Erfahrungsbericht über

Fido (DVD)

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Zombie-Klamauk, der viel will und wenig kann

2  13.07.2010

Pro:
Wie so oft :  Es gibt natürlich Filme, die noch viel, viel schlimmer sind  .  .  .

Kontra:
.  .  .  aber leider auch viele Filme, die viel, viel besser sind .

Empfehlenswert: Ja 

Spassprediger

Über sich: “We're all mad here. I'm mad. You're mad.” “How do you know I'm mad?” said Alice. “You must be,” sai...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

In den letzten Jahren hat das Kino so manches Genre wiederbelebt, das längst als tot galt: Nach dem Sandalenfilm, der dank Ridley Scotts „Gladiator“ zu neuen Ehren gelangte und dem Piratenfilm, der mit der „Fluch der Karibik“-Trilogie ein Revival erlebte, sind nun die lebenden Toten an der Reihe. Der britische Film „28 Days“ war gar so erfolgreich, dass der Spuk ebenfalls demnächst in die dritte Runde gehen soll: Totgesagte leben eben wirklich länger.


Mehr als 30 Jahre ist es her, dass George A. Romeros “Dawn of the Dead“ für Furore sorgte. In Deutschland hieß der Streifen, in dem sich die Lebenden in einem Einkaufszentrum vor kannibalistischen Untoten verschanzen, schlicht „Zombie“. Im Jahr 2004 gab’s dann ein Remake, das auch hierzulande unter dem US-Titel von Romeros Original zu sehen war; aus dem gleichen Jahr stammt die Parodie “Shaun of the Dead“.

Als Komödie versteht sich auch „Fido – Gute Tote sind schwer zu finden“. Kürzlich ist der Film, der bereits im Jahr 2006 entstanden ist, auf DVD veröffentlicht worden. Im Kino war „Fido“ hierzulande nicht zu sehen; lediglich auf Festivals ist der Film bereits vorgeführt worden. Filmliebhaber wissen, was das in der Regel heißt: Der betreffende Film wäre im Kino so chancenlos gewesen, dass nun die schnelle Zweitverwertung das komplette finanzielle Desaster abwenden soll. In einigen wenigen Fällen haben sich Filme, die im Kino teils spektakulär gefloppt sind, in ihrem zweiten Leben in der Videothek tatsächlich noch zu Erfolgen gemausert: Als “sleepers“ bezeichnet man im Branchenjargon Filme wie „Die Verurteilten“ und „Die Piratenbraut“, die erst mit gehöriger Verspätung ihr Publikum finden.

Solche Fälle, in denen die Mundpropaganda einen Videotheken-Titel zum Hit gemacht hat, sind freilich eher die Ausnahme als die Regel. Meist handelt es sich bei den Video-Debütanten leider nicht um verkannte Meisterwerke, sondern um B-Ware, die oft genug im Fahrwasser irgendeines erfolgreichen Vorbildes dümpelt, und auch “Fido – Gute Tote sind schwer zu finden“ ist ein ausgesprochenes “Me, too“-Produkt. Dabei klingt die Idee, mit der der Film spielt, zunächst ganz unterhaltsam. Wer weiß? Unter der Regie eines Joe Dante („Gremlins“) hätte der Stoff um Zombies, die von einem Konzern zu billigen Arbeitskräften umfunktioniert werden, seinen impliziten Charme vielleicht richtig entfalten können.

Bedauerlicherweise scheint TV-Regisseur Andrew Currie sich nicht ganz klar darüber gewesen zu sein, in welche Richtung er „Fido“ steuern sollte: Horrorfilm? Slapstick-Komödie? Gesellschaftssatire? „Fido“ ist von allem ein bisschen und leider nichts so richtig. Zudem krankt der Film an seiner schleppenden Erzählweise: „Fido“ ist nur 91 Minuten lang, wirkt durch seine langatmige Inszenierung aber sehr viel länger.

Dabei lässt sich alles durchaus viel versprechend an. Ein in der Art von schwarzweißen Wochenschauen gestaltetes Filmchen erklärt zu Beginn, was wir wissen müssen: Eine geheimnisvolle Wolke aus dem Weltraum hat den größten Teil der Menschheit in lebende Tote verwandelt. In der Folge sind erbitterte Kriege zwischen den Zombies und den wenigen Menschen ausgebrochen, die vom Einfluss der Unheil bringenden Wolke verschont geblieben sind. Die leben inzwischen in vom Konzern ZomCon eingerichteten umzäunten Schutzzonen. Zudem hat das Unternehmen ZomCon spezielle Halsfesseln entwickelt, deren spezielle Technik Menschen fressende, wilde Zombies in schlafwandlerisch-zahme Gestalten verwandelt, die sich im Haushalt nützlich machen.

