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Liebe Leserinen, lieber Leser,
heute mal wieder auf besonderen Wunsch einer einzelnen Person (Grüssle, liebe Sylvie) ein Filmbericht von mir. Im Jahre 1991 nahm sich der Regisseur die damals „höchstgehandelte“ Schauspielerin Julia Roberts und drehte mit ihr einen Thriller. Mit diesem Film sollte sie von ihrem „Pretty-Woman-Image“ entgegenarbeiten. Der Film handelt von Gewalt in der Ehe und Möglichkeiten der Flucht. Die Rede ist von „Der Feind in meinem Bett“.
Kommen wir zum Inhalt:
Laura Burney (gespielt von Julia Roberts) und der Finanzberater Martin Burney (gespielt von Patrick Bergin) sind seit 3 Jahren verheiratet. Der Aussenwelt gegenüber erscheinen sie als ein perfektes Paar. Sie haben Geld, ein wunderschönes Haus, alles scheint in bester Ordnung zu sein. Doch dem ist bei weitem nicht so. Unter der Fassade des guten Bürgertums kriselt es gewaltig.
Martin hat ein riesiges Problem. Er ist zum einen extrem eifersüchtig. Und dann ist er auch noch ein krankhafter Perfektionist. Wenn eine Kleinigkeit nicht so ausgeführt wird, wie er es will (ich sage bewusst will und nicht möchte) dann explodiert er. Diese Explosionen finden ihr Ziel dann immer bei seiner Frau. Sowohl körperliche Gewalt, aber noch viel schlimmer, auch psychische Gewalt widerfährt ihr praktisch jeden Tag.
Laura ist am Ende, sie will raus aus diesem Leben. Doch auf normalen Wege ist das vollkommen unmöglich. Das gibt ihr Martin auch unmissverständlich zu verstehen. Verlass mich und ich bringe dich um, und Laura weiss das dies keine leere Drohung ist. Und so entwickelt sie einen Plan.
Als die beiden mal wieder einen Segelausflug unternehmen benimmt Laura sich äußerst freundlich und zuvorkommend, einen Fehler darf sie sich nämlich nicht mehr leisten. Als dann ein etwas stärkerer Sturm aufzieht sieht sie ihre Chance gekommen, sie geht über Bord. Bei dem Wetter kann Martin nichts machen, doch er weiß das seine Frau eine sehr schlechte Schwimmerin ist. Und so findet er sich fürs erste mit ihrem Tod ab.
Doch Laura hat inzwischen schwimmen gelernt. Und genau darin bestand ihr Plan. Sie flieht so weit wie möglich von Martin weg. In einer Kleinstadt beginnt sie dann ganz langsam, mit falschem Namen, ein neues Leben. Die erste Zeit verhält sie sich so unauffällig wie nur möglich. Doch nach und nach kehr auch bei ihr die Freude wieder zurück. Als sie dann noch den sehr netten Schauspiellehrer Ben (gespielt von Kevin Anderson) kennenlernt scheint ihr neues Glück perfekt zu sein.
Allerdings stimmt das nun dann doch nicht ganz, bei ihren Vorbereitungen für die Flucht hat sie einen winzigen Fehler gemacht, und über diesen Fehler stolpert Martin eines Tages. Und er macht sich auf die Suche nach seiner Frau, es gäbe da noch eine allerletzte Lektion die er ihr beibringen müsse.
Und nach einiger Zeit gelingt es ihm auch sie aufzuspüren. Gespräche zwischen den beiden bewirken natürlich gar nichts bei Martin, sein eigenes Fehlverhalten sieht er absolut nicht ein. Viel mehr verstärkt sich sein Zorn ins unermessliche. Der erste der wirklichen Schaden nimmt ist Ben. Und da hört dann irgendwann auch bei Laura alles auf. Es kommt zu einem entscheidenden Showdown.
So, mehr wird nicht verraten, hier endet die Inhaltsangabe.
Meine Meinung:
Das Darling Roberts in einer für sie untypischen Filmrolle. Direkt nach Pretty Woman erschien dieser Thriller und hier bleibt von ihrem Image nicht viel übrig, von ihrem Aussehen natürlich mal abgesehen. Sie schafft es wirklich auch als Frau mit extremen Problemen zu überzeugen. Man kauft ihr die Angst und ihre innere Zerissenheit ab, zumindest tue ich das. Natürlich hat sie auch in diesem Film wieder einige Szenen die auch aus Pretty Woman stammen könnten. In der Glücksphase mit Ben erstrahlt sie wieder mit diesem typischen Lächeln. Das ganze tut dem Film als solchen aber keinen Abbruch. Der Imagewechsel hat Mrs. Roberts auf jeden Fall nicht geschadet. Auch bei diesem Streifen konnte sie überzeugen.
Der Gegenpart wird von Patrick Bergin übernommen. Auch dieser ein bekannter und altgedienter Schauspieler. In diesem Film der komplette Bösewicht. Und diese Rolle bringt er wirklich gut rüber. In einigen Szenen bekommt man wirklich Angst vor der Figur des Martin. Und genau das soll die Rolle ja auch bezwecken, was will man also noch mehr? Einzig Nachteilig möchte ich anmerken das der Film manchmal ein wenig ins klischeehafte abdriftet. Zwar nur am Rande, doch es stört den Plot manchmal ein bisschen. Daher auch 1 Stern abzug.
Mein Fazit:
Ein Thriller mit Julia Roberts in Höchstform. Eine spannende Geschichte um ein brisantes Thema. Und all das gut und glaubwürdig erzählt ohne zu sehr in Klischees abzudriften (auch wenn es halt manchmal passiert). Der Film ist wirklich sehenswert.
Ich spreche eine Empfehlung aus und vergebe immerhin 4 Sterne.
07.03.2005 13:05
Ein toller Film, der mich sehr beeindruckte. LG Thomas :-)
07.01.2005 21:20
Toller Bericht zu einem sehr tollen Film.LG
12.11.2003 22:08
Ich habe schon viel von diesem Film gehört und jetzt auch gelesen. Muss ihn mir unbedingt einmal ansehen - mutsch1970