Prämierter Erfahrungsbericht

Welches Fahrrad passt zu mir ???

5  09.07.2001 (12.07.2001)

Pro:
Jetzt wissen sie was sie wirklich brauchen und was sie zahlen müssen

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja 

Los_Schloss

Über sich:

Mitglied seit:05.04.2001

Erfahrungsberichte:28

Vertrauende:28

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Heute will ich wieder mal ein Bericht über Fahrräder schreiben. Der Bericht widmet sich dem Fahrradkauf, da mir aufgefallen ist, daß viele Bekannte die ein Bike kaufen wollten gar nicht so richtig wußten was sie wollten. Weil ich der Meinung bin, daß es einigen Ciaoanern auch so geht will ich mal ein Paar Tips geben was man beachten sollte und was für Möglichkeiten man hat, das optimale Rad für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Als erstes sollte man sich einen Geldrahmen festlegen, man sollte eine möglichst genaue Preisvorstellung haben, da es für den Händler leichter ist dem Kunden die richtigen Räder zu zeigen.
Man sollte allerdings beachten, daß das eingeplante Budget realistisch bleibt. Es ist schwachsinnig ein Top Fully kaufen zu wollen und 1000,- DM einzuplanen. Deshalb will ich hier auch mal so ungefähre Richtlinien geben mit wieviel man ungefähr rechnen muß, dazu aber später. Jetzt sollte man sich erst mal im klaren darüber werden was man eigentlich mit dem Bike machen will, deshalb sollte man sich folgende Fragen beantworten.

1. Welche Strecken will ich mit dem Rad zurücklegen ???
- lange Touren ( 30 km oder mehr ) >> 3 Punkte
- Familienausflüge mit Frau/Mann und Kind ( so ca. 10 km) >> 2 Punkte
- Kurzstrecken und Einkäufe ( 1-5 km) >> 1 Punkt

2. Wie komfortabel soll das Rad sein ???
- Komfort spielt eigentlich keine Rolle ich will schnell von A nach B kommen >> 3 Punkte
- Ich will zwar schnell vorwärts kommen aber ich will auch bequem fahren. >> 2 Punkte
- Geschwindigkeit ist egal ich will Bequem fahren.
>> 1 Punkt

3. Welchen Fahrstil bevorzuge ich ???
- Ich will sportlich fahren >> 3 Punkte
- Ich will entspannt fahren >> 1 Punkt


4. Soll mein Rad alltagstauglich sein ???
- Ja, ich will auch mal zu Arbeit / Schule fahren können. >> 1 Punkt
- Nein, ich brauche es nur für meinen Spaß >> 2 Punkte


5. Welche Art von Strecken will ich fahren ???
- Straße oder Radwege >> 1 Punkt
- Feld oder Waldwege >> 2 Punkte
- Leichtes Gelände wie Trampelpfade ohne Wurzeln >> 3 Punkte
- Schweres Gelände mit Sprüngen, Wurzeln und was dazu gehört >> 4 Punkte

So wenn du diese Fragen nach den eigenen Bedürfnissen beantwortet hast sollte es eigentlich nicht mehr schwer sein das passende Bike zu finden. Wenn man die Fragen an der folgenden Tabelle auswertet.

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5 – 7 Punkte :
Das Beste Rad währe ein sogenanntes Cityrad. Es ist wie der Name schon sagt für die Stadt gedacht, so das man bequem seine Einkäufe erledigen, aber auch ohne Probleme mal eine kurze Tour fahren kann.
Citybikes haben 28“ Laufräder und meist eine Narbenschaltung, was ein „verschalten“ nicht mehr möglich macht, Außerdem bieten sie eine Komplette StVO Ausstattung mit Licht Reflektoren und Klingel.
Was die Cityräder besonders auszeichnet ist die x-treme Bequemlichkeit. Sie sind mit bequemen Sättel ausgestattet haben auf Wunsch und eingeplantem Geld Federgabeln, oder sind gar vollgefedert ( d.h. sowohl eine Federgaben, als auch einen Gefederten Hinterbau für ein Höchstmaß an Komfort )
An Kosten für ein gutes Cityrad sollte man folgendes Einplanen:

