Die Pasta Rakete. Das kleine "große" Auto
23.09.2009 (19.10.2009)
Pro:
Ausstattung, Verbrauch, Motor, Einsteigerfahrzeug, Fahrspaß, Komfort
Kontra:
Platz Angebot für mehr als 3 Personen, Fahrverhalten bei Regen, Sicherheit,
Empfehlenswert:
Ja
 PastaRakete
Über sich:
Mitglied seit:22.09.2009
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo zusammen! Nun will ich noch was über mein FIAT Seicento Sporting 1.1 loswerden. Ich bin zwar halber Italiener, aber ich denke schon das ich dieses Auto neutral und sachlich beurteilen kann ;-)
Habe dieses Auto noch während meiner Bundeswehrzeit (war 2 Jahre dort) im April 2007 gekauft und schon so einiges erlebt! Größten teils positive Dinge aber auch….. dazu später mehr. Wichtige Technische Daten:
BJ: 2001 Km: 135.000 km (40.000 eigene Km!!!) PS: 56 Gewicht: 820 kg (leer) Verbrauch: 5,9 – 7,0 l (Tanke immer voll und benutze den Tages-km-Zähler) Höchstgeschw.: 180 km/h!!! (laut tomtom, Tacho war schon längst auf Anschlag) Hab das Auto vor ca. 2 ½ Jahren für 3.200,- € gekauft. Damals hatte es ca. 95.000 km auf der Uhr die mich ehrlich gesagt etwas gestört haben, da der Motor schon ziemlich klein ist mit seinen 1098 ccm. Aber egal! Das erste Auto muss halt so sein. Die Ausstattung jedoch finde ich sehr Umfangreich für so ein kleines, günstiges, erstes Auto:
CD-Radio, Servolenkung, Drehzahlmesser auf Mittelkonsole, Nebelscheinwerfer, elektr. Fensterheber, ABS, Fahrer- und Beifahrerairbag, Sportsitze, weiße Blinker, ABBART- Sportkid, Sommerreifen auf Alufelgen, Winterreifen auf Stahlfelgen, umklappbare Rückbank, Lederlenkrad, Sportgetriebe, Ferrari- Rot Kaufendscheidung:
Ich hatte mal wieder die Wahl zwischen diesmal zwei Modellen, die sich im laufe der Zeit herauskristallisiert haben. Zu den Bedingungen muss ich noch sagen, dass ich beachten musste, dass ich mir das Auto mit einem kleinen Ausbildungsgehalt komplett selbst finanzieren musste und auch die Nebenkosten sollten nicht zu hoch sein. Am Ende blieben halt nur Kleinwagen übrig. VW Polo (den ich eigentlich präferiert habe) und der Seicento Sporting. Der VW schied wegen dem zu hohem Preis aus. Er hätte 2.500,- € mehr als der Seicento gekostet und das bei ähnlichen Vorraussetzungen. Jetzt werden viele sagen: „Aber ein FIAT hält doch nicht so lange wie andere Autos!“ FALSCH!!! Ich durfte es am eigenen Leib erfahren. Während der Probefahrt viel mir auf, wie viel Platz ich mit meinen 1,85 m in dieser Knutschkugel hab und wie leichtfüßig man sich in der Stadt fortbewegt. Design passt auch und…. Gekauft! Kosten:
Die Kosten halten sich sehr bedeckt. Bei einem Verbrauch zwischen 6 – 7,5 l ist man zwar im oberen Bereich der Kleinwagenkategorie, aber das Auto ist aus dem Jahr 2001. Also ganz in Ordnung. Außerdem kommt der Verbrauch auch immer auf die Fahrweise an. Für die Versicherung zahle ich nun etwa 570 € bei 100%. Das sind etwa 50 € im Monat die auch noch zu verkraften sind. Die Steuern sind gerade mal 10 € mehr als bei meinem Motorrad und liegen bei 75 €.
