Feinstaub

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Erfahrungsbericht über "Feinstaub"

veröffentlicht 16.02.2009 | V2A-Stahl
Mitglied seit : 06.03.2008
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Vertrauende : 7
Über sich :
Jeder kennt ein Produkt, dass er kurz nach dem Kauf entsorgt hat - schreibt darüber... wohl wieder etwas öfters online :-)
Gut
Pro Umweltschutz ist immer super
Kontra Ökobilanz, falscher Ansatz
sehr hilfreich

"Umweltschutz super - aber nicht wenn man nur 1 berücksichtig"

Feinstaub oder Umweltplakette?
Sinn oder Unsinn.

Was ist denn überhaupt Feinstaub oder Staub


Ich versuche mal dies auf verständliche Art dem werten Leser zu vermitteln.
Staub:

(Duden) etwas, was aus feinsten Teilchen besteht, in der Luft schwebt und oder als Schicht auf eine Oberfläche legt. Also das Zeug was sich auf der Glotze sammelt in die man dann mit dem Finger "Saubär" ritzen kann ist per dieser Definition Staub.

(Technisch): zerteilter Feststoff beliebiger Form, Struktur und Dichte mit einer Teilchengröße kleiner 100µm (1000µm = 1mm). Anmerkung - ein Feststoff kann auch eine Flüssigkeit sein. z.B. dichter Nebel hat Wassertropfen in der Größe von ca. 1...35µm, Schimmelpilzsporen sind genauso groß.

(Größenunterscheidung): Um nicht immer das µ-Zeichen nutzen zu müssen hat man sich auf die Unterteilung entsprechend der Partikelgrößen in Mikrometer (µ) entschieden. Wenn also die Sprache von PM10 ist, dann meint man alle Partikel, die 10µm und kleiner sind, man hat sich geeinigt diese bis zu dieser Partikelstufe als Feinstaub zu bezeichnen. Ab PM2,5 spricht man auch von Ultrafeinstaub.

Staub wäre ja nicht so dramatisch, wenn er einfach zu Boden fallen würde und dort liegen bliebe. Aber, mit Voraussetzung der absoluten Windstille:
  • Partikel von 10µm sinkt pro Sekunde um ca. 5mm
  • Partikel von 1µm sinkt pro Sekunde um ca. 0,1mm
  • Partikel von 0,1µm sinkt pro Sekunde um ca. 0,05mm
  • Partikel von 0,01µm sinkt pro Sekunde um ca. 0,003mm

Und jeder hat schon mal im Sonnenlicht, welches durch ein Fenster ins Zimmer schien den Staub in der Luft tanzen sehen. Bereits der thermische Luftwirbel, der über einer offenen Kerzenflamme entsteht, lässt Feinstaub wieder aufsteigen. Also ist es sehr unwahrscheinlich, dass Feinstaub auf der Straße überhaupt zu Boden fällt. So ein Luftzug von einem vorbeifahrenden Auto ist schon ganz schön heftig. Oder so ein Quadratlatschen von einem Fußgänger auf den Boden knallt und den dortigen Feinstaub wieder aufwirbelt. Ja - demzufolge ist man als Fußgänger ein Feinstaubverursacher. *ggg*

Feinstaubverursacher


Wenn man jetzt sich an die Umweltplakette orientiert, ist das Auto wohl der größte Verursacher von PM10. Aber dem ist absolut nicht. Schade dass man hier in den Text keine Bilder einbauen kann und als Anhang in diesem Fall als überflüssig finde.

Verursacher sind zu 5% Schüttgüter. Schüttgut ist das Zeug, was man einfach lose irgendwo hin kippen kann. Also wem schon mal ein Sack Zement aus der Hand gefallen ist hat ganz ordentlich Feinstaub produziert. Aber auch schon das Abladen einer Ladung Schotter zum Pflastern seiner Hofeinfahrt lässt die Feinstaubwolken nur so wabbern.

Weitere 11% entfallen auf den "Sonst.Verkehr" , sprich alles außer Straßenverkehr. Der wiederum wird mit 20% angegeben. Unsere Haushalte mit Heizungen/Kaminen usw. sind mit 18% dabei. Auf Kraftwerke entfallen 11% und die liebe Industrie behält sich 35% vor.

Bei den PM2,5 Stäuben hat man hauptsächlich einen Verbrennungsprozess ausgemacht. Hauptquellen sind gerade die Holzverbrennung wie sie z.B. bei offenen Kaminen oder sogar bei den Pelletheizungen ohne Filtersysteme. Z.B. habe ich einen Vergleich einer Ölheizung mit einer Holzpelletheizung gefunden. Dort wurde die Feinstaubemmission im Abgas bei Öl mit ca. 2mg pro Kubikmeter angegeben, dagegen bei den Holzpellet mit ca. 10-20mg.

Feinstaub durch Dieselfahrzeuge


Man kann teilweise durch den nachträglichen Einbau eines Partikelfilters in die Abgasanlage seines Kraftfahrzeuges eine bessere Einstufung bei der Umweltplakette erhalten. Man geht also davon aus, dass die Rußpartikel im Abgas den Feinstaub eines Autos erzeugt.

Nur liest man Forschungsberichte über Feinstaub, so wird das Auto häufig nur als nebensächlicher Verursacher genannt. Und dann immer im Zusammenhang auch mit den restlichen Bauteilen des Fahrzeuges. Z.B. Abrieb der Gummireifen, Bremsscheiben- und Belägen usw.

Auch ist häufig die tatsächliche Ursache von Feinstaub immer noch nicht genau definiert erforscht. So taucht sehr häufig als Beispiel ein Laserdrucker auf. Dort wird unmittelbar vor dem Druck, während der Aufwärmphase der Trommel ein sogenannter "Burst out" gemessen, der jedes Kraftfahrzeug verblassen lässt. Jetzt denken einige - ist doch logisch, dieser feine Toner - aber dem ist nicht so. Denn diesen "Burst out" hat man auch an Druckern gemessen, die aus der Fertigung direkt vor dem erstmaligen Kontakt mit Toner genommen wurden. Bezüglich der Feinstaubsache gibt es einen sehr schönen Bericht vom VDA (Verband der Automobilindustrie) Titel: Der Diesel in der Feinstaub-Diskussion:
Obwohl ich mit Berichten eines betroffenen Verbandes dann doch etwas vorsichtig bin. Frei nach dem Motto, glaube nur einer Statistik, die man selbst gefälscht hat. Aber dennoch darf ich mal zitieren, da diese Informationen auch in anderen Veröffentlichungen zu finden sind:
  • Wenn an vielen Messstellen in Deutschland bereits in der Nacht nach dem Silvesterfeuerwerk die ersten Überschreitungen der PM10-Immissionsobergrenzen registriert wurden, wenn nicht einmal der Stillstand des Verkehrs im gesamten Rhein-Main-Gebiet anlässlich des Besuchs des amerikanischen Präsidenten zu Beginn dieses Jahres einen erkennbaren Einfluss auf die Feinstaubbelastung in dieser Region hatte, dann darf erst recht bezweifelt werden, dass zeitlich befristete lokale Maßnahmen zur Beschränkung des Straßenverkehrs die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sicherstellen.
    UND...
  • Stimmt es, dass die Immissionsgrenzwerte auch auf der Insel Norderney mehrfach überschritten wurden, obwohl dort fast keine Autos fahren?
    Richtig. Für diese Überschreitungen ? bis Mitte April waren es bereits 7 ? ist indessen erst recht nicht der Straßenverkehr verantwortlich zu machen, sondern der Salzgehalt in der Luft, auch wenn dieser, wie es der verbreiteten Auffassung entspricht, die Gesundheit fördert und den Erholungswert der Insel erhöht.
    UND...
  • Die seit Anfang des Jahres vorliegenden Messergebnisse lassen ohne jeden Zweifel erkennen, dass die Überschreitungen überwiegend mit austauscharmen Wetterlagen zusammenfallen.
    UND...
  • Und übrigens kann "der Feinstaub, der beim Staubsaugen, beim Braten eines Steaks in der Küche oder beim Rauchen einer Zigarette entsteht?, wie es der bekannte Lungenexperte Prof. Dr. Dierkesmann, Klinik Schillerhöhe in Gerlingen, festgestellt hat, "den Feinstaubgehalt der Außenluft um ein Vielfaches übersteigen?.

Umweltschutz oder Mogelpackung

Wenn man jetzt diversen Veröffentlichungen Glauben schenken mag, so ist das Dieselfahrzeug zwar auch ein Verursacher, aber nicht unbedingt der Hauptübeltäter.
Aber jetzt betrachten wir mal den Umweltschutz als Gesamtsystem. Eine Innenstadt bzw. ein Verkehrsraum wird durch diese Umweltzone für bestimmte Feinstaubproduzenten gesperrt. Der Fahrer wird nicht unbedingt auf sein Auto verzichten wollen oder können. Somit ist es zwangsläufig, dass er einen längeren Fahrweg wählt. Halt um diese Umweltzone herum. Mag vielleicht dann wirklich die Feinstaubbelastung in der Umweltzone verringern aber was ist mit den anderen Schadstoffen wie Cox und NOx? Diese werden sich durch den längeren Fahrweg mit Sicherheit nicht verringern, sondern deutlich höher werden. Somit glaube ich, dass hier das ganze eher ins Gegenteil schlägt.

Wozu überhaupt diese Plakette


Grundsätzlich bin ich der Meinung, alles was heute unternommen werden kann zum Schutz der Welt in der wir leben sollte man Nutzen. Aber warum wird bei solchen Aktionen grundsätzlich immer beim kleinsten Glied in der Kette begonnen. Und dann ist diese Thematik noch nicht mal vollständig erforscht. Z.B. hat musste man in einer Großstadt einen Feinstaubmeßpunkt um ein paar Meter versetzen und plötzlich hatte er keine Überschreitungen des Grenzwert mehr verzeichnet.

Ich meine, die Umweltplakette ist zwar einer von vielen Ansätzen aber mit Sicherheit nicht der effektivste. Hier wurde in meinen Augen ein Lösungsansatz voreilig umgesetzt bevor deren Effizienz auch bewiesen wurde.

Und dann wird das ganze noch von der Autoindustrie vermarktet bis zum abwinken. Angefangen vom Verkauf in allen AU-Berechtigten Werkstätten, Prüforganisationen bis hin zum Verkauf über das Internet. Dann wird bereits damit geworben ? hier Umweltplakette kostenlos, wenn (beliebige Dienstleistung) genutzt wird. Unmengen an kleinen Plastikfolien werden von der Industrie produziert und vielfach vor Ort mittels Laserdrucker mit dem pol. Kennzeichen bedruckt. Hups ? hat da eigentlich schon mal einer eine Ökobilanz erstellt?

Was kann helfen


Ok - den Feinstaub bei den Autos filtern ist eine Sache. Aber was ist mit den restlichen Quellen? Also primär die Verbrennungsprozesse reduzieren und überall Filter installieren.

Verbrennungsprozesse verbieten ? da wären zum einen die Emissionen von Zigaretten, Heizungen, romantischen Kaminfeuern, Grillen oder dem Verbrennen von Gartenabfällen, Osterfeuer und Silvesterfeuerwerk. Hmmm ? ok, mit dem ein oder anderen kann man vielleicht Leben. Aber spätestens wenn mir der Arsch vor dem PC kalt wird hört der Spaß auf.

Aber mir springt immer wieder die Aussage ins Unterbewusstsein, dass hohe Feinstaubbelastungen mit schlechter Wetterlage und Luftaustausch in Verbindung stehen. Jetzt überlegt man und weiß noch aus dem Physikunterricht, dass ein Stromgenerator durchaus auch als Motor funktionieren kann. Also ziehen wir nicht den Ökostrom aus den Windrädern, sondern setzen diese Dinger mal richtig unter Strom. So dass aus dem Generator ein Motor wird und die Flügel zu einem Probeller. Dann richten wir die Dinger Richtung Innenstadt, Saft drauf und pusten den ganzen Rotz mal aus der Stadt. Und schon wäre die Innenstadt vom Feinstaub befreit.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Der-Steppenwolf veröffentlicht 10.02.2011
    Volle Zustimmung bei allem was Du schreibst Und dann kommst Du zum Kern: "Grundsätzlich bin ich der Meinung, alles was heute unternommen werden kann zum Schutz der Welt in der wir leben sollte man Nutzen. Aber warum wird bei solchen Aktionen grundsätzlich immer beim kleinsten Glied in der Kette begonnen". ---------Und genau ab da wurde es für mich richtig spannend, denn, was schlägst Du stattdessen vor, aber da kam gar nichts. Und so ist dein Text für mich wiedersprüchlich, da Du einerseits alles!!! unternehmen soll, Du allerdings nichts! vorschlägst.
  • ditho1911 veröffentlicht 18.03.2009
    Der Sinn der Umweltzonen ist wirklich sehr umstritten. da bringt die Abwrackprämie gegenwärtig mehr mit der Beseitigung von Dreckschleudern. BH + LG
  • renol veröffentlicht 18.02.2009
    perfekt
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Produktdaten : Feinstaub

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 15/04/2005