Die Dominierenden
03.03.2002 (09.03.2002)
Pro:
Die Zusammenarbeit zwischen Team und Fahrern, Rennstrategie, Aerodynamik, Michael Schumacher
Kontra:
(Rubens Barrichello), manchmal die Boxenstrategie bzw . Boxenstopps
Empfehlenswert:
Ja
 SmileAngel
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Da ja heute nach vier unendlich langen Monaten der erste Formel-1-Grand-Prix der Saison 2002 in Melbourne stattgefunden hat, habe ich mir doch gleich einmal gedacht, einen Bericht über das amtierende Weltmeister-Team Ferrari zu schreiben.
ENTWICKLUNGSGANG •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Ferrari ist nicht umsonst eine „Legende der Formel 1“. Als einziges Team bis heute ist Ferrari von Anfang an bei der Formel 1 dabei gewesen – und das seit 1950. 51 Jahre Formel-1-Erfahrung, die der Name schon mit sich herumschleppt. Und bisher konnte das Team 11 Konstrukteurs- und 10 Fahrerweltmeistertitel für sich entscheiden und insgesamt 125 Siege einfahren, 139mal die schnellste Runde im Rennen auf den Asphalt legen und 127mal startete ein Ferrari seit 1950 schon von Startplatz 1. Damals noch im Alfa Romeo holte Froilan Gonzalez im Jahre 1951 den ersten Sieg und auch gleich die F1-Weltmeisterschaft für die Scuderia. Darauf folgten die Weltmeisterschaften 1952 und 1953 jeweils von Alberto Ascari. Weitere bekannte Namen, wie auch z.B. der fünfmalige Weltmeister Juan-Manuel Fangio, begannen in diesen Jahren ihre F1-Karriere im roten Renner. Auf den tödlichen Unfall in den 60ern von Graf Berghe von Tripps folgte eine weitere Weltmeisterschaft durch Phil Hill. Das war lange die letzte, denn Ferrari schwächelte und das Siegen fiel schwer und schwerer und schien fast unmöglich. Die Scuderia musste bis 1975 warten, dann erst konnte der uns allen bekannte Niki Lauda die Weltmeisterschaft wieder zurück zu den Roten holen. Nach seinem schweren Unfall 1976, den Lauda nur knapp – mit schweren Verbrennungen - überlebte, konnte er 1977 erneut die Weltmeisterschaft für sich entscheiden. Den letzten Weltmeisterschaftsgewinn für 21 lange Jahre holte Jody Scheckter um Jahre 1979. Danach ging es nur noch bergab und Ferrari begab sich auf eine lange Durststrecke mit bestürzenden Unfällen. 1983 konnte Ferrari mit Patrick Tambay und Rene Arnoux die Konstrukteursweltmeisterschaft wieder in den eigenen Stall holen, jedoch war dies nur ein kleiner Trost. Alain Prost schnappte so Michele Alboreto auch 1985 die Fahrerweltmeisterschaft vor der Nase weg und in den vier Jahren darauf sah es mit dem Siegen auch nicht besser aus. Zudem starb Enzo Ferrari 1987 und dieses Ereignis trug auch nicht zur Lösung der Probleme bei. Nach seinem Wechsel zu Ferrari 1990 versuchte Alain Prost den WM-Titel abermals zu gewinnen. Doch auch dieses Vorhaben scheiterte, Ayrton Senna war in seinem McLaren einfach nicht zu schlagen. In den drei Jahren darauf folgten nur noch Pleiten, Pech und Pannen und die Siege blieben Träume. Der damals amtierende Weltmeister Michael Schumacher wechselte von Benetton zu Ferrari in der Hoffnung, den Hattrick zu schaffen. Mehr als ein paar Siege waren aber nicht drin, da der Bolide einfach zu unzuverlässig und nicht 100%ig konkurrenzfähig war. Die Scuderia arrangierte Schumi erst wieder 1997 mit um die WM zu fahren. Er scheiterte jedoch, da Jaques Villeneuve in seinem Williams einfach ein stärkeres Auto hatte. 