahren werden zur Party auf dem Spielbudenplatz auf der Reeperbahn mehrere tausend Zuschauer erwartet.

*** diva68 - Das Finale ***

Wenn ich mir morgen Abend in einer kuschligen Kneipe zusammen mit Gleichgesinnten das Spektakel anschaue, dann werde ich meine Däumchen ganz besonders fest für Malta, Frankreich und Rumänien drücken, wobei ich letzteren die größten Chancen einräume.

Ich wünsche uns allen einen friedlichen Eurovisionsabend!

Shamlömchen!


P..S.: Dieser Bericht basiert auf Informationen von www.eurovision.de.

*** Update am Morgen danach ***

Ach, wie herrlich ist doch so ein Grand-Prix-Abend! Meine Begleiterin und ich hatten hervorragende Sicht auf die Beamer-Projektion, es gab leckere Getränke, und sogar Knabbereien wurden in der Lokalität gereicht, die wir ausgewählt hatten. Es gab nur eines, das mein Glück perfekt gemacht hätte, aber die Liebste musste leider arbeiten, und das Leben ist schließlich kein Ponyhof.

Ich hatte zwar, dank besagter Internetseite, einen kleinen "Wissensvorsprung", was die Beiträge anbelangt, war dann aber umso begeisterterter, mit wieviel Power, auch visueller, manch Titel vorgetragen und inszeniert wurde. Besonders der maltesische Beitrag von Chiara hatte es mir angetan, dicht gefolgt vom rumänischen. Frankreich, als letzter Interpret, fiel dagegen dann doch ein wenig ab. Offenbar waren meine verwöhnten Ohren nach 23 Vorgängern etwas zu dankbar dafür gewesen, dass diesmal weder Trommeln, noch folkloristische Elemente eingesetzt wurden.

Das Voting empfand ich als außerordentlich spannend. Und ich war sehr erleichtert, als sich am Ende Israel und Lettland von den ersten Rängen immer weiter entfernten. Jedoch, wie sehr hätte ich Malta den Sieg gegönnt! *schnüff* Nun ist es Griechenland geworden, eine Nation, die derzeit offenbar einen guten Lauf hat: Austragung der Olympischen Spiele, Fußball-Europameister und nun auch noch Grand-Prix-Sieger. Herzlichen Glückwunsch, Griechenland, zu diesem Hattrick!

Dass allerspannendste am Voting war letztlich dann aber doch die Frage, ob die Damen den Kampf gegen die Technik erfolgreich gewinnen würden. Mittendrin fiel nämlich das Bild aus (die Birne im Beamer war durchgebrannt und Ersatz offenbar nicht zur Hand), so dass wir dem Ergebnis lediglich akustisch beiwohnen konnten. Nach etwa einer Stunde sah es im Einzelnen dann folgendermaßen aus:

1. GRIECHENLAND 230
2. MALTA 192
3. RUMÄNIEN 158
4. ISRAEL 154
5. LETTLAND 153
6. MOLDAWIEN 148
7. SERBIEN UND MONTENEGRO 137
8. SCHWEIZ 128
9. NORWEGEN 125
10. DÄNEMARK 125
11. KROATIEN 115
12. UNGARN 97
13. TÜRKEI 92
14. BOSNIEN UND HERZEGOWINA 79
15. RUSSLAND 57
16. ALBANIEN 53
17. MAZEDONIEN 52
18. ZYPERN 46
19. SCHWEDEN 30
20. UKRAINE 30
21. SPANIEN 28
22. GROßBRITANNIEN 18
23. FRANKREICH 11
24. DEUTSCHLAND 4

Selten hat mich ein Grand-Prix-Ergebnis für Deutschland derart unberührt gelassen. Nun, der letzte Platz hätte es sicherlich nicht sein müssen, dafür hätte ich Spanien avisiert, ansonsten geht das Ergebnis voll in Ordnung. Nicht einmal die Performance bot Anlass zur Freude, vom Song will ich gar nicht erst anfangen, und über die Qualitäten von Gracia äußere ich mich eh nicht ohne meinen Anwalt.

Bleibt festzuhalten, dass es ein Eurovision Song Contest mit vergleichsweise vielen tollen Darbietungen war. Außerdem fand ich die Vorjahressiegerin Ruslana, die die Eröffnungsnummer sowie einen Teil des Pausenprogrammes bestritt, fantastisch und beschloss, sie mir mal live anzusehen, wenn sie auf Deutschland-Tour ist. Ach, und dann bin ich natürlich auch noch sehr froh darüber, dass Bosnien-Herzegowina nicht gewonnen hat... (siehe oben unter Punkt 21) .

Und nun fiebere ich dem 51. Wettbewerb entgegen...

****

In eigener Sache: Liebste, ich hoffe, Du hattest "trotzdem" ordentlich Spaß an der Aufzeichnung von gestern Abend...

Diesen Bericht teilen auf Google+
Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
echt1962

echt1962

11.06.2007 16:27

wer was verpasst haben sollte, erfährt's hier :-) LG

Dibamschr

Dibamschr

31.08.2006 11:05

Wenn ich das mit einigem zeitlichen Abstand lese - nicht zum Bericht, sondern zum Ereignis -, dann klingt es wie von einem ereignis, das vor vielen Jahren stattgefunden hat und an das sich niemand mehr erinnert. Wie seltsam.

Veedra

Veedra

11.05.2006 13:24

Wie bring ich eigentlich Alex bei, dass ich das gern sehen würd? Schlimm genug, dass wir wegen unseren Urlaubs diesmal nicht auf Anninas Couch sitzen können...

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1244 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (33%):
  1. Catblue22
  2. PomHH
  3. Gala_und_Dali
und weiteren 56 Mitgliedern

"sehr hilfreich" von (67%):
  1. Manu1812
  2. SCHREIKRAMPF
  3. jeff2006
und weiteren 117 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.