Fenster zum Hof, Das

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Brillanter Klassiker

5  04.07.2003 (05.07.2003)

Pro:
siehe Text

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


froggyland

Über sich: Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf. Sokrates (um 470 - 399 v.Chr.)

Mitglied seit:05.10.2000

Erfahrungsberichte:97

Vertrauende:12

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

"Rear Window"- so der Originaltitel dieses Filmes wurde 1948 gedreht (und für 4 Oscars nominiert) und ist immer noch eines von den Favoriten, die ich mir gerne angeschaut hatte. Nun besitze ich auch noch die DVD von diesem Film (der übrigens restauriert wurde), um ihn mir mal wieder anschauen, wann es mir beliebt und hatte es mir es auch bald angetan. Doch erstmal leite ich doch mal in den Film ein, worum es genau geht, wobei ich eigentlich denke, dass viele schon mal den Film angeschaut haben.


- Inhalt des Filmes -
Der Fotograf Jeff Jeffries -gespielt von James Stewart- ist durch einen Unfall mit einem gebrochenem Bein im Rollstuhl gefesselt, kann seine Wohnung nicht verlassen und ist teilweise auf die Hilfe des Krankenschwester -gespielt von Thelma Ritter- angewiesen. Aus Langeweile und Neugier (vielleicht auch Sensationsgier) fing er an, seine Nachbarn zu beobachten und sie somit "kennenzulernen", nicht unbedingt sind die Krankenschwester und seine Freundin sowie Verlobte Lisa davon begeistert. Eines Tages kam ihn der Verdacht, dass eines von den Nachbarn Thorwald seine eigene Frau umgebracht haben soll. (Wir sprechen dann von Mrs. Thorwald, die umgebracht sein sollte. Ich will hier nichts in Verwechslung bringen. *gg*)
Thorwald's ungewöhnliches Verhalten sprach auch für die Vermutung und irgendwann wurden die Neugierde von Lisa dabei erwacht und fortan wurde der Innenhof nicht aus den Augen gelassen. Später wurde Thorwald auch auf Jeffries aufmerksam...


- Informationen über den Drehverlauf des Filmes -
Der Film ist nicht in irgendeiner Strasse verfilmt worden, sondern auf einer Tonbühne von Paramount. Hitchock begründete seine Entscheidung damit, es gab am Drehort unzureichende Lichtverhältnisse. Selbst die Beleuchtung der verschiedenen Kulisse im Studio war so unausreichend, dass Paramount für eine Szene alle Lampen (die nicht gebraucht wurden) einsetzen mussten und dazu noch Leihscheinwerfer von anderen bekannten Filmfirmen.
Wie es im Studiodreh oft vorkommt, gab es auch einige unbeabsichtliche Zwischenfälle mit der Sprinkleranlange, die Hitchchock kalt gelassen hatten.


- Was ich an dem Film persönlich mag oder liebe -
Es ist ohne Frage meiner Meinung nach einer der dichtesten Filmen, den ich kenne. Vor allem hatte mich die Genauigkeit von jedem Detail beeindruckt, alles musste wohl stimmen: Licht, Kostüme und die Kulissen (und dies kenne ich ansonsten nur bei Stanley Kubrick).

Vor allem wurde meist immer von der einzigen Perspektive (die von Stewart) gedreht, und der Zuschauer selbst kein bisschen mehr wusste als Stewart selbst. Interessant ist aber auch jene Sache, die teils anonymen Nachbarn mit kurzen Schlaglichtern und ohne Ton (fast ohne Ton) und zwar so, dass der Zuschauer richtig vermuten konnte, um was es gerade ging. Somit kam der Film mit kaum actionreicher oder sonstige abweichende Handlungen und ohne weitere Bild- und Toneffekte aus.

Weiterer Pluspunkt sind auch die Fakten, dass nicht nur um den Kern des Filmes gedreht wurde, sondern auch die "Tätigkeit" und Situationen anderer Nachbarn, die am Ende verknüpft werden: Ein frisch verheiratenes Paar durchlebt intensive Flitterwochen (ja, genau das was ihr denkt. *gg*), eine Tänzerin, die von Männern umgeworben wird, ein Klavierspieler komponiert im ganzen Film an einem Stück, eine einsame Nachbarin läuft langsam aber sicher auf einen Selbstmordversuch zu, die damit auch einen Wendepunkt in dem Film hervorbringt.