1998 haben dann wieder die McLaren-Mercesdes‘ mit einem übermächtigen Auto auf sich aufmerksam gemacht, sodass Schumi wieder nichts anderes übrig blieb, als hinterherzufahren. Nachdem schweren Unfall in Silverstone 1999 von Michael Schumacher war die WM wieder gelaufen und auch Eddie Irvine war dem Druck nicht gewachsen. Der Titel ging aber erneut an den finnischen McLaren-Mercedes-Piloten Mika Häkkinen. Nach einer äußerst spannenden Saison 2000 war es Schumacher nun endlich möglich, die WM wieder zu den Roten zu holen. Er konnte Häkkinen schlagen und dies wiederholte er 2001 in einer Weise, die noch keiner vorher gesehen hatte... Ferrari war überlegen und versucht nun, 2002 die dritte Fahrerweltmeisterschaft mit Hilfe Schumachers einzufahren. TEAM •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Das Ferrari-Team wurde im Jahre 1929 von dem 31jährigen Enzo Ferrari gegründet und hat seitdem seinen Standort in Maranello (Italien). Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ist der Entscheidungsträger bei Ferrari und dafür zuständig, die wichtigsten Entscheidungen im Team zu treffen. Der Einklang zwischen den Fahrern und den Mitarbeitern machen Ferrari zu einem der erfolgreichsten Teams der heutigen Formel-1-Geschichte. Teamchef Jean Todt hat ein erstklassiges Verhältnis zu seinem Fahrerduo, besonders aber zu Michael Schumacher. Er ist für die Rennstrategie verantwortlich. Die Zusammenarbeit harmoniert und Ross Brawn, technischer Direktor von Ferrari, ist auch nicht mehr aus dem Team wegzudenken. Er trägt die Verantwortung für die Mechaniker und somit über das Auto und dessen Abstimmung. Motorenchef Paolo Martinelli entwickelt den Motor, Rory Byrne, Chefdesigner, entwirft das Chassis und hat den Auftrag, den Boliden so aerodynamisch zu formen und zu entwickeln, wie es nur geht. Selbstverständlich würde ohne die beiden Fahrer, Michael Schumacher und Rubens Barrichello, nichts bei Ferrari laufen. Sie sind dazu verpflichtet, jedes Grand-Prix-Wochenende an den Start zu gehen und Rennen möglichst fair und erfolgreich zu bestreiten. Zudem tragen die beiden Testfahrer Luca Badoer und Luciano Burti vieles zur Entwicklung des Wagens bei.
FAHRER •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•MICHAEL SCHUMACHER ...ist 33 Jahre alt und gehört der deutscher Staatsangehörigkeit an. Er lebt mit seiner Frau Corinna und seinen beiden Kindern Gina-Maria und Mick in Vufflens-le-Château (Schweiz), da er es nicht einsieht, in Deutschland so viele Steuern zu bezahlen. Bisher konnte Michael Schumacher viermal den WM-Titel holen: 1994/95 jeweils für Benetton und 2000/01 nach 21 Jahren erstmals wieder für Ferrari. Er hat seinen Teamkollegen Rubens Barrichello vollkommen unter Kontrolle und ist die absolute Nummer 1 im Team. Er fährt seit 1996 für die Scuderia. Sein Formel-1-Debüt gab der 33-Jährige 1991 im Jordan in Spa (Belgien), welche bis jetzt auch seine Lieblingsstrecke ist. 1991-1995 fuhr der gebürtige Kerpener für Benetton, ab 1996 dann für Ferrari. Er bestimmt die Formel 1 souverän und ist das Maß aller Dinge. Er besticht mit seinem unglaublichen Fahrgefühl und ist ein absoluter Regenkünstler. Als erfolgreichster Formel-1-Pilot aller Zeiten wird Schumi schon gehandelt und ich schließe mich dem auch gerne an. :o) Er hat bekannt gegeben, dass er seine Karriere auf jeden Fall bei Ferrari beenden wird, da er sich in der Scuderia einfach viel zu wohl fühlt, um noch einen Wechsel vorzunehmen. Ich sehe sowieso keinen Sinn darin, die Roten zu verlassen, da Schumacher und Ferrari einfach perfekt harmonieren und so auch der Erfolg vorprogrammiert