Über sich:+++ Wenn man mich schon beleidigt und falsche Behauptungen aufstellt, sollte man wenigstens so intel...
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Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Vor einiger Zeit lief im Fernsehen der Psychothriller "Der Feind in meinem Bett" mit Julia Roberts in der Hauptrolle. Da ich sie eigentlich sehr gern sehe und den Streifen bis dato nur dem Titel nach kannte, habe ich ihn mir zuammen mit meinem Schatz angesehen und möchte ihn Euch deswegen in den folgenden Zeilen etwas genauer vorstellen...
| ° Story |____________________
Nach außen hin scheint die Ehe von Laura (Julia Roberts) und Martin (Patrick Bergin) harmonisch zu verlaufen. Während er als Investment-Banker gut verdient, hält sie das moderne Traumhaus am Strand in Ordnung, kocht zum Abendessen Lamm mit Rosmarin, dazu Champagner. Doch der Schein trügt, denn obwohl Martin sie als seine Prinzessin bezeichnet, verbirgt sich hinter seiner scheinbar so fürsorglichen Fassade ein psychopathischer Kern. Laura hat kaum Freiheiten und wird von ihm wie eine Leibeigene gehalten. Sie ist sein Besitz und hat ihm stets zu Diensten zu sein.
Aus Angst vor seinen brutalen Ausrastern ordnet Laura sich ihm unter, lässt die Schläge und Misshandlungen bereitwillig, mit einem aufgesetzten Lächeln über sich ergehen und vermeidet Konflikte wo es nur geht. Doch Laura schmiedet einen Plan, um Martin zu Entkommen. Eines abends nutzt sie bei einem stürmischen Segeltörn die Gunst der Stunde zur Flucht, täuscht ihren Tod durch Ertrinken vor. In Wahrheit allerdings flieht sie in eine Kleinstadt in Iowa, wo sie ein völlig neues Leben beginnen will. Doch sie kommt dort nur schwer zur Ruhe, denn Martin findet durch einen unglücklichen Zufall heraus, dass seine Frau nicht wie angenommen ums Leben gekommen ist. Sofort macht er sich auf die Suche, um sein "Eigentum" zurück nach Hause zu holen...
| ° Umsetzung |____________________
Joseph Ruben inszenierte 1991 mit "Sleeping with my Enemy", so der Originaltitel, ein zugleich packendes und fesselndes Psychodrama nach der Buchvorlage von Nancy Price mit der damals nach "Pretty Woman" schlagartig bekannt gewordenen Julia Roberts, die ein weiteres Mal nicht nur bildhübsch, sondern auch absolut überzeugend ist. Es ist ein Streifen, das Drehbuch stammte dabei von Ronald Bass, dessen Thematik wohl oftmals bittere Realität ist, wenngleich auch oftmals nicht so drastisch erscheint wie in diesem Fall. Gewalt in der Ehe, psychische und physische Unterdrückung, Misshandlungen und zum Teil auch sexueller Missbrauch - Joseph Ruben fährt sicher keine kleinen Geschütze auf, auch wenn all dies nur einen Aspekt des Films ausmacht. Doch es ist der Auslöser für Lauras Flucht aus ihrer momentanen Situation und sie riskiert alles, um ihrer Hölle entfliehen und irgendwo ein neues Leben anfangen zu können.
Ihr vermeintliches Leben als Märchenprinzessin ohne finanzielle Sorgen entpuppt sich schon kurz nach ihren Flitterwochen als ein goldener Käfig, in dem ein Vogel mit gestutzten Flügeln hockt. Martin ist ein sadistischer Psychopath (genial gespielt von Patrick Bergin), der Laura als sein Privateigentum betrachtet und sie nimmt, wenn ihm danach ist. Hängen die Handtücher nicht gerade oder stehen die Konservendosen nicht militärisch akkurat aufgereiht im Schrank, weist Martin seine Frau wie eine Sklavin zurecht. Geschickt werden diese Elemente immer wieder eingesetzt, um auch im späteren Verlauf des Films noch immer Lauras nahezu allgegenwärtige Angst zu zeigen. In ihrer neuen Heimat hängt sie die Handtücher bewusst chaotisch nebeneinander auf, löst sich gezielt von den Zwängen ihrer dunklen Vergangenheit. Doch warum hängen die Handtücher mit einem Mal wieder in Reih und Glied? Hat Martin sie gefunden? Weiß er, dass sie noch lebt?
