Fiat Punto GO (188) 1.2 8v - Gemischte Gefühle
12.03.2009
Pro:
Verbrauch, sehr gutes Stadtauto, günstig in der Anschaffung und im Unterhalt .
Kontra:
Zuverlässigkeit, Platzangebot, Fahrleistungen, Qualität .
Empfehlenswert:
Ja
 mitsos
Über sich:
Mitglied seit:11.03.2009
Erfahrungsberichte:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 27 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mein 2. Fiat nach einem Fiat Panda 750 Das Fahrzeug: Fiat Punto, BJ Ende 2001, 1.2 l 60 PS Sondermodell GO 2 x Fensterheber, elektrische Servolenkung, Sportsitze, Drehzahlmesser, ABS, 6 x Airbag.
Das Auto wurde neu gekauft von der damaligen FIAT-Niederlassung in München. Die Inzahlungnahme meines nicht mehr taufrischen Panda war ein hilfreiches Kaufargument :-) Karosserie: Peppig, etwas frech, eine angenehme Entwicklung zum schönen rundlichen Vorgänger-Punto. Absätze von geraden Linien und Kanten am Heck unterscheiden das Auto merklich vom Vorgänger. Es entsteht nicht der eindruck eines schweren Sicheren Autos, man fühlt sich jedoch in der Stadt recht gut aufgehoben.
Fahrwerk: Etwas hart und holprig, für junge Leute ausreichend, für ältere Semester vieleicht einen Tick zu straff, man wird auf Kopfsteinpflaster gerne mal durchgeschüttelt, für die Stadt jedoch ausreichend. Auf der Autobahn ist das Vertrauensgefühl nicht gerade bombig, reagiert das Auto doch etwas zickig auf Bodenwellen und Seitenwind. Ab 145 (die schwer erreichbar sind) will das Auto mit sicherer Hand geführt werden. Bei Regen und schnellen Kurven Untersteuertendenz, im grossen und ganzen narrensicher. Kurvenfahrverhalten hat sich nach Aufrüstung mit 185er Ganzjahresreifen auf die Originalfelgen (original 165, beide Größen werksseitig im Fahrzeugbrief versehen) bedeutend gebessert. Innenraum: Im Vergleich zu früheren Fiat's fast ein Quantensprung, von BMW oder Japaner verwöhnten kommt oft nur ein ''Pfühhh''... Für mich ausreichend. Die Instrumente sind gut ablesbar, der Mini-Bordcomputer mit diversen Angaben (Reichweite, Tageskilometer, Fahrzeit, etc.) ist nützlich, die Verbrauchsanzeige etwas ungewohnt (km/L statt L/100km), wer seinen Verbrauch wie ''gewohnt'' in l/100 km wissen will, muss umrechnet (1/Verbrauch * 100). Die Sitze sind schön straff und bieten recht guten Seitenhalt und haben ein Ansprechendes Design. Die Oberfläche erwies sich jedoch als nicht strapazierfähig, aufgeplatzte Nähte am Fahrersitz nach 70.000 km und 6 Jahren, sowie fiele ''gezogene Fäden'' an allen Sitzen, auch bedingt durch die etwas eigene Stoffoberfläche. 6 x Airbaigs (Fahrer, Beifahrer, Kopfairbags in den A- Säulen sowie Seitenairbags in den Vordersitzen) sind auch heute noch ein gutes Ausstattungsargument, ABS, Servo, ZV und EFH eher obligatorisch. Für Fahrer und Beifahrer ist ausreichend Platz, auch mal für eine Reise. Der Platz auf der Rückbank (vor allem Fußraum) eher Bescheiden, außer die Frontpassagiere erbarmen sich und schieben die Sitze nach vorne zu Lasten des eigenen Fußraumes. Kofferraum entspricht wohl eher dem Bedarf eines Wocheneinkaufs, max. Wochenendausflug, als für eine Reise. Nicht vergessen, dies ist ein Kleinwagen. Zu zweit verreisen und Rücksitze als Stauraum nutzen und alles ist in Ordnung. Ach ja, wenn die hinteren Sitze voll umgeklappt werden wird aus dem kleinen plötzlich ein Riese, es geht einiges hinein.
