It´s Evolution, Baby!
17.01.2002
Pro:
Special - Effects
Kontra:
dreiste Kopie von Ghostbusters
Empfehlenswert:
Ja
 Raziel2901
Über sich:
Look what I have found... A seashell in a sea of shells...
Mitglied seit:05.08.2001
Erfahrungsberichte:177
Vertrauende:30
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wer erinnert sich nicht an die „Ghostbusters“, jenen Haufen draufgängerischer Haudegen die sich Mitte der Achtziger als einzige gegen eine Invasion aus der Geisterwelt gewehrt haben? Als Zombies, schleimige Monstrositäten und anderes Viehzeug aus der Spektralwelt unseren Planeten bedrohten, waren sie die einzigen, auf die Verlaß war. Sie kehrten zwar einige Jahre später zurück (Ghostbusters 2), doch diesen Fehltritt erwähne ich lieber nicht. Der Regisseur Ivan Reitman war für die herrlich spritzige Komödie verantwortlich. Der in diesem Genre Spezialisierte Reitman feierte mit seinem Blockbuster immense Erfolge, doch langsam aber sicher tendierte er zu sehr in die Richtung des Familienfreundlichen Films (deswegen verdanken wir ihm solche Filme wie „Twins – Zwillinge“ mit Arnold Schwarzenegger und Danny DeVito oder „Junior“ mit dem selben Schauspielerduo). Das Erfolgsrezept von „Ghostbusters“ wurde vernachlässigt und der Schwarze, freche Humor kam zu kurz. Nun wurde es langsam Zeit wieder etwas auf die Beine zu stellen was am Erfolg der Geisterjäger Anknüpft. Reitmans Idee (ob es eine gute war oder nicht sei dahingestellt) war „Evolution“ zu drehen, einen Film der eigentlich als Beinharter Alien-Action-Knaller geplant war und nicht als Komödie.
Reitman machte aus dem Drehbuch eine Quasi-Reinterpretation von „Ghostbusters“, nur das die Jäger dieses mal nicht auf Geister, sondern aus fiese Aliens losgehen die dabei sind die Erde zu Unterjochen. Sein Team besteht nun aus ebenfalls vier Charakteren die Unterschiedlicher nicht sein können, doch nur Zusammen zum Erfolg kommen können. Die Geschichte des Films ist ziemlich nüchtern, straight erzählt und setzt alles auf das Zusammenspiel der Protagonisten, die sich durch den ganzen Film mit lockeren Sprüchen, Witziger Situationskomik und Verbalen Auseinandersetzungen bewegen. Eben ganz wie die „Ghostbusters“ doch bei weitem nicht so gut. Alles beginnt mit einem Spektakulärem Meteoriteneinschlag. Der Besucher aus dem All landet mitten in der Wüste und stürzt in eine tiefe Höhle. Doch der Stein ist nicht bloß ein hübscher Felsen, in und auf ihm schlummern nämlich Bakterien und Erbinformationen Außerirdischer Lebensformen die sich nun auf der Erde prächtig entfalten. Zwei Geologen (David Duchovny und Orlando Jones) gehen dem ganzen auf den Grund und entdecken faszinierendes. Es scheinen sich Lebensformen zu Entwickeln die den Menschen einiges Voraus haben. Zum einen wachsen sie rasend schnell und aus der Höhle mit dem Meteoriten wird eine Multi-Kulti Anlage die von Außerirdischen übervölkert ist und zum anderen stellt sich heraus das diese Wesen anpassungsfähig sind, was nicht besonders gut ist denn wenn sie aus der Höhle herauskommen, dann Halleluja!
