Final Fantasy VI (SNES)

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Final Fantasy VI (SNES)

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Ein Spiel für die Ewigkeit

5 10. Jan 2001

Pro:
tolle Story, fantastische Charaktere, unvergleichliche Musik, viele Sidequests, prima Gameplay

Kontra:
Story läßt gegen Ende etwas nach, schwer erhältlich

Empfehlenswert: Ja 

ElPerverso

Über sich:

Mitglied seit:17.07.2000

Erfahrungsberichte:19

Vertrauende:8

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 10 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Erstmal vorweg: Obwohl die meisten Leute dieses Spiel als FF3 kennen, ist es in der Tat Teil 6 von Squares legendärer RPG-Serie. Da in den USA jedoch die Teile 2, 3 und 5 nicht erschienen, wurde FF4 in den USA zu FF2 und Teil 6 eben zu Teil 3.

Final Fantasy 6 ist für mich das Meisterwerk der Rollenspielkunst schlechthin. Selbst über 6 Jahre nach dem Release hat es kaum etwas von seiner Faszination verloren.

Worum geht es eigentlich in Teil 6? Vor 1000 Jahren gab es einen Krieg, den War of the Magi, und dieser Krieg war so verheerend, daß die Kunst, Magie zu benutzen, in ihm verloren ging. Nun hat sich ein Imperium aufgeschwungen, die Welt mit Magitek-Waffen zu beherrschen, in denen sich Technik auf seltsame Weise mit Magie vermischt. Zu Beginn des Spiels begleiten zwei Soldaten des Imperiums eine junge Frau namens Terra, die vom Imperium kontrolliert wird und die die verlorengeglaubte Gabe, Magie zu benutzen, in sich trägt, in das Bergwerksdorf Narshe. Dort soll ein magisches Wesen, ein Esper, gefunden worden sein. Die wehrhaften Einwohner Narshes sind dank der Magitek-Armor (so eine Art kleiner Mech) der drei kein großes Problem, doch einmal beim Esper in den Minen angekommen, wird der Bann über Terra gebrochen. Sie trifft den Schatzjäger (andere würde Dieb sagen, aber das hat er gar nicht gerne) Locke, der Terra zu den Returners bringt, eine Rebellengruppe, die gegen das machthungrige Imperium kämpft. Das alles passiert etwa in der ersten Stunde des Spiels, und von da an verselbständigen sich die Ereignisse. Es sei hier nur verraten, daß nicht alles so ist, wie es zu sein scheint, die Espers eine große Rolle in der Story spielen und man jede Menge Überraschungen und Wendungen miterleben darf.

Spielerisch ist das ganze eben Final Fantasy: Aus der Vogelperspektive steuert man seine bis zu vier Mitglieder umfassende Party durch Städte, in denen man sich Informationen holen und einkaufen kann, über die Oberwelt und durch Dungeons, wo man alle paar Schritt von ein paar Monstern angegriffen wird. Kommt es zum Kampf, sieht man die Helden auf der einen, die Monster auf der anderen Seite des Screens; das seit FF4 bewährte ATB-(Active Time Battle)System kommt wieder zum Einsatz, sobald der Zeitbalken eines Charakters aufgefüllt ist, darf er oder sie zuhauen, zaubern oder einen Gegenstand benutzen, außerdem hat jeder Charakter einen Spezialskill. Dieb Locke kann so beispielsweise Items stehlen, Ninja Shadow hingegen Shuriken oder andere Waffen zielsicher werfen. Endgegner und Schatztruhen, in denen man Waffen, Rüstungen und mehr findet, dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Das Magiesystem ist wieder einmal etwas besonderes: Ab einem gewissen Zeitpunkt in der Story erhält man Espers, die man equippen kann. Jeder Esper dient zum einen als Summon-Spell (die Trademarks wie Shiva, Ifrit, Odin oder Bahamut sind selbstredend alle dabei), vor allem bringt er dem entsprechenden Charakter aber auch neue Spells bei. Für jeden gemachten Kampf gibt es neben den normalen Erfahrungspunkten noch Magic Points. Jeder Zauberspruch verfügt über eine gewisse "Lernrate", mit der die erhaltenen MP multipliziert werden. Hat man dann einen Wert von 100 erreicht, hat man den Zauberspruch gelernt - ging zu schnell? Also, wenn man einen Zauber mit einer Rate von 5 hat, so benötigt man 20 MP, denn x 20 = 100. Bei einer Rate von 1 für die mächtigsten Zauber sind dann schon volle 100 MP nötig. Stärkere Esper können altbekannte Zaubersprüche lehren, dann meist mit einer höheren Rate als schwächere Esper. Somit kann man seine Charaktere also recht individuell gestalten, da man stets selbst bestimmt, wer welche Sprüche lernt.

Viele Leute sind besonders an der Grafik interessiert, dabei ist deser Punkt in meinen Augen gerade bei einem RPG recht unwichtig. Nichtsdestoweniger ist FF6 (für SNES-Verhältnisse) eine Augenweide mit putzigen, toll animierten Sprites und beeindruckenden Hintergründen. Die optische Brillanz eines Chrono Trigger oder Seiken Densetsu 3 wird zwar nicht erreicht, aber FF6 gehört eindeutig zur Oberklasse auf dem SNES.