ist. • ||||| / ||||| RUBENS BARRICHELLO Der 29jährige Brasilianer ist mit Silvana Barrichello verheiratet, mit der er auch einen Sohn, Eduardo, hat. Er löste im Jahre 2000 Eddie Irvine bei Ferrari ab. Ihm war klar, dass er von Anfang an nur die Nummer 2 hinter Schumacher sein wird – und das ist bis jetzt so geblieben. Seine Karriere begann er 1993 im Jordan in Kyalami (Südafrika) und fuhr dort auch bis 1996. In den drei darauffolgenden Jahren bestritt er die Grand-Prix‘ im Steward-Ford. Seinen ersten Sieg errang er schließlich 2000 im Ferrari in Hockenheim. Sein Vertrag mit der Scuderia läuft 2003 aus und es ist fraglich, ob dieser verlängert wird. Seine Leistungen für Ferrari sind nicht überragend, in der letzten Saison war er nicht fähig zu siegen, obwohl er das Auto dazu hat. Mir ist „Rubinho“ eigentlich sehr sympathisch, auch wenn er nicht dazu im Stande ist, seine Leistungen zu zeigen und auch nicht aus dem Schatten von Michael Schumacher heraustreten kann. Ich mag seine Art, aber würde ich entscheiden können, ob er bei Ferrari bleiben soll, dann würde ich den Vertrag nicht verlängern. • ||| / ||||| FERRARI F2002 •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Der Ferrari F2002 wird als „Schumis neue Göttin“ bezeichnet. Das 2002er-Modell ist eindeutig schlanker, schöner und schneller als der F2001, so Ferrari. Der Motor soll rund 860 PS besitzen und Schumacher wieder zum WM-Titel verhelfen. Ansonsten besticht Ferrari mit dem sogenannten „Wundergetriebe“, welche bewirken soll, dass der Fahrer schneller schalten kann. In dieser Saison fahren die Roten ebenfalls wieder auf Bridgestone-Reifen und Motor und Chassis wurde von Ferrari selbst kreiert.
SAISON 2001 •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Wer hat es nicht mitbekommen? Ferrari hat mit Michael Schumacher den Fahrerweltmeistertitel geholt und zudem die Konstrukteursweltmeisterschaft für sich entschieden. Schumacher gewann neun der 17 Rennen und holte insgesamt 123 WM-Punkte. Rubens Barrichello blieb ohne Sieg, wurde mit seinen 56 WM-Punkten aber dritter in der Fahrerweltmeisterschaft und trug somit einen großen Teil dazu bei, dass Ferrari Konstrukteursweltmeister wurde. Zudem kann das Team zwölf Pole-Positions verbuchen. Ferrari bestach durch seine unglaubliche Zuverlässigkeit in der Saison 2001, aber auch durch die Schnellig- und Konkurrenzfähigkeit des Boliden. Nach den WM-Titel 2000 und 2001 setzt Ferrari selbstverständlich alles daran, den Hattrick zu schaffen und dies auch in einer Weise, wie sie es uns 2001 demonstriert haben: Nach 13 bestrittenen Rennen schon die Fahrerweltmeisterschaft unter Dach und Fach zu haben ist einsame Spitze! Das Team war haushoch gegenüber der Konkurrenz überlegen und niemand konnte wirklich in den Titelkampf mit eingreifen. PERSPEKTIVE 2002 •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Natürlich startet Ferrari auch in dieser Saison mit dem Ziel, die WM wieder für sich zu entscheiden. Mit dem neuen „Wundergetriebe“, dem Motor, Michael Schumacher, Bridgestone-Reifen und den aerodynamischen Fähigkeiten sollte dies auch erneut möglich sein. Ich erkläre die Roten also zu dem absoluten Titelfavoriten und glaube auch, dass Schumi zum dritten Mal hintereinander mit Ferrari Weltmeister wird und dass die Scuderia auch den Konstrukteurstitel wieder für sich entscheidet. Stimmt die Zuverlässigkeit, sollte es also kein Problem sein, wieder das Maß aller Dinge zu sein und die Formel 1 zu beherrschen.
