This Flic stinks
19.02.2002
Pro:
Der Streifen kam so spät nachts, da kann man nicht vom Zeitverschwendung sprechen
Kontra:
Man könnte aber von Schlafentzug sprechen
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 AlvieSinger
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:175
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Gähnende Langeweile macht sich breit. Staraufgebot hin oder her, das rettet hier auch nix mehr. Kleiner Schüttelreim als Hommage an die leider gerade beendete Karnevalszeit. Sidney Lumets kleiner Ausflug in das Gebiet der Komödie endet katastrophal. Dabei geht es am Anfang eigentlich recht unterhaltsam los. Man lernt die New Yorker Familie McMullen kennen. Vito (Dustin Hoffman), früher ein geschickter Dieb, hat dem kriminellen Dasein abgeschworen und verdient seine Brötchen, rechtschaffend, als Fleischfabrikant. Sein Sohn Adam (Matthew Broderick) ist ein hochintelligenter, begabter Jurastudent, dem eine große Karriere bevorsteht. Wäre da nicht Opa McMullen, Jessie (Sean Connery), ein unverbesserlicher Taugenichts, der sich mit illegalen Geschäften über Wasser hält. Sein Enkel Adam bewundert ihn dafür. Als er eines Tages seinem Großvater mal wieder aus der Patsche hilft, genauer gesagt aus dem Knast, berichtet er ihm von einem großen „Ding“.
Ein einfacher Coup, den er zusammen mit seiner Familie durchziehen will. Der Opa ist natürlich begeistert, nur Adams Vater ist dagegen. Er will nicht, daß sein Sohn in schmutzige Sachen reingezogen wird. Aber um seinen Sohn vor sich selbst zu schützen, stimmt er dann doch widerwillig zu. Der Einbruch geht reibungslos über die Bühne, nur Adam stellt sich recht unbeholfen an und wird dann auch noch prompt von der Polizei auf der Flucht gestellt. Die anderen zwei können mit der Beute fliehen. Bis hier her zeichnet Sidney Lumets ein durchaus amüsantes Gaunerkomödchen. Die in New York ansässige irisch-italienischen Gesellschaft wird parodiert und trotzdem lebensecht geschildert. Aber dann drückt Lumets stark auf die Moraldrüse. Es kommt zum erwartetem Familienstreit zwischen Vito und Jessie. Man zieht vor Gericht. Jessie legt Vito rein, die Frau von Vito ist sauer auf ihren Ehemann und der Opa hat Krach mit seiner Geliebten. Auf einmal fühlt sich der Zuschauer inmitten einer Folge „Lindenstrasse“ oder „GZSZ“. Der Humor bleibt auf der Strecke und das Drehbuch kommt arg ins Stottern.
Angefangen als Gaunerkomödie wendet es sich zur Familientragödie, die ohne Augenzwinkern gegen Ende mit etlichen Längen aufwartet. Zudem ist die Rolle des Jessies mit Sean Connery fehlbesetzt. Er ist gerade einmal 8 Jahre älter als Dustin Hoffman und das sieht man ihm im Film auch deutlich an. Außerdem wirkt sich seiner omnipräsente Arroganz nicht gerade positiv aus und das liegt nicht nur an der Anlegung seines Filmcharakters. Dieser ehemamlige Bond-Darsteller ist einfach nur ein eingebildeter, selbstverliebter alter Mann. Matthew Broderick nervt schon nach 10 Minuten, dieses ewige Aufbegehren gegenüber seines Vaters macht ihn zu einem kleinen, quängelndem Milchbubi, den man einfach nur haßt. Einzig und allein Dustin Hoffmann macht seine Sache gut. Er spielt souverän und glaubhaft die Rolle des sorgenden Vaters und verachtetem Sohnes. 107 Minuten können sehr lange sein. Diese Festellung macht wohl jeder, der sich Sidney Lumets Film „Family Business“ anschaut, dabei ist der Regisseur ein Meister seines Fachs. Mit Filmen wie „Nacht über Manhattan“ oder dem oscargekröntem „The Verdict“ begeisterte er das Publikum. Nur er ist ein Meister seines Faches, nämlich dem Krimi oder auch Thriller aber nicht in dem Genre Komödie. Deswegen hinterlässt sein zweigeteiler Film, 1. Hälfte Komödie – 2.Hälfte Drama, auch einen miesen Nachgeschmack.
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10.09.2002 13:26
Ich fand ihn gut. Hab ihn gestern auf Hessen 3 gesehen.
22.02.2002 19:12
Ich schätze zwar Sean Connery sehr, aber ich war seinerzeit auch arg von diesem Film enttäuscht. Allerdings auch von "Russland Haus" und "Jagd auf roter Oktober". Seltsam. War Connery nur als 007 gut?
19.02.2002 18:22
Tja, so können Meinungen auseinandergehen. Ich sah's genau andersrum. Connery und Brodderick waren für mich herrausragend, während Hoffmann routiniert spielte. Ich finde den Film zwar nicht überragend, er gefiel mir aber wesentlich besser, als Dir. Wenn man ihn mit Filmen wie SERPICO, SEIN LEBEN IN MEINER GEWALT, oder dem leider vernachlässigten TÖDLICHE FRAGEN vergleicht fällt er in Lumets Schaffen sicherlich ab. Gruß, Marcos.