Außerplanmäßig ist noch nichts dazu gekommen. Die hinteren Bremsen mussten erneuert werden. Das hat „gerade mal“ 350 € gekostet. Und de Handbremszug musste neu eingestellt werden. Ansonsten nichts! Alltagstauglichkeit & Fahrspaß:
Der Seicento Sporing ist keine Familienkutsche, aber meiner Meinung nach genau das richtige Auto für Fahranfänger die mehr für ihr Geld wollen. Man fühlt sich in diesem Elefantenschuh einfach wohl. Das könnte an den Sportschalensitzen liegen, die sich sehr gemütlich an die Seiten anschmiegen und einem auch guten halt in Kurven bieten. Das Lenkrad liegt sehr bequem in der Hand, da es ein Lederlenkrad ist und nicht so ein Kunststoffknochen wie in manch anderen Kleinwagen. Bin mal beruflich von Düsseldorf nach Stuttgart gefahren mit einer B-Klasse von Mercedes. Die hatte so ein Kunststoffknochen-Lenkrad. Meine Hände haben echt geschmerzt! Die Bremsen reagieren sehr gut und Bremsen dank ABS auch spitze bei trockenem Wetter und Straßen. Bei regen sieht das ganz anders aus. Aber dazu gleich noch ein wenig mehr. Die Amaturen sind sehr leicht zu lesen und man hat alles was man braucht in unmittelbarer Reichweite. Na ja ist ja auch nicht schwer bei der Größe… Das Absolute Highlight ist der Drehzahlmesser auf der Mittelkonsole. Gefällt mir optisch total. Man hat links vom Lenkrad ein kleines Fach vor der Box. Eine Tüte mit Bongbongs oder ähnliches knistert dort wenn man Musik hört, daher empfehle ich dort nur die Sonnenbrille oder das Handy zu deponieren. Die Fächer an den Türen sind auch sehr gut zum Deponieren von allen möglichen Sachen. (CD´s, Formulare, Navi…) In den Kofferraum passen eine Sporttasche und ein Kasten Wasser. Dann ist Schluss. Aber wenn man die Rückbank umklappt hat man ziemlich genau 1 Kubikmeter platz. Lässt man die Rückbank wie sie ist dann haben nur kleine Leute hinten Platz. Hinter mir hat eigentlich niemand Platz. Man fährt sehr entspannt kann aber auch sportlicher Unterwegs sein. Das geringe Gewicht macht es möglich. Wer aber ein Rennauto sucht ist nicht gut bedient. Lange Autobahnfahrten sind auch möglich. Ich bin letztens mit einem Kumpel für 1 Woche nach München gefahren. Von Düsseldorf aus. Mein Kumpel ist 1,96 m groß und hatte vorne genug Platz. Da ich ein schlechter Beifahrer bin wenn mein Auto gefahren wird, bin ich den weg von Düsseldorf nach München komplett selbst gefahren. Und jetzt kommen ein zwei Überraschungen! Überraschung 1: Ich bin ziemlich Bleifuß gefahren. Natürlich nur wo es gefahrenlos möglich war. Ich war immer über 160 km/h. Auf dieser fahrt wurde auch mehrere male der TomTom Rekord von 180 km/h aufgestellt. Also war der Drehzahlbereich immer fast im roten Bereich. Verbrauch nach 500 km …. 32l!!!!!! Das sind etwa 6,5 l auf 100 km! Ich hab kein Plan wie das Auto dies macht, aber auf der Rückfahrt hat es es wieder geschafft.
Überraschung 2: Der Motor wollte einfach nicht überhitzen. Wir sind immer wieder mal auf eine Raststätte gefahren um die Motorhaube auf zu machen. Aber der Motor war relativ normal heiß. Selbst als wir auf dem Rückweg 5Std im Stau standen, war der Motor unbeeindruckt. Was vielleicht noch wichtig zu erwähnen wäre ist, dass man kleine Reperaturen selbst durchführen kann. Lampen, Batterie, Luftfilter, Reifen… alles kein Problem.
Zu den Mankos: Man könnte den Platzmangel auf den hinteren Sitzen dazu zählen. Ich meine es ist zwar ein Kleinstwagen ;) aber hinterm Fahrer bzw. mir ist gar kein Platz. Ich muss mein Sitz immer so weit vorstellen, dass ich kaum zwischen den Pedalen wechseln kann mit den Füßen, da ich mit dem Knie an das Lenkrad stoße. Der Spiegel in der Beifahrerklappe ist ein Witz. Der verzehrt alles und man kann nur mit mühe erkennen, dass es sich um ein Menschliches Wesen handelt, dass dort abgebildet wird.
Kommen wir zum wichtigsten Manko: Fahrverhalten bei Regen Wetter und nasser Fahrbahn. Sehr kritisches Thema. Man merkt an Regentagen und danach, dass der Seicento Sporting für das trockene heiße Klima süd Italiens konztruiert wurde. Wenn alles normal läuft und man genug zeit hat zum bremsen sollte man dies frühzeitig tun, denn wenn man mal stärker in die Eisen muss dann rutscht das Auto über alle Viere und das ABS springt sofort an. Ich rede nicht über eine Vollbremsung sondern über etwas stärkeres Bremsen! Das ist für mich ganz klar ein Stern Abzug. Bei voller liebe ;) Fazit: Sehr gutes Preisleistungsverhältnis. Sehr umfangreiche Ausstattung. Günstiges Einsteigerfahrzeug. Wenig Ärger mit Reperaturen. Und in meinem Fall seit 135.000 km und 40.000 eigenen km sehr gutes Material. Ein tolles Spaßmobil für 2-3 Personen das bei Regen mit Vorsicht zu genießen ist!
LG p.s. meinem Seicento habe ich den Spitznamen PastaRakete zu verdanken ;-D
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10.07.2010 18:42
Hallo, habe deinen Bericht erst jetzt gelesen und finde ihn gut. Er ist nicht nur einseitig in Bezug auf "Auto ist sch..." oder "Auto ist super ohne Mankos". Ich fahre selber so ein Auto und bin ebenfalls zufrieden. Die von dir genannten Mankos hat meines nicht, dafür hat es aber andere :-) Es fährt auf gerader Autobahn auch 180, bergab sogar schneller!
23.09.2009 11:19
Hallo Pastarakete, ein richtig guter Bericht, der meiner Meinung nach auf alles Wichtige eingeht. Vor allem, dass Du die Erfahrungen verschiedener Reisen angibst, hat mich überzeugt. Lieben Gruß Ulli