Ungefedert >> 500 – 800 DM
Mit Frontfederung >> um die 1000 DM
Mit Vollfederung >> 1200 – 1600 DM

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8 – 9 Punkte :
Kaufe ein Treckingrad. Diese Art von Bikes sind dafür ausgelegt um längere Strecken zu fahren oder sogar ganz reisten damit zu machen. Treckingräder sind normaler Weise mit Kettenschaltung ausgestattet um zu jeder Steigung den passenden Gang zu finden. Des weiteren sind sie wie auch Cityräder, voll StVO Ausgestattet, damit es auf der Reise keine Probleme mit der Polizei gibt *g*.
Auch der Komfort bleibt bei diesen Bikes nicht auf der Strecke, da man relativ aufrecht sitzt und sie sind, wie heutzutage jedes Fahrrad, mit Federgabel, oder als Fully zu haben.
Für ein vernünftiges Reiserad sollte man folgende Kosten einplanen.

Ungefedert >> 800 – 1000 DM
Mit Frontfederung >> um die 1200 DM
Mit Vollfederung >> 1300 – 1600 DM

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10 – 12 Punkte :
Du willst sportlich und schnell unterwegs sein, und auch gelegentlich mal ein bißchen durchs Gelände fahren, dann ist das Trecking-Cross-Bike das Passende. Es ist im Grunde wie ein normales Trecking-Rad ausgestattet, also auch mit Kettenschaltung und 28“ Laufrädern, hat aber keine Schutzbleche und feste Beleuchtung. Auch die Altagstauglichkeit ist bei solchen Rädern nicht mehr ganz gegeben, da sie auch keinen Gepäckträger mehr haben. Sie sind vom Grunde Mountainbikes mit 28“ Laufrädern und schmaleren Reifen.
Sie sind dafür gedacht schnell vorwärts zu kommen und trotzdem eine gewisse Geländegängigkeit zu haben. Der Komfort ist allerdings erheblich geringer als beim Trecking-Rad da man eine Mountainbike ähnliche, gestreckt Sitzposition hat, um eine bessere Kraftübertragung zu erreichen.
Die Kosten sind wie bei den „normalen“ Trecking-Rädern da sie sich von den Komponenten nur gering unterscheiden, die Kosten die für Licht, Schutzbleche eingespart werden, werden dafür für eine bessere Schaltung draufgeschlagen.
An Kosten für ein vernünftiges Trecking-Cross-Bike sollte man folgendes einplanen.

Ungefedert >> 800 – 1000 DM
Mit Frontfederung >> um die 1200 DM
Mit Vollfederung >> 1300 – 2000 DM

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13 – 15 Punkte :
Wurzeln und Wald !!! Dein Lieblingsterrain ??? Kauf ein Mountainbike ( MTB ). Mountainbikes sind wie der Name schon sagt fürs Gelände gedacht, sie sind unverwüstlich und leicht, und sind sowohl für lange, als auch für kurze „Hardcore“ Ausflüge ausgelegt.
Sie sind IMMER mit Kettenschaltung ausgestattet, weil man im Gelände viele Gänge benötigt um immer die richtige Trittfrequenz zu haben. Gepäckträger und Feste Beleuchtung sind bei MTBs die Seltenheit. Außerdem sind sie für lange Asphalttouren ungeeignet, da die breiten Profilreifen viel Rollwiederstand haben.
Allerdings sind auch die Preise der MTBs entsprechend hoch, da sie auf extreme Belastungen ausgelegt sind. Den Preis für ein ungefedertes MTB kann man mittlerweile weglassen, da eigentlich alle hochwertigen Bikes mindestens eine Frontfederung haben. Auch das Preisspektrum ist sehr weit gestreckt, da hier weitere Faktoren wie Gewicht und Ausstattung eine große Rolle spielen. Deshalb muß man hier noch mal zwischen verschiedene Klassen unterscheiden.

Dem Profi, dem Hobbybiker und dem Einsteiger.