- Haupt- und Nebenrollen -
Auch in schauspielerischer Hinsicht hatte Hitchcock ein gutes Händchen bewiesen bei der Rollenbesetzung. Mir würde kein besserer einfallen als James Stewart, der mit einer natürlichen Mimik das Geschehen und das Beobachten beeindruckt macht. Grace Kelly, die mit Witz und Charme den Jeffries von sich überzeugen wollte. Und Thelma Ritter, die geradezu fantastisch sarkastisch sein konnte und ihren Humor mehr als trocken wirkte. Auch der Nachbar Throwald, der von Raymond Burr, war vor allem durch sein Äusseres faszinierend bedrohlich.
Auch die anderen Rollen der Nachbarn wurde nahezu perfekt dargestellt, so dass ich quasi das ganze Film als makellos bezeichnen würde.

- Was mich eigentlich noch am Film beschäftigt -
Von den sozialkritischen Punkten her macht der Film für mich interessant. Mal davon abgesehen, dass Voyeurismus in moralischer Hinsicht schon eher in Frage kommt, sollte man in diesem Film vor allem bedenken, dass der Mörder am Ende davongekommen wäre, wenn Jeffries nicht neugierig gewesen wäre. Der Film ist für mich zeitlos und noch aktuell, in gewisser Hinsicht fragt man sich manchmal auch, was der eigene Nachbar drüben so treibt. ;)

- Näheres über DVD -
Die Bildqualität ist gut aber nicht perfekt restauriert. Ausserdem handelt es sich um einen älteren Film, bei denen man die Erwartungen der Bildqualität nicht allzu hoch ansetzen sollte. Die Tonqualität (Audio-Auswahlsprachen sind Englisch und Deutsch) ist zufriedenstellend, da es (leider noch) Mono ist, aber der Film kommt wirklich sehr gut ohne die Surroundeffekten aus.
Ansonsten gibt es Untertitelspuren in Deutsch, Englisch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch und Finnisch, die Laufzeit des Filmes beträgt in etwa 110 Minuten.
Als Zusatzmaterial gibt es ein Making of, Kunstgalerie, Berichte, Kinotrailer und ein 4seitiges Booklet mit Produktionsnotizen, meiner Meinung nach sehr umfangsreich, zudem ich die DVD für 10 Euro aus dem Amazon-Shop bestellt hatte. Vielleicht ist es nicht so wichtig, aber ich schreib's trotzdem: die FSK beträgt ab 12 Jahre. ;)

- Fazit -
Wie man aus dem Bericht lesen konnte, war ich wohl schon seit dem ersten Mal von dem Film begeistert. Es hatte sich seitdem nicht geändert, sooft ich mir den Film auch angeschaut hatte, langweilig wurde es für mich quasi nie. Ausserdem ist er so der einzige Klassik-Thriller, der auf mich recht entspannend wirkt und die Spannung recht schön dosiert wurde. Da man nicht mehr wusste als der Hauptdarsteller (Stewart) selbst, ergab auch in dem Film für mich unerwartende Überraschungsmomente.

Und noch was:
Auch hier trat Hitchcock zu einer kleinen Nebenrolle an und wer gut aufgepasst hatte, der hat/te ihn schon erwischt. ;)

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dr.Claudia

Dr.Claudia

28.04.2005 19:58

Das Remake war leider nicht ganz so gelungen. LG Claudia

VanessaKellermann

VanessaKellermann

23.04.2005 01:44

ich habe den Film nicht gesehen, muss ich vielleicht mal nachholen...LG, Vanessa

nicky82

nicky82

20.04.2005 18:15

hab schon so viel positives über den film gehört aber selbst noch nie gesehen.. ich glaub das sollte ich nun endlich mal machen... toller bericht lg nicky

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"sehr hilfreich" von (98%):
  1. Cosmay
  2. Zick91
  3. Dr.Claudia
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  1. jabberwocky666

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