Moderner Klassiker
04.04.2012 (16.05.2012)
Pro:
Tolles Design, gute Ausstattung, sehr solide, viel Spaß beim Offenfahren
Kontra:
Lack empfindlich, Federungskomfort mäßig, Metalliclacke wären angebracht
Empfehlenswert:
Ja
 manirat
Über sich:
Mitglied seit:11.08.2000
Erfahrungsberichte:12
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 14 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
Nachdem unser Fiat Punto 2 einen Totalschaden (selbstverschuldet) hatte, kaufte sich meine Frau einen Fiat 500 Cabrio mit dem 69PS Benzinmotor im Jahr 2010. Da wir das Auto über meinauto.de kauften, mussten wir 250km mit dem Intercity zum Händler fahren, um ihn abzuholen. Der Umweg hat sich aber gelohnt und wir wurden mit einer traumhaften Heimfahrt über den sonnigen Schwarzwald im neuen Cabrio (genauer: Cabriolimousine) belohnt. Bei einem Kaffeestopp hielt ein Golf-Fahrer neben uns und meinte zu meiner Frau "Da haben sie aber ein wunderschönes Auto". Vielleicht hätte sie sich noch mehr gefreut, wenn er zu mir gesagt hätte "Da haben sie aber eine wunderschöne Frau" - aber, na gut, so wars auch okay.
Der Fiat hat die sog. Lounge-Ausstattung, die u.a. bessere Sitze, Klimaanlage, CD-Radio mit USB-Anschluss in der kleinen Mittelkonsole und Subwoofer unter dem Beifahrersitz, sowie ein Lederlenkrad mit Multifunktionstasten beinhaltet. Es ist z.B möglich über die Lenkradtasten einen Anruf aufzubauen (mit Sprachsteuerung), oder einen Anruf entgegenzunehmen. Ich glauben, man kann sich sogar eine SMS vorlesen lassen. Auch die Lautstärke der Radio/CD/USB-Stick-Einheit kann man dort regeln. Als Zusatzausstattung wählten wir noch ein Notrad mit Wagenheber und ein ESP mit Hillholder. Der aufpreisfreie Lack "rock'n'roll-blau" ist sehr weich und extrem kratzempfindlich und so ziemlich das Gegenteil vom Metallic-Lack unseres Vorgängers Fiat Punto. Der war nach 8 Jahren und fast 200.000km wie neu - ohne ihn jemals poliert zu haben! Das ist bislang aber auch die größte Schwäche des 500ers. Meine Frau fährt z.Zt. ca. 15.000 km im Jahr, dabei verbrauchsbewusst und kommt im Schnitt auf ca. 5,4L/100km. Dass es auch anders geht, beweist unsere Nachbarin mit ihrem 500er (ohne Faltdach, aber gleichem Motor und mit Klimaautomatik), die ihn mit 7-7,5L/100km fährt. Tja, früh hochschalten lohnt sich... Für eine sportliche Fahrweise ist der 69PS Benziner nicht die beste Wahl, vor allem, wenn noch Mitreisende drinsitzen. Aber man kommt mit ihm komfortabel vorwärts und die Fiat Motoren gelten als sehr robust. Mit unserer Fiat Erfahrung können wir das bestätigen: Sowohl der Fiat Panda aus den 80ern (verkauft mit 150.000 km, der Fiat Uno aus den 90ern (verkauft mit 170.000 km) und er o.g. Fiat Punto 2 waren bzw. wären alle noch für viele weitere Tausendkilometer gut. Wie sich da der neue 85PS-Zweizylinde rvon Fiat schlägt, wird man sehen. Aber ich denke, auch der ist ausgetestet und standfest.
Außer dem schlechten Lack hatten wir nur einen weiteren Mangel: Das Programm des Faltdaches musste 2xneu eingelesen werden. Das erste mal fuhr es im geöffneten Zustand beim Öffnen des Kofferraums nicht um eine Stufe hoch, Das zweite mal musste ich es mit der Handkurbel schließen (liegt dem Auto bei). Also nix Schlimmes und wurde von der Werkstatt immer fix erledigt. Ansonsten läuft die Kiste störungsfrei und hat demnächst, nach 30.000km, die erste Inspektion. Nun noch ein paar Anmerkungen zum Auto:
Da er zur Gruppe der Kleinstwagen gehört, darf man kein Raumwunder erwarten. Aber 2 Personen passen gut rein (Meine Größe: 187cm, Schuhe mittlerweile 47) und selbst mit 4 Personen kann man fahren, wenn es nicht allzuweit ist. Fiat verspricht durch die versteiften Dachholme eine hohe Sicherheit im Falle eines Überschlages. Ich habe dazu keine Testvideos im Internet gefunden, hoffe aber, dass es stimmt. Wenn man sich bei youtube Cabrioüberschläge anschaut (sog. rollover), bekommt man es schon mit der Angst zu tun. Aber dieses Risiko muss jeder für sich abschätzen. Ich durfte schon einmal selbst Zeuge eines solchen Unfalltyps werden, es war damals jedoch ein herkömmlicher VW Golf, der auf dem Dach liegen blieb (das Dach war stabil). Wie war es geschehen? Ganz einfach: Einfallstraße nach Stuttgart (Neue Weinsteige), Rechtskurve und mit dem rechten Vorderrad auf den Bordstein gekommen, schon lag die Kiste auf dem Dach.
Der Zugang zum kleinen Kofferraum ist - konstruktionsbedingt durch das Faltdach - eher eng. Einen Kühlschrank kriegt man da nicht durch, das weiß man aber vor dem Kauf. Wenn man die Rücksitze umklappt (50:50) und das Wetter gut ist, kann man den Wagen auch von oben beladen. Dann kriegt man auch 'ne Palme rein! Die Vordersitzlehnen sind für den Zugang zur Rückbank nach vorne zu kippen, auch rutscht dann der Sitz nach vorne. Wenn man sie dann wieder in die Ausgangslage bringt, geht der Sitz leider nicht mehr nach hinten in die Ausgangslage, sondern man muss sich dann wieder nach dem Einstellgriff unter dem Sitz bücken und den Sitz nach hinten schieben. Das ist leider etwas umständlich.
An die angeblich so schlecht ablesbare Zentraleinheit (laut diversen Testberichten) gewöhnt man sich und ist überrascht, wieviel Informationen man darüber bekommt. Man könnte vor lauter Lesen fast das Fahren vergessen. Die Freisprecheinrichtung funktioniert tadellos. Die Mikrofone sind links und rechts der Schalter zur Dachbedienung angebracht, der Anrufer tönt über die Lautsprecher. Musik wird automatisch ausgeblendet. Allein diese Technik in Verbindung mit dem USB-Anschluss kostet bei anderen Herstellern 3 bis 4stellige Euro-Beträge! Die Sprachsteuerung funktioniert, ist aber nicht auf apples-Siri-Niveau.
Überraschend auch die geringe Lautstärke des Motors, er ist wirklich gut gedämmt. Das Fahrwerk ist trotz Nachbesserung durch Fiat in der laufenden Produktion eher hart (positiv: sportlich) abgestimmt. Der Wagen ist halt nicht leicht (ca. 1200 kg) und muss auch bei 160km/h auf der Autobahn noch sicher fahren. Das Dach ist dicht und in unserer gewählten Farbe "elfenbein" selbst nach fast 2 Jahren noch wie neu. Es wird meines Wissens von der Firma Magna zugeliefert und in Bietigheim bei Stuttgart hergestellt. Das Auto steht daheim in der Garage, wird aber auch im Winter bei jedem Wetter gefahren.
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