Schlagkräftige Umweltaktivisten
09.03.2006
Pro:
Fesselnde Story, klasse Kampfsystem, glaubwürdige Charaktere
Kontra:
Grafisch nicht jedermanns Sache, da Japano - Stil
Empfehlenswert:
Ja
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo ihr Schreibwütigen! Neuer Tag, neues Glück. Und einen neuen Bericht gibt's obendrein. Nach den ganzen Fragebögen und Buchberichten wollte ich mal wieder zu meinen "Wurzeln" zurückkehren und über ein Spiel schreiben, welches ich in letzter Zeit öfters gezockt habe und immer wieder gern in meine Playstation einlege. Es handelt sich um
+++ FINAL FANTASY VII +++ ein gigantisches Rollenspiel. Und dessen Testbericht lest ihr jetzt.
+++ Die Story +++ Wir befinden uns in einer Welt, wie sie ungeeigneter für Menschen kaum sein könnte: der Stadt Midgar. Diese ist sozusagen das Hauptquartier der Shinra Incorporated, einer Organisation, die sich durch falsche Versprechungen, Betrug und mithilfe der Turks (eine Unterorganisation der Shinra) und nicht zuletzt SOLDIER, an die Spitze der Weltregierung geschwungen hat. Und warum das alles? Nicht zuletzt aufgrund der totalen Weltherrschaft, doch vorrangig, um weltweit die wertvolle Mako-Energie abzapfen zu können, was mithilfe von Generatoren geschieht. Nun wird sich der geneigte Leser fragen, was denn nun wieder Mako ist. Kein Problem: Mako ist für den Planeten das, was für den Menschen sein Blut ist. Es ist "lebenswichtig" für den Planeten, ohne Mako stirbt er und alles stirbt mit ihm. Damit es nicht soweit kommt, haben sich eine kleine Gruppe Leute zu einer Rebellengruppe namens "Avalanche" zusammengeschlossen. Diese vorrangig von zwei der Hauptprotagonisten (nämlich Barrett Wallace und Tifa Lockheart) angeführte Gruppe, versucht die Shinra aber nicht - wie der Name vielleicht vermuten ließe - wie eine Lawine zu überrollen, sondern gezielte Anschläge zu verüben. Und hier kommt auch schon der Held des Games, Cloud Strife, ins Spiel. Er ist ein Ex-SOLDIER und will sich mithilfe eines Auftrags ein wenig Geld nebenher verdienen. Gesagt getan, man verübt einen Anschlag auf den Mako-Reaktor Nummer 1, der es in sich hat. Jetzt müsste Cloud eigentlich seinen Gehaltsscheck entgegennehmen und das Spiel wäre vorbei. Als er jedoch seine Jugendliebe Tifa wiedertrifft, beschließt er, noch etwas länger bei Avalanche zu bleiben. In was er dadurch hineingezogen wird, ist weder ihm, noch dem Spieler zu Beginn bewusst. Was als simple Planetenrettung durch gezielte Anschläge begann entwickelt sich nämlich zu einem ausgewachsenen Kampf gegen die Shinra Inc. und einen Gegner, wie er mächtiger nicht sein könnte. Oder gibt es etwas Mächtigeres als einen Gott?
+++ Die Charaktere +++ Cloud Strife: Die Hauptfigur des Spiels und ein ehemaliger SOLDIER. Nimmt zu Beginn einen Auftrag von Avalanche an, der mehr als nur Planetenrettung beinhaltet.
Barrett Wallace: Der Anführer von Avalanche, der gegen die Shinra Inc. kämpft, die ihm seine Familie und einen guten Freund raubten. Tifa Lockheart: Ebenfalls Mitglied in Avalanche und die Jugendliebe von Cloud.
Aeris Gainsborough: Eigentlich nur ein Blumenmädchen aus den Slums von Midgar, das jedoch Kräfte verbirgt, von denen sie selber nichts weiß. Red XIII / Nanaki: In vieler Hinsicht ein ungewöhnlicher Charakter. Er ist eine Art Wolf, was noch nicht weiter verwunderlich wäre, wenn er dazu nicht auch noch sprechen könnte.
Cait Sith: Eine kleine Katze, die auf einem riesigen Stofftier reitet und ein Megafon als Waffe benutzt. Ganz schön freakig und zwielichtig. Cid Highwind: Ein Pilot, der seine Kindheitsträume nie vergessen hat. Der beste Flieger weit und breit und obendrein noch kampfstark.
Yuffie Kisaragi: Eine der Bonuscharaktere. Sie ist eine Substanz-Jägerin, die anfangs ziemlich verschlagen wirkt, jedoch ein herzensgutes Wesen ist. Vincent Valentine: Der zweite Bonuscharakter. Über ihn ist nicht viel bekannt, außer, dass er ein starker Kämpfer ist.