So werden die Schreckgestalten nicht nur zu Kitchen Aids der besonderen Art, sondern sogar zu Statussymbolen – denn offenbar ist so eine untote Haushaltshilfe kein billiges Vergnügen (die Antwort auf die Frage, warum das so ist, bleibt der Film leider schuldig). Überhaupt scheint das Leben in der zombielosen Schutzzone ziemlich teuer zu sein: Kinder gelten als ebenso luxuriös wie die eigene Bestattung, auf die der Durchschnittsverdiener ein Leben lang spart. So brachial kommt der Humor in „Fido“ die ganze Zeit daher: Die Zeitschrift, die Familienvater Bill Henderson (Dylan Baker) liest, heißt dann eben nicht mehr „Life“, sondern „Death“ (harr, harr), und der neu erworbene Zombie, der der ganze Stolz von Mutter Helen (Carrie-Anne Moss) ist, wird von Söhnchen Timmy (K'Sun Ray) wie ein Hündchen „Fido“ gerufen.

„Irrsinnig witzig“ soll das laut einem gewissen New York Magazine sein, und ein Blatt namens National Post versteigt sich gar zu der Behauptung, „Fido“ sei eine „Killer-Satire“. Den verbalen Applaus hat der deutsche Verleih Ascot Elite werbewirksam auf das Covermotiv seiner DVD geklatscht, und die Fürsprache ist m. E. auch dringend nötig.

Das größte und grundsätzliche Manko von „Fido“ ist, dass der Film stets fürchterlich bemüht wirkt. „Fido“ bemüht sich, witzig zu sein – und wirkt doch nur albern. „Fido“ bemüht sich, eine Vater-Sohn-Nebenhandlung zu erzählen, die dem Film wohl so etwas wie emotionale Tiefe verleihen soll – und traut sich doch nicht, die Beziehung so vernünftig auszuloten, dass das auch wirklich klappen könnte. Letztlich wirkt der Film sogar so, als könne er sich nicht einmal entscheiden, ob er wirklich nur eine Parodie auf „Trash“ sein will. Über weite Strecken wirkt „Fido“ so, als wolle der Film sich darauf hinausreden, selbst das zu sein, was er zu parodieren vorgibt. Genau der Versuch, absichtsvoll Trash zu produzieren, ist leider von Anfang an zum Scheitern verurteilt: Trash lebt zu einem großen Teil von unfreiwilliger Komik – und das ist ein Markenzeichen, das sich nun mal leider nicht plan- und absichtsvoll herstellen lässt.

Die DVD

Während die US-Version mit einer ganzen Reihe von Extras aufwartet, gibt sich die DVD-Veröffentlichung für den deutschsprachigen Markt spröde. Der deutsche Verleih Ascot Elite hat weder den Audiokommentar der Originalausgabe noch die anderen Zugaben übernommen. Die Single-DVD bietet lediglich Trailer anderer Filme aus dem Ascot-Sortiment – wer in den Genuss von geschnittenen Szenen, Outtakes, Making of und Storyboard kommen will, muss zur teureren Special Edition im Digipack greifen. Das werden aber sicher nur erklärte Genre-Fans tun; der Rest ist mit der Standard-DVD gut bedient. Die bietet immerhin deutschen und englischsprachigen Ton in sauberem, wenn auch unspektakulärem Dolby 5.1-Sound; das Bild erschien mir unterm Strich etwas zu flau, als dass ich hier die Bestnote vergeben könnte.

R e s ü m e e

„Fido“ verspricht viel, aber leider ist der zähflüssig inszenierte Film kein zweiter „Shaun of the Dead“. Die Darsteller geben sich redliche Mühe, gegen ein schwaches Drehbuch anzuspielen, können „Fido“ aber auch nicht retten. Das Ergebnis wirkt so, als hätte man die famose Tragikomödie „Pleasantville“ zusammen mit Tim Burtons „Mars Attacks“ und „Shaun of the Dead“ durch den Mixer gejagt. Die Ausstattung der Single-DVD aus dem Hause Ascot Elite ist zudem mehr als mau.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Sommergirl-Mary

Sommergirl-Mary

20.07.2010 14:25

etwas wenig zum Inhalt und praktisch nix zu den Darstellern...

CiaoFonzie

CiaoFonzie

14.07.2010 14:25

kenne ich übrigens auch von der Rennstrecke: es gibt immer einen, der schneller ist und immer einen der langsamer ist ;-) LG Matthias

KleenerApfel

KleenerApfel

13.07.2010 23:27

Ich empfand den Streifen als Beleidigung und konnte mich nur mühsam wach halten. Allein Carrie-Anne Moss war für mich in diesem Streifen deplatzierter dennje. Der Sohn ging mir tierisch auf den Keks und das Ende war einfach nur dumpf. Ich hab mich selten so gelangweilt und habs noch nicht mal fertig gebracht, einen Verriss darüber zu schreiben.

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  1. Jenni29Mai80
  2. Brummbaer1977
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