Feiert ihr noch Halloween?

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Feiert ihr noch Halloween?

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Erfahrungsbericht über "Feiert ihr noch Halloween?"

veröffentlicht 01.11.2017 | Der_Troll
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Sehr gut
Pro schön schaurig
Kontra leider noch sehr bescheiden, teilweise stößt man auf Unverständnis
sehr hilfreich

"Ich selber bin zwar nicht so aktiv am Feiern, finde es aber gut!"

Schon als Kind war ich fasziniert von Horror- und Gruselgeschichten und habe entsprechende Filme gern gesehen. Damals waren Vampirgeschichten auch noch schön schaurig und keine verkappten Romanzen die nur Mädchen schön finden. Alles mit Hexen, Geistern, Werwölfen, Vampiren, Zombies usw. löste in mir Begeisterung aus. Bin ich auf den Jahrmarkt gegangen, dann habe ich natürlich auch mal das Riesenrad und die Achterbahn oder sonstige Fahrgeschäfte genutzt, aber obligatorisch war immer die Geisterbahn.

Halloween war in meiner Kindheit in Deutschland leider so gar nicht verbreitet. Ich glaube, das wäre der Höhepunkt eines Jahres während meiner Kindheit gewesen. In den USA wird das ja, wie man es aus Film und Fernsehen kennt, hingegen immer sehr enorm praktiziert. Ähnlich wie an Weihnachten gibt man sich so richtig Mühe, die Häuser zu dekorieren (selbst wenn Halloween nur einen Tag lang dauert), Kürbisse geschnitzt, Kostüme gestaltet usw. Nahezu jedes Kind zieht von Haus zu Haus und droht einen Streich an, wenn es nicht etwas süßes kriegt. Die Leute sind auch alle darauf eingestellt und haben entsprechend Süßigkeiten vorbereitet. Ältere Leute gehen verkleidet auf diverse Partys in Kostümen und feiern den Horror, ähnlich wie bei uns an Karneval, nur halt gezielt in Halloweenmotiven. Oder man macht sich einfach einen Filmeabend, mit einem schönen Horrorstreifen. Snacks dazu sind auch entsprechend gestaltet usw.

Seit einigen Jahren kommt das auch immer mehr nach Deutschland. Und ich muß sagen, man darf nicht alles pauschal verurteilen, nur weil es aus den USA kommt. Denn das ist es, was man an Tagen wie Halloween, Valentinstag usw. von deren Gegnern immer wieder hört, daß man nicht alles von „den Amis“ übernehmen müsse. Ich persönlich denke hingegen eher, wenn es etwas schönes gutes ist, warum soll man es nicht übernehmen.
Leider ist es bei uns noch nicht so ausgeprägt. Wenn ich an Halloween draußen unterwegs bin, sehe ich nur vereinzelte Grüppchen von Kindern in Kostümen. Ab und zu steht vereinzelt irgendwo ein Kürbis herum, der geschnitzt wurde usw., das war es aber dann auch schon. Wer mehr Halloween erleben will, muß gezielt zu einer Halloweenparty gehen, welche ja reichlich angeboten werden, wo wir auch schon beim Thema wären:

Obschon ich meine Begeisterung zum Halloweengeschehen hier ganz ehrlich zum Ausdruck gebracht habe, gehe ich zu keiner Halloweenparty und veranstalte selber auch keine. Allerdings liegt das bei mir eher daran, daß ich generell kein Partymensch bin. Das ist etwas, was ich bei vielen Jugendlichen sehe, daß die irgendwie ständig am Feiern sind. Und bei vielen habe ich den Eindruck, daß es denen vor allem um Alkohol geht. Das schöne Erlebnis, einfach mit seinen Freunden Zeit zu verbringen und gemeinsam Spaß zu haben, ist für mich bei so etwas nicht gegeben. Aber das hat nichts mit Halloween zu tun und soll nicht heißen, daß ich das Feiern von Halloween (oder allgemein das Zelebrieren dieses Kults, um den Begriff des Feierns, um den es in dieser Kategorie ja eigentlich geht, etwas auszudehnen). Es ist auch so, daß in meinem eigentlich sehr großen Freundeskreis, Halloween nichts so Spezielles ist, daß man sich gezielt an diesem Tag treffen müßte und schon gar nicht wegen Halloween. Daher ergibt sich da nichts Besonderes, nicht einmal mit der ciao-Legende Mark_Oh, die sich sonst für alles begeistern läßt. Was das Aufsuchen von öffentlichen Feiern angeht, da finde ich es furchtbar, daß alle Veranstaltungen punkt Mitternacht beendet werden, wenn gerade überhaupt erst mal ein bißchen Stimmung aufkommt. Aber wir haben nun einmal am 1. November ein gesetzliches Tanzverbot. Auch dazu habe ich eine Meinung: Klar, Allerheiligen ist schon länger von Bedeutung. Und an sich ist das ja auch das der Auslöser für den Tag, an dem Halloween stattfindet. Das ist ja bewußt der Tag vor Allerheiligen. Daher sollte man schon Rücksicht auf Allerheiligen nehmen und das Tanzverbot auch grundsätzlich akzeptieren. Aber wenn etwas irgendwo in geschlossenen Räumlichkeiten stattfindet, verstehe ich das Problem nicht. Dann kann man auch einfach sagen, daß die Leute, die sich daran stören, einfach nicht dort hingehen sollen. Religionsfreiheit ist wichtig. Auch Respekt vor der Ausübung von Religion. Und wenn man nicht akzeptiert, daß Allerheiligen ein ruhiger Tag ist, hat man auch kein Anrecht darauf, den als Feiertag freizukriegen (wenn man überhaupt in einem Bundesland lebt, in dem das ein Feiertag ist). Aber wenn jemand etwas so gestaltet, daß keiner davon etwas mitkriegt, außer wenn er selber auch bei dieser Veranstaltung ist, wozu ja keiner gezwungen wird, ist ein radikales Verbot einfach nur ein veraltetes Gesetz.
Aber genau so muß man natürlich auch den Reformationstag erwähnen, für den ja Halloween quasi auch eine Konkurrenzveranstaltung ist. Doch mal ehrlich. Dieser nun doch sehr deutsche Tag, wurde doch bisher nicht wirklich ausgiebig zelebriert. Zumindest nicht mehr als andere kirchliche Feiertage. Daher wäre es falsch, sich jetzt darüber aufzuregen, wenn etwas anderes, aus einem anderen Kulturgut, das nun einmal auch auf diesen Tag fällt, deshalb zurückbleiben müßte. Sonst dürfte man auch nicht an Christi Himmelfahrt den Vatertag feiern oder an St. Martin die Karnevalseröffnung.

