Finansbank (Holland) N.V.

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Finansbank - mehr als nur DIBA-Alternative!?

5 2. Okt 2003 (10. Mar 2004)

Pro:
Service, hohe Zinsen, kostenlos

Kontra:
Einlagensicherung nur bis 20 . 000 EUR

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Service:

Filialnetz:

Fachliche Beratung:


normeier

Über sich: 11/2009: Never say never

Mitglied seit:25.08.2003

Erfahrungsberichte:63

Vertrauende:35

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 111 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nachdem ich ja bezüglich meiner Themenauswahl bisher nicht besonders abwechslungsreich war, möchte ich heute mit meinem ersten Bankenbericht etwas daran ändern. Es geht hierbei um die Finansbank, deren Kunde ich seit über 2 Jahren bin. Während dieser Zeit habe ich einige Vor- und Nachteile bemerkt, die ich im heutigen Bericht ansprechen werde.
Starten werde ich aber mit einer kurzen Übersicht über das...

Unternehmen

Die Finansbank ist Teil der Finansbank Holland NV, ein in mehreren Ländern Europas tätiges Bankunternehmen. Aber wie auch der Konkurrent DHB gehört die Finansbank (FB) eigentlich zu einer türkischen Muttergesellschaft. Hauptgeschäft sind Guthabenkonten und Kreditfinanzierungen mit Privat- (auf die ich mich beziehen werde) und Firmenkunden. Dabei erzielte sie 2002 mit einer Bilanzsumme von 2,1 Mrd EUR einen Jahresüberschuss von 7,5 Mio EUR. Ich halte das für etwas wenig, der Vergleich zu großen Instituten wie der Deutschen Bank hinkt zwar, aber irgendwie ist Banking ja Vertrauenssache und bei so dünnen Gewinnen kommt selbiges nicht wirklich auf. Hauptkonkurrenten der FB sind zum Beispiel die DIBA, der man allerdings eines voraus hat: es sind neben den klassischen „Direct-Banking-Methoden“ auch einige, wenn auch sehr dünn gesähte Filialen vorhanden, aber dazu später mehr.

Produkte

Entsprechend dem Direktbankprinzip übersichtlich, d.h. es gibt eine Tagesgeldanlage, eine Festgeldanlage und Kredite, die erst kürzlich dazugekommen sind, und weiterhin auch Firmenkundenangebote, die ich aber nicht weiter ansprechen werde.

Tagesgeldkonten sind eine Kombination aus Spar- und Girokonten, hohe Verzinsung bei täglicher Verfügbarkeit, allerdings sind Zahlungen nur auf ein Konto möglich, ein sogenanntes Gegen- oder Referenzkonto, im Gegensatz zum Girokonto, wo ja der tagtägliche Geldverkehr stattfindet. Festgeld wird wie der Name schon sagt, fest angelegt, dabei werden Zins und Laufzeit bestimmt. Da in der momentanen wirtschaftlichen Lage (Stand: 03/2004) die Zinsen eher runtergehen, sollten alle Anleger, die ihr Geld wirklich absehbar nicht brauchen, auf jeden Fall fest anlegen, bei Tagesgeldkonten ist der Zins flexibel und kann täglich und ohne Vorankündigung gekündigt werden. Ich habe mich also für das Tagesgeldkonto entschieden, da ich als Student flexibel handeln können muss.

Derzeit zahlt die FB ab einem Anlagebtrag von 5000 EUR 2,75% Zinsen und liegt damit auf Platz 2 (!!) in Deutschland (Quelle: www.tagesgeld-vergleich.de). Es mag einige Anbieter geben, die die FB hier schlagen, allerdings verfolge ich die Markteintwicklung seit gut 3 Jahren und die Finansbank ist immer vorne dabei, viele Konkurrenten beginnen mit tollen Angeboten und senken dann die Zinsen drastisch, wenn genug Kunden „gelockt“ wurden. Auch habe ich von Anbietern gehört, die die eigentlich kostenlose Kontoführung dann mit teuren Depots o.ä. koppeln – das ist Betrug und höchst unseriös. Nichts davon hier bei der Finansbank: 2,75% Zinsen ab 5000 EUR, kostenlose Kontoführung (und Verfügung) und pünktliche jährliche Zinszahlung (früher monatlich, leider abgeschafft). Das Angebot ist sicher nicht groß und beschränkt sich auf die wesentlichen Elemente – mir hat es immer gereicht, eine Bank für mein Girokonto habe ich nicht gesucht, sondern hohe Zinsen - und da ist die FiBa wie gesagt immer vorn dabei.

Wie zu erwarten war, womit auch sonst verdienen Banken Geld, hat die Finansbank kürzlich auch Kredite ins Sortiment aufgenommen, die ich aber bisher (gottseidank) nicht in Anspruch genommen habe. Es gibt hierbei den "Abrufkredit", eine Art Dispo, mit 6,8% Zins und den "Privatkredit" mit Zinsen ab 4,95%. Beide sind ohne Bearbeitungskosten und gelten bis zu einer Höhe von 2500 bis 25.000 EUR. Die Homepage hält hier weitere Infos bereit.

Service/Kontoführung

Aber wie an das Geld rankommen? Hier hat die Finansbank etwas gebraucht, um auf den Stand der Technik zu kommen. Mittlerweile bietet die Bank aber neben dem telefonischen Aufträgen auch (endlich) die Möglichkeit der Internet-Überweisung.