Sephiroth (nicht spielbar): Über ihn und seine Vergangenheit gibt es keine Auskunft. Er war wie Cloud bei SOLDIER und der beste dort. Jedoch hält Shinra alle Informationen über ihn geheim. +++ Das Gameplay +++
Da ein Spiel nun mal nicht nur aus Story und Charakteren besteht muss es auch etwas geben, was alles zusammenhält. Hierbei geht Final Fantasy VII den konventionellen Weg aller Rollenspiele: Kämpfen, leveln, kämpfen, leveln und so weiter und so fort. Ein wenig drumherum gibt es trotzdem noch. ;) Zu Anfang des Spiels bewegen wir uns in der Stadt Midgar durch schöne, aber unbewegte Renderhintergründe. Im Verlauf des Spiels trifft man so viele Charaktere, die einem Infos liefern, was als nächstes zu tun ist, wobei man nicht zwingend mit diesen reden muss, da FF VII sehr linear verlauft und man eigentlich unmöglich in eine Sackgasse geraten kann, was, wie ich finde, ein großer Pluspunkt des Spiels ist. Aber ein Rollenspiel kann ja nicht nur aus Umherlaufen und Story vorantreiben bestehen. Natürlich wird auch dick gekämpft. Bevor es jedoch dazu kommen kann, sollten sich Cloud und Co. ersteinmal in einem der vielen Waffen- und Substanzläden (zu Substanz komme ich später) eindecken. Gut gewappnet kann es jetzt eigentlich ans Gegnermetzeln gehen. Also flugs in ein Gebiet mit Feinden gerannt, welches meist außerhalb aller Städte liegt, und losgebolzt. Kommt es zu einem Kampf wechselt die Ansicht in eine Art dreidimensionale Kampfarena. Nun wird, dank des ATB-Systems (ATB steht für "Active Time Battle") rundenweise gekämpft, gezaubert und aufgerufen, was die Magiepunkte hergeben. Hat man die Schlacht siegreich zu Ende geführt, darf man sich über Erfahrungspunkte, Gil (die Währung des Spiels) und so genannte Fähigkeitspunkte freuen. Letztere werten die Substanz auf. Aber was zur Hölle ist eigentlich Substanz? Hmm, schwer zu beschreiben. Es sind kleine Kugeln, ähnlich einer Murmel und meiner Meinung nach nichts weiter als kristallisiertes Mako. Den Spaß gibt es in fünf unterschiedlichen Varianten und allesamt werden sie in Rüstungen und Waffen der Charaktere eingebaut. Doch nun zu den unterschiedlichen Arten von Materia, wie Substanzen auch genannt werden. Die grüne Zaubermateria beinhaltet, wie der Name schon sagt, einen Zauber, wie etwa Blitz oder Heilung. Diese lassen sich meist noch zwei oder drei Stufen aufleveln, was natürlich die Effektivität des Zaubers enorm erhöht. Die gelbe Befehlsmateria verleiht dem Charakter, der sie trägt, spezielle Fähigkeiten, zum Beispiel "Stehlen" oder das Erlernen von Feindesfähigkeiten, um sich diese selbst zu Nutze zu machen. Dann wäre da noch die bläuliche unterstützende Materia, die meist mit anderen Materia kombiniert wird, um so zum Beispiel der Waffe einen bestimmten Elementarangriff zu verleihen (wie Feuer, Eis oder ähnliches). Die rosafarbene unabhängige Materia ist dazu da, den Status der Charakter zu verbessern. So erhöht sie etwa Stärke oder Heilpunkte der Spielfigur. Zu guter letzt die wohl spektakulärste Substanz: die rote Aufrufmateria, mit der riesige Ungeheuer heraufbeschworen werden können, die dem allen Gegnern stark zusetzen. Ich denke, dass diese Infos zum Gameplay genügen. Ach ja, ein bisschen was fehlt ja noch. Ihr bleibt natürlich nicht das Ganze Spiel über in Midgar, sondern verlasst die Stadt relativ früh, um euch auf die Jagd nach Sephiroth zu begeben. Außerhalb von Städten bewegt ihr euch deswegen auf einer dreh- und schwenkbaren Weltkarte. Anfangs noch zu Fuß, später mit allerlei Fahr- und Flugzeugen. Sogar ein U-Boot dürft ihr später euer eigen nennen. +++ Die Grafik +++