Zu Unrecht wurde meines Erachtens nach "Der Feind in meinem Bett" bei seiner Premiere auf der Berlinale von den Kritikern als zu klischeehaft gescholten. Geschickt inszenierte Joseph Ruben diesen 98-minütigen Thriller mit jeder Menge Spannungsmomente, nicht jedoch ohne dem Streifen auch eine unterhaltsame Seite zu spendieren. So lernt Laura in ihrem neuen Nachbarn Ben (sehr sympathisch gespielt von Kevin Anderson) einen Mann kennen, der so ganz anders ist als sie es von Martin gewohnt war. Ben kümmert sich um Laura, bringt sie zum Lachen - doch die Schatten ihrer Vergangenheit lassen Laura nicht so einfach los. Hin- und hergerissen zwischen Liebe und Angst, zwischen Furcht und Hoffnung, geplagt von den Vorwürfen durch ihren vorgetäuschten Tod auch ihre in einem Heim lebende Mutter verraten zu haben, kann sich Laura nur selten an ihrer neu gewonnenen Freiheit erfreuen - immer dann, wenn sie mit Ben zusammen ist.
Als Zuschauer erfährt man natürlich schon weitaus früher von Martins Wissen um Lauras Flucht, kann seine Nachforschungen mitverfolgen und bangt in jeder Szene mit Laura mit. Perfekt eingefangen wurde das Geschehen dabei immer wieder mit Blickwinkeln aus dem Hintergrund um dem Zuschauer vorzutäuschen Laura würde bereits beobachtet werden. Auch die Kameraführung und die Farbgebung ist bezeichnend. Regieren anfangs im Strandhaus statische Aufnahmen in kühlen, sterilen Farben, so wirkt die Kameraführung in Lauras neuer Bleibe mit einem Mal unglaublich frisch, lebendig und dynamisch. Helle, sonnige Farben unterstützen optisch ihren Neuanfang, bis mit Martins Eindringen in diese Idylle die Blickwinkel aus dem Hinterhalt und die Schatten wieder überhand nehmen.
Damit einher geht auch der fantastische Score von Jerry Goldsmith, welches uns wunderschön in die scheinbar heile Welt im Strandhaus einleitet. Jäh wird das ergreifende Klangwerk von einem düsteren, pompösen und bedrohlichen Werk aus der Klassik unterbrochen. Hector Berlioz' "Symphonie Fantastique", favorisiertes Stück von Martin und stets während seines sexuellen Vergehens an Laura aufgelegt. Doch mit ihrem Lösen vom alten Leben kehrt auch das nun hoffnungsvoll wirkende Leitmotiv wieder. Auch der Rest des Soundtracks ist gelungen, wartet unter anderem mit Klassikern wie "Brown-eyed Girl" auf und rundet so den Streifen angenehm ab.
| ° Infos |____________________
Titel: Der Feind in meinem Bett Originaltitel: Sleeping with the Enemy Regie: Joseph Ruben Drehbuch: Nancy Price, Ronald Bass Darsteller: Julia Roberts, Patrick Bergin, Kevin Anderson, etc. Laufzeit: 98 Minuten Land: USA, 1991 FSK: 16
| ° Fazit |____________________
Julia Roberts in einer ihrer packendsten Rollen. "Der Feind in meinem Bett" ist ein fesselnder Psychothriller mit spannendem Handlungsstrang, sympathischen - respektive gewollt unsympathischen - Darstellern, dessen technisch perfekte Umsetzung in Bild und Ton der Stimmung stets dienlich ist. Trotz klischeehaften Momenten weist der Film einen hohen Unterhaltungswert auf, bleibt bis zum grandiosen Finale glaubwürdig und nachvollziehbar und hat sich demnach die vollen fünf Sterne verdient. Wer auf gut gemachte Psychothriller steht und auch vor Gefühlen nicht zurückschreckt, der ist hier genau richtig.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-Master-in-meinem-Bett
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen in eine Glasscherbe treten... ;)
31.08.2007 22:06
Ein schönes Wochenende wünscht Dir Nadine :-)
15.01.2006 01:58
... wer hat denn hier die glasscherben vor die tür gekippt .. menno ....
12.01.2006 15:52
An den Film kann ich mich noch gut erinnern, schade nur, dass ich ihn neulich im Fernsehen verpasst habe. LG Saskia