Schlechtes Final Fantasy, schwaches RPG
08.02.2005
Pro:
Technisch erstklassige Rendersequenzen, "Nochmal spielen" - Feature
Kontra:
Grottige Story, unsympathische Charaktere, unterfordernde Kämpfe, unpassendes Pop - Ambiete, unspektakulärer Soundtrack
Empfehlenswert:
Nein
 MichaelMoeller
Über sich:
Man könnte mich wohl als Freak bezeichnen. Spielkonsolen sind, seit ich damit irgendwann anno '89 in...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ein Sequel zu einem Final Fantasy? Hmm, sollen nicht alle FF-Stories in sich abgeschlossen sein? Sowas hatte man doch mal von offizieller Seite verlauten lassen. Und hätte sich wohl auch daran halten sollen, denn Final Fantasy X-2 zeigt sehr gut, daß man abgeschlossene Geschichten nicht nochmal aufrollt, um ein Gewaltsequel zu erzwingen. Ich war ja von Anfang an skeptisch, und ich muss zugeben, das Spiel hat all meine Erwartungen erfüllt. Kampfsystem & Gameplay:
Das ist an sich recht witzig, aber im Großteil des Spiels aufgrund der meist unterforderden Gegner extrem öde und primitiv. X gedrückt halten und fertig. Der Finalkampf gestaltet sich übrigens genauso. Wobei da noch ewig langes, stupides Herumgerenne von Bossfight zu Bossfight dazukommt. Laaaaaaangweilig! Kostüme und damit die Klassen und Fertigkeiten lassen sich während des Kampfes wechseln. Die Kostüme arrangiert man dabei in sogenannten Kostümpaletten. Darin lassen sich unterschiedlich viele Kostüme anordnen, jede Palette gibt dabei individuelle Boni. Hat man alle Kostüme einer Palette im Kampf durchgenommen, kann man in spezielle Super-Kostüme schlüpfen. Diese sind FFX-2s trauriger Ersatz für die Bestias und möchten erst einmal gefunden werden. Gut getimte Folgeangriffe geben einen Kombobonus. Aber wie gesagt, die Details des Kampfsystems sind aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades in fast allen Kämpfen eher überflüssig.
Der Rest des Spieles ist gameplaytechnisch Rollenspiel-Standardkost. Bis auf die warum auch immer eingebauten Sprungeinlangen. Hier drückt man einfach nur an der richtigen Stelle den X-Knopf - genau wie im Vorgänger mit den Chocobos auf der Mi'hen Straße. Nur nerviger, da es öfter vorkommt. Die Heldinnen und co.:
Die Hauptcharaktere, da steht es 1:2. Paine mag ich wirklich, die gefällt mir als neuer Char, irgendwie cool und stylisch, solang nicht versucht wird, irgendwie ne Geschichte mit oder zu ihr aufzubauen. Allerdings ist aus Rikku eine tolpatschige Klischeeblondine geworden. Nicht auf die lustige Art, eher auf die nervige. Und Yuna, Yuna hat ja schon immer ein wenig schwulstig gesülzt, aber was aus der für ne jammernde Schmachttante geworden ist, ist unfassbar. Ach, ihr Schicksal war ja so hart, und sie hat ja so viel mitgemacht und hier ach und da au weh. Blech! Derart nervtötende und unsympathische Helden trifft man enorm selten.
Die Nebencharaktere mal außen vor. Die aus dem Vorgänger bekannten Figuren wurden mehr oder weniger in ihre neuen Rollen gepresst, wirkt in Bezug auf den Vorgänger auch nicht sehr harmonisch. Darunter leidet natürlich auch das Gesamtbild ungemein. Grafik & Sound:
Das grundlegende Design vom Spiel ist sicher Gewöhnungssache. Ich konnte mich nicht so sehr dran gewöhnen. Es ist alles irgendwie sehr...bunt und deplatziert. Ich bin halt nicht so der Schwulst- und Pop-Fan. Ist ganz am Anfang sogar noch etwas witzig, nervt aber sehr schnell. Daß größtenteils Locations auf sem Vorgänger recycelt wurden, kann man dem Spiel als Sequel nicht mal so arg zur Last legen. Die Renderszenen bewegen sich technisch zugegeben auf hohem Niveau, auch die Charaktermodelle sind deutlich detaillierter als im Vorgänger. Auf musikalischer Ebene vermisst man schmerzlich Nobuo Uematsus Kompositionen. Einige Stücke sind zwar nett, die meisten aber eher unscheinbar nebenher düdelnde Fahrstuhlmusik. Auch nicht wirklich toll. Denn Atmosphäre wird mit den Stücken nicht erzeugt. Dafür bietet das Spiel wie der Vorgänger umfassende Sprachausgabe.