Tjaja, jetzt wird's hässlich. 1997, als Final Fantasy VII released wurde, war die Grafik das Beste, was die Playstationwelt zu bieten hatte. Jedoch ändern sich die Zeiten und heute, fast 10 Jahre später, kann man keineswegs mehr von einer Megagrafik sprechen. Am meisten loben kann ich höchstens noch die wunderschönen Renderhintergründe, die sehr detailverliebt gezeichnet worden sind. Der Rest ist Polygonbrei und nicht gerade detailliert ausgearbeitet. Auch schöne Texturen sucht man vergebens. Übrigens dürfte die Grafik nicht jedermanns Geschmack sein, da sie fernöstlich angehaucht ist, was bedeutet, dass man es mit kindlichen Charakteren und großen Kulleraugen zu tun bekommt. Ein großes Lob gebe ich jedoch den stimmungsvollen Rendervideos, die ab und an eingestreut werden. Ich ziehe dem Spiel in der Gesamtwertung jedoch keine Punkte ab, da die eher durchschnittliche Grafik den Spielspaß in keinster Weise trübt. +++ Der Sound +++
Ein großes Lob an die Entwickler, eine solch stimmige Soundkulisse sah man selten in einem Videospiel. Die Musik passt sich dynamisch den Szenarien an. So erlebt man in Midgar eher düsteres Grummeln und Dröhnen, in einem Dörfchen dagegen schon fröhlichere Klänge. Kommt es zum Kampf gibt es automatisch hektische, schnelle Musikuntermalung, eben immer jeweils passend zur Situation der Helden. Dass da nur Midi's aus den Boxen quäken und die Soundeffekte an sich eher mau sind, stört den passionierten Final Fantasy-Zocker da eher wenig. +++ Die Steuerung +++
Die Steuerung ist rundum gelungen, in jeder Situation hat man seine Helden voll unter Kontrolle. Die Tasten wurden sinnvoll belegt, wenngleich immer noch auf die japanische Weise. Der Europäer an sich ist es ja gewöhnt mit der X-Taste zu bestätigen, was bei Final Fantasy VII jedoch per O-Taste geschieht. Doch man gewöhnt sich schnell an diese neue Steuerungsweise und nach kurzer Zeit geht es einem so schnell von der Hand, dass man glauben könnte, dass man es schon seit Ewigkeiten so handhabt. Alle Tasten sind sinnvoll belegt. Auf die Kontrolle durch Analog-Sticks muss der Spieler bei diesem Final Fantasy-Teil jedoch verzichten, was ich aber nicht als Minuspunkt werte, da Analog-Controller 1997 noch gar nicht erhältlich waren. +++ Mein Fazit +++
Ein Spiel für lange Tage, Abende und Nächte, was mir persönlich auch nach zweimal komplett durchspielen nie langweilig geworden ist. Es ist spannend, Cloud und seine Freunde auf ihrem Weg im Kampf gegen die Shinra und Sephiroth beizustehen, dabei in eine völlig andere Welt einzutauchen und alles um sich herum zu vergessen, wie es mir heute ab und an noch ergeht. Es ist die Herausforderung des nächsten Gegners und die Spannung der Story, die mich immer wieder angetrieben hat, wenn ich den Controller gerade aus der Hand legen wollte. Aber nicht nur das, es sind auch die vielen kleinen versteckten Details und Minispiele, die den Spieler in seinen Bann ziehen. So war es für mich zum Beispiel eine Aufgabe von Stunden, Chocobos zu züchten (straußenähnliche Laufvögel) und diese in Chocobo-Rennen zu schicken. Oder ich vergnügte mich bei zahlreichen "Spielen im Spiel" in der Gold Saucer, dem Las Vegas dieser Welt. Kurzum, es gibt viele Möglichkeiten Final Fantasy VII zu lieben. Was schlussendlich schon mal zu einer Spielzeit von weit über 100 Stunden führen kann. Schon fertig? Dann danke ich euch hiermit für das Lesen des Berichtes und wünsche, in gewohnter Manier, viel Spaß beim Bewerten und Kommentieren.
Euer Kain
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22.08.2006 19:15
Am besten ist der "Ritter der Runde" Zauber, mit dem am liebsten alles aus dem Weg räume inkl. der Weapons, aber auch Ultima mit Quadra Magie ist nicht ohne. Gruss Damona
04.05.2006 16:03
Neben FFX immer noch mein Lieblingsteil. Auch wenn es schon älter ist :-) Aber das muss ja kein Kriterium sein. Guter Bericht. Lg - Mk Midi Master -
21.03.2006 21:41
achso! gibt es da in jedem Final Fantasy einen anderen Helden? Ich kenne nur YUNA! aber die ist hier nicht dabei...mfg juli