Anfangs laufen nur kleine Viecher herum. Fliegen, Würmer und andere Insektenartige Dinge. Doch später, genauer gesagt, zwei Wochen später ist aus den possierlichen Tierchen eine Rasse entstanden die am ehesten mit unseren Dinosauriern zu vergleichen ist, nur das die Alien-Jungs noch einen Tick böser und Hungriger sind. Das Militär hat bereits eigene Pläne, sie wollen natürlich alles Wegbomben was nicht in irgend einer Weise Menschlich ist. Die zwei Geologen möchten die Sache lieber anders regeln, stoßen aber auf wenig Gehör. Nur eine Wissenschaftlerin (Julianne Moore) und ein etwas durchgeknallter Feuerwehr – Anwärter (Sean William Scott) schließen sich den Geologen an. Das Quartett stößt auf ein Geheimnis, welches das Ende der Welt heraufbeschwören könnte. Die Aliens sind gegen Feuer immun und anstatt sie zu vernichten, läßt es sie Explosionsartig wachsen. Die Vier Haudegen müssen jetzt schnellstens das Militär warnen, doch der Napalm-Bombenteppich ist bereits im Anflug und es könnte bereits zu spät sein...
Gespickt mit wirklich guten Special-Effects ist „Evolution“ zwar ein absoluter Blickfänger, in der Qualität jedoch etwas zu lahm Präsentiert. Frische Ideen sucht man vergebens, Reitman hat gekonnt und mit einigen Tricks seine „Ghostbusters“ zu Alienbusters gemacht und hat damit aufs richtige Pferd gesetzt (was den Erfolg angeht). Zwar ist „Evolution“ nicht der Absolute Blockbuster geworden, aber trotzdem einen sehr guten Schnitt an den Kinokassen gemacht. Jetzt ist er auf Video und DVD erschienen und gerade die DVD sticht aufgrund des sehenswerten Bonusmaterials heraus. Vom Making of bis zu Geschnittenen Szenen und einem Alternativen Ende gibt es alles was das Herz begehrt. Produktionsnotizen, Fotogalerien und vieles mehr sind jeden Pfennig wert. Außerdem gibt es eine Special – Edition die ein blaues Hologramähnliches Cover beinhaltet.
Die Witze sind zwar etwas platt, die Schauspieler ebenfalls, aber wer für knapp hundert Minuten Unterhaltung sucht, findet in „Evolution“ genau das richtige. Besonders David Duchovny der seine Akte X Rolle des öfteren auf die Schippe nimmt ist sehenswert. Orlando Jones als sein quirliger, Aggressiver Sidekick genau wie Julianne Moore als Tolpatsch und Sean William Scott als der dumme Feuerwehrlehrling sind ein gutes Team, scheitern aber an der mittelmäßigen Regie und dem platten Drehbuch. Ein Cameo Auftritt von Dan Aykroyd ist auch mit von der Partie, nicht besonders gut, aber immerhin sorgt er für einige Lacher. Alles in allem ist „Evolution“ ein Film der etwas über dem Mittelmaß steht. Sehr gut ist er nicht, doch besser als einige andere Genrekollegen. Die Kameraarbeit ist gelungen und die Musik ist schön arrangiert. Sehenswert ist er auf jeden Fall und für einen Videoabend wie schon gesagt, genau das richtige. Das Absolut Abgefahrene Design der Aliens sucht jedenfalls seinesgleichen. So verrückte Viecher hat man selten gesehen und der zweiköpfige Tausendfüßler ist der absolute Oberhammer.
Danke für eure Zeit.
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19.01.2002 17:13
Den hatte ich im Kino gesehen, irgendwie hatte er ja echt was... Schöner Bericht! Ich werde dann vielleicht demnächst mal meinen ersten im neuen Jahr schreiben... Liebe Grüße von Boda.
17.01.2002 01:49
Hab' den Film im Kino gesehen und fand ihn gähnend langweilig... Gruß von Jabber
17.01.2002 01:48
Ich find' den Film megacool. Ich war im Kino und hab' direkt am Erscheinungstag die DVD (sogar die Special-Edition) geholt. Echt super! Cya, Knuben