Erfahrungsbericht über "Fackel + Keule"

veröffentlicht 03.01.2008 | Mone_s
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Ich schreibe auch auf Dooyoo. Man möge mir mein Berichte-Recycling verzeihen, aber ich brauche Geld für neue Klamotten ;-)
Sehr gut
Pro Macht Spaß
Kontra Etwas mehr Vielfalt wäre noch schöner
sehr hilfreich
Spaßfaktor
Design
Langzeitspielspaß
Stabilität

"Lasst uns auf die Jagd gehen"

Lange vor unserer Zeit war der Zusammenhalt unter den Menschen noch von großer Bedeutung. Das Leben war hart und das Überleben als einzelnes Individuum gar nicht möglich. So schlossen sich Familien zusammen und agierten stets als Gemeinschaft, die sich um das Wohlergehen Aller kümmerte und jederzeit dafür sorgte, dass genügend Nahrung zur Verfügung steht. Aber auch in einer halbwegs organisierten Gruppe kommt es oft genug zu Fehlschlägen und ein knurrender Magen wirkt sich negativ auf die Stimmung der einzelnen Mitglieder aus. So werden aus Fehlschlägen dann sehr schnell reale Schläge und wer bei einer solchen Prügelei eine oder sogar mehrere Keulen vorweisen kann, ist klar im Vorteil…

Fackel+Keule ist ein kurzes Kartenspiel für 3-5 Steinzeitmenschen ab 8 Jahren und stammt von der Firma Spiellabor.

Inhalt:

12 Tierkarten
32 Werkzeugkarten (Waffen)
14 Keulenkarten
92 Beutesteine
eine Spielanleitung

Spielablauf:

Die Spieler gehen gemeinsam auf die Jagd und versuchen ihr Bestes, um mit den zur Verfügung stehenden Werkzeuge, bzw. Waffen, das Tier zu erlegen. Doch leider fehlt ihnen eine sehr wichtige Fähigkeit, ohne die eine solche Unternehmung nicht ganz so leicht wird, wie die Gruppe es gerne hätte; die Steinzeitmenschen verfügen noch nicht über eine Sprache und können somit keine Absprachen treffen!

Eine Partie unterteilt sich in 12 Runden, in denen jeweils ein Tier gejagt wird. Die Tiere sind unterschiedliche stark und somit bedarf es jedes Mal einer neuen Zusammenstellung an Waffen, die zu seiner Erlegung notwendig sind. Zur Verfügung stehen hierbei Fackeln, Äxte und Speere, von denen jeder Spieler eine variable Anzahl auf seiner Hand hält. Bei einem erfolgreichen Kampf erhält die Gruppe als Ausgleich eine, von Tier zu Tier unterschiedlich, bestimmte Anzahl an Erzeugnissen. Dies sind Zähne, Felle und Fleisch.
Wird das Tier durch eine falsche bzw. nicht ausreichende Menge an Waffen nicht erlegt, so kommt es unter den Spielern zu einer Prügelei, bei der eine Keule sehr wichtig sein kann.
So entscheidet sich jeder Einzelne zu Beginn der Jagd, wie viele Waffen und Keulen er mitnehmen möchte. Dies erfordert einige Überlegungen, denn niemand weiß, was der Rest der Gruppe plant.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Die Spieler jagen einen Höhlenären, wozu sie 3 Fackeln, 4 Steinäxte und 0 Speere benötigen. Je nach Spieleranzahl darf jeder eine bestimmte Anzahl an Karten mit in den Kampf nehmen. Bei fünf Spielern darf zum Beispiel jeder maximal 3 seiner Karten mitführen und muss sich mit mindestens einer an der Jagd beteiligen. Allerdings bezieht sich die Beschränkung auf die Anzahl der Karten und nicht auf die Anzahl der Waffen, denn auf einer Karte können sich auch mehrere gleiche Waffen befinden. Die Spieler legen nun verdeckt einige Karten vor sich aus und wenn jeder gewählt hat, wie er sich beteiligen möchte, werden die Karten ausgewertet.
  • Spieler 1 hat nur eine Keule gelegt, da er dem Kampf nichts anderes beisteuern kann oder will.
  • Spieler 2 legt eine Fackel.
  • Spieler 3 legt 3 Fackeln
  • Spieler 4 legt 2 Fackeln
  • Spieler 5 legt 2 Äxte.