Für Einsteiger, sollte das Rad möglichst auf Stabilität und Langlebigkeit ausgelegt sein ( Austattungsteile z.B. Shimano Deore, oder SRAM ESP 5.0 ). Das Gewicht sollte zwar nicht außer acht gelassen werden spielt aber in dieser Erfahrungsstufe nur eine untergeordnete Rolle, da der Preis der leichten Parts viel höher ist und man vielleicht nach einem halben Jahr die Lust verloren hat und man viel Geld investiert hat.

Der Hobbyfahrer sollte eine Gute Mischung zwischen Preis und Gewicht finden, ( z.B. Shimano LX oder SRAM ESP 9.0 ), da er schon eine Stufe erreicht hat, in der man schon einen unterschied merkt wenn das Bike Leichter ist, außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, daß er die Lust am Biken verliert ( und viel Geld ausgegeben hat) viel geringer, so das sich die Investition auch lohnt.

Für Profifahrer kommen nur noch die leichtesten und besten Parts in Frage ( z.B. Shimano XTR oder SRAM ESP 9.0 sl. ) Bei ihm ist das Gewicht ausschlaggebend, und bei einem Rennen kommt es auf jede Sekunde an !!! Allerdings sind die Kosten für ein solches Rad sehr hoch.

Einzuplanende Kosten für ein gutes MTB:

Frontgefedert :
Für Einsteiger >> 900 – 1300 DM
Für Hobbyfahrer >> 1200 – 2000 DM
Für Profis >> 2000 – keine Grenzen DM
Vollgefedert :
Für Einsteiger >> 1500 – 2000 DM
Für Hobbyfahrer >> 2000 – 3000 DM
Für Profis >> 3000 – keine Grenzen DM


Die Preise können die von mir Geschätzten auch übertreten, wenn das Rad eine bessere Ausstattung aufweist oder von einer Topmarke stammt ( z.B. Cannondale oder Rotwild ), die Preise sollten aber nach Möglichkeit die Geschätzten nicht unterschreiten ( außer bei Angeboten) da sonst an den Rädern meist „ Billigteile“ verbaut worden sind und der Fahrspaß erheblich darunter leidet.
So wenn ihr mit dieser Vorbereitung in einen Fahrradladen tretet und dem Verkäufer genau sagen könnt was man sich vorstellt und was man ungefähr zahlen will, macht es mehr Spaß ( eigene Erfahrung als Verkäufer ), außerdem bekommt man genau das, was man sich vorgestellt hat und außerdem kann man dadurch einen Fehlkauf ersparen, da einem kein Rad mehr „aufgeschwatzt“ werden kann.
So ich hoffe das hat euch Lesern ein bißchen geholfen das passende Rad zu finden, und ich wünsche euch allen viel Erfolg beim nächsten Radkauf. Wenn ihr trotzdem noch irgendwelche Fragen habt, auch wenn ihr euch ein tolles, teures Rad irgendwo angeschaut habt, und nicht wißt ob es das hält was es verspricht, dann stehe ich gerne zu einer Beratung zur Verfügung, Auch wenn es um Grundsätzlich Dinge geht ich Helfe euch gerne.
Also wenn irgend was ist Mailt mir unter

Schlosserchristian@hotmail.com

So bis zum nächsten mal und viel Spaß beim Biken ( wenn das Wetter wieder besser wird :-)))

Grüße Los Schloss

P.S. Sorry wegen des Rechtschreibfehlers in der Überschrift.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
afritdf

afritdf

27.08.2008 13:07

Moinmoin, als Faltrad/Teileradfahrer vermisse ich etwas die kleinen Flitzer, die auch auf der Langstrecke (> 100 km/Tag) keine Probleme bereiten und manchem Rennradfahrer Kopfschmerzen. Daher kann ich nur mit hilfreich werten. Ich würde mich aber über eine Überarbeitung mit aktuellen Preisen und aktueller Technik freuen und dann gerne noch einmal werten. Gruß, Andreas

eluthieria

eluthieria

17.06.2003 13:01

Super Bericht. Grüße, Elu

wolkenmehl

wolkenmehl

05.04.2003 18:18

Ein exzellenter Bericht! Selten so einen kompetenten und praxisnahen Beitrag gelesen!

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