Ich nütze beides je nach Bedarf und obwohl ich sonst eher Internet-basiert banke, greife ich bei der FB zum Telefon! Warum? Keine Warteschleifen, freundliche Mitarbeiter und kein großes Unterlagengekrame (es werden keine Transaktionsnummern gebraucht). Dazu geht es meistens etwas schneller. Zur Bestätigung gibt es dann noch eine Referenznummer, um ggf. nachzufragen, wenn etwas nicht stimmt. Das ist mir allerdings nie passiert, alle Überweisungsaufträge sind umgehend bearbeitet worden bzw. eingegangen, das kann schon mal wichtig werden bei Studenten, gell!

Wem das alles zu aufregend ist, der kann eben auch in Großstädten in die vorhandenen Filialen gehen – vorrausgesetzt man wohnt nahe Berlin, Frankfurt oder Muenchen, also sehr wenig – und trotzdem mehr als bei den meisten Konkurrenten! Viele Filialen bedeuten eben hohe Kosten, die sich in niedrigeren Zinsen niederschlagen – wer will das schon? Die Einzahlungen funktionieren übrigens durch Überweisung von jedem deutschen Bankkonto. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich mit dem Service und den Verfügungsmöglichkeiten vollauf zufrieden bin, gerade seit der Einführung des Internetbankings! Allerdings gibt es auch einen Punkt wo die Finansbank wirklich noch Nachholbedarf hat...der

Sicherheit/Kontoeröffnung

Gleich zu Anfang, damit meine ich nicht die Aus-/Einzahlungssicherheit, hierzu später. Ich meine die Einlagensicherung. Hä, nie gehört? Logo, fast alle deutschen Banken sind an den Einlagensicherungsfond der deutschen Bankenwirtschaft angeschlossen, der bei einer Bankenpleite für die Guthaben der Kunden in voller Höhe einsteht. Nicht so die FB, sie beschränkt sich auf die Mindestdeckung von 20.000 EUR. Die Millionarios unter euch sollten sich also eventuell nach einer anderen Bank umsehen. Allerdings sollte man das nicht überbewerten, da zum einen eine Bankenpleite recht unwahrscheinlich ist, grade wenn das Unternehmen nicht im Investmentgeschäft tätig ist, und zum anderen hat wahrscheinlich nur ein Bruchteil von euch (mich leider inklusive) wohl 20.000 EUR parat – somit ist das Problem eigentlich keins.

Und nun zu den Sicherheitsbedenken wegen Zahlunssicherheit: meiner Meinung ist das System durch die Regelung mit den festen Referenzkonten generell sehr sicher. Da dieses Referenzkonto wohl meist ein Girokonto ist, würde man sehen, wenn jemand versucht hat, Geld zu transferieren – und könnte dies unterbinden. Daneben stehen natürlich noch die üblichen Sicherungssysteme wie Passwort und PIN zur Verfügung, die unbefugten Zugriff auf Konto verhindern sollen – und das in meinem Fall auch immer getan haben. Wenn Geld weg war, dann lag das an mir ;)

Auch die Sicherheit bei der Kontoeröffnung ist gewährleistet. Nachdem man die übersichtlichen Eröffnungsunterlagen ausgefüllt hat, steckt man diese in den beigelegten Umschlag und möge sich zum nächsten Postamt begeben. Hier wird das sogenannte PostIdent-Verfahren durchgeführt: ein Postmitarbeiter kontrolliert den Personalausweis (Pass wegen der fehlenden Adresse eher kritisch) gegen die Angaben aus dem Eröffnungsformular und stellt so die Identität des Eröffnenden fest. Klingt vielleicht kompliziert, ist aber eine Sache von drei Minuten, wenn man nicht einen Spezialisten hinter dem Schalter erwischt – aber dafür kann die Bank nix!
Auf jeden Fall werden einem keine Steine in den Weg gelegt – und trotzdem ist Sicherheit gewährleistet.

Fazit

Die Finansbank bietet einen für Direktbanken einen außergewöhnlich guten Service und das bei relativ konstant hohen Zinsen, von der niedrigen Einlagensicherung einmal abgesehen stimmt auch das geschnürte Sicherheitspaket. Somit ist die FB mehr als nur eine Alternative auf dem unübersichtlichen Markt der Direktbanken.

PS: Die Ciao-Kriterien bitte ich nicht ueberzubewerten, sie sind nicht passend fuer Direktbanken, ich habe versucht, dass soweit als moeglich anzupassen

Weitere Infos:
www.finansbank.de
www.tagesgeld-vergleich.de

Wer zu dem Thema noch Fragen hat oder den Bericht kritisieren möchte, möge dies bitte im Kommentar oder meinem Gästebuch tun – Danke schon jetzt! 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
andreasmb

andreasmb

11.09.2006 20:49

Vielen Dank für den informativen Bericht. Es gibt aber mitlerweile auch andere Banken (in Dtl.), die nur die Mindestsumme 20.000 Euro absichern, was für dich und mich ausreicht ;) Und wenn nicht, dann legt man halt bei versch. Banken 18.000 Euro an. Allerdings würde ich dir für ein Tagesgeldkonto andere Banken empfehlen: Cortal Consors, DAB bank, Diba. Kontoführung kostenlos und die gleichen oder höhere Zinsen. Ich bin seit Jahren Kunde von Diba und seit letztem Jahr auch von Cortal Consors. Jetzt will ich eins bei der DAB bank eröffnen, aufgrund der höheren Zinsen. Dafür muss das Cortal Consors Konto wieder weichen. Allerdings ziehe ich eine Festgeldanlage (bei der Finansbank) in Betracht. Hast du da zufällig auch Erfahrungen? Grüße andreasmb

Mikky

Mikky

14.10.2004 09:40

Qualitativ überdurchschnittlicher Bericht! Grüße.

Dr.Claudia

Dr.Claudia

15.09.2004 10:49

Klingt empfehlenswert! LG Claudia

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