Für mich weitaus wichtiger als die Grafik ist die Musik - und hier haben wir einen der Gründe, warum FF6 für mich immer noch die Numero Uno ist. Ich kenne kein Spiel, das musikalisch mithalten könnte, und ich habe eine Menge Spiele gespielt. Soundguru Nobuo Uematsu, seit Jahr und Tag der Komponist hinter der FF-Reihe, hat sich hier selbst übertroffen, kein anderes Spiel offeriert eine solche Masse an sensationellen Themen, daß einem schlichtweg die Spucke wegbleibt. Jeder Charakter hat ein eigenes Thema, wobei besonders die von Cyan, Shadow und Celes herausstechen. Die (erste) Musik in der Oberwelt, die eigentlich Terras Thema darstellt, treibt einem fast die Tränen in die Augen und ist schlichtweg sensationell. Zwar sind die Kampf- und die Chocobo-Musik mit die schwächsten der FF-Reihe, aber bei der Masse an mitreißenden, aufwühlenden und rührenden Tracks stört das nicht im geringsten. Wer die Chance hat, den Soundtrack zu bekommen, ergreife die Gelegenheit tunlichst beim Schopfe! 3 CDs randvoll mit brillanten Kompositionen sind das Geld wert!

Die Story, deren Grundzüge oben bereits angesprochen wurden, ist exquisit, spannend, abwechslungsreich und überraschend, und dabei immer wieder mit komischen Elementen gespickt (man denke nur an Ultros, DEN Kultgegner schlechthin, oder Relms unverblümte Frage "Can they use magic, too?"). Allerdings gibt es etwa in der Mitte einen deutlichen Einschnitt, und danach verflacht die Story leider zusehends, weil dann klar ist, wer der finale Endgegner ist und wo man ihn zu bekämpfen hat, es gibt dann leider keine weiteren dramatischen Höhepunkte. Das fällt aber kaum auf, da man sich eingehend mit den Charakteren beschäftigen kann, und die sind mit die besten, die je in einem japanischen RPG anzutreffen waren. Obwohl Terra die Hauptfigur ist, ist sie nicht so dominant wie Cloud in FF7 oder Squall in FF8, es gibt große Teil im Spiel, während der man Terra nicht in der Party haben kann. Locke, Edgar, Sabin oder Celes haben fast einen ebenso großen Anteil an der Story wie Terra selbst, und das ist einfach wunderbar. Selbst weniger wichtige Charaktere wie Relm, Strago, Mog oder Gau sind toll ausgearbeitet und einfach liebenswert und wirken nie so, als wären sie flache und nichtssagende Nebencharaktere, wie es in FF7 (Cait Sith, Vincent) und 8 (Zell, Irvine) manchmal leider der Fall war. Insgesamt gibt es 14 Charaktere, 12 offizielle und 2 geheime, für ein FF verdächtig viel. Gut, die beiden Geheim-Charaktere haben kaum Hintergrund, aber insgesamt ist das Charakterdesign einfach ungeschlagen.

Sidequests gibt es mehr als genug, ehe man alle Esper gefunden hat und alle Relics im Kolosseum erspielt hat, dürfte eine Menge Zeit vergehen. Als reine Spielzeit muß man zwischen 30 und 50 Stunden veranschlagen, je nachdem , wie geübt man ist und wie genau man sich umschaut. Als US-Version ist das SNES-Modul mittlerweile arg teuer und kaum noch zu finden, es gibt allerdings auch die Möglichkeit, das Spiel für die PSX auf FF Anthology (allerdings kaum billiger) zusammen mit FF5 zu erstehen. Das Problem an den PSX-Versionen sind allerdings die längeren, nervigen Ladezeiten und gelegentliche Ruckler, die den Spielfluß etwas trüben. Entschädigt wird man dafür mit zwei guten Rendersequenzen und umfangreichen Zusatz-Features wie eine Monsterliste oder Artworks. Prinzipiell rate ich dennoch eher zur SNES-Version.

Insgesamt ist FF6 trotz der etwas nachlassenden Story in der zweiten Hälfte für mich das beste Konsolen-Rollenspiel überhaupt. Kein anderes Spiel bietet eine derart geschlossene Einheit zwischen fantastischer Storyline, brillant ausgearbeiteten Charakteren, einmaliger, durch die sensationelle Musik unterstützte Atmosphäre und spielerischer Klasse. Die Dungeons sind nämlich ganz hervorragend designt, teilweise muß man zwei oder sogar drei Parties gleichzeitig steuern. Für ein japanisches RPG ist außerdem der Rätselanteil relativ hoch. Also, auch wenn neuere Spiele, insbesondere die eigenen Nachfolger, natürlich grafisch spektakulärer sind und vielleicht noch mehr Spielfläche zu bieten haben - an die Magie von Final Fantasy 6 ist in meinen Augen noch kein anderes Spiel herangekommen. FF9 war dicht dran, aber auch nicht ganz auf dem gleichen Level. Ein Klassiker, ein Kultspiel, das man nicht verpassen sollte, auch wenn es nun schon bald 7 Jahre alt ist.

 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
zitrol

zitrol

25.01.2002 16:33

Ein tadelloser Bericht und natürlich damit auch sehr hilfreich!

rubin

rubin

18.08.2001 03:09

Ein sehr schöner und vor allen Dingen informativer Bericht. Grüße rubin

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