Die Story: Die Story ist echt ein Unikat. Nicht sehr gehaltvoll, von Beginn bis Ende völlig aufgesetzt wirkend, oft unlogisch und auch mal arg hanebüchen, die Story vom Vorgänger brutalst zurechtbiegend oder mal völlig ingorierend bzw. umschreibend. Das ist echt furchtbar.
Teilweise werden Handlungstränge gestrickt, die eigentlich aufgrund der Entwicklungen in Teil 10 nicht wirklich möglich wären, wohl nur um wenigstens einen Bezug zum Vorgänger hinzubekommen. Aber irgendwie ist es weder Nachfolger noch eigenständige Geschichte, sondern eigentlich nur ein relativ gehaltloses Etwas. Vereinzelt gibt es ein paar nette Ansätze, die werden aber nicht wirklich genutzt. Ein Rezensent bei Amazon hat mal geschrieben, nach X-2 wär man genauso schlau wie nach X. Stimmt. Denn irgendwie besteht das Spiel zum Großteil aus nicht storyrelevanten Nebenquests. Die meisten davon sind einfache "Erreiche den/die Wegpunkt(e)"- oder "Besiege irgendwen"-Missionen. Tw. sind auch kreativere Sachen dabei, z.B. das Aufklären einer Unglücksserie auf der Mi'hen Straße. Oder die umgekehrte Variante der "Tal der Kaktoren" Subquest aus Teil 10.
Spiel's noch einmal, Sam: Richtig klasse ist das "Nochmal spielen"-Feature. Bis auf die Level und einige essentielle Items wie die Super-Sphäroiden übernimmt man wirklich alles. Alle Kostüme mit allen gelernten Abilities und sogar die Spielverlaufsprozente, so daß man sich praktisch aufs Vervollständigen konzentieren kann.
Das würde aber bei ner besseren Story mehr Spaß machen, alles nochmal zu spielen, denn bei diesem Spiel ist die Motivation fürs nochmalige Spielen praktisch 0. Alternativ hätte man die Spielprozente nicht so an bestimmte Kapitel/Events binden sollen, so daß man auch noch kurz vor Ende die Möglichkeit hat, alle Prozente einzuheimsen. Fazit: Das Spiel hat gravierende Mängel in allen rollenspiel-relevanten Punkten. Eine absolut grottige Story, unsympathische und nervtötende Charakter - mit Ausnahme Payne - und unterfordernde Kämpfe. Final Fantasy X-2 ist kein gutes Final Fantasy und ein allenfalls mäßiges Rollenspiel. Und im Gegensatz zu Final Fantasy 8 ist das keine Standpunktfrage.
FFX-2 ist ein verwursteter Schnellschuß. Der Versuch, mit einem etablierten Namen extra Gelda zu machen, wird nichtmal sonderlich vertuscht. Das Spiel empfiehlt sich echt nur Hardcore-FF-Fans. Und dann auch nicht wegen des Spielerischen, sondern nur, um keine Lücke in der Sammlung zu haben. (Anm.: Bei den Bericht handelt es sich um einen Text, den ich vor 7 oder 8 Monaten für meine private Website geschrieben habe, denke aber, daß er hier wohl besser aufgehoben ist.)
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27.05.2006 16:37
Du hast vollkommen recht. Das einzig Interessante fand ich diese 99 Level oder wieviel in der Kirchenstadt (weiß nicht mehr wie die heißt) die man wenigstens ansatzweise mit der Ahnenhöhle bei Lufia für SNES vergleichen kann. Warum macht man so ein beschissenes Spiel und lässt sich dafür ewig Zeit mit FF XI? Einmal durchgespielt und wie du sagtest jetzt nur noch da um die Sammlung zu vervollständigen. Besonders hilfreicher Bericht. LG Alex
08.02.2005 20:44
Ich fand den Vorgänger besser. super Bericht!!! LG Sartek007
08.02.2005 16:42
Naja.. Ich konnte die Final Fantasy spiele noch nie besonders leiden. Mfg MaRco