So wäre die benötigte Anzahl an Fackeln zwar erreicht, doch die Spieler benutzten nicht genug Steinäxte. Dies bedeutet, dass das Tier nicht erlegt wurde.
Da Spieler 1 die einzige Person ist, die eine Keule mitgeführt hat, gewinnt er die anschließende Prügelei und darf sich einen Knochenstein nehmen und einen Beutestein aus vergangenen Runden beim Verlierer der Runde nehmen.Bei einem erfolgreichen Kampf, gibt die Anzahl der mitgeführten Waffen der einzelnen Spieler an, wie groß sein Anteil an der Beute ist. Derjenige, welcher die meisten Waffen mitführte darf sich zuerst bedienen usw. Bei einem Gleichstand werden die, auf den beteiligten Karten, angegebenen Zahlenwerte beachtet. Beute bekommen aber nur Spieler, die sich erfolgreich an der Jagd beteiligten, also auch Waffen mitführten, die benötigt wurden.

Am Ende jeder Runde dürfen die Spieler Karten ziehen, doch je nach Spieleranzahl können sie nur eine begrenzte Anzahl an Karten auf der Hand halten und müssen überschüssige Karten abwerfen. Im Laufe des Spiels kann es vorkommen, dass ein Spieler nur eine Karte auf der Hand hält und diese im aktuellen Kampf nicht benötigt wird. Er muss diese Karte allerdings verwenden und hat in diesem Falle einfach Pech gehabt.

Gewonnen hat das Spiel derjenige, der am Ende der 12. Runde die meiste Beute gemacht hat.

Beurteilung:

Dieses kompakte Kartenspiel hat ein sehr schönes Grundprinzip und basiert auf einer witzigen Idee, welche recht gut umgesetzt wurde.
Die Karten sind schlicht aber passend gestaltet und in einer Art Höhlenmalerei-Stil gehalten. Der Spielablauf ist sehr schnell verständlich und funktioniert wirklich reibungslos, wobei das Ganze auch noch viel Spaß macht. Dadurch, dass niemand weiß, was die Mitspieler planen und es keinerlei Absprachen gibt, wird in diesem Spiel natürlich ein gewisses Maß an Glück benötigt und Logik alleine führt nicht zum Ziel, da die Spieler oft nicht die benötigten Karten auf der Hand halten.
Ein erfolgloser Kampf bedeutet nicht zwangsläufig eine erfolglose Runde für die Spieler, denn durch die anschließende Prügelei ist es zumindest einem Spieler eventuell möglich, einen Beutestein von einem anderen Spieler zu stehlen. So müssen die Spieler stets zwei Faktoren beachten und müssen Waffen, sowie Keulen einplanen. Dadurch wird das Spiel nicht langweilig und es kommt immer wieder zu überraschenden Wendungen.
Die allgemeine Kartenanzahl ist leider ein wenig gering ausgefallen, doch wir haben auch mit der höchstmöglichen Spieleranzahl gespielt, so dass dieser Faktor bei weniger Spielern, also bei drei oder vier Personen vermutlich ein bißchen weniger schwerwiegend ausfallen würde. Nur die Tiervielfalt ist eindeutig zu gering, da sich die 12 Tiere ständig wiederholen. Hierfür gibt es dann auch einen Punkt Abzug, aber prinzipiell kann ich dieses Spiel jedem weiterempfehlen, der ein amüsantes und kompaktes Kartenspiel für zwischendurch sucht.

Community Bewertungen

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • jockel2001 veröffentlicht 18.09.2008
    Moin Mone_s, kann mich der Mehrheit nur anschließen: sehr hilfreich!! mfG Jo :)
  • jockel2001 veröffentlicht 25.08.2008
    Hi, von mir bekomsmt du wie von den meisten auch ein sehr hilfreich. vlg Jo
  • dennis_engfer veröffentlicht 10.01.2008
    Kann't ich nicht. Klingt aber nach Spaß :)
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Produktdaten : Fackel + Keule

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