Insofern sage ich (©Troll) persönlich eindeutig „Ja“ zu Halloween, unabhängig davon, ob ich selber zu einer Feier gehe oder passiv durch das Geschehen auf der Straße teilnehme. Ich habe auch Süßigkeiten vorrätig, falls Kinder klingeln. Selbstverständlich gekaufte in Originalverpackung, damit die Kinder und Eltern auch sehen, daß diese bedenkenlos angenommen werden können (sonst soll man ja eigentlich nichts von Fremden annehmen). Ich persönlich hoffe ja, daß dieser Kult in den nächsten Jahren noch viel mehr zunimmt, also man wirklich an dem Abend rausgeht und lauter Horrorgestalten sieht, Kinder ganz selbstverständlich von Tür zu Tür gehen usw. Vor allem, wenn ich seit Ende August im Supermarkt schon die ganzen Weihnachtsartikel sehe, die die Saisonauslagen füllen, vergeht mir ja schon die Weihnachtsstimmung. Wenn Halloween hier auch so richtig populär wird, würden die Läden dort erst einmal schaurige Produkte für Halloween anbieten, und erst im November das Weihnachtsgeschäft ankurbeln, was mir wesentlich lieber wäre. Also schon allein, um eine weitere Marktsaison einführen, die die Lücke füllt, in der sonst nichts los ist, so daß man schon so früh mit Weihnachten anfängt, fände ich es gut.
Allerdings sehe ich persönlich auch Grenzen, die eingehalten werden müssen. Eigentlich sollte man meinen, das wäre ganz selbstverständlich, aber jedes Jahr hört man in den Nachrichten, daß es doch noch Leute gibt, die diese Grenzen überschreiten. Dabei möchte ich unterscheiden zwischen Sachen, die einfach nur nicht angebracht sind, und Sachen, die einfach unzulässig sind. So war ja letztes Jahr die Sache mit den Horrorclowns verbreitet, wie wir uns noch erinnern. Deshalb war es schon sehr bedenklich, wenn man sich ausgerechnet in dieser Zeit auch als Horrorclown verkleidet hätte. Aber darüber kann man natürlich streiten. Denn an sich finde ich, daß das schon sehr gut gelungene Kostüme sind. Was aber auf keinen Fall geht, ist das Ausüben von Straftaten unter dem Deckmantel eines Halloweenstreiches. Das beinhaltet fast immer Sachbeschädigung (z.B. Haus mit Farbbeuteln bewerfen, Reifen zerstechen, Feuerwerkskörper im Briefkasten…) oder selbst, wenn man etwas vortäuscht (Mordszene nachgespielt, Unfallopfer mit Verletzungen am Boden liegend), um Leute zu erschrecken, gehört es sich, daß man die wenigstens abfängt und aufklärt, daß es ein Scherz war usw.

Fazit:
Es ist ein schöner Brauch, der hierzulande leider nicht ganz so zelebriert wird, wie in den USA. Ich selber würde mich freuen, wenn dieser sich noch weiterentwickelt. Es ist zwar wichtig, bestimmte Grenzen einzuhalten, aber grundsätzlich kann ich Halloween befürworten. Ich bin zwar kein Partytyp, aber ich freue mich über das Geschehen an diesem Tag und genieße es immer. Daher hängt es ganz vom Begriff des Feierns ab, wie man ihn definiert, ob ich die Frage, ob ich Halloween feiere, mit bejahe oder verneine.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • blaubaer13 veröffentlicht 12.11.2017
    Einen schönen, restlichen Sonntag ; o )
  • Ela675 veröffentlicht 09.11.2017
    sh
  • maus1980 veröffentlicht 09.11.2017
    "Nahezu jedes Kind zieht von Haus zu Haus und droht einen Streich an, wenn es nicht etwas süßes kriegt." ... genau das finde ich mittlerweile eher beängstigend :-/ Also hier gehen sogar die Eltern mit zum Betteln und das wird immer mehr und mehr und auch immer penetranter, wir schalten mittlerweile die Klingel ganz ab
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