Hierarchie und Unterordnung
15.06.2012
Pro:
Nervenkitzel, authentisch, man kann sich in die Charaktere/Situation gut hineinversetzen
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 Bean81
Über sich:
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum ...
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Vertrauende:7
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 65 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vier Menschen, angelockt durch die Aussicht 250 Dollar zu verdienen, werden gemeinsam in einen weißen Raum gebracht. Damit sie auch ja keinen Kontakt zur Außenwelt haben, müssen sie alle Wertsachen und Kommunikationsmittel abgeben. In dem Raum wollen und sollen sie an einem psychologischen Test der amerikanischen Regierung teilnehmen und einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Der Film basiert auf dem amerikanischen Projekt MKULTRA. Hinter einer Scheibe werden die vier Probanden von Psychologen beobachtet und ihr Verhalten ausgewertet. Noch ahnen Kerry (Clea DuVall), Crawford (Timothy Hutton), Tony (Shea Whigham) und Paul (Nick Cannon) nicht, um was für eine Studie es sich wirklich handelt...
Mehr möchte ich über den Inhalt gar nicht preis geben, denn es würde zu viel von der Spannung kaputt machen. So viel sei noch gesagt, der Name des Films ist Programm.
Hintergrund Als Hintergrundinformation ist zu erwähnent, dass es das Projekt MKULTRA tatsächlich gab (oder immer noch gibt?). Es war ein umfangreiches, geheimes Forschungsprogramm der CIA über Möglichkeiten der Bewusstseinskontrolle. Es lief von 1953 bis in die 1970er Jahre im Kontext des Kalten Kriegs. Ziel des Projekts war, ein perfektes Wahrheitsserum für die Verwendung im Verhör von Sowjetspionen zu entwickeln sowie die Möglichkeiten der Gedankenkontrolle zu erforschen. Das Programm umfasste unter anderem Tausende von Menschenversuchen, bei denen ahnungslose Testpersonen, oft willkürlich unter Krankenhauspatienten und Gefängnisinsassen ausgewählt, unter halluzinogene Drogen wie LSD gesetzt wurden. Zahlreiche Versuchspersonen trugen bei den Experimenten schwerste körperliche und psychische Schäden davon, teilweise bis hin zum Tod. Ein großer Teil der Experimente des Projekts verstieß gegen US-amerikanische Gesetze. Im Nachhinein betrachtet die CIA die meisten Experimente als wertlos, da sie häufig von Mitarbeitern ohne jede wissenschaftliche Qualifikation durchgeführt wurden.
Von den Charakteren ist alles dabei: Crawford, ein Alleingänger, der nicht müde wird zu betonen, dass er derlei Studien schon hinter sich hat und entsprechend als erster mit dem Fragebogen durch ist. Tony ist verunsichert und muss sich schon bei den einfachsten Fragen "Hilfestellungen" von Crawford geben lassen. Als Beispiel soll dieser kurze Dialog dienen: "Hey, seid ihr Gebürtige oder Eingebürgerte? Was will man denn sein?" "Na ja, bist du hier geboren? Bist du in diesem Land geboren?" - "Ja." "Dann bist du eingebürgert." - "Hab ich mir gedacht." "Wie war das?" - "Hab ich mir gedacht. Aber man ist kein Gebürtiger... dieses Landes, sebstverständlich..."
Als drittes haben wir dann noch Kerry, die einzige weibliche Person in der Runde. Sie ist verheiratet und Hausfrau. Und zu guter Letzt Paul, der Außenseiter. Er ist der einzige Farbige der Gruppe und setzt sich auch direkt abseits der Gruppe hin.
Filminfos Format: Dolby, PAL, Widescreen, Farbe Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Untertitel: Deutsch Region: Region 2 Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1 FSK: Freigegeben ab 16 Jahren Spieldauer: 86 Minuten Regisseur: Jonathan Liebesman
Bonusmaterial Ein besonderes Bonusmaterial gibt es nicht. Man hat die Möglichkeit, sich den Trailer des Films anzugucken und andere Trailer zu Neuerscheinungen. Auf filmspezifische Boni wurde komplett verzichtet, was für mich als reinen Filmbetrachter nicht sonderlich negativ ist.
Meinung Da ich ohne große Vorabinformationen an den Film heran gegangen bin, waren einige Szenen und Wendungen überraschend für mich. Allerdings nicht im Negativen. Der Film schafft es, mich in seinen Bann zu ziehen und gefesselt die 86 Minuten auf meinen Fernseher zu schauen. Dabei zucke ich sogar in einer Szene für mich untypisch kurz zusammen, was nicht sehr viele Streifen schaffen. Dabei wirkt jeder einzelne der Charaktere authentisch auf mich und es fällt mir überhaupt nicht schwer, mich in die Szenerie hineinzuversetzen. Teilweise komme ich mir so vor, als säße ich selbst in dem Killing Room und ich ertappe mich dabei, wie ich nach Möglichkeiten und Auswegen suche, um diesem Raum zu entfliehen. Demnach kann ich gut verstehen, wie es den vier Probanden in diesem Film gehen mag. Sicherlich merkt man dem Film an, dass er nicht sonderlich viel in der Produktion gekostet haben mag, aber dieser Umstand fällt gar nicht weiter auf, eben weil a) überzeugend geschauspielert wird, b) die Kulisse absolut ausreichend ist, um die entsprechende Atmosphäre zu schaffen und c) einfach fast alles an/in diesem Film stimmig für mich ist.
Fazit Der Film wird sicherlich nicht für jedermann geeignet sein. Für mich jedenfalls war es eine seltene Erfahrung, dass ich bei einem Film so mitfieber und mich so in die Charaktere und ihre Situation hineinversetzen kann. Die Atmosphäre die geschaffen wird ist ergreifend und sorgte auch nach Filmende noch für einige Diskussionen mit meiner Guckpartnerin. Von daher gibt es von mir die volle Punktzahl und eine definitive Guckempfehlung.
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19.08.2012 11:48
Zu böse für mich ;) Aber sh für den Bericht
07.08.2012 19:19
Sehr interessant
18.06.2012 08:23
Das klingt auf jeden Fall nach einem Film für mich. Ich werd mal die AUgen auf lassen. Danke. SH.