What a Feeling
24.01.2001
Pro:
Ein Traumauto
Kontra:
Für mich jedenfalls zu teuer
Empfehlenswert:
Ja
 Callman
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:57
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich gehöre zu den glücklichen, oder auch unglücklichen Menschen, die mal einen Ferrari Testarossa gefahren haben. Glücklich: Das ist doch klar, ein Auto gefahren zu haben, was ich mir nicht leisten kann.
Unglücklich: Ich musste dieses Fahrzeug wieder abgeben. Zuerst zu einigen Daten, die den Autoliebhaber mit Sicherheit interessieren. Hierbei beschränke ich mich natürlich auf die Informationen, die jeden interessieren. Das mache ich schon aus eigenem Interesse, da ich kein Automechaniker bin und nichts von Drehmomenten etc. verstehe.
Der Ferrari Testarossa wurde 1984 erstmalig auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Das auf dem fast unverändert übernommenen Fahrwerk des 512 BBI basierende Fahrzeug, wurde gegenüber dem 512 BBI um 20 kg leichter gebaut. Ein Geniestreich sind die seitlich überhängenden Karosserieteile, die dem Testarossa sein interessantes und bulliges Aussehen verleihen. Durch deren optimale Aerodynamik wurden die sonst notwendigen Heckflügel überflüssig. Die hervorragenden Aerodynamischen Werte erreichte Ferrari im Windkanal von Pininfarina. Die Gesamtbreite des Fahrzeugs beträgt 198,6 cm.
Der Testarossa wurde von 1985 bis 1991 produziert. In der Zeit wurden insgesamt 7.183 Fahrzeuge gebaut und ausgeliefert. Damit wurde der Ferrari Testarossa zum erfolgreichsten 12-Zylinder Sportwagen seit Gründung von Ferrari. Wie schon erwähnt ist der Testarossa mit einem 12-Zylindermotor ausgestattet, mit 2x2 obenliegenden Nockenwellen. Dieser wurde im Heckbereich des Fahrzeuges untergebracht. Seine Kraft entnimmt der Testarossa den 4943 ccm, die eine maximale Leistung von 390 PS zulassen. Hieraus ergibt sich eine Höchstgeschwindigkeit von 290 bis 310 km/h. (letzteres mit Rückenwind, bergab und Polizei im Nacken J)
Dabei ist der Testarossa nicht gerade ein Benzinsparauto. Von der 3-Liter-Klasse befindet er sich um Welten entfernt. Je nach Fahrweise benötigt der recht durstige Motor um die 30 Liter auf 100 Km. (arbo 01/2001) Des weiteren ist der Testarossa auch nicht als Dienstfahrzeug für die Haushaltshilfe geeignet, das der Kaufpreis mit ca. 210.000,-DM über manches Budget hinausgeht. Inzwischen werden schon höhere Summen geboten, da der Testarossa ein Liebhaberfahrzeug ist. Auch eine Inspektion ist nicht unbedingt das preiswerteste, denn es leicht können Summen bis zu 20.000,-DM entstehen.
Nun zu meinem Fahrtest: Wie ich oben erwähnte, durfte ich diese Fahrzeug schon mal fahren. Dabei fielen mir einige Dinge auf.
Der Fahrgastraum ist für einen Sportwagen sehr geräumig (für mich wichtig), die Schalensitze wie bei Sportwagen so üblich ziemlich hart und nicht sehr gemütlich. Die Instrumente waren zweckmäßig und eigentlich übersichtlich angeordnet
Das Sicherheitsgefühl ist sehr hoch, weil die Verarbeitung des Testarossa einen soliden Eindruck hinterlässt. Beim Starten des Testarossas gab es keine Probleme, der Motor sprang problemlos an und lief mit einem satten Geräusch, dass die Kraft die in ihm steckt schon erahnen ließ.
Die nicht gerade graziös um nicht zu sagen primitiv gestaltete Schaltung ließ sich nur schwerlich bedienen und war etwas gewöhnungsbedürftig. Das Anfahren war auch nicht unbedingt problemlos, denn die Kupplung war etwas schwergängig. Das Gaspedal hakte etwas, so dass ich meine erste Fahrt nach wenigen Metern schon mit ruhendem Motor beendete.
Nach erneutem Start stellte ich fest, dass ich mit zuviel Respekt an das gute Stück rangegangen war. Man darf nicht allzu filigran mit dem Testarossa umgehen. Ich bemühte mich dann doch zügig den örtlichen Verkehr zu verlassen, insbesondere, da der Testarossa optisch sehr breit wirkte. Man sitzt sehr tief im Ferrari und muss schon Angst haben über einen Stein zu fahren. Ich hatte dabei schon das Gefühl, mir den Allerwertesten zu verletzen. Natürlich besitzt der Testarossa durch dieses tiefliegende Fahrwerk eine wahnsinnige Spurlage. Die Federung ist sehr hart, wie bei solchen Gefährten so üblich.
Endlich aus dem örtlichen Bereich und zur Autobahn. Die Auffahrt rauf und Beschleunigen. Mit dem Gefühl, eine Büffelherde im Nacken zu haben, beschleunigte der Testarossa ohne Probleme und flüssig auf einer Gott sei Dank leeren Autobahn bis auf 240 km/h. Spätestens dann verließ mich dann doch etwas der Mut. Die Spuren der Bahn wurden immer enger, denn solche Geschwindigkeiten war ich mitnichten gewohnt. Fazit:
Ich kann jedem eine Fahrt mit dem Testarossa empfehlen, wenn sich ihm die Möglichkeit bieten sollte. Vom Kauf würde ich abraten, denn abgesehen von den Unterhaltskosten, ist der Ferrari weit entfernt von einem gemütlichen Fahrzeug. Ich stieg am Ende der Fahrt zwar mit Glücksgefühlen, aber auch mit etwas Kopfschmerzen aus. Es ist nun mal ein Fahrzeug der Superlative und eignet sich am ehesten zum Showwinken in Düsseldorf auf der Kö. Das nun war meine Probefahrt, von der ich heute noch träume. Auch wenn ich mich gegen eine Anschaffung ausspreche, so war das Lenken eines Ferrari Testarossa ein unvergessliches Erlebnis.
Euer Callman © Callman 2001 < > Wer klaut, den soll der Blitz treffen
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30.12.2007 16:35
aha ... kurz mal gefahren ...
17.01.2005 23:54
Der beste Bericht in dieses Kategorie.
14.01.2005 14:09
Gut zu lesen, auch wenn du nicht aus alle Aspekte ausführlich eingehst.