Motor/Getriebe: Der Motor hat sich als zuverlässig und standfest erwiesen, und als ebenso unspritzig. Hat er erstaunlicherweise zwischen 1700-2500 u/min noch einen Anschein von Durchzugskraft vorzuweisen, ist die Leistungsabgabe mit steigender Drehzahl doch eher Entäuschend: der erhofte Leistungszuwachs will sich nicht einstellen :-( Mit etwas Geduld sind auf der AB bei ebener strecke knappe 160 möglich aber nicht immer Empfehlenswert. Ölverbrauch gleich null (ca. 0,75 L auf 5000-6000 Km) und wohl kein Verbrauch sondern das Schwitzen an der Zylinderkopfdichtung die im Laufe der Jahre den Motor etwas eingenässt hat. Getriebe: Anfangs zufriedenstellend, knackig und exakt. Gänge meiner Ansicht nach viel zu lang übersetzt, man kann mit der Absicht den Verbrauch zu senken auch übers Ziel hinausschiessen. Bei mir zumindest hat die ellenlange übersetzung dazu geführt das ich ständig am runterschalten war um den Motor bei Bedarf auf Drehzahl zu bringen. Nach 22.000 km klackern im Rückwärtsgang und Austausch auf Garantie. Bei 80.000 Km eine Woche nach Kupplungstausch Getriebeschaden. Getriebeseitig hat mich das Fahrzeug sehr enttäuscht und ich scheine kein Einzelfall zu sein, auf meine Anfrage beim örtlichen Schrotthändler nach einem Gebrauchtgetriebe bekam ich folgende Antwort: ''Fiat Punto? Getriebe? Davon könnte ich 5 Stück am Tag verkaufen wenn ich sie denn hätte...'' Verbrauch: Der verbrauch in der Stadt hat sich bei ca. 7,5 l eingependelt, könnte für die Fahrzeugklasse einen Tick niedriger sein, aber immerhin. Auf der AB sind bei max. 110-120 km/h Traumverbräuche bis runter auf 5,5 l möglich, führen aber zu Schlafanfällen seitens des Fahrers und Wutausbrüchen der anderen Verkehrsteilnehmer.
Ausserplanmäßige Kosten/Schäden: 1 Woche nach Kauf, Motorelektrik-Kontrollleuchte brennt permanent, Drehzahlschübe bei kaltem Motor zwischen 800-2000 u/min. Reparatur auf Garantie, mit Ersatzwagen. Sehr Kulant. 22.000 Km Getriebetausch auf Garantie s.o. 70.000 Km Steuergerät defekt, Reparatur bei freiem Tüftler 180 €, ansonsten ca. 800 € bei Fiat 80.000 Km Kupplung + Getriebe defekt s.o. Fahrzeug verkauft bzw. in Zahlung für neuen Grande Punto Steuer: 3 Jahre Steuerbefreit, danach 110 €/Jahr: Peanuts! Versicherung: sehr günstig, sogar Vollkasko Verbrauch: recht günstig, s.o., für die Stadt ein sehr gutes Auto
Bis zum 6. Lebensjahr des Autos war ich sehr zufrieden mit der Zuverlässigkeit und ergo mit den verbundenen Kosten. Danach kamen einfach zuviele Schäden auf einmal, die den Spareffekt auf einen Schlag vernichtet haben. Steuergerät+ Kupplung kamen durch Wahl von freien Werkstätten auf knapp 600 €, was noch günstig ist. Das Getriebe hätte locker nochmal mit 700-800€ bei einer freien Werkstatt zu Buche geschlagen, da war meine Schmerzgrenze bei diesem Fahrzeug erreicht, da ich mir sicher war das dies nicht das Ende der Fahnenstange gewesen wäre. Empfehlenswert, aber meiner Meinung nach nicht länger als 5-6 Jahre ab Neukauf.
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12.03.2009 16:20
Meine Mutter hatte derlei zwei Generationen jeweils als Neufahrzeug. Trotzdem waren nach 3 Jahren hohe Ausgaben für unterhalt und ab dann Reparaturen aller Art drin nötig. Wahnsinnig im Vergleich zu dem, was ich parallel mit überwiegend alten Opels (Vectra, Kadett, Corsa) und nem Twingo erlebte.