BILANZ IN MELBOURNE •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Nach dem Qualifying war ja eigentlich schon alles klar: Die erste Startreihe - eine reine rote Startreihe. Rubens Barrichello 5 Tausendstelsekunden schneller als sein Teamkollege Michael. Der hat wiederum rund 4 Zehntelsekunden Vorsprung auf seinen Bruder Ralf – Welten in der Formel 1 – und das mit dem Vorjahresauto! Nach 58 Runden: klarer Sieg für Schumacher in Down Under... vor BMW-Williams-Pilot Montoya und Räikkönen im McLaren-Mercedes. Michael hat das Rennen von Anfang an deutlich im Griff gehabt, hat das Tempo bestimmt, auch wenn er natürlich von dem Ausfall seines Bruders, Barrichello und noch neun anderen gleich nach dem Start profitiert hat. Fazit: Ferrari geht mit 10 WM-Punkten nach Malaysia, um dort wieder zu siegen. Ob sie dies wieder in so einer degradieren Weise schaffen, wie im Albert Park, ist zwar zu bezweifeln, jedoch würde ich einmal behaupten, dass die Scuderia das gesamte Feld – und auch die härtesten Gegner McLaren-Mercedes und BMW-Williams – dominiert und die Geschwindigkeit angibt. MEINE MEINUNG •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Ich weiß gar nicht, wie ich mich ausdrücken soll... Der Ferrari hat mich einfach vollkommen in seinen Bann gezogen und ich kann mir ein Leben ohne die Scuderia und Michael Schumacher gar nicht mehr vorstellen! Michael Schumacher hat viel dazu beigetragen, dass Ferrari nun einen sooo großen Erfolg verbuchen kann und er wird dafür in Italien vergöttert und auch in Deutschland hat er eine große Fangemeinde. Das Team hat mit seiner Hilfe wieder den Sprung nach ganz oben geschafft, was ich ganz toll finde. Diese Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Team schätze ich deshalb auch sehr. Den neuen Ferrari finde ich einfach nur atemberaubend. Der Bolide hat meiner Meinung nach ein erstklassiges Design, die Zuverlässigkeit ist enorm, das ganze High-Tech-Zeugs und der Motor sorgen auch noch dafür, dass Schumi reihenweise die Rennen gewinnt. Das Auto sieht perfekt aus, fährt perfekt, es ist einfach perfekt. Zudem finde ich es einfach nur schön, wie die Roten nach einem Sieg miteinander feiern, sich freuen, sich in den Armen liegen und heulen – eine wunderschöne Stimmung und ein großartiges Ambiente! So etwas habe ich noch nie gesehen – es ist einfach einzigartig! Einzigartig war auch die Leistung der Roten im letzten Jahr. Es hat einfach alles gepasst und so war es auch möglich, dass Michael Schumacher schon nach 13 Rennen Weltmeister wurde. Das war ein Ereignis, dass man nicht alle Tage erlebt und ich glaube, dass wird mir noch lang in Erinnerung bleiben. Einfach nur faszinierend und fast unglaublich! Die Vorstellung, die sie in Australien hingelegt haben, fand ich persönlich jedenfalls sehr beeindruckend und hoffe selbstverständlich, dass die Roten dies noch einige Male in dieser Saison hinbekommen.
MEIN FAZIT •~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• Ferrari bekommt von mir alle fünf Sterne und ein klares empfehlenswert für das Mögliche des Unmöglichen! Es ist einfach nur schön, das Auto, das Team und die Fahrer am Rennwochenende zu beobachten und zu sehen, wie nett die alle mit einander umgehen. Schumi liebt sein Team und sein Auto und das Team liebt ihren Schumi. So etwas sieht man nicht alle Tage in der Formel 1 – leider.•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~•~• © by SmileAngel | o3.o3.2oo2
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06.09.2004 20:48
Super Bericht mit vielen Fakten und Hintergründen. So muss das sein
15.02.2004 17:31
Geiler Bericht. Bin ebenfalls ein großer Ferrarifan. In einem Punkt stimm ich mit dir aber nicht überein. Für mich Rubens ein sehr wichtiger Mann im Team. Was er bei den Testfahrten fürs team arbeitet ist beeindruckend!!! Ich würde seinen Vertrag auf jeden Fall verlängern.
09.07.2003 17:25
Schumi hat aber 1991-92 im Jorden gesäßen und kam danach erst zu Benetton.