Femme Fatale

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Femme Fatale

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Demontage eines Mythos

4  16.02.2004 (30.07.2004)

Pro:
Lebenszeichen alter Machart

Kontra:
Nichts Neues; verwirrende Handlung

Empfehlenswert: Ja 

Stingl

Über sich: Liebe Grüsse an alle, die sich hierher verirrt haben. Viel Spaß hier.

Mitglied seit:18.02.2003

Erfahrungsberichte:57

Vertrauende:10

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 56 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorher

Brian De Palma galt in den Siebzigern als Meister des Post-Hitchcock-Thrillers. Bis Mitte der 80er konnte er diesen Ruf erfolgreich verteidigen. Dann folgte nach dem Hit „The Untouchables“ (1987) der katastrophale Flop „Fegefeuer der Eitelkeiten“ (1990) mit Bruce Willis und Tom Hanks. De Palma drehte im Anschluß „Mein Bruder Kain“ (1992), einen schwachen Nachklapp zu seinen Klassikern mit einem grandiosen John Lithgow („Blow Out“ / „Cliffhanger“). Mit „Mission: Impossible“ (1996) meldete er sich kurzzeitig noch einmal zurück auf der Erfolgsspur. „Spiel auf Zeit – Snake Eyes“ (1998) mit Nicolas Cage floppte jedoch und war auch inhaltlich keine Meisterleistung. Mit „Femme Fatale“ (2002) hat er nun wieder einen Thriller nach alter Machart vorgelegt. Oder?


Nicht ganz einfach, aber gut… – zur Story:

Ein Diamantenkollier ist das Ziel einer Gaunerbande, die aus vier Mitgliedern besteht. Eines davon ist die Diebin Laura, die ihre Verbündeten betrügt und sich damit auf die Abschussliste setzt. Auch der Paparazzi Nicolas ist ihr auf den Fersen, doch wer nun wen über das Ohr haut, das bleibt abzuwarten...

Mehr vom Inhalt nachzuerzählen ist eigentlich unmöglich und verrät in jedem Fall schlichtweg zuviel. Bei „Spiel auf Zeit“ konnte man sagen, dass es sich um einen Mord bei einer Boxveranstaltung dreht, den Nicolas Cage binnen kürzester Zeit aufzuklären versucht.
Hier geht es um… Rebecca Romjin-Stamos auf der Flucht!


Darsteller

De Palma, der hier auch das Drehbuch geschrieben hat, benutzt seinen Star wie den Dreh- und Angelpunkt in einer ganz und gar undurchsichtigen Story, deren Twists nachzuvollziehen nicht immer leicht scheint. Das Ex-Model Romjin-Stamos füllt ihren Part dabei hervorragend aus, sie intrigiert, verführt, spielt Opfer und Täter mit der gleichen Inbrunst. Sie zeigt Facetten, die man ihr unter der blauen Maskerade in den „X-Men“ – Filmen gar nicht zugetraut hätte. Antonio Banderas, der als Fotograph die einzige Identifikationsfigur des Films spielt, verdient ebenfalls großes Lob. Alle anderen Darsteller sind leider nur Staffage und schaffen es nicht, gegen Inszenierung und Protagonisten zu bestehen.


Inszenierung

Der Plot ändert oftmals die Richtung und man fragt sich ein ums andere Mal, worum es eigentlich geht. Versprochen sei an dieser Stelle, dass am Ende alles, wirklich alles (!) einen Sinn ergibt. Ein zweites Mal ansehen ist allerdings Pflicht, um diesen durchkomponierten Film vollständig zu verstehen. Wie eine wortlose Collage entfaltet sich die Geschichte nach und nach und gibt dabei immer wieder Details preis. Die Diebstahl-Sequenz zu Beginn des Films, mit einer Variante von Ravels „Bolero“ unterlegt, ist so ein Fall. Allein die Raffinesse, mit der De Palma den Zuschauer hinters Licht zu führen weiß, ist meisterlich. Seine Bildkompositionen und Spannungsszenen können diesmal endlich auch wieder begeistern, wenngleich natürlich der Effekt des Neuartigen sich nicht mehr einstellen will bzw. kann.


Schlußendlich - nachher

An De Palmas Klassiker reicht dieser Film leider nicht ganz heran, dazu kommt er zu spät. Aber ein lebendiger Beweis dafür, dass er es noch kann (oder könnte) ist „Femme Fatale“ definitiv geworden. Ein wunderbares Vexierspiel voller Spielereien, technischer und inhaltlicher Art. Eine Demontage der Femme fatales in den klassischen Hollywood-Varianten, mit einer großartigen Hauptdarstellerin. Natürlich ist dem Film kein großer Erfolg an den Kassen gegönnt gewesen, aber als Videoperle ist er auch gut aufgehoben.


Zur Verleih-DVD (auf vielfachen Leser-Wunsch...)

Keinerlei Extras, nicht einmal den Trailer bekommt man hier geboten. Bild und Ton überzeugen, lediglich die Untertitel verstören etwas. Da in dem Film viel französisch gesprochen wird, sind diese Stellen logischerweise deutsch untertitelt, jedoch auch manche der synchronisierten Stellen, sodass man den gesprochenen Text noch einmal mitlesen kann. Da sind den Untertitlern wohl ein paar Fehler unterlaufen.
Also nichts berauschendes. Deshalb auch ursprünglich ausserhalb der Wertung. Aber wer es wissen will...

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
anonym50

anonym50

30.07.2004 10:42

Wegen der DVD hatte ich schon umbewertet, als ich sehe, dass Du nichts zum Inhalt schreibst. Sorry, aber so ist der Bericht nur hilfreich. Wenn Du noch ein bisschen schreibst worum es in dem Film geht, bewerte ich gerne um. *smile* LG Jutta ;-)))

JerryMaguire

JerryMaguire

20.07.2004 14:47

Hm...ich weiss noch nicht so recht? Ob der mich wirklich anspricht?

ZordanBodiak

ZordanBodiak

17.02.2004 12:37

Wieso erwarten alle URPLÖTZLICH in der FILM-Kategorie auch Informationen zur DVD??? Häääääääääääääää... Egal... Den Film habe ich bewusst ausgelassen... Denn dePalma war in den letzten Jahren einfach zu schwach, so dass ich eine Enttäuschung vermeiden wollte... Vielleicht mal auf DVD oder wenn er im TV ausgestrahlt wird... Mal gucken... carpe diem - JENS

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Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 459 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (88%):
  1. ciaovita
  2. 11071984
  3. der14Geist
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  1. anonym50
  2. DHAWK
  3. DaveEngland2002X
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