Fenistil Wundheilgel

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Das soll ja wohl ein Witz sein? Einfach nach Deutschland entsorgt

1  13.03.2012

Pro:
Keiner .  Braucht kein Mensch .

Kontra:
Unnötiges Produkt kurz vor dem Verfallsdatum nach Deutschland entsorgt .

Empfehlenswert: Nein 

marge-smith

Über sich:

Mitglied seit:20.05.2010

Erfahrungsberichte:43

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 57 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorgeschichte:

Eine Weile war ich mal bei verschiedenen Testplattformen angemeldet.
Allerdings ging es mir zunehmend auf den Keks, für Produkte, die im Handel schlecht laufen im Privatkreis Werbung zu machen.
Für das bissl was man da bekommt war mir der Aufwand einfach zu groß.
Außerdem fand ich es ätzend, wie verlogen die Testb erichte zu manchen ganz eindeutig schlechten Produkten waren, nur damit man beim nächsten Mal wieder ausgewählt wird.
Auch die Schleimerei auf den Seiten selbst konnte ich nicht mehr ertragen, also habe ich mich von den Seiten abgemeldet.


Aktuell:

Umso überraschter war ich, dass anscheinend eine meiner Kolleginnen bei Konsumgöttin ist, da war ich nämlich auch mal angemeldet.
Auch dort das gleiche Spiel wie überall, ich wollte nicht mehr als billiges Werbearbeitstier herhalten, also Abmeldung.
Meine Kollegin kam nun Mittwoch mit einem Karton an, in dem ein paar Packung en Fenistil Wundheilgel auf Tester warteten.
Mal abgesehen davon, dass ich trotz vier sehr aktiver Kinder noch nie in meinem Leben Wundheilgel benötigt habe, sicherte ich mir erst mal eine Packung, nur um mir das Mittel mal anzusehen.
Da wir Kaffe epause hatten, haben wir das Gel gleich mal gemeinsam begutachtet.


Bei der Ansicht der Verpackung fiel mir dann etwas auf, was all den Ärger über fadenscheinige Gründe bei den Produkten der Testplattformen wieder hoch steigen ließ.
Achtung, jetzt kommt's:


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Das Verfallsdatum ist im Mai 2012!

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Warum mich das so aufregt?
Welcher Hersteller hat es nötig, über eine Testplattform ein Produkt zu bewerben?
Einer, dessen beworbenes Produkt nicht gut im Handel läuft.
Wer kauft als Privatmensch auch schon Wun dheilgel, welches man sowieso nur auf kleinen Wunden verwenden darf?!
So etwas heilt in der Regel allein und wenn nicht, dann bewegt man sich zum Arzt um schlimmeres zu verhindern!


Was soll das also?


Fakt:

Der Hersteller Novartis "verschenkt" laut meiner Kollegin an 6.000 "Testerinnen" ein Testpaket, in dem sich fünf Packungen Fenistil Wundheilgel befinden.
Das macht 30.000 Packungen, die sich kurz vor dem Ablaufdatum befinden.
Ab Juni hätte der Hersteller ein Problem, nämlich ein Ents orgungsproblem.
Was kostet es in der Schweiz, 30.000 Packungen freiverkäufliches Wundheilgel fachgerecht zu entsorgen?
Wie ich auf dem Karton sah, wurden die fünf Packungen in den 6.000 Kartons als Wa rensendung zu 1,60 Euro verschickt.
Macht bei 6.000 "Testerinnen" 9.600,- Euro.


Was hätte es in der Schweiz gekostet, die 30.000 Packungen im Juni zu entsorgen?
In der Schweiz darf so etwas nämlich nicht im normalen Müll wie in Deutschland entsorgt werden, sondern wird als Sondermüll gewertet.
Und für den wäre als Hersteller in der Schweiz Novartis zuständig, das Zeug müsste in den in der Schweiz üblichen sogenannten Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt werden.


Ein frei verkäufliches Arzneimittel welches im Handel nicht läuft auf diese Art und Weise zu entsorgen finde ich schon ein starkes Stück.
Und allen Konsu mgöttinnen, die dabei helfen dürfen: Herzlichen Grlückwumsch!


Update 1:

Ich habe mir Mittwoch beim gemeinsamen anschauen ein wenig Gel auf eine gemeine Ecke am Daumennagel gegeben, wo ich ein kleines Hautstück abgerissen hatte.
Das ist natürlich etwas weiter gerissen, als ich vorhatte, man kennt das ja.
Der Schmerz war herrlich, das Gel hat davon nichts genommen.
Direkt danach habe ich ein Pflaster darauf geklebt, das Gel hätte also wirken können.
In der Regel ist so eine kleine Hautstelle nach ca. drei Tagen abgeheilt.
Das Gel hat bei mir weder etwas beschleunigt, noch verlangsamt, was mir allerdings schon vorher recht klar war - ich hielt meinen wahnsinnig repr äsentativen Test für nicht erwähnenswert.
Aber wer mal gern lachen möchte, der sollte sich auf Konsumgöttin.de die Testberichte dazu durchlesen.
Das Fenistil Wundheilgel scheint ein absolutes Wundermittel zu sein.
Nur komisch, dass es dann so grottenschlecht verkauft wird, dass eine solche "Werbemaßnahme" notwendig ist.


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Gute und wirksame Produkte benötigen so etwas nicht!
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Was übrigens ein zweiter Effekt dieser Produkttestplattformen ist: Nur damit die Mitglieder beim nächste "Test" kostenlose Produkte bekommen, überziehen sie das Internet mit nicht wahrheitsgemäßen Lobeshymnen.
Der Hersteller ist fein raus, weil er die Werbelügen nicht selbst z.B. per gekaufter und damit gefakter Testberichte verbreiten muss.
Unterdessen muss man bei den Produkttestplattfo rmen wohl auch angeben, wo man überall die Werbelügen verbreitet.
Je präsenter man im Internet ist, desto höher sind die Chancen für weitere kostenlose Produkte zum "Testen".
Ganz urplötzlich tauchen zum Beispiel hochtrabende Bewertungen für das Fenistil Wundheilgel bei Amazon auf.
Wenn das wirklich so gut wäre, wären da schon all die Jahre zuvor gute Bewertungen abgegeben worden.
Diese Bewertungen sind genau so ein Fake, wie wenn der Hersteller selbst sie geschrieben hätte - nur so macht er sich nicht strafbar.


Update 2:

Was ich selbst gar nicht gesehen oder besser wahrgenommen habe, worauf ich aber netterweise aufmerksam gemacht wurde:
Es gab 2011 schon ein mal so eine "Testaktion" auf konsumgöttin.de, wo nur 500 "Tester" ausgewählt wurden.
Wenn nun 6000 Leute jeweils fünf Packungen eines Mittels bekommen, welches kurz vor dem Ablaufdatum steht, sollte wirklich dem letzten klar sein, dass es hier nicht um W erbung geht, sondern um Entsorgung.


Update 3:

Ich war heute wegen etwas ganz anderem beim Kinderarzt, habe es mir aber trotzdem nicht nehmen lassen, das Wundheilgel mitzunehmen und nach der ärztlichen Meinung zu fragen.
Dem Arzt entfuhr erst mal ein empörtes lachen, der konnte gar nicht glauben, dass so ein Mittel auf die Art beworben und vertrieben wird.
Er meinte dazu:

1. Wer sich traut, sollte das Zeug nach Ablaufdatum unfrei zurück schicken.

2. Kindern sollte nicht angewöhnt werden, auf jede kleine, von selbst heilende Wunde eine unnütze Salbe zu schmieren.
Aus Umsatzfragen sähen das die Pharmakonzerne natürlich gern, aber man muss sich und die Kinder ja nicht davon abhängig machen.

3. Die Salbe ist nicht antiseptisch und in den seltensten Fällen geht man zuhause mit desinfizierten Fingern an solche Tuben und Tiegel.
Nach mehrmaliger Nutzung wird das am Tubenausgang dann ein leckerer Cocktail, den man auf eine Wunde schmiert.

4. Er kennt keinen Arzt, der ein solches Gel empfehlen würde - es sei denn, es gibt einen Deal mit sonstigen Mitteln von Novartis, so allerlei Ärzte bessern ja so ihre Einkünfte auf.


Daten:

"Das Hydrokolloidgel unterstützt die Heilung von leichten Wunden und Verbrennungen und reduziert so das Narbenrisiko. Es passt sich individuell der Wunde an, balanciert ihren Feuchtigkeitsgehalt und kann somit auf jede Wunde - egal ob zu trocken oder nässend - aufgetragen werden.
Fenistil® Wundheilgel kann sofort nach der Reinigung auf die Wunde aufgetragen werden und lindert die Schme rzen durch Kühleffekt.
Optimale Wundversorgung für die ganze Familie mit Fenistil® Wundheilgel."

Wenden Sie Fenistil® Wundheilgel nicht an:

- bei Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe
- auf oder in den Augen; falls Fenistil® Wundheilgel mit den Augen in Kontakt kommt, sollten Sie diese mit fließendem Wasser ausspülen und einen Arzt aufsuchen
- ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt bei sehr großen, stark nässenden oder infizi erten Wunden
- ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt während der Schwangerschaft ⁄ Stillzeit

Bestandteile:
Saures kolloidales Hydrokolloid; Arginin; gereinigtes Wasser;
verzweigt-kettige Fettsäure (BCFA); Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218);
Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216).


Hersteller:

Novartis Consumer Health SA
Route de l'Etraz
CH-1260 Nyon/Schweiz

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Anamcara1

Anamcara1

27.03.2012 13:32

Toller, augenöffnender Bericht!

BellaSwan

BellaSwan

20.03.2012 17:31

ICh teste die auch, aber ich habe es bisher immer so gemacht, das ich bei Test meine ehrliche Meinung geschrieben habe....Teste zwar selten, weil ich auch mal sage wenn was scheiße ist...

marge-smith

marge-smith

15.03.2012 19:26

@Esoxli: Aber wenn das in D alle 6.000 "Tester" mit ihren 30.000 angefangenen Tuben machen, gibt das umweltmäßig eine ziemliche Schweinerei :(

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