Über sich:"Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen üb...
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"Das Fenster zum Hof" - wer kennt diesen Film nicht, ein wahrer Hitchcock-Klassiker voll subtiler Spannung, und meiner Meinung nach ist dieser Voyeur-Thriller auch eines der stärksten Werke des Meisterregisseurs! Bereits 1954 gedreht, kam erst kürzlich, im Juli diesen Jahres, die komplett restaurierte Fassung des Films wieder in die Kinos. In den Hauptrollen zu sehen Grace Kelly und James Stewart, welcher einen Fotografen spielt, der meint, den Mord eines Nachbarn zu beobachten. Der Film lockt mit dem Voyeurismus der Zuschauer und zeigt die Geschichte ausschließlich aus der Sicht dieser Figur.
Die Story: Nach einem Unfall ist der Fotoreporter Jeff (James Stewart) mit einem gebrochenen Bein vorübergehend an den Rollstuhl gefesselt und kann seine Wohnung nicht verlassen. Die einzig wirkliche Abwechslung in der ungewohnten Bewegungslosigkeit sind die Besuche seiner Verlobten Lisa (Grace Kelly). Darüber hinaus bleibt Jeff nur der Blick aus dem Fenster. Von hier aus kann er nicht nur den Hinterhof seines Wohnviertels überblicken. Der Blick des Fotografen dringt hinein bis in die Wohnungen seiner Nachbarn.
Da ist zum einen die einsame Miss "Lonely Hearts" ...das kinderlose Ehepaar, das all seine Liebe auf einen Hund projiziert ... das frisch verheiratete Paar, das den ganzen Tag im Bett verbringt. Oder aber Miss Torso, eine Tänzerin, die in spärlicher Kleidung zu Hause ihren Übungen nachgeht - sehr zum Vergnügen der Nachbarschaft. Ein frustrierter Komponist sucht Erfüllung im Alkohol ... und dann ist da auch noch Mr. Thorwald (Raymund Burr), der sich mit seiner behinderten Frau im Dauerstreit befindet.
Jeffs analytischem Blick scheint nichts zu entgehen. Eines Nachts schließlich hört der zur Untätigkeit verdammte Beobachter einen Schrei. Aufgeschreckt durch den Lärm, bemerkt er kurz darauf, wie Mr. Thorwald mehrmals seine Wohnung verläßt und jedesmal einen schweren Aluminiumkoffer dabei hat. Anschließend wird Jeff Zeuge, wie Thorwald das Innere des Koffers und die Wände des Badezimmer reinigt. Durch sein Teleobjektiv kann er genau sehen, daß sein Nachbar eine Säge und ein Küchenmesser in Zeitungspapier packt. Ein furchtbarer Verdacht steigt in ihm auf ...
Alfred Hitchcock, ein Mann, der stets in seinen Filmen einen kleinen, kurzen Gastauftritt am Rande hatte - und ein Name, der wohl fast jedem Film-Fan etwas sagt. Die Liste seiner Filme ist lang ( z. B. "Vertigo", "Die Vögel", "Psycho", "Bei Anruf Mord", "Der Unsichtbare Dritte"), und die meisten von ihnen verdienen wohl den Titel Meisterwerk. "Rear Window - Das Fenster zum Hof" erhielt anno dazumal zwar "nur" vier Oscar-Nominierungen, ist nichts destotrotz ein dramaturgisch ausgefeilter Thriller, originell und klar inszeniert, überaus spannend ohne große Schockeffekte. Der Zuschauer findet sich schnell zurecht und fühlt sich in die Situation des Fotoreporters Jeffries versetzt. So gerät der Hauptakteur selbst nach und nach in Gefahr, durch seine Bewegungslosigkeit auch zur Hilflosigkeit verdammt. Hitchcock versteht es, die Spannung bis ins Unerträgliche zu steigern, nicht zuletzt durch den beengten Schauplatz und die wenig wechselnden Kameraeinstellungen. Ein Meisterwerk des Voyeurismus!
22.10.2000 20:43
Wirklich einer der besten Klassiker und einer der besten Berichte über Filme! Gruß